Die Achterbahnfahrt im Ölpreis geht weiter. Nach einer rabenschwarzen Vorwoche schoss der Kurs des WTI Crude Oil Futures in dieser Woche 11 Prozent nach oben. Folgt jetzt erneut ein Kursrutsch, oder war das der Startschuss für neue Jahreshochs? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer attraktiven Trade-Idee in dieser ÖL-Analyse.

Rückblick: Wie erwartet – die Bullen schlagen zurück

Der Ölpreis bleibt ein Paradies für aktive Anleger. Kursbewegungen über zehn Prozent in wenigen Tagen liefern Tradern genau das was sie für schnelle Gewinne benötigen – Bewegung.

Als WTI Crude Oil in der Vorwoche bei 61,82 USD fast am Wochentief aus dem Handel ging, freuten sich die Bären über den höchsten Wochenverlust seit knapp zehn Monaten. Auch die aufmerksamen Leser meiner Analysen und Trading-Ideen haben sich gefreut…

Denn durch den Kursrutsch unter 62 USD wurde der Einstieg meiner Ölpreis-Analyse vom 06. August fast punktgenau getroffen. Leser, die sich von meiner vorgestellten Trade-Idee im Öl-Future haben inspirieren lassen, dürfen sich über schöne Buchgewinne freuen.

Sie profitieren davon, dass die Käufer in dieser Woche wieder das Ruder übernommen haben. Die hohe Nachfrage trieb den Ölpreis in den letzten Handelstagen wieder deutlich über die Marke von 67 USD. Am Mittwoch wurden für einen Öl-Kontrakt mit Laufzeit Oktober 2021 (Kürzel: CLV1) am Terminmarkt wieder 68,54 USD bezahlt werden. Also elf Prozent mehr als noch am Montagmorgen (vgl. Chart unten).

Chart vom 26.08.2021 Kurs 67,68 Kürzel: CLV1 Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Aktuell stabilisiert sich der Ölpreis im Bereich von 68 USD.

Jetzt fragt man sich…

war das nach den massiven Kursverlusten der letzten Wochen das Ende der Korrektur, oder müssen die Bullen einen weiteren Kursrutsch befürchten?

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, zoomen wir erst ein wenig heraus und schauen, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Ölpreis vor Konsolidierung?

Chart vom 26.08.2021 Kurs: 68,14 Kürzel: CL∞ Wochenkerzen | Online Broker LYNX

Übergeordneter Aufwärtstrend scheitert an Widerstand

Mit dem neuen Jahreshoch bei knapp unter 77 USD, hat WTI Crude Oil den seit April letzten Jahres laufenden Aufwärtstrend fortgeführt. (vgl. Chart oben). Verdeutlicht wird das einerseits durch eine Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs auf der Kurs-Achse. Andererseits notiert der aktuelle Kurs derzeit über dem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) der letzten 200 Handelstage (rote Linie im Chart oben).

Prinzipiell ist durch den intakten Aufwärtstrend die technische Großwetterlage noch als bullisch zu bewerten. Jedoch gibt es erste Warnzeichen, dass wir in eine Seitwärtskonsolidierung übergehen könnten.

Zum einen notiert der Kurs derzeit unter einem fallenden 50-Tage-Durchschnitt. Zum anderen wurde durch die Kursverluste der letzten Wochen die vorangegangene Aufwärtsbewegung deutlich korrigiert. Das bedeutet, dass das letzte Verlaufstief bei 61,74 USD unter dem vorletzten Verlaufshoch bei 67,98 USD liegt. Der Aufwärtstrend hat klar an Dynamik verloren.

Gebrochen wäre der übergeordnete Aufwärtstrend, wenn wir im Chart einen Schlusskurs auf Wochenbasis unter der Marke von 57,25 USD bekämen.

