Der Goldpreis ist weiter unter Druck. Das gelbe Edelmetall notiert aktuell bei 1.849 USD und hat damit seit März, trotz Rekordinflation, fast 12 Prozent verloren. Ist die Kurskorrektur was für Schnäppchenjäger oder folgt schon bald die nächste Verkaufswelle? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer attraktiven Trade-Idee in dieser Gold-Analyse.

Rückblick: Die Gold-Bullen leiden

Mit der Kursrallye von 1.900 USD auf knapp 2.000 USD Anfang April, schien die davor liegende Kurskorrektur von 9,1 Prozent beendet zu sein. Doch kurz von der runden Kursmarke von 2.000 USD ging den Bullen die Kaufkraft aus. Fehlende Anschlusskäufe machten es für die Bären leicht das Ruder zu übernehmen. Die Folge: Ein weiterer Kursrutsch bis fast 1.800 USD.

Maßgeblich dazu beigetragen hat die Verkaufswelle der letzten Wochen. Mit dem Bruch der horizontalen Unterstützung bei 1.900 USD, wurden weitere Korrekturziele aktiviert. Insgesamt hat der Goldpreis seit dem Verlaufshoch Mitte April in der Spitze 8,6 Prozent verloren. Denn am Mittwoch wurden für einen Goldkontrakt mit der Laufzeit Juni 2022 (Kürzel: GCM2) im Tief 1.830 USD gezahlt. 172 USD weniger als noch im April (vgl. Chart unten).

Chart vom 12.05.2022 Kurs: 1.850 USD Kürzel: GC 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Nach diesem Abverkauf fragt man sich, ob die Preise was für Schnäppchenjäger sind, oder im Umfeld steigender Zinsen mit einer weiteren Preiskorrektur gerechnet werden muss.

Um eine Antwort zu finden, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Ausbruch – aber noch keine neuen Hochs

Chart vom 12.05.2022 Kurs: 1.851 USD Kürzel: XAUUSD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Neues Rekordhoch im ersten Anlauf gescheitert

Die Vorgaben für ein neues Rekordhoch hätten charttechnisch besser nicht sein können. Ein Blick auf den Monatschart (Logarithmische Darstellung) des Rohstoffes Gold (Kürzel: XAUUSD) oben zeigt den dynamischen Ausbruch aus der Konsolidierung. Diese Konsolidierung zog sich über einen Zeitraum von insgesamt 17 Monaten. In der Spitze hat sich der Preis für eine Feinunze Gold, gerechnet vom Rekordhoch bei 2.075 USD, um 400 USD verbilligt. Das hört sich erstmal nach einer mächtigen Korrektur an. Wenn man jedoch den Anstieg von 922 USD der voran gegangenen Aufwärtsbewegung in Relation sieht, dann misst die Korrektur nicht mal 50 Prozent. Das ist bullish zu bewerten. Ein Bruch der im Chart oben eingezeichneten Abwärtstrendlinie lieferte ein erstes Kaufsignal. Das Ziel ist ein neues Rekordhoch im Chart, welches jedoch im ersten Anlauf nicht erreicht werden konnte. Doch vielleicht folgt schon bald der 2. Versuch, denn…

Aufwärtstrend gibt den Bullen Rückenwind

Übergeordnet befindet sich der Goldpreis in einem intakten Aufwärtstrend. Das zeigt uns die im Chart grün eingezeichnete Abfolge von höheren Verlaufshochs und höheren Verlaufstiefs. Mit dem Ausbruch aus der Konsolidierung scheinen nun genügend Käufer für den nächsten Kursschub gefunden worden zu sein.

Das dabei ehemalige Verlaufshochs, wie hier das Rekordhoch aus dem Jahr 2020, nicht im ersten Anlauf übertroffen werden, ist keine Überraschung. Mit dem Bruch des ehemaligen horizontalen Widerstands im Bereich von 1.900 USD ist ein weiteres Korrekturziel im Bereich von 1.800 USD aktiviert worden. Von hier aus könnte es nun zu einem weiteren Angriff auf das Rekordhoch kommen.

Schaffen es die Bullen jedoch nicht die Marke von 1.800 USD zu halten, könnte es aufgrund von Verkaufssignalen schnell wieder in Richtung 1.700 USD gehen.

Die technische Großwetterlage ist somit als „bullish“ zu bewerten. Es ist daher sinnvoller Kursschwäche zu kaufen als Kursstärke zu verkaufen.

