Der Ölpreis dreht nach unten. Über zehn Prozent hat der Kurs des schwarzen Goldes seit dem Jahreshoch Ende Oktober verloren! Geht die Korrektur weiter, oder sehen wir dieses Jahr noch dreistellige Ölpreise? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer attraktiven Trade-Idee in dieser Öl-Analyse.

Rückblick: Höhenflug erstmal beendet

Immer mehr Privatanleger haben in den letzten Monaten auf einen steigenden Ölpreis spekuliert. Gewinne aus der Öl-Spekulation sollen dabei die Preisexplosion bei Heizöl und Benzin wettmachen. Die Rechnung ging bis Ende Oktober auch auf, denn…

Nach den Kursverlusten zu Beginn des dritten Quartals, zündete der Ölpreis Ende August seinen Turbo. Über 38 Prozent oder 23 USD schoss der Kurs nach oben. Am 25. Oktober wurde ein neues Jahreshoch bei 85,41 USD markiert. Doch hier ging den Bullen die Kaufkraft aus. Die Folge…

Eine zweistellige Kurskorrektur, die in den letzten Tagen noch einmal an Dynamik gewonnen hat. Nachdem am 10. November das Jahreshoch bei 84,97 USD getestet wurde, drehte die Stimmung komplett. Innerhalb von sieben Handelstagen hat der Ölpreis in der Spitze 8,50 USD oder 10 Prozent verloren. Am 18. November wurden für einen Öl-Kontrakt mit Laufzeit Januar 2022 (Kürzel: CLF2) nur noch 76,44 USD gezahlt (vgl. Chart unten).

Chart vom 18.11.2021 Kurs 77,04 Kürzel: CLF2 Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Aktuell befindet sich der Ölpreis im Bereich von 77 USD.

Jetzt fragt man sich…

droht uns nach den massiven Kursverlusten der letzten Tage eine Fortsetzung der Korrektur, oder nutzen die Bullen den Preisabschlag zum Einstieg und sorgen für neue Jahreshochs?

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, zoomen wir erst ein wenig heraus und schauen, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Ölpreis testet ehemaligen Widerstand

Chart vom 18.11.2021 Kurs: 77,70 Kürzel: CL∞ Monatskerzen | Online Broker LYNX

Übergeordneter Aufwärtstrend intakt

Mit dem neuen Jahreshoch bei 85,41 USD, hat WTI Crude Oil den seit April letzten Jahres laufenden Aufwärtstrend fortgeführt. (vgl. Chart oben). Verdeutlicht wird das einerseits durch eine Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs auf der Kurs-Achse. Andererseits notiert der Kurs derzeit über dem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) der letzten 50 und 200 Handelstage (blaue und rote Linie im Chart oben).

Nachdem der Kreuzwiderstand im Bereich von 77 USD überwunden wurde, ist im Rahmen des intakten Aufwärtstrends die technische Großwetterlage als bullisch zu bewerten.

Gebrochen wäre der übergeordnete Aufwärtstrend, wenn wir im Chart einen Schlusskurs auf Monatsbasis unter der Marke von 61,74 USD bekämen. Bis dahin ist es aus Chance-Risiko-Gesichtspunkten sinnvoller Kursschwäche zu kaufen, als Kursstärke zu verkaufen.

Jetzt stellt sich die Frage: Passt das technische Bild auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

USA fordert Freigabe von Rohölbeständen

Die Angst, dass die hohen Energiepreise den Konjunkturmotor abwürgen könnten, wächst. Die Rufe nach einer Ausweitung der Förderquote wurden in der Vergangenheit immer lauter, stoßen bei der OPEC+ jedoch auf taube Ohren. Trotz der Preisexplosion auf dem Ölmarkt will man die Fördermenge nur moderat um 400.000 Barrel pro Tag erhöhen. Peanuts wenn man bedenkt, dass allein der Ersatz von Gas durch Öl in der Stromproduktion zuletzt die Ölnachfrage um 500.000 Barrel pro Tag erhöht hat.

Daraufhin hat die Biden-Regierung einige der größten ölverbrauchenden Nationen wie China, Indien und Japan aufgefordert, ihre Ölreserven anzuzapfen. Die ungewöhnliche Anfrage spiegelt klar den Unmut der USA wider, dass die OPEC+ ihre Produktion nicht schneller ausweitet. Zeigt aber auch, dass der innenpolitische Druck auf den US-Präsidenten immer größer wird. Aufgrund der Preissteigerungen bei Energie und Nahrungsmittel sinken seine Umfragewerte vor den Zwischenwahlen 2022.

Laut Reuters scheint China bereits an einer Freigabe der Rohölreserven zu arbeiten. In Japan ist es jedoch gesetzlich nicht erlaubt die Freigabe von Ölreserven zur Preissenkung einzusetzen. Ob und wann eine mögliche koordinierte Freigabe der Ölreserven erfolgt, ist unklar. Allein die Diskussion darüber könnte erstmal weiter Druck auf den Ölpreis ausüben.

Terminkurve zeigt die große Öl-Nachfrage

Öl-Kontrakte werden an der Terminbörse mit unterschiedlichen Laufzeiten gehandelt. Aufgrund der Lagerkosten kommt es in der Regel zu einem Preisaufschlag bei späteren Lieferterminen. Fehlen diese Preisaufschläge, dann befindet sich die Terminkurve in einer „Backwardation“. Hier muss, im Gegensatz zu den Haltekosten in einem Contango, eine Verfügbarkeitsprämie gezahlt werden (vgl. Grafik unten). Grund hierfür ist die stark gestiegene Öl-Nachfrage in Kombination mit einer sehr verhaltenen Ausweitung der Rohölproduktion der OPEC+-Mitglieder.

