Der Goldpreis konnte seit dem Verlaufstief Ende März um knapp 10 Prozent zulegen. War das der Befreiungsschlag aus der monatelangen Korrektur, oder folgt schon bald der nächste Kursrutsch? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer aussichtsreichen Trade-Idee in dieser Gold-Analyse.

Rückblick: Goldpreis zündet den Turbo

Die Hinweise auf einen möglichen Preisanstieg wurden bereits in der Goldanalyse vom 26. März klar herausgearbeitet. Deshalb war die jüngste Gold-Rallye für aufmerksame Leser meiner Analysen keine Überraschung.

In der Spitze konnte der Goldpreis seit Ende März um 9,97 Prozent zulegen. Denn am Freitag letzte Woche wurden für einen Gold-Kontrakt mit Laufzeit Juni 2021 (Kürzel: GCM1) bereits 1.844,60 USD gezahlt (vgl. Chart unten).

Chart vom 10.05.2021 Kurs: 1836 USD Kürzel: GCM1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Verantwortlich für den „Kurs-Turbo“ am Ende der letzten Handelswoche, dürften die veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten gewesen sein. Die US-Wirtschaft hat im April außerhalb der Landwirtschaft nur 266.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Eine große Enttäuschung, denn erwartet wurden 978.000 neu Jobs.

Gleichzeitig stieg die US-Arbeitslosenquote im April auf 6,1 Prozent an. Auch hier blieb man deutlich hinter den erwarteten 5,8 Prozent zurück.

Beide veröffentlichten Zahlen zeigen, dass er US-Arbeitsmarkt doch nicht so robust wie erwartet dasteht. Ein mögliches Tapering der US-Notenbank ist damit wieder weiter in die Zukunft gerückt.

Prompt fielen der US-Dollar und die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen, was dem Goldpreis Flügel verlieh. Denn Gold, das als alternative Anlageklasse keine Zinsen abwirft, wird dadurch wieder attraktiver.

Jetzt fragt man sich: War das jetzt der endgültige Befreiungsschlag aus der monatelangen Korrektur, oder folgt schon bald der nächste Kursrutsch?

Um eine Antwort auf die Frage zu finden, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Ausbruch aus der Korrektur?

Chart vom 06.05.2021 Kurs: 26,28 Kürzel: XAGUSD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Langjähriger Aufwärtstrend ist intakt

Ein Blick auf den Monatschart (Logarithmische Darstellung) des Rohstoffes Gold (Kürzel: XAUUSD) oben zeigt eine Abfolge von höhere Verlaufshochs und höheren Verlaufstiefs. Grundbestandteile eines übergeordnet intakten Aufwärtstrends.

Daran ändert auch die derzeitige Korrektur nichts. Große Kursanstiege, wie hier bei Gold von 914 USD oder 78,85 Prozent, werden generell entweder über den Preis oder über die Zeit konsolidiert. Nur so können genügend Käufer für die nächsten Kursschub gefunden werden.

In der Spitze hat sich der Preis für eine Feinunze seit dem Rekordhoch bei 2.089 USD um 400 USD verbilligt. Das klingt erstmal viel, ist es aber nicht. Denn das derzeitige Verlaufstief der Korrektur, liegt nur knapp unter dem 38,2er Fibonacci Retracement. Das zeigt, dass die Korrektur im Goldpreis auf einem relativ hohen Preisniveau stattfindet.

Die technische Großwetterlage ist somit „bullisch“.

Aktuell befindet sich der Goldpreis bei 1.839 USD und somit oberhalb einer wichtigen, im Chart grau eingezeichneten, ehemaligen Widerstandszone.

Damit ist klar…

Solange der übergeordnete Aufwärtstrend intakt ist, sind eine Trendfortsetzung und damit eine weitere Bewegungswelle nach oben wahrscheinlicher. Aus Chance-Risiko Gesichtspunkten ist es deshalb sinnvoller Kursschwäche zu kaufen, als Kursstärke zu verkaufen.

Passt das aber auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Gold-Angebot sinkt trotz gestiegener Minenproduktion

Die Goldproduktion in den Minen ist im ersten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Wurden in Q1 2020 816,7 Tonnen Gold abgebaut waren es im letzten Quartal 851 Tonnen. Das ist ein Anstieg von vier Prozent.

Dieses Plus wurde jedoch durch den Rückgang an recyceltem Gold und der geringeren Absicherung der Produzenten am Terminmarkt kompensiert. Das Angebot von recyceltem Gold fiel im Jahresvergleich um acht Prozent. Die Netto-Absicherung der Produzenten auf 25 Tonnen, denn die Margen sind bei dem derzeitigen Goldpreis noch angenehm hoch. Daher wurden von den Goldminenunternehmen nur wenig neue Absicherungen gemeldet.