Passt das auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Zinserhöhungen und ein starker US-Dollar belasten den Goldpreis

Angesichts der Rekordinflation straffen die Notenbanken ihre Geldpolitik. Letzten Mittwoch hat die amerikanische Notenbank (Fed) mit einem historisch großen Zinsschritt von 50 Basispunkten die Zinsen weiter angehoben. Die Zinsspanne liegt damit aktuell bei 0,75 bis 1,00 Prozent. Zuvor hatte die Bank of England (BoE) bereits zum vierten Mal in Folge den Leitzins auf 1,0 Prozent angehoben.

Mit den Zinserhöhungen der Fed steigen auch die Renditen für US-Staatsanleihen. Entsprechend werden die Realrenditen derzeit weniger negativ. Gemeint ist hier die Nominalrendite kurzlaufender US-Bonds abzüglich der Inflationsrate. Je weniger negativ der Realzins, desto weniger attraktiv ist ein Edelmetall-Investment als Inflationsschutz, welches ja keine Zinsen abwirft. Sollte jedoch die Inflationsrate noch weiter ansteigen, könnte die Realrendite auch schnell wieder negativer werden und ein Goldinvestment attraktiv machen.

Die entschlossene Vorgehensweise der Federal Reserve (Fed) stärkt dem US-Dollar den Rücken. Mit den Zinserhöhungen der Fed steigt die Zinsdifferenz zu anderen Währungen wie z.B. dem Euro oder dem Yen. Gleichzeitig ziehen höhere Renditen mehr ausländisches Kapital an, welches zuvor in US-Dollar gewechselt werden muss. Die steigende Nachfrage nach USD stärkt dann den Kurs der Leitwährung.

So hat der US-Dollar seit Anfang April 7 Prozent an Wert gegenüber anderen Währungen gewonnen und steht mit 104,53 so hoch wie zuletzt vor 20 Jahren. Messen kann man die Stärke des US-Dollars mit dem Dollar-Index (DX). Zur Erklärung: Der DX ist eine Kennzahl, die den Wert des USD gegenüber einem ausgewählten Währungskorb aus sechs Währungen (EUR, JPY, GBP, CAD, SEK, CHF) misst. Im Chart unten erkennen Sie den rasanten Anstieg der Leitwährung anhand der langen grünen Wochenkerzen.

Chart vom 12.05.2022 Kurs: 104,53 Kürzel: DX Wochenkerzen | Online Broker LYNX

Der starke US-Dollar ist ein Grund, warum der Goldpreis in den letzten Wochen geschwächelt hat. Denn gewinnt der USD im Vergleich zu anderen Währungen an Wert, müssen Goldanleger außerhalb des Dollarraums für den Kauf einer Unze Gold tiefer in die Tasche greifen. Edelmetalle werden ja, wie die meisten Rohstoffe, in USD gehandelt.

Charttechnisch ist der DX jedoch an einem möglichen Widerstand angelangt (vgl. Chart oben). Falls dieser nicht im ersten Anlauf genommen werden kann, liegt ein erstes Korrekturziel bei 101. Eine mögliche Dollar-Abwertung in den kommenden Wochen könnte dem Goldpreis unter die Arme greifen. Sollte jedoch die Dollar-Stärke noch weiter an Fahrt aufnehmen, könnte der Goldpreis weiter darunter leiden.

Geopolitische Unsicherheit und Inflation stärken Goldnachfrage

Während die Zinsdifferenz und damit die Dollarstärke sehr wichtige Faktoren für den Goldpreis sind, darf auch die geopolitische Unsicherheit nicht unterschätzt werden. Sollte sich das „Risk-off-Sentiment“ insbesondere durch den Krieg in der Ukraine weiter verschärfen, könnte sowohl der US-Dollar als auch Gold steigen. Es wäre dann nicht nur die Kapitalflucht in die vermeintlich sichere US-Währung, sondern auch in den sicheren Hafen Gold. Solange die Inflation, sprich die Geldentwertung, so hoch ist, dürfte die „Ersatzwährung“ Gold weiter gefragt sein.

Wo könnte für Trader also ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade sein?

Ausblick: Charttechnische Unterstützung als Long-Einstieg nutzen?

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1.847 USD notiert. Einerseits befindet sich der Goldpreis damit 222 USD unter dem Jahreshoch bei 2.070 USD. Andererseits ist das Edelmetall noch ca. 70 USD vom Jahrestief bei 1.780 USD entfernt (vgl. Chart unten).

