Kupfer ist im Rallye-Modus! Seit dem Corona-Tief 2020 hat sich der Kupferpreis fast verdoppelt! Was für Chancen und Gefahren bringt diese Preisexplosion mit sich? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer aussichtsreichen Trade-Idee in dieser Kupfer-Analyse.

Rückblick: Kupfer außer Rand und Band

Um den Jahreswechsel pendelte der Preis für einen Kupfer-Terminkontrakt mit Laufzeit März 2021 (Kürzel: HGH1) zwischen 3,50 USD und 3,70 USD. Nach dem rasanten Anstieg in den Vormonaten, wäre auch eine größere Korrektur denkbar gewesen. Doch die blieb aus. Im Gegenteil…

Seit dem Tief Ende Januar bei 3,49 USD kennt der Preis für einen Kupfer-Kontrakt nur eine Richtung – aufwärts! Erst wurde die Widerstandsmarke bei 3,67 USD genommen und danach sogar das letzte Verlaufshoch bei 3,73 USD geknackt.

In Summe konnte der Kupferpreis seit Anfang Februar um stolze 8,44 Prozent zulegen (vgl. Chart unten).

Chart vom 11.02.2021 Kurs: 3,77 Kürzel: HGH1 Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Jetzt fragt man sich, völlige Übertreibung, oder geht die Rallye weiter?

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große Bild einfügt.

Überblick: Impulsiver Aufwärtstrend

Mit dem neuen Jahreshoch bei 3,77 USD, hat Kupfer den seit März 2020 laufenden Aufwärtstrend fortgeführt. (vgl. Chart unten). Verdeutlicht wird das einerseits durch eine Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs auf der Kurs-Achse. Andererseits notiert der aktuelle Kurs deutlich über dem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) der letzten 50 und 200 Handelstage. Wobei sowohl der 50er SMA (blaue Linie im Chart unten), wie auch der 200er SMA (rote Linie im Chart unten) ansteigen.

Chart vom 11.02.2021 Kurs: 3,77 Kürzel: HG Tageskerzen | Online Broker LYNX

Durch den impulsiven Anstieg von über 92 Prozent, ist eine Trendfortführung und damit eine weitere Bewegungswelle nach oben wahrscheinlich. Aus Chance-Risiko Gesichtspunkten ist es deshalb langfristig sinnvoller Kursschwäche zu kaufen, als Kursstärke zu verkaufen.

Die technische Großwetterlage ist somit sehr „bullisch“.

Passt das auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Nachfrageüberhang am Kupfermarkt

Trotz der schärferen Corona-Maßnahmen und der Risiken rund um Covid-19, ist die Nachfrage nach Kupfer derzeit extrem hoch. Wichtigster Preistreiber ist wohl der erwartete Konjunktur-Boom nach Corona. Obwohl es noch Monate dauern wird, bis sich die weltweiten Impfungen in sinkenden Coronavirus-Fallzahlen niederschlagen, erwartet der Markt einen deutlichen Wirtschafsaufschwung. Davon profitieren zyklische Rohstoffe wie Öl und Kupfer.

Der größte Nachfrager nach Kupfer ist China. Die Volksrepublik ist Abnehmer für etwa die Hälfte der weltweiten Kupferproduktion. Zwar wäre es möglich, dass die chinesische Kupfernachfrage die nächsten Wochen etwas an Schwung verliert. Jedoch könnte die steigende Nachfrage aus Amerika und Europa das mehr als ausgleichen. Dort planen die Regierungen umfangreiche Investitions- und Konjunkturprogramme.

Trend zur „grünen Energie“ als Preistreiber

Der preistreibende Faktor ist in erster Linie der weltweite Trend zur nachhaltigen Energieerzeugung. In vielen Ländern steht das Thema „Grüne Energie“ ganz weit oben auf der politischen Agenda. So plant US-Präsident Biden Investitionen in Höhe von 400 Milliarden USD für Projekte im Bereich Klimaschutz.

Kupfer wird in allen Bereichen benötigt, die etwas mit Strom zu tun haben. Von der Stromerzeugung über die Stromübertragung bis hin zur Energiespeicherung. Überall braucht man Kupfer. Im Gegensatz zu traditionellen Infrastrukturen, die mehr fossile Energierohstoffe einsetzen, hat die „Grüne Energie“ eine deutlich größeren Kupferbedarf.

Terminkurve verdeutlicht die derzeitige Kupfer-Nachfrage

Kupfer-Kontrakte werden an der Terminbörse mit unterschiedlichen Laufzeiten gehandelt. Aufgrund der Lagerkosten kommt es in der Regel zu einem Preisaufschlag bei späteren Lieferterminen. Sind diese Preisaufschläge gar nicht vorhanden, dann befindet sich die Terminkurve in einer „Backwardation“. Hier muss, im Gegensatz zu den Haltekosten in einem Contango, eine Verfügbarkeitsprämie gezahlt werden. Genau das ist die aktuelle Situation im Kupfer-Future und verdeutlicht die starke Nachfrage nach dem roten Metall. (vgl. Grafik unten).

Grafik vom 11.02.2021 Terminkurve Kupfer | Online Broker LYNX

Wie schaut es mit dem Kupfer-Angebot aus?

