Chart vom 27.01.2021 Kurs: 25,89 Kürzel: SIH1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

2020 war ein super Jahr für die Silber-Bullen. Über 47 Prozent schoss der Silberpreis auf USD-Basis nach oben. Die Ernüchterung folgte allerdings prompt in den letzten Wochen. Die Bilanz: -14 Prozent rauschte das Edelmetall vom Jahreshoch gerechnet in die Tiefe. Muss man sich als Silber-Anleger jetzt Sorgen machen, oder bieten sich attraktive Kaufchancen? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer aussichtsreichen Trade-Idee in dieser Silber-Analyse.

Rückblick: Preissturz im Silber

Für die Silber-Anleger hätten die ersten Handelstage im Jahr 2021 nicht besser laufen können. Die Käufer trieben den Silberpreis weiter nach oben. Erst von 26,50 USD auf 27 USD, um danach bei 28,10 USD ein neues Jahreshoch zu markieren. Doch was dann folgte, dürfte den Silber-Investoren überhaupt nicht gefallen haben…

Innerhalb von nur zwei Tagen stürzte das Edelmetall um fast vier USD oder -13,3 Prozent in die Tiefe. In den Tagen darauf ging es sogar noch tiefer. (vgl. Chart unten).

Der plötzliche der Preissturz im Silber! Warum? Was war passiert?

Der Preis aller Edelmetalle ist fundamental von zwei Faktoren abhängig, Angebot und Nachfrage sowie von dem Realzins. Der Realzins berechnet sich, indem man von der Rendite der Staatsanleihen die vorherrschende Inflation subtrahiert. Wenn jetzt, wie Anfang Januar geschehen, die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen von 0,905 Prozent auf 1,184 Prozent um über 30 Prozent nach oben schießt, dann wird der Realzins weniger negativ. Ist der Realzins zwar negativ aber steigend, dann ist dies für Edelmetalle wie Silber eher nachteilig. Denn im Vergleich zu Anleihen wirft Silber keine Zinsen ab.

Darüber hinaus treibt ein ausgeprägtes Risk-On Sentiment mit neuen Rekordhochs an den Aktienmärkten viele skeptische Anleger raus aus den sicheren Häfen und rein ins Risiko.

In den letzten Tagen konnte sich der Silberpreis im Bereich zwischen 25 USD und 26 USD stabilisieren.

Jetzt fragt man sich was folgt – eine weitere Korrektur oder die nächste Rallye-Bewegung?

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große Chartbild einfügt.

Überblick: Impulsiver Trendbruch nach oben

Ein Blick auf den Monatschart des Rohstoffes Silber (Kürzel XAGUSD) oben zeigt: Der Silberpreis hat in diesem Jahr den hartnäckigen Widerstand im Bereich 19 USD nach oben durchbrochen und sogar das letztjährige Hoch bei 19,65 USD übertroffen. Damit ist es offiziell: Der langjährige Abwärtstrend ist gebrochen.

Danach hat es im März aufgrund der Corona-Verkaufspanik aber noch nicht ausgesehen. Denn zu diesem Zeitpunkt signalisierte ein Kursrutsch unter die Tiefs der letzten Jahre eher fallende Kurse. Doch plötzlich kam alles anders…

Schnell wurden die runden Kursmarken bei 12, 13 und 14 USD von den Bullen wieder zurückerobert. Das war aber noch nicht das Ende der Fahnenstange! Innerhalb weniger Wochen stand der Silberpreis schon wieder bei 19 USD. Als kurz danach Preise von über 20 USD für eine Feinunze gezahlt wurden, explodierte der Silberpreis! Anfang August waren Käufer sogar bereit fast 30 USD pro Feinunze auf den Tisch zu legen. Damit verzeichnete der Silberpreis innerhalb von nur 20 Wochen einen Kurssprung von über 150 Prozent. Dies verdeutlicht den impulsiven Charakter des Trendbruchs.

Ein übergeordneter Aufwärtstrend, muss aber erst noch durch ein höheres Hoch, also mit einem Schlusskurs auf Monatsbasis, über 30 USD bestätigt werden.

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Denn aktuell notiert der Silberpreis bei 25,25 USD zwischen der Widerstandszone bei 27,50 USD und der letzten Unterstützung im Bereich von 22 USD. Damit befindet sich das Edelmetall immer noch in der Korrektur der oben beschriebenen Bewegungswelle.

Trotzdem ist die technische Großwetterlage in Silber als „bullisch“ zu werten.

Durch den impulsiven Anstieg von über 150 Prozent, ist eine Trendbestätigung und damit eine weitere Bewegungswelle nach oben wahrscheinlich. Aus Chance-Risiko Gesichtspunkten ist es deshalb langfristig sinnvoller Kursschwäche zu kaufen, als Kursstärke zu verkaufen.

Passt das auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Angebotsverknappung im Jahr 2020 durch Covid-19

Wie Sie in der Grafik unten sehen können, sind die Fördermengen der Silberminen seit 2015 rückläufig. Wurden im Jahr 2015 noch 892 Millionen Unzen Silber abgebaut, waren es 2020 nur noch 797 Millionen Unzen. Auch die Menge an recyceltem Silber ist letztes Jahr mit 169,4 Millionen Unzen leicht zurück gegangen. In Summe führte das im Vergleich zu 2019 zu einer Angebotsverknappung von vier Prozent.