In Summe ist damit das Gold-Angebot in Q1 2021, trotz einer gesteigerten Goldminenproduktion, um vier Prozent gefallen. (vgl. Grafik unten.

Tabelle vom 10.05.2021 Gold Angebot Q1 2021 | Online Broker LYNX

Bedeutet das jetzt, dass der Goldpreis durch die Angebotsverknappung automatisch steigen wird? Schauen wir uns dazu die Gold-Nachfrage an. Denn wie in jedem Markt, richtet sich auch der Goldpreis nach Angebot und Nachfrage.

Gold-Nachfrage trotz ETF-Abflüssen stabil

Die Goldnachfrage im ersten Quartal 2021 lag laut Metals Focus bei 815,7 Tonnen und damit auf dem Niveau des vierten Quartals 2020. Im Vergleich zu Q1 2020 ging die Gold-Nachfrage jedoch um 23 Prozent zurück. Für diesen Rückgang sind vor allem die Mittelabflüsse aus den globalen Gold-ETFs verantwortlich. Hier wurden von den Anlegern in Q1 2021 physisch besicherte Anteile im Wert von 177,9 Tonnen verkauft (vgl. Grafik unten).

Chart vom 10.05.2021 Gold Nachfrage Q1 2021 | Online Broker LYNX

Im Gegensatz dazu ist die Nachfrage nach Goldschmuck deutlich gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal konnte die Schmucknachfrage um 52 Prozent auf 477,4 Tonnen zulegen. So hoch wie zuletzt im ersten Quartal 2013.

Gepaart mit den Käufern von Goldschmuck hielten die Investoren von Goldbarren und -münzen die Goldnachfrage stabil. Schnäppchenjäger, die Gold als Inflationsschutz suchten, steigerten ihre Gold-Investments im Jahresvergleich um 339,5 Tonnen oder 36 Prozent.

Damit ist klar…

Der Fokus liegt auf den Gold-ETFs. Sollten die Anleger aufgrund von wachsenden Inflationssorgen und evtl. fallenden US-Zinsen wieder vermehrt den sicheren Hafen Gold suchen, könnte der Nachfrageschub den Goldpreis in neue Höhen katapultieren.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist für geduldige Anleger ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Gold könnte schon bald den Turbo zünden

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1839 USD notiert. Also immer noch deutlich unter den letzten beiden großen Verlaufshochs bei 1.962 USD und 2.089 USD. Bevor das Rekordhoch bei 2.089 USD erneut erreicht werden kann, müssen zunächst die technischen Widerstände im Bereich von 1.850 USD und danach bei 1.955 USD bis 1.975 USD aus dem Weg geräumt werden (vgl. Chart unten).

Chart vom 10.05.2021 Kurs: 1.839 USD Kürzel: GC∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Aufwärtstrend signalisiert weiteren Preisanstieg

Dafür ist es wichtig, dass der untergeordnete Aufwärtstrend fortgeführt werden kann. Wenn Sie einen genaueren Blick auf den Chart oben werfen, erkennen Sie dies an den grün gekennzeichneten höheren Hochs und höheren Tiefs. Kurzfristig sind daher weitere Kursgewinne möglich. Aber…

Im Bereich von 1.850 USD erwartet die Bullen ein möglicherweise hartnäckiger Kreuzwiderstand. Denn in diesem Preisbereich trifft ein horizontaler Widerstand auf eine markante Abwärtstrendlinie. Dieser Kreuzwiderstand könnte den untergeordneten Aufwärtstrend erstmal stoppen und für Gewinnmitnahmen sorgen.

Die Folge: Der Kurs könnte bis hinunter zur nächsten Unterstützung korrigieren. Diese verläuft bei ca. 1.770 USD. Von hier aus wäre dann ein erneuter Angriff der Gold-Bullen denkbar. Denn…

Neben einem intakten Aufwärtstrend gibt es weitere Signale, die für einen steigenden Goldpreis sprechen:

Der schwache US-Dollar

Legte der US-Dollar zu Beginn der Krise gegenüber fast allen Währungen deutlich zu, verlor die US-Währung in den letzten Monaten auf breiter Front immer mehr an Wert. Zwar konnte die Leitwährung im ersten Quartal 2021 noch an Wert gewinnen und bis auf über 93 USD ansteigen, jedoch signalisierte bereits ein Trendbruch (graue Markierung im Chart unten) eine weitere Abwertungswelle.

