Der Ölpreis rennt und rennt. Seit Ende August ist das schwarze Gold fast 36 Prozent nach oben geschossen! Folgt jetzt eine entsprechend heftige Korrektur, oder eskaliert die Situation und wir sehen bald dreistellige Ölpreise? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer attraktiven Trade-Idee in dieser ÖL-Analyse.

Rückblick: Konnten Sie von der Öl-Rallye profitieren?

Zunächst Glückwunsch an alle entschlossenen Leser, die sich von meiner Trade-Idee im Öl-Future haben inspirieren lassen. Diese hatte ich Ihnen in der Öl-Analyse vom 06. August vorgestellt. Der Long-Trade hat sich ausgezahlt. Denn nach dem Einstieg bei 62 USD wurde am 15. September das Gewinnziel bei 73,05 USD erreicht. Und das bei gefühlt keinem Risiko, denn mit dem Einstieg bei 62 USD wurde der Umkehrpunkt im Chart bei 61,74 USD fast punktgenau getroffen.

Mit dem Einsatz eines CL-Future hätte theoretisch ein Gewinn von ca. 11.050 USD erzielt werden können. Selbst mit dem kleineren QM-Future, hätten ca. 5.525 USD Gewinn verbucht werden können. Mit dem Mikro Future, dem MCL-Future, wären noch ca. 1.105 USD an Gewinn herausgesprungen.

Maßgeblich dazu beigetragen hat die Öl-Rallye der letzten Handelswochen. Seit dem Verlaufstief vom 23. August bei 61,74 USD stürmte der Kurs in der Spitze über 22 USD oder fast 36 Prozent nach oben (vgl. Chart unten).

Chart vom 21.10.2021 Kurs 82,78 Kürzel: CL∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Aktuell befindet sich der Ölpreis im Bereich von 83 USD.

Jetzt fragt man sich…

droht uns nach dem massiven Kursanstieg der letzten Wochen eine heftige Korrektur, oder treiben die Bullen den Preis sogar über die 100 USD Marke?

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, zoomen wir erst ein wenig heraus und schauen, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Ölpreis durchbricht Widerstand

Chart vom 21.10.2021 Kurs: 82,75 Kürzel: CL∞ Wochenkerzen | Online Broker LYNX

Übergeordneter Aufwärtstrend zündet nächste Stufe

Mit dem neuen Jahreshoch bei knapp unter 84 USD, hat WTI Crude Oil den seit April letzten Jahres laufenden Aufwärtstrend fortgeführt. (vgl. Chart oben). Verdeutlicht wird das einerseits durch eine Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs auf der Kurs-Achse. Andererseits notiert der aktuelle Kurs derzeit über dem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) der letzten 50 und 200 Handelstage (blaue und rote Linie im Chart oben).

Nachdem der langjährige Widerstand im Bereich von 77 USD überwunden wurde, ist im Rahmen des intakten Aufwärtstrends die technische Großwetterlage als bullisch zu bewerten.

Gebrochen wäre der übergeordnete Aufwärtstrend, wenn wir im Chart einen Schlusskurs auf Wochenbasis unter der Marke von 61,74 USD bekämen. Bis dahin ist es aus Chance-Risiko-Gesichtspunkten sinnvoller Kursschwäche zu kaufen, als Kursstärke zu verkaufen.

Jetzt stellt sich die Frage: Passt das technische Bild auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

OPEC+ schafft es nicht ihre Förderziele zu erreichen

Der Konjunkturmotor brummt. Die OPEC+ schafft es jedoch nicht die Welt wie geplant mit Öl zu versorgen. Im Juli lag die Produktion 9 Prozent unter Plan. Die Förderziele im August und September wurden mit 16 Prozent und 15 Prozent noch deutlicher verfehlt. Als Gründe hierfür werden laut Bloomberg mangelnde Investitionen, fehlende Explorationen und andere Probleme v.a. in Ländern wie Angola, Nigeria und Aserbaidschan genannt. Dieses Angebotsdefizit könnte den Ölpreis auch weiter nach oben treiben.

Öl-Hunger weiter hoch

Da viele Stromerzeuger im Rahmen der Energiekrise auf Öl umgestiegen sind, nimmt die Nachfrage nach Öl weiter zu. Die Forderung an die OPEC+ auf den jüngsten Preisanstieg mit einer höheren Förderquote zu begegnen, werden immer lauter. Bleibt spannend wie die OPEC+ an ihrem nächsten Treffen am 4. November darauf reagieren wird.

