Kupfer ist auf Rekordjagd! Seit dem Corona-Tief 2020 ist der Kupferpreis um 130 Prozent explodiert! Mit über 4,50 USD pro Pfund ist Kupfer so teuer wie zuletzt vor zehn Jahren. Es stellt sich die Frage: Ist die Kupfer-Rallye zu heiß gelaufen oder sehen wir schon bald neue Rekordhochs? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer aussichtsreichen Trade-Idee in dieser Kupfer-Analyse.

Rückblick: Prognostizierte Preisrallye eingetroffen

Aufmerksame Leser der letzten Kupfer-Analyse vom 09. April hatten die aktuelle Preisrallye auf dem Radar. Ein untergeordneter Aufwärtstrend signalisierte damals bereits den möglichen Ausbruch aus der mehrwöchigen Seitwärtskonsolidierung.

Dieser Ausbruch war explosiv! Denn seit dem Verlaufstief am 12. April, bei knapp unter 4 USD, konnte der Kupferpreis kräftig zulegen. Das Ergebnis: Innerhalb von 13 Handelstagen schoss der Preis für eine Unze Kupfer um 55 Cent oder 13,80 Prozent nach oben. Der Kupfer-Kontrakt mit Laufzeit Juli 2021 (TWS-Kürzel: HGN1) wurde in der Spitze bei 4,5465 USD gehandelt (vgl. Chart unten).

Chart vom 29.04.2021 Kurs: 4,5330 Kürzel: HGN1 Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Jetzt fragt man sich, kann die Kupfer-Rallye in dem Tempo weiterlaufen oder ist der Preisanstieg völlig übertrieben?

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große technische und fundamentale Bild einfügt.

Überblick: Impulsiver Aufwärtstrend intakt

Chart vom 29.04.2021 Kurs: 4,5335 Kürzel: HG Monatskerzenkerzen | Online Broker LYNX

Impulsiver Aufwärtstrend signalisiert weitere Kursanstiege

Mit dem neuen Jahreshoch bei 4,5465 USD, hat Kupfer den seit März 2020 laufenden Aufwärtstrend fortgeführt. (vgl. Chart oben). Verdeutlicht wird das einerseits durch eine Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs im Tageschart. Andererseits notiert der Kurs derzeit deutlich über dem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) der letzten 50 und 200 Handelstage. Wobei sowohl der 50er SMA (blaue Linie im Chart oben), wie auch der 200er SMA (rote Linie im Chart oben) stark ansteigen.

Die technische Großwetterlage ist somit sehr „bullisch“.

Durch den impulsiven Anstieg von über 130 Prozent, ist eine Trendfortführung und damit eine weitere Bewegungswelle nach oben wahrscheinlich. Aus Chance-Risiko Gesichtspunkten ist es deshalb langfristig sinnvoller Kursschwäche zu kaufen, als Kursstärke zu verkaufen.

Passt das auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Nachfrageüberhang bringt Kupferpreis zum Explodieren

Trotz des schleppenden Impfverlaufs in Deutschland und der Mutations-Risiken rund um Covid-19, ist die Nachfrage nach Kupfer derzeit hoch. Wichtigster Preistreiber ist die anziehende Konjunktur in China und den USA. Davon profitieren zyklische Rohstoffe wie Öl und Kupfer.

Die Konjunktur zieht an

Das belegen auch die aktuellen Prognosen vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Im Vergleich zum Januar hat der IWF seine Einschätzung zur Weltwirtschaft deutlich angehoben. So erwartet der IWF 2021 ein Wachstum für die Weltwirtschaft von 6,0 Prozent. Das sind 0,5 Prozentpunkte mehr, als noch im Januar prognostiziert wurden.

Gründe für die angehobenen Prognosen sind die schnelle Erholung Chinas, das US-Investitionsprogramm und die Tatsache, dass sich die Industrie inzwischen relativ gut auf die Pandemie eingestellt hat.

Für China, dem weltweit nach den USA größten Nachfrager nach Kupfer, erwartet der IWF im laufenden Jahr ein Wachstum von 8,4 Prozent. Damit hat China bereits wieder das Wachstumsniveau aus Vor-Corona-Zeiten erreicht. Hier läuft der Konjunkturmotor auf Hochtouren. Die chinesische Kupfer-Nachfrage treibt den Preis nach oben.