Jetzt stellt sich die Frage: Passt das technische Bild auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Konjunkturelle Folgen der Delta-Variante schüren die Angst vor einer schwächeren Öl-Nachfrage

Ein Grund für den schwachen Ölpreis dürfte die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus sein. Sowohl die USA als auch Asien erleben derzeit einen Anstieg der Covid-19-Fälle. Die Angst vor Maßnahmen, die die Mobilität einschränken, könnte die Ölnachfrage kurzfristig weiter belasten.

Am 1. September treffen sich die OPEC-Mitglieder. Zuletzt wurde eine Steigerung der monatlichen Produktion beschlossen. Ob die Förderländer aufgrund des starken Preisrückgangs am Ölmarkt und den Nachfragesorgen auch wirklich mehr Öl auf den Markt geben, bleibt abzuwarten.

Ein starker US-Dollar drückt auf den Ölpreis

Am Freitag, den 27. August steht das Jackson Hole Economic Symposium an. Wird Fed-Chef Powell hier schon die ersten Hinweise auf ein kommendes Tapering bekannt geben? Konkret ankündigen könnte Powell ein Zurückfahren der Anleihenkäufe dann beim kommenden FOMC-Meeting am 22. September. Sollte das so kommen, könnte das dem US-Dollar Flügel verleihen. Denn ein Blick in die Vergangenheit zeigt, 2013 konnte der USD im Rahmen des Taper Tantrum deutlich zulegen.

Messen kann man die Stärke des US-Dollars mit dem Dollar-Index (DX). Zur Erklärung: Der DX ist eine Kennzahl, die den Wert des USD gegenüber einem ausgewählten Währungskorb aus sechs Währungen (EUR, JPY, GBP, CAD, SEK, CHF) misst.

Eine Dollar-Aufwertung würde die Rohstoffpreise unter Druck bringen. Denn die meisten Rohstoffe, wie auch Öl, werden in USD gehandelt. Ein stärkerer US-Dollar würde den Rohstoff für Anleger außerhalb des Dollarraums verteuern. Das dürfte sich negativ auf die Ölnachfrage und damit auf den Ölpreis auswirken.

Gepaart mit den ersten technischen Warnzeichen stellt sich die Frage: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Short-Trade?

Ausblick: Widerstand zum Verkauf nutzen?

Wenn wir anhand eines 4-Stundencharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 67,57 USD notiert. Also deutlich unter dem mehrjährigen Hoch bei 76 USD (vgl. Chart unten).

Chart vom 26.08.2021 Kurs: 67,57 Kürzel: CL∞ 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Untergeordneter Abwärtstrend gibt den Verkäufern weiterhin Rückenwind

Verantwortlich hierfür war der Kursrutsch der letzten Handelswochen. Dieser deutliche Preisverfall führte mit einem tieferen Verlaufstief zunächst zu einem Trendbruch in einem untergeordneten Aufwärtstrend. Als das neu entstandene Verlaufstief nach einem tieferen Verlaufshoch unterboten wurde, war die Trendumkehr perfekt. Die Folge…

Durch den jetzt bestätigten Abwärtstrend haben Verkaufssignale die Anleger veranlasst, ihre Long-Positionen zu schließen oder neue Short-Positionen aufzubauen. Beides führte dazu, dass das Angebot deutlich über der Nachfrage lag. Ein rasanter Kursrutsch (vgl. lange rote Kerzen im Chart) war die logische Konsequenz.

Aufhalten konnte den Preisverfall erst die Kreuzunterstützung bei 62 USD. Wie schon im Mai, zog das Preislevel in dieser Woche neue Käufer an. Diese schafften es nicht nur den Preisverfall zu stoppen, sondern trieben durch Anschlusskäufe den Ölpreis wieder deutlich über die 67 USD-Marke. Diese rasche Kurserholung ist erstmal als bullisches Zeichen zu interpretieren. Doch bevor der Markt ein neues Jahreshoch sehen kann, müssen ein paar hartnäckige Widerstände aus dem Weg geräumt werden.

Denn schon im Bereich von 69 USD könnten neue Verkäufer in den Markt kommen und den Kurs drücken. Sollte deren Angebot aber nicht die Nachfrage überbieten, könnte die runde Marke von 70 USD zurückerobert werden.

Doch schon bei ca. 71 USD wartet der nächste potenzielle Widerstand. Hier verläuft die Abwärtstrendlinie, welche durch die Verlaufshochs im Juli gebildet wird. Erst wenn die Zone zwischen 71 USD bis 72 USD von den Bullen nachhaltig genommen werden kann, ist der Weg bis 74 USD frei.

Mit Schlusskursen über 74 USD wäre die Korrektur und damit der Abwärtstrend vom Tisch. Dann könnte der Ölpreis schnell in Richtung 76 USD marschieren und das Jahreshoch testen.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Denn der intakte Abwärtstrend zeigt uns, genauso wie der Kursverläufe der letzten 20 Jahre, dass mit weiteren Kursverlusten gerechnet werden muss.

Das Saisonale Muster im WTI Crude Oil

Ein nüchterner Blick auf die historischen Kursverläufe im WTI Crude Oil unten macht klar…

Chart vom 26.08.2021 Saisonaler Verlauf WTI Crude Oil | Online Broker LYNX

Die Wahrscheinlichkeit für einen fallenden Ölpreis ist ab Anfang September höher als für steigende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 20 Jahre in der Grafik oben näher anschauen, dann sehen wir, dass im schwarzen Gold statistisch gesehen von Anfang September bis Mitte November eher mit fallenden Kursen gerechnet werden kann. So verlor der Ölpreis in diesem Zeitraum durchschnittlich ca. sechs Prozent.

Diese technische Verkaufssignale sollten Sie auf dem Radar haben

Trotz der Erholung in dieser Handelswoche befindet sich der aktuelle Kurs unter einem fallenden 50-Tage-Durchschnitt (70,63 USD). Das ist ein Zeichen von Schwäche und zeigt an, dass die Korrektur noch nicht beendet ist.

Zweitens befindet sich im Bereich 71 USD eine Widerstandszone. Hier verläuft zum einen die oben beschriebene Abwärtstrendlinie. Zum anderen befindet sich bei 71,16 USD das 61,8 Prozent Fibonacci-Retracement der bisherigen Korrekturbewegung. Diese startete am 06. Juli mit dem Jahreshoch und hat ihr Tief derzeit bei 61,74 USD. Ein Test könnte Verkäufern die Chance geben nochmals höher zu verkaufen. Der daraus entstehende Angebotsüberhang könnte dann erneut zu fallenden Preisen führen.

Genau in dieser Widerstandszone könnte zudem ein harmonisches Kursmuster vervollständigt werden. Diese Kursmuster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt

Einblick: Trade-Idee mit einem CRV von 1,9 für einen Short-Einstieg in den Öl-Future

Ein möglicher Test der oben aufgezeigten Widerstandszone im Bereich 71 USD, könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Short-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Abwärtsbewegung im Öl-Future profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 26.08.2021 Kurs: 67,53 Kürzel: CLV1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 1,9 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Short-Trade entscheiden, können Sie bei 71 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 74,80 USD, also über dem letzten Verlaufshoch absichern. Damit berücksichtigen wir auch die aktuelle Volatilität im ÖL-Future.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 63,75 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1,9. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Ein weiteres Ziel wäre die 200-Tage-Linie im Bereich von 60,80 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 67,44 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der WTI Crude Oil-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Öl-Futures zeigt: Eine mögliche Fortsetzung des untergeordnet laufenden Abwärtstrends, eröffnet eine attraktive Chance für einen Short-Trade. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 71 USD liegen.

Falls es im WTI Crude Oil Future zu einer weiteren Abwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 1,9 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den CL-Future (Symbol: CLV1), den kleineren QM-Future (Symbol: QMV1) oder den relativ neuen Mikro-Future (Symbol: MCLV1) mit Laufzeit Oktober 2021 dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit, hat derzeit das größte Handelsvolumen. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen (bspw. auf den Dezember-Kontrakt CLZ1).

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