Chart vom 12.05.2022 Kurs: 1.847 USD Kürzel: XAUUSD Tageskerzen | Online Broker LYNX

Untergeordneter Abwärtstrend zeigt komplexe Korrektur

Aufgrund der ausgedehnten Kurskorrektur und der Abfolge von tieferen Tiefs und tieferen Hochs (vgl. rote Rechtecke im Chart oben) ist man geneigt einen Trendwechsel im gelben Edelmetall zu erkennen. Dem ist aber nicht so. Der untergeordnete Abwärtstrend stellt in der Trendebene darüber nur eine Korrektur dar. Denn der übergeordnete Aufwärtstrend ist trotz der Kurskorrektur intakt. Eine Abfolge von höheren Verlaufshochs und Verlaufstiefs (vgl. grüne Kreise im Chart oben) bestätigt das.

Falls dieser Aufwärtstrend fortgesetzt wird, dann liegt das nächste Kursziel bei 2.183 USD. Sollte der Markt diesen Widerstand überwinden, würde das weiteres Anstiegspotenzial bis 2.321 USD freisetzen.

Sollte der Goldpreis hingegen die Preiszone um 1.850 USD nach unten durchbrechen, dann wird ein weiteres Korrekturziel um die Marke von 1.800 USD aktiviert.

Erst mit dem Bruch der 1.753 USD Marke verliert das bullische Szenario seinen Vorteil. Mit dem Trendbruch wäre ein Test der Preiszone zwischen 1.700 USD bis 1.680 USD auf dem Plan. Hier befindet sich eine wichtige horizontale Unterstützungszone.

Neben einem intakten Aufwärtstrend gibt es noch weitere Kaufsignale.

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Der Goldpreis befindet sich, wie oben dargestellt, übergeordnet in einem intakten Aufwärtstrend. So lange dieser Trend nicht mit Schlusskursen unter 1.753 USD gebrochen wird, sind weitere Kursanstiege wahrscheinlicher.

Darüber hinaus befindet sich der aktuelle Preis über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der gleitende Durchschnitt steigt an, was von vielen Marktteilnehmern als bullish gesehen wird.

Falls es zu einem weiteren Kursrücksetzer im Gold kommt, könnte der Preisbereich um das Jahrestief bei 1.780 USD für Unterstützung sorgen. Denn hier schafften es die Käufer bereits im Januar das Ruder zu übernehmen. Zusätzlich befindet sich bei 1.786 USD der Volume Point of Control (VPOC). Zu diesem Preis fand seit dem Coronatief im März 2020 das höchste Handelsvolumen statt. Dieser volumenbasierte Preis wirkt oft als Unterstützung bzw. Widerstand im Preischart.

Darüber hinaus wird im Bereich dieser Unterstützung ein Harmonisches Kursmuster vervollständigt. Diese Muster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 2,79 für einen Long-Einstieg in den Gold-Future

Ein Test der oben beschriebenen Unterstützungszone könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Gold liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Gold profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 12.05.2022 Kurs: 1.846 USD Kürzel: GC Tageskerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterherzurennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,79 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 1.791 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1.710 USD, also unter dem letzten Verlaufstief, absichern. Damit berücksichtigen Sie auch die aktuelle Schwankungsbreite des Goldpreises.

Ein erstes mögliches Gewinnziel könnte bei 2.017 USD liegen. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,79. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Das nächste Ziel wäre bei 2.078 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1.900 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko für den Trade auf null reduziert.

Fazit der Gold-Analyse:

Die aktuelle Gold-Analyse zeigt: Eine komplexe Korrektur im aktuell übergeordnet laufenden Aufwärtstrend könnte eine attraktive Chance für einen Long-Trade eröffnen. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 1.790 USD liegen.

Falls es im Gold-Future von dort weg zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,79 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass es zu einem „Risk-On-Szenario“ kommt, der US-Dollar weiter an Stärke gewinnt oder der Goldpreis im Rahmen schnell steigender Zinsen und damit höherer Renditen für US-Bonds weiter unter Druck gerät.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den Juni 2022 Kontrakt des Gold-Futures (Symbol: GCM2), oder den kleineren Micro-Future (Symbol: MGCM2) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit, hat derzeit das größte Handelsvolumen. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen. Hier würde sich der August 2022 Kontrakt mit dem Kürzel GCQ2 anbieten.

Alternativ können Sie auch in Goldminen-Aktien investieren, um von einem steigenden Goldpreis zu profitieren. Hier finden Sie eine spannende Auswahl: Die besten Gold Aktien.

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