Das ist auf den ersten Blick verwunderlich, da der durchschnittliche Silberpreis letztes Jahr bei 20,55 USD lag. Also deutlich über den Produktionskosten und damit außerordentlich gewinnbringend. Da würde man vermuten, dass die Fördermenge eigentlich steigen sollte. Jedoch kam es durch Covid-19 zu erheblichen Störungen, die zu Produktionsausfällen führten. Es ist davon auszugehen, dass die Ausfälle 2021 wegfallen und somit die Fördermenge bei Preisen über 20 USD deutlich ansteigen wird.

Industrie- und Schmucknachfrage im Jahr 2020 eingebrochen

Neben der Fördermenge ist vor allem die Industrie-Nachfrage ein wichtiger Preisfaktor. Im Gegensatz zu Gold entfällt bei Silber der größte Teil der Nachfrage auf die Industrie. Hier ist die Nachfrage 2020 um sieben Prozent eingebrochen. Genauso wie die Schmuck-Nachfrage. Im Zuge der Lockdown-Maßnahmen konnten viele Feierlichkeiten wie große Hochzeiten nicht durchgeführt werden. So brach die Nachfrage der Schmuckindustrie ebenfalls um sieben Prozent ein. Aufgefangen wurde die geringere Nachfrage aus der Industrie durch die Investoren.

Investoren als Preistreiber

Investoren haben einen großen Einfluss auf den Silberpreis und waren 2020 die größten Preistreiber. Wurden 2019 noch 186,1 Millionen Feinunzen physisches Silber nachgefragt, waren es im Jahr 2020 über 215 Millionen Feinunzen. Das ist ein Anstieg um fast 30 Millionen Feinunzen oder 16 Prozent.

Der gleiche Trend ist auch in den physisch gedeckten Silber-Indexfonds (ETFs) zu beobachten. Daten von Bloomberg zeigen, dass die von Silber-ETFs gehaltene Menge in den letzten zwölf Monaten von 600 Millionen Feinunzen auf knapp eine Milliarde Feinunzen angestiegen ist. Das ist ein Plus von 40 Prozent.

Die Grund für die hohe Investoren-Nachfrage dürfte neben den negativen Realzinsen die Angst vor einer Preissteigerung durch die massive Ausweitung der Geldmenge sein. Daran dürfte sich auch 2021 nichts ändern. Sollte dann noch im Zuge einer wirtschaftlichen Erholung die Industrienachfrage anspringen, dürfte sich das positiv auf den Silberpreis auswirken.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Neuer Rallye-Schub wahrscheinlich

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 26,02 USD notiert. Also deutlich unter dem Jahreshoch bei 29,85 USD. Bevor dieses erneut erreicht werden kann, müssen zunächst die technischen Widerstände im Bereich von 27,50 bis 28,75 USD aus dem Weg geräumt werden (vgl. Chart unten).

Die Vorzeichen dafür stehen gut. Immerhin hat der Silberpreis mit dem Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal das erste Signal für einen weiteren Preisanstieg geliefert. Gleichzeitig wurde mit dem Ausbruch auch ein untergeordneter Aufwärtstrend bestätigt. Dieser wurde aber mit dem letzten tieferen Verlaufstief gebrochen, was kurzfristig auf eine Fortsetzung der Korrektur hindeuten könnte.

Darüber hinaus gibt es neben den fundamentalen Argumenten, weitere Signale, die für steigende Silberpreise sprechen:

Das Saisonale Muster im Silber

Wie an den Aktienmärkten gibt es auch beim Silberpreis eine Saisonalität. Ein Blick auf den Chart unten macht klar…

Die Wahrscheinlichkeit für einen steigenden Silberpreis ist derzeit höher als für fallende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 20 Jahre in der Grafik oben näher anschauen dann sehen wir, dass im Edelmetall statistisch gesehen von Ende Januar bis Mitte Februar eher mit steigenden Kursen gerechnet werden kann. So konnte der Silberpreis in den letzten 20 Jahren in diesem Zeitraum durchschnittlich um ca. 3,5 Prozent zulegen.

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Erstens notiert der Silberpreis trotz des Preissturzes immer noch über dem einfachen 50- und auch 200-Tage-Durchschnitt (vgl. blaue und rote Linie im Chart oben). Beide gleitenden Durchschnitte steigen an. Diese Tatsache wird von vielen Markteilnehmern als bullisch interpretiert.

Darüber hinaus könnte im Bereich des letzten Verlaufstiefs ein harmonisches Kursmuster vervollständigt werden. Diese Kursmuster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 1,97

Ein Test der oben beschriebenen Unterstützung im Bereich 24,50 USD könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Silber liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Silber profitieren (vgl. Chart unten).

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen.

Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 1,65 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir einen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 24,33 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 23,48 USD, also unter dem letzten Verlaufstief absichern. Damit berücksichtigen wir auch die aktuelle Volatilität im Silber-Future.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 25,74 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1,65.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 25,02 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der Silber-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Silber-Futures zeigt: Eine mögliche Fortsetzung einer aktuell laufenden Korrektur auf Tagesbasis, eröffnet eine attraktive Chance für einen Long-Trade. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 24,33 USD liegen.

Falls es im Silber-Future von dort weg zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 1,65 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass im Falle weiter ansteigender Renditen der US-Staatsanleihen und einer anhaltenden Hausse an den Aktienmärkten der Silberpreis weiter unter Druck gerät.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den März 2021 Kontrakt des Silber-Future (Symbol Globex: SIH1 / Symbol TWS: SILH1) dafür einsetzen. Dieser Kontrakt hat derzeit das größte Handelsvolumen. Alternativ können Sie die Trade-Idee auch in einem Silber-ETF (z.B. im ZKB Silber ETF) umsetzen.

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Andreas Fink, Futures-Händler | LYNX Börsenexperten
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