Konjunkturprogramme als Preistreiber

Der preistreibende Faktor für Kupfer ist neben dem generellen Konjunkturaufschwung in erster Linie der weltweite Trend zur nachhaltigen Energieerzeugung. In vielen Ländern steht das Thema „Grüne Energie“ ganz weit oben auf der politischen Agenda. So plant US-Präsident Biden Investitionen in Höhe von 400 Milliarden USD für Projekte im Bereich Klimaschutz.

Kupfer wird in allen Bereichen benötigt wird, die etwas mit Strom zu tun haben. Von der Stromerzeugung über die Stromübertragung bis hin zur Energiespeicherung. Überall braucht man Kupfer. Im Gegensatz zu traditionellen Infrastrukturen, die mehr fossile Energierohstoffe einsetzen, hat die „Grüne Energie“ eine deutlich größeren Kupferbedarf. Das sorgt für Fantasie am Kupfermarkt.

Terminkurve zeigt die große Kupfer-Nachfrage

Kupfer-Kontrakte werden an der Terminbörse mit unterschiedlichen Laufzeiten gehandelt. Aufgrund der Lagerkosten kommt es in der Regel zu einem Preisaufschlag bei späteren Lieferterminen. Sind diese Preisaufschläge gar nicht vorhanden, dann befindet sich die Terminkurve in einer „Backwardation. Hier muss, im Gegensatz zu den Haltekosten in einem Contango, eine Verfügbarkeitsprämie gezahlt werden. Genau das ist die aktuelle Situation im Kupfer-Future und verdeutlicht die starke Nachfrage nach dem roten Metall. (vgl. Grafik unten).

Grafik vom 29.04.2021 Terminkurve Kupfer | Online Broker LYNX

Wie schaut es mit dem Kupfer-Angebot aus?

Die Corona-Pandemie lastet immer noch auf den Liefer- und Logistikketten. Das hat Auswirkungen auf die Kupferversorgung. Speziell Chile und Peru haben Schwierigkeiten mit dem Kupfer-Nachschub. Denn auch diese Länder haben mit der Verbreitung von Covid-19-Mutationen zu kämpfen. Das führt zu Lockdowns und behindert die Kupferproduktion. Wenn dann noch Streiks der Hafenarbeiter in Chile dazu kommen, kann das den Export von Kupfer zusätzlich beeinträchtigen.

Darüber hinaus haben viele Kupferminen wegen des Konjunktureinbruchs im Jahr 2020 das Budget für neue Projekte gekürzt. Gleichzeitig sind die Kupferproduzenten nicht in der Lage ihre Produktion ad hoc hochzufahren.

Trotzdem wird mit dem rasanten Anstieg des Kupferpreises in den letzten Monaten, die Produktion sowie die Erschließung neuer Kupfer-Ressourcen wieder attraktiver. So erwarten Experten zwar eine Ankurbelung des Kupferbergbaus und Zuwächse aus anderen Quellen wie Recycling und Metallschrott, jedoch wird das wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Kupfernachfrage in dem Tempo zu bedienen.

Entsprechend kann auch in den nächsten Wochen mit einem Nachfrageüberhang gerechnet werden. Was wiederum zu weiteren Preisanstiegen im Kupfer führen dürfte.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Neues Rekordhoch oder Korrektur?

Wenn wir anhand eines Tagescharts in Logarithmischer Darstellung weiter in das Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 4,5330 USD notiert. Also knapp unter dem bisherigen Jahreshoch bei 4,5465 USD (vgl. Chart unten).

Chart vom 29.04.2021 Kurs: 4,5330 Kürzel: HGN1 Tageskerzen | Online Broker LYNX

Untergeordneter Aufwärtstrend signalisiert weiteren Preisanstieg

Die Vorzeichen für weitere Kursanstiege stehen gut. Solange der Kupferpreis nicht unter dem letzten Verlaufstief bei 3,9950 USD auf Tagesbasis schließt, ist der aktuelle Aufwärtstrend intakt. Eine Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs (im Chart grün markiert) signalisiert weitere Preisanstiege. Durch den impulsiven Preisanstieg von fast 14 Prozent in den letzten Wochen ist jedoch auch eine kurzfristige Korrektur denkbar. So könnte der Kupferpreis erstmal „Luft holen“, bevor er genug Käufer findet, um das Rekordhoch anzugreifen.

Erst mit Kursen unter 3,9950 USD würde sich das bullische Bild im Kupfer eintrüben. Dann könnte das Verlaufstief vom Februar bei 3,5050 USD getestet werden.