Chart vom 18.11.2021 Terminkurve WTI Crude Oil | Online Broker LYNX

Solange die massive Öl-Nachfrage auf ein moderates Angebot trifft, fragt man sich: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Unterstützung zum Einstieg nutzen?

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 77,37 USD notiert. Also knapp 10 Prozent unter dem Jahreshoch bei 85,41 USD (vgl. Chart unten).

Chart vom 18.11.2021 Kurs: 77,37 Kürzel: CL∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Aufwärtstrend legt Verschnaufpause ein

Von Ende August bis Ende Oktober befand sich der Ölpreis in einer dynamischen Kursrallye. Fast 40 Prozent trieben die Käufer den Preis für ein Barrel der Sorte WTI Crude Oil nach oben. Die Kursgewinne haben dazu geführt, dass sich ein dynamischer Aufwärtstrend gebildet hat. Einerseits signalisiert uns das die Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs, welche im Preischart oben grün markiert sind. Andererseits befindet sich der Kurs noch über dem 50-Tage-Durchschnitt (vgl. blaue Linie im Chart oben) und dem 200-Tage-Durchschnitt (vgl. rote Linie im Chart oben). Beide gleitenden Durchschnitte steigen an.

Seit November hat diese Rallye nicht nur an Momentum verloren, sondern vollzieht derzeit auch eine komplexe Korrektur. Signalisiert wird dies von den im Chart grau markierten tieferen Verlaufstiefs und -hochs, welche sich jedoch noch über dem letzten Trend-Tief befinden.

Große Kursanstiege, wie hier im Öl von über 23 USD oder 38,34 Prozent, werden generell entweder über den Preis oder über die Zeit konsolidiert. Nur so können genügend Käufer für den nächsten Kursschub gefunden werden.

Wo könnte man sich also für einen Long-Trade auf die Lauer legen?

Diese technische Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Der Ölpreis befindet sich, wie oben dargestellt, in einer komplexen Korrektur eines intakten Aufwärtstrends. So lange dieser Trend nicht mit Schlusskursen unter 74,30 USD gebrochen wird, sind weitere Kursanstiege wahrscheinlicher.

Im Rahmen dieser Korrektur, könnte der Kursbereich um die 75 USD für Unterstützung sorgen. Hier befindet sich eine ehemalige Widerstandszone, die durch einen „Rollentausch“ nun zur Unterstützung werden könnte (vgl. Chart oben).

Darüber hinaus befindet sich das 38,2er Fibonacci Retracement der letzten Rallye, die am 23. August ihren Startpunkt hatte, bei 76,38 USD. Also knapp über dieser möglichen Unterstützungszone. Für viele technisch orientierte Anleger sind Fibonacci-Retracements bei laufenden Trends sehr interessante Einstiegs-Niveaus.

Zusätzlich wird knapp unter dem 38,2er Fibonacci-Retracement ein Harmonisches Kursmuster vervollständigt. Diese Muster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Trade-Idee mit einem CRV von 2,3 für einen Long-Einstieg in den Öl-Future

Ein möglicher Test der oben aufgezeigten Unterstützungszone im Bereich von 76 USD könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Aufwärtsbewegung im Öl-Future profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 18.11.2021 Kurs: 77,44 Kürzel: CLF2 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterherzurennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,3 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 76,30 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 73,20 USD, also unter dem letzten Verlaufstief absichern. Damit berücksichtigen wir auch die aktuelle Volatilität im Öl-Future.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 83,45 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,3. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Ein weiteres Ziel wäre das aktuelle Jahreshoch bei ca. 85 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 79,75 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der WTI Crude Oil-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Öl-Futures zeigt: Eine mögliche Fortsetzung des laufenden Aufwärtstrends, eröffnet eine attraktive Chance für einen Long-Trade. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 76 USD liegen.

Falls es im WTI Crude Oil Future von dort zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,3 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den CL-Future (Symbol: CLF2), den kleineren QM-Future (Symbol: QMF2) oder den relativ neuen Mikro-Future (Symbol: MCLF2) mit Laufzeit Januar 2022 dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit, hat derzeit das größte Handelsvolumen. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen (bspw. auf den Februar-Kontrakt CLG2).

Sie möchten an der Börse Futures handeln?

Als Futures-Broker bieten wir Ihnen den weltweiten Futures-Handel. Egal ob DAX, Euro Stoxx, Dow Jones, S&P 500, Russel 2000 oder z.B. Futures auf Währungen und Rohstoffe wie Öl, Gold oder Silber, über LYNX finden Sie immer den passenden Future. Handeln Sie direkt an den großen und bekannten Terminbörsen und profitieren Sie damit von einem hohen Handelsvolumen und einem engen Spread.

Über den Online-Broker LYNX profitieren Sie als Daytrader, Anleger oder Investor von unserem ausgezeichneten Angebot, denn wir ermöglichen Ihnen den preiswerten Handel von Aktien, ETFs, Futures, Optionen, Forex u.v.m. Nehmen Sie sich die Zeit, unsere Gebühren mit denen der Konkurrenz zu vergleichen und handeln Sie in Zukunft über unsere professionelle Handelsplattform.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Nachricht schicken an Andreas Fink
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.