Terminkurve zeigt die große Öl-Nachfrage

Öl-Kontrakte werden an der Terminbörse mit unterschiedlichen Laufzeiten gehandelt. Aufgrund der Lagerkosten kommt es in der Regel zu einem Preisaufschlag bei späteren Lieferterminen. Fehlen diese Preisaufschläge, dann befindet sich die Terminkurve in einer „Backwardation“. Hier muss, im Gegensatz zu den Haltekosten in einem Contango, eine Verfügbarkeitsprämie gezahlt werden. Genau dies spiegelt die aktuelle Situation im Öl-Future wider und verdeutlicht die weiterhin hohe Nachfrage nach dem schwarzen Gold. (vgl. Grafik unten).

Chart vom 21.10.2021 Terminkurve WTI Crude Oil | Online Broker LYNX

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Pullback zum Einstieg nutzen?

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 83,19 USD notiert. Also knapp unter dem Jahreshoch bei 83,96 USD (vgl. Chart unten).

Chart vom 21.10.2021 Kurs: 83,19 Kürzel: CL∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Aufwärtstrend: Käufer sind am Drücker

Seit Ende Augst befindet sich der Ölpreis in einer dynamischen Kursrallye. Fast 36 Prozent trieben die Käufer den Preis für ein Barrel der Sorte WTI Crude Oil nach oben. Die Kursgewinne haben dazu geführt, dass sich ein dynamischer Aufwärtstrend gebildet hat. Einerseits signalisiert uns das die Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs, welche im Preischart oben grün markiert sind. Andererseits befindet sich der Kurs deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt (vgl. blaue Linie im Chart oben) und dem 200-Tage-Durchschnitt (vgl. rote Linie im Chart oben). Beide gleitenden Durchschnitte steigen an.

Von einer Korrektur weit und breit keine Spur

Mit dem Ausbruch über das letzte Verlaufshoch im Bereich von 75 USD hat der Aufwärtstrend noch einmal an Dynamik gewonnen. Nach einem Retest der Ausbruchsmarke marschierte der Kurs schnurstracks über die 80 USD. Selbst diese runde Kursmarke konnte den Ölpreis nicht aufhalten. Mit dem neuen Jahreshoch bei 83,96 USD, steht der Ölpreis nun 22 USD über dem Verlaufstief vom August bei 61,74. Nach diesem fulminanten Preisanstieg wäre eine Korrektur längst überfällig. Aufgrund der extremen Nachfrage könnte dieser Kursrücksetzer, wenn er denn kommt, aber relativ gemäßigt ausfallen.

Wo könnte man sich also für einen Long-Trade auf die Lauer legen?

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Der Ölpreis befindet sich, wie oben dargestellt, in einem dynamischen Aufwärtstrend. Weitere Kursgewinne sind dadurch wahrscheinlicher.

Im Falle einer Korrektur, könnte der Kursbereich zwischen 75 USD und 76 USD für Unterstützung sorgen. Hier befindet sich eine ehemalige Widerstandszone, die durch einen „Rollentausch“ nun Unterstützung werden könnte (vgl. Chart oben).

Darüber hinaus befindet sich das 38,2er Fibonacci Retracement der letzten Rallye, die am 23. August ihren Startpunkt hatte, bei 75,47 USD. Also genau in der Mitte der möglichen Unterstützungszone. Für viele technisch orientierte Anleger sind Fibonacci-Retracements bei laufenden Trends sehr interessante Einstiegs-Niveaus.

Einblick: Trade-Idee mit einem CRV von 2,41 für einen Long-Einstieg in den Öl-Future

Ein möglicher Test der oben aufgezeigten Unterstützungszone im Bereich zwischen 75 und 76 USD, könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Aufwärtsbewegung im Öl-Future profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 21.10.2021 Kurs: 83,09 Kürzel: CLZ1 8-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterherzurennen.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 75,50 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 72,75 USD, also unter dem 50-Tage-Durchschnitt absichern. Damit berücksichtigen wir auch die aktuelle Volatilität im ÖL-Future.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 82,15 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,41. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Ein weiteres Ziel wäre das aktuelle Verlaufshoch bei ca. 84 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 78,75 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der WTI Crude Oil-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Öl-Futures zeigt: Eine mögliche Fortsetzung des laufenden Aufwärtstrends, eröffnet eine attraktive Chance für einen Long-Trade. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 75 USD liegen.

Falls es im WTI Crude Oil Future von dort zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,41 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den CL-Future (Symbol: CLZ1), den kleineren QM-Future (Symbol: QMZ1) oder den relativ neuen Mikro-Future (Symbol: MCLZ1) mit Laufzeit Dezember 2021 dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit hat derzeit das größte Handelsvolumen. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen (bspw. auf den Januar-Kontrakt CLF2).

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