Aber danach sieht es derzeit nicht aus. Denn der Kupferpreis befindet sich aktuell nur knapp unter dem Rekordhoch aus dem Jahr 2011. Damals wurde für eine Unze Kupfer 4,6495 USD gezahlt. Dieses Preisniveau ist in greifbarer Nähe. Der Weg dahin ist frei, aber…

Das Saisonale Muster im Kupfer

Ein Blick auf den Chart unten macht klar…

Grafik vom 29.04.2021 Saisonaler Verlauf Kupfer | Online Broker LYNX

Die Wahrscheinlichkeit für einen fallenden Kupferpreis ist bis Ende Juni höher als für steigende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 15 Jahre in der Grafik oben näher anschauen, dann sehen wir, dass im roten Metall statistisch gesehen bis Ende Juni eher mit fallenden Kursen gerechnet werden kann. So verlor der Kupferpreis in den letzten 15 Jahren in diesem Zeitraum durchschnittlich ca. 3 Prozent.

Der schwache US-Dollar

Dem entgegen wirkt ein schwacher US-Dollar (USD). Legte der USD zu Beginn der Krise gegenüber fast allen Währungen deutlich zu, verlor die Leitwährung in den letzten Monaten auf breiter Front immer mehr an Wert, wie im Chart des DX zu sehen. Zwar konnte der USD im ersten Quartal 2021 an Wert gewinnen und bis auf über 93 USD ansteigen, jedoch macht ein Trendbruch (graue Markierung im Chart unten) eine weitere Abwertung der US-Leitwährung wahrscheinlich.

Chart vom 29.04.2021 Kurs: 90,52 Kürzel: DX Tageskerzen | Online Broker LYNX

Erklärung DX: Der DX ist eine Kennzahl, die den Wert des USD gegenüber einem ausgewählten Währungskorb aus sechs Währungen (EUR, JPY, GBP, CAD, SEK, CHF) misst. Da Kupfer in USD gehandelt wird, verbilligt ein schwächerer US-Dollar das Industriemetall für Käufer außerhalb des Dollarraums. Das dürfte sich positiv auf die Kupfernachfrage und damit auch auf den Kupferpreis auswirken.

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Erstens notiert der Kupferpreis über dem einfachen 50- und auch 200-Tage-Durchschnitt. Beide gleitenden Durchschnitte steigen steil an. Diese Tatsache wird von vielen Markteilnehmern als bullisch interpretiert. Auch wenn der Preis in den kommenden Tagen und Wochen noch etwas nachgeben sollte, könnte der 50-Tage-Durchschnitt, der aktuell bei 4,1415 USD verläuft, neue Käufer auf den Plan rufen.

Zweitens befindet sich der Volumengewichtete Durchschnittskurs (VWAP) aller seit dem Verlaufstief von Anfang März gehandelten Futures-Kontrakte derzeit bei 4,1240 USD. Da institutionelle Händler oft am VWAP gemessen werden, fungiert dieser volumenbasierte Preis oft als Unterstützung bzw. Widerstand im Preischart.

Drittens befindet sich bei 4,1650 USD eine Kreuzunterstützung. Denn hier trifft eine horizontale Unterstützung auf eine Aufwärtstrendlinie (vgl. Chart oben).

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 1,73 für einen Long-Einstieg im Kupfer

Ein Test der oben beschriebenen Unterstützung im Bereich 4,1650 USD könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Kupfer liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Kupfer profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 29.04.2021 Kurs: 4,5360 Kürzel: HGN1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 4,1650 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 3,8915 USD, also unter dem letzten Verlaufstief absichern. Damit berücksichtigen wir auch die aktuelle Volatilität im Kupfer-Future.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 4,6400 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1,73. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 4,3120 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der Kupfer-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Kupfer-Futures zeigt: Eine mögliche Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends, eröffnet eine attraktive Chance für einen Long-Trade. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 4,1650 USD liegen.

Falls es im Kupfer-Future von dort weg zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 1,73 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass die Kupfernachfrage aufgrund einer restriktiveren Kreditvergabe in China geringer wird und gleichzeitig das Kupferangebot erhöht wird. Das würde den Kupferpreis in eine größere Korrektur führen.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den Juli 2021 Kontrakt des Kupfer-Futures (Symbol: HGN1) oder den kleineren „Mini-Copper“ Future (Symbol: QCN1) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit hat derzeit ein ausreichend großes Handelsvolumen und steht nicht kurz vor der Fälligkeit. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen.

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