Der Goldpreis hat in den letzten zehn Tagen fast zehn Prozent verloren. Vom Jahreshoch bei 2.070 USD aus, rauschte das gelbe Edelmetall 183 USD in die Tiefe. Ist die Goldrallye damit vorbei, oder kann nach der Preiskorrektur mit neuen Hochs gerechnet werden? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer attraktiven Trade-Idee in dieser Gold-Analyse.

Rückblick: Herber Rückschlag für die Gold-Bullen

Mit der Unsicherheit steigt auch die Volatilität an den Märkten. Das haben auch die Goldanleger in den letzten Wochen zu spüren bekommen. Was ist passiert?

Am 08. März stürmten die Gold-Bullen mit mächtig Rückenwind in Richtung des Rekordhochs bei 2.075 USD (Spot Markt). Alles sah danach aus, als könnte das ehemalige Verlaufshoch im ersten Anlauf genommen werden. Die runde Marke von 2.100 USD war bei 2.070 USD greifbar. Doch kurz vor dem Rekordhoch ging den Gold-Bullen die Kaufkraft aus. Schnell drehte die Stimmung. Immer mehr Verkäufer kamen in den Markt. Die Folge: Eine Kurskorrektur, die es in sich hatte.

Insgesamt fiel der Goldpreis am Terminmarkt, gerechnet vom Verlaufshoch am 08. März bei 2.078 USD, in den letzten Tagen um 8,8 Prozent. Denn am Mittwoch wurden für einen Gold-Kontrakt mit Laufzeit April 2022 (Kürzel: GCJ2) nur noch 1.895 USD gezahlt. Also 183 USD weniger als noch vor zehn Tagen (vgl. Chart unten).

Chart vom 17.03.2022 Kurs: 1.934 USD Kürzel: GC 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Nach dem heftigen Abverkauf fragt man sich, ob die Goldrallye schon zu Ende ist, oder trotz der Preiskorrektur mit neuen Hochs gerechnet werden kann.

Um eine Antwort zu finden, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Ausbruch – auf dem Weg zu neuen Rekordhochs?

Chart vom 17.03.2022 Kurs: 1.939 USD Kürzel: XAUUSD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Ausbruch ebnet den Weg für weitere Kursanstiege

Ein Blick auf den Monatschart (Logarithmische Darstellung) des Rohstoffes Gold (Kürzel: XAUUSD) oben zeigt den dynamischen Ausbruch aus der Konsolidierung. Diese Konsolidierung dauerte insgesamt 17 Monate. Dabei hat sich der Preis für eine Feinunze seit dem Rekordhoch bei 2.075 USD in der Spitze um 400 USD verbilligt. Das klingt erstmal viel. Ist es aber nicht! Denn das derzeitige Verlaufstief der Korrektur liegt nur knapp unter dem 38,2er Fibonacci Retracement. Das zeigt, dass die Korrektur im Goldpreis, gemessen an der vorangegangenen Aufwärtsbewegung, auf einem relativ hohen Preisniveau stattfindet. Mit dem Bruch der im Chart oben eingezeichneten Abwärtstrendlinie ist diese Korrektur höchstwahrscheinlich zu Ende.

Aufwärtstrend gibt Rückenwind

Übergeordnet befindet sich der Goldpreis in einem intakten Aufwärtstrend. Das zeigