Seit Mai ist der Silberpreis in der Spitze über 15 Prozent nach unten gerauscht. Trotz Rekord-Inflation! Ist der Kursrutsch somit eine attraktive Kaufgelegenheit, oder sind weitere Kursverluste zu befürchten? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer aussichtsreichen Trade-Idee in dieser Silber-Analyse.

Rückblick: Die Bären haben das Ruder übernommen

Das 2. Quartal hätte für die Silberbullen nicht besser starten können. Nach der 21-Prozent-Rallye von Ende März bis Mitte Mai, war das Jahreshoch bei knapp über 30 USD greifbar. Doch in der anschließenden Konsolidierung zwischen 27,30 USD und 28,50 USD konnten nicht genügend Käufer gefunden werden. Im Gegenteil…

Die Verkäufer übernahmen das Ruder. Das höhere Angebot trieb den Silberpreis unter die Marke von 26 USD. Erst hier konnten Käufer den Preis bis Mitte Juli stabilisierten. Aber für Kurse über 27 USD reichte es nicht. Durch die abnehmende Nachfrage witterten die Bären die nächste Chance. Die Folge…

Der Silberpreis hat seit Anfang Juli in der Spitze 2,39 USD oder 8,9 Prozent verloren. Denn am Dienstag wurden vor der Fed-Sitzung für einen Silber-Kontrakt mit Laufzeit September 2021 (Kürzel: SIU1) nur noch 24,515 USD gezahlt (vgl. Chart unten).

Chart vom 29.07.2021 Kurs: 25,61 Kürzel: SIU1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Rund um die Fed-Sitzung am Mittwoch konnte sich der Preis für eine Unze Silber wieder etwas von den Tiefs erholen.

Jetzt fragt man sich als Anleger: War das schon eine Kaufchance oder sind weitere Kursverluste zu befürchten?

Um eine Antwort auf die Frage zu finden, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Mit einem Umweg zu neuen Jahreshochs?

Chart vom 29.07.2021 Kurs: 25,55 Kürzel: XAGUSD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Langjähriger Abwärtstrend ist gebrochen

Ein Blick auf den Monatschart (Logarithmische Darstellung) des Rohstoffes Silber (Kürzel XAGUSD) oben zeigt: Nachdem der hartnäckige Widerstand im Bereich 19 USD letztes Jahr durchbrochen wurde, explodierte der Silberpreis. Der Preis schoss in kurzer Zeit von 20 USD auf 30 USD.

Die Bilanz: Eine Kursexplosion in Silber von 156 Prozent innerhalb von nur 20 Wochen. Das verdeutlicht den impulsiven Charakter des Trendbruchs.

Ein übergeordneter Aufwärtstrend konnte bislang aber noch nicht bestätigt werden. Denn dazu muss erst ein höheres Hoch mit einem Schlusskurs auf Monatsbasis über 30 USD erzielt werden. Dort war der Silberpreis bereits Anfang Februar, als ein Verlaufshoch bei 30,08 USD markiert wurde. Die Silber-Bullen konnten diese wichtige Marke aber nicht halten.

Trotzdem ist die technische Großwetterlage im Silber als „bullisch“ zu werten. Denn…

Durch den impulsiven Anstieg von über 150 Prozent ist eine Trendbestätigung und damit eine weitere Bewegungswelle nach oben wahrscheinlich. Darüber hinaus findet die derzeitige Konsolidierung auf relativ hohem Niveau statt und bildet ein aufsteigendes Dreieck (vgl. Chart oben). Das Aufwärtsdreieck zählt zu den bullischen Fortsetzungsformationen. Denn es zeigt, dass die Käufer aggressiver als die Verkäufer sind. Erkennen können Sie das an den höheren Verlaufstiefs im Dreieck.

Sollte jedoch diese Aufwärtstrendlinie gebrochen werden, sind kurzfristig weitere Kursverluste denkbar. Ziel auf der Unterseite wäre dann die Marke von 22 USD.

Erst mit einem Schlusskurs unter 21,80 USD würde sich das Bild für die Bullen deutlich eintrüben.

Für Positionstrader bleibt es aus Chance-Risiko Gesichtspunkten deshalb langfristig sinnvoller Kursschwäche zu kaufen, als Kursstärke zu verkaufen. Für kurzfristig orientierte Anleger könnte ein Durchbruch der Aufwärtstrendlinie des Dreiecks (vgl. Chart oben) eine schöne Short-Chance eröffnen.

Passt das auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Inflationsangst treibt Anleger in Silber

Die Angst vor der Geldentwertung dürfe die Nachfrage nach Silber weiter hochhalten. Die aktuellen Daten verdeutlichen die negative Realverzinsung. Während es für US-Staatsanleihen mit einjähriger Laufzeit derzeit gerade mal 0,066 Prozent nominal gibt, schießt die Inflationsrate durch die Decke. Das belegen die Mitte Juli veröffentlichten Inflationsdaten aus den USA. Die jährliche US-Inflationsrate stieg von 5 Prozent im Mai 2021 auf 5,4 Prozent im Juni 2021 und lag damit deutlich über den Marktprognosen von 4,9 Prozent. Das ist der höchste Wert seit 2008.

Durch die niedrigen Zinsen auf Festgeldanlagen und die gleichzeitig anziehende Inflationsrate rutscht die Realverzinsung weiter ins Negative. Selbst Käufer von US-Bonds mit zehnjähriger Laufzeit verlieren bei einer Inflation von 5,4 Prozent unter dem Strich 4,126 Prozent an Kaufkraft. Nimmt man die US-Bonds mit einjähriger Laufzeit, kommt man auf einen Kaufkraftverlust von 5,334 Prozent.

Der US-Dollar als Wegweiser für Silber

Neben dem Thema Inflationsschutz hat auch der US-Dollar einen Einfluss auf den Silberpreis. Die US-Leitwährung hat seit dem Hoch im letzten Jahr bei fast 104 USD deutlich an Wert verloren. Messen kann man das mit dem Dollar-Index (DX). Zur Erklärung: Der DX ist eine Kennzahl, die den Wert des USD gegenüber einem ausgewählten Währungskorb aus sechs Währungen (EUR, JPY, GBP, CAD, SEK, CHF) misst.

Mit Blick auf den Chart unten können Sie erkennen, dass die Leitwährung im ersten Quartal 2021 gegen den laufenden Abwärtstrend bis auf ein derzeitiges Jahreshoch bei 93 USD ansteigen konnte. Danach drehte der US-Dollar wieder nach unten und testete des letzte Verlaufstief im Bereich von 89,16 USD. Dieses wurde jedoch nicht mehr unterschritten. Denn die Käufer schafften es bereits bei 89,50 USD das Ruder herumzureißen und die Kurse im Anschluss über die gleitenden Durchschnitte an die flacher verlaufende Abwärtstrendlinie heranzutreiben (vgl. Chart unten).

Chart vom 29.07.2021 Kurs: 91,95 Kürzel: DX Tageskerzen | Online Broker LYNX

An dieser Trendlinie wird es wohl zu einer Entscheidung kommen. Beim Bruch der Abwärtstrendlinie könnte der US-Dollar zügig in Richtung der Marke von 97 USD laufen. Die Dollar-Aufwertung würde die Rohstoffpreise unter Druck bringen. Denn die meisten Rohstoffe, wie auch Silber, werden in USD gehandelt. Ein stärkerer US-Dollar würde damit das Edelmetall für Anleger außerhalb des Dollarraums verteuern. Das dürfte sich negativ auf die Silbernachfrage und damit auf den Silberpreis auswirken.

Prallt der Kurs jedoch von der Abwärtstrendlinie nach unten ab, könnte ein schwächerer US-Dollar das Edelmetall verbilligen. Das wiederum dürfte den Silber-Bullen den Rücken stärken.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist für Silber-Anleger ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Short-Trade, falls der Dollar weiter aufwertet?

Ausblick: Möglichen Widerstand als Short-Einstieg nutzen?

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 25,56 USD notiert. Also einerseits deutlich unter den letzten Verlaufshochs bei 26,91 USD und 28,90 USD. Andererseits sehr deutlich unter dem Jahreshoch bei 30,35 USD (vgl. Chart unten).

Chart vom 29.07.2021 Kurs: 25,56 Kürzel: SI∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Untergeordneter Abwärtstrend signalisiert fallende Kurse

Der untergeordnete Aufwärtstrend, in dem Käufer den Preis für eine Unze Silber von 24 USD auf fast 29 USD hochgetrieben haben, ist Geschichte. Die Kursverluste der letzten Wochen haben sogar dazu geführt, dass sich ein Abwärtstrend gebildet hat. Einerseits signalisiert uns das die Abfolge von tieferen Hochs und tieferen Tiefs, welche im Preischart oben rot markiert sind. Andererseits wurde im Rahmen des laufenden Abwärtstrends der 50-Tage-Durchschnitt (vgl. blaue Linie im Chart oben) und der 200-Tage-Durchschnitt (vgl. rote Linie im Chart oben) durchbrochen.

Erst wenn dieser Abwärtstrend per Tagesschlusskurs über 26,91 USD gebrochen würde, wäre Raum für weitere Kursanstiege. Die nächste Anlaufstelle wäre dann der Preisbereich um die runde Marke von 29 USD. Sollte hier dann nicht erneut ein hohes Angebot auf den Markt kommen, stehen die Chancen gut, dass wir ein neues Jahreshoch erreichen.

Solange jedoch der untergeordnete Abwärtstrend intakt ist, sind kurzfristig weitere Kursverluste wahrscheinlicher. Sollte der Silberpreis noch etwas in Richtung der Marke von 26 USD ansteigen, könnten die Bären erneut zuschlagen. Das zusätzliche Angebot könnte dann für den nächsten Kursrutsch sorgen. Ziele auf der Unterseite wären dann Verlaufstiefs bei 23,74 USD und 21,81 USD.

Neben einem untergeordneten Abwärtstrend gibt es weitere technische Signale, die kurzfristig für einen fallenden Silberpreis sprechen:

Diese technischen Verkaufssignale sollten Sie auf dem Radar haben

Erstens notiert der Silberpreis aufgrund der Kursverluste in den letzten Wochen unter dem einfachen 50-Tage sowie dem 200-Tage-Durchschnitt (vgl. blaue und rote Linie im Chart oben). Dabei verläuft der 200-Tage-Durchschnitt als übergeordneter Trend-Indikator derzeit bei ca. 26 USD, der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 26,60 USD darüber.

Zweitens befindet sich im Bereich 25,80 bis 26,00 USD eine ehemalige Unterstützungszone, die durch einen „Rollentausch“ nun Widerstand werden könnte.

Drittens verlaufen im Bereich von 26 USD zwei wichtige Fibonacci Retracements. Zum einen bei 25,99 USD das 61,8er Retracement der letzten Abwärtsbewegung seit dem 06. Juli. Zum anderen bei 26,19 USD das 38,2er Retracement des untergeordnet laufenden Abwärtstrends, der am 18. Mai bei 28,90 USD seinen Startpunkt hat. Für viele technisch orientierte Anleger sind Fibonacci-Retracements bei laufenden Trends sehr interessante Einstiegs-Niveaus. Diese Kurslevels könnten auch Verkäufer anziehen, die bisher noch an der Seitenlinie stehen und geduldig auf ein attraktives Einstiegslevel warten.

Viertens befindet sich der Volumengewichtete Durchschnittskurs (VWAP) aller seit dem Verlaufshoch vom 07. August 2020 bei 29,91 USD gehandelten Futures-Kontrakte derzeit bei 26,10 USD. Da institutionelle Händler oft am VWAP gemessen werden, fungiert dieser volumenbasierte Preis oft als Widerstand im Preischart.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 2,15 für einen Short-Einstieg in den Silber-Future

Ein Test der oben beschriebenen Widerstandszone im Bereich von 26 USD könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Short-Trade in Silber liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Abwärtsbewegung im Silber profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 29.07.2021 Kurs: 25,56 Kürzel: SI∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterherzurennen.

Sollten Sie sich für einen Short-Trade entscheiden, können Sie bei 25,95 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 26,95 USD, also über dem letzten Verlaufshoch, absichern. Gleichzeitig wird damit auch die aktuelle Volatilität im Silber-Future berücksichtigt.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 23,80 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,15. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Ein weiteres Ziel wäre das letzte große Verlaufstief bei 21,80 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 25,13 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der Silber-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Rohstoffes Silber zeigt: Eine mögliche Korrektur im untergeordneten Abwärtstrend, würde eine attraktive Chance für einen Short-Trade eröffnen. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 25,95 USD liegen.

Falls es im Silber-Future von dort weg zu einer weiteren Abwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,15 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass im Falle eines schwächeren US-Dollars und einer andauernden Inflation Silber wieder mehr nachgefragt wird.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den September 2021 Kontrakt des Silber-Futures (Symbol: SIU1), oder den kleineren Micro-Future (Symbol: SILU1) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit, hat derzeit das größte Handelsvolumen. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen (Symbol: SIZ1).

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