Die Corona-Pandemie lastet schwer auf den Liefer- und Logistikketten. Das hat Auswirkungen auf die Kupferversorgung. Speziell Chile und Peru haben Schwierigkeiten mit dem Kupfer-Nachschub.

Darüber hinaus hatte der Kupferbergbau letztes Jahr mit den niedrigen Preisen zu kämpfen. Ein Preis von 2 USD pro Pfund Kupfer, wie im März 2020, ist für viele Kupferbergbau-Projekte nicht rentabel. Für viele Explorer, Entwickler und Produzenten ist der Mindestpreis, zu dem sich Kupfer verkaufen lässt, der zentrale Angelpunkt. Der ganze Förderaufwand rentiert sich nur, wenn nach Abzug der Kosten auch noch was in der Tasche bleibt.

Mit dem rasanten Anstieg des Kupferpreises in den letzten Monaten, wird die Produktion sowie die Erschließung neuer Kupfer-Ressourcen wieder attraktiver. So erwarten Experten zwar eine Ankurbelung des Kupferbergbaus und Zuwächse aus anderen Quellen wie Recycling und Metallschrott, jedoch wird das wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Kupfernachfrage in dem Tempo zu bedienen. Entsprechend kann auch in den nächsten Wochen mit einem Nachfrageüberhang gerechnet werden. Was wiederum zu weiteren Preisanstiegen im Kupfer führen dürfte.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Trendfortsetzung wahrscheinlich

Wenn wir anhand eines 4-Stundencharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 3,77 USD notiert. Also deutlich über dem letzten Verlaufshoch bei 3,725 USD (vgl. Chart unten).

Chart vom 11.02.2021 Kurs: 3,77 Kürzel: HGH1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Nach dem Ausbruch stehen die Vorzeichen für weitere Kursanstiege gut. Immerhin hat der Kupferpreis mit einem höheren Verlaufshoch auch den übergeordneten Aufwärtstrend wieder aufgenommen. Das macht kurzfristig weitere Kursanstiege wahrscheinlicher.

Darüber hinaus gibt es neben den fundamentalen Argumenten weitere Signale, die für steigende Kupferpreise sprechen:

Das Saisonale Muster im Kupfer

Wie an den Aktienmärkten gibt es auch beim Kupferpreis eine Saisonalität. Ein Blick auf den Chart unten macht klar…

Grafik vom 11.02.2021 Saisonaler Verlauf Kupfer | Online Broker LYNX

Die Wahrscheinlichkeit für einen steigenden Kupferpreis ist derzeit höher als für fallende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 20 Jahre in der Grafik oben näher anschauen dann sehen wir, dass im roten Metall statistisch gesehen bis Mitte April eher mit steigenden Kursen gerechnet werden kann. So konnte der Kupferpreis in den letzten 20 Jahren in diesem Zeitraum durchschnittlich um ca. 6,5 Prozent zulegen.

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Erstens notiert der Kupferpreis über dem einfachen 50- und auch 200-Tage-Durchschnitt (vgl. blaue und rote Linie im Chart oben). Beide gleitenden Durchschnitte steigen an. Diese Tatsache wird von vielen Markteilnehmern als bullisch interpretiert.

Zweitens befindet sich der Volumengewichtete Durchschnittskurs (VWAP) aller seit dem Jahresanfang gehandelten Futures-Kontrakte derzeit bei 3,616 USD. Da institutionelle Händler oft am VWAP gemessen werden, fungiert dieser volumenbasierte Preis oft als Unterstützung bzw. Widerstand im Preischart.

Dritten verläuft bei 3,607 USD das 61,8er Fibonacci Retracement der letzten Aufwärtsbewegung seit 28. Januar. Für viele technisch orientierte Anleger ist nach einer dynamischen Bewegung eine Korrektur auf das 61,8er Fibonacci-Level ein sehr interessantes Einstiegs-Niveau. Dieses Preisniveau könnte auch Käufer anziehen, die bisher noch an der Seitenlinie stehen und geduldig auf ein attraktives Einstiegslevel warten.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 2,23

Ein Test der oben beschriebenen Unterstützung im Bereich 3,62 USD könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Kupfer liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Kupfer profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 11.02.2021 Kurs: 3,77 Kürzel: HGH1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 3,62 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 3,45 USD, also unter dem letzten Verlaufstief, absichern. Damit berücksichtigen wir auch die aktuelle Volatilität im Kupfer-Future.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 4,00 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,23. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Nächstes Ziel wäre dann 4,20 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 3,687 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der Kupfer-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Kupfer-Futures zeigt: Eine mögliche Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends, eröffnet eine attraktive Chance für einen Long-Trade. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 3,62 USD liegen.

Falls es im Kupfer-Future von dort weg zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,23 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass die Lockdowns weiter verlängert werden, die Virusmutation die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen Covid-19 verringert und die Investitionsprogramme der Regierungen doch nicht in diesem Volumen kommen.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den März 2021 Kontrakt des Kupfer-Futures (Symbol: HGH1) oder den kleineren „Mini-Copper“ Future (Symbol: QCH1) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit, hat derzeit das größte Handelsvolumen. Bitte vergessen Sie nicht, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen.

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