Darüber hinaus befindet sich der Dollar Index bei 90,20 USD derzeit unter dem 50-Tage- und 200-Tage-Durchschnitt. Letzterer ist, wie Sie im Chart unten sehen, weiter fallend.

Chart vom 10.05.2021 Kurs: 90,20 Kürzel: DX∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Erklärung DX: Der DX ist eine Kennzahl, die den Wert des USD gegenüber einem ausgewählten Währungskorb aus sechs Währungen (EUR, JPY, GBP, CAD, SEK, CHF) misst. Da Gold in USD gehandelt wird, verbilligt ein schwächerer US-Dollar das Edelmetall für Anleger außerhalb des Dollarraums. Das dürfte sich positiv auf die Goldnachfrage und damit auch auf den Goldpreis auswirken.

Das Saisonale Muster im Gold

Ein nüchterner Blick auf die historischen Kursverläufe in Gold zeichnet ein gemischtes Bild. Wirft man einen Blick auf den durchschnittlichen Verlauf der letzten 20 Jahre, haben die Goldbullen bis Mitte Juni noch mit dem statistischen Gegenwind zu kämpfen.

Schaut man sich jedoch den durchschnittlichen Kursverlauf im Gold in den letzten fünf Jahren an, dann zeigt sich an anderes Bild.

Grafik vom 10.05.2021 Saisonaler Verlauf Gold | Online Broker LYNX

Von Mitte/Ende Mai bis Anfang August ist ein gutes Zeitfenster für die Gold-Bullen. In diesem Zeitraum konnte der Goldpreis in den letzten fünf Jahren durchschnittlich um über sieben Prozent anstiegen.

Schnäppchenjäger, die für ihren Gold-Einstieg ein gutes Timing suchen, sollten das im Hinterkopf behalten.

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Sollte es im Gold in den nächsten Tagen ausgehend vom Kreuzwiderstand bei 1.850 USD zu einem Kursrutsch kommen, könnte der Preisbereich um 1.770 USD für Unterstützung sorgen. Hier sorgten Käufer bereits im April mehrmals für eine Unterstützung im Preischart.

Ferner notiert der Goldpreis dank der Preisrallye in den letzten Tagen wieder über dem einfachen 50-Tage-Durchschnitt (vgl. blaue Linie im Chart oben). Diese Tatsache wird von vielen Markteilnehmern als bullisch interpretiert.

Darüber hinaus verläuft bei 1.761 USD das 50er Retracement der letzten Aufwärtsbewegung seit dem 31. März. Für viele technisch orientierte Anleger ist nach einer dynamischen Bewegung, eine Korrektur um 50 Prozent ein sehr interessantes Einstiegs-Niveau. Dieses Preisniveau könnte auch Käufer anziehen, die bisher noch an der Seitenlinie stehen und geduldig auf ein attraktives Einstiegslevel warten.

Außerdem befindet sich der Volumengewichtete Durchschnittskurs (VWAP) aller seit dem Verlaufstief Ende März gehandelten Futures-Kontrakte derzeit bei 1.767 USD. Da institutionelle Händler oft am VWAP gemessen werden, fungiert dieser volumenbasierte Preis oft als Unterstützung bzw. Widerstand im Preischart.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 2,12 für einen Long-Einstieg in den Gold-Future

Ein Test der oben beschriebenen Unterstützungszone könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Gold liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Gold profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 10.05.2021 Kurs: 1.841 USD Kürzel: GCM1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 1.770 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1.738 USD, also unter dem letzten Verlaufstief, absichern.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 1.838 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,12. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Weitere Ziele wäre 1.870 USD und danach das Verlaufshoch bei 1.970 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1.796 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der Gold-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Rohstoffes Gold zeigt: Eine mögliche Korrektur im aktuell laufenden Aufwärtstrend, würde eine attraktive Chance für einen Long-Trade eröffnen. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 1.770 USD liegen.

Falls es im Gold-Future von dort weg zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,12 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass im Falle ansteigender Renditen der US-Staatsanleihen und einer anhaltenden Hausse an den Aktienmärkten, der Goldpreis weiter unter Druck gerät.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den Juni 2021 Kontrakt des Gold-Futures (Symbol: GCM1), oder den kleineren Micro-Future (Symbol: MGCM1) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit, hat derzeit ein ausreichend großes Handelsvolumen. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen.

Alternativ können Sie auch in Goldminen-Aktien investieren, um von einem steigenden Goldpreis zu profitieren. Hier finden Sie eine spannende Auswahl: Die besten Gold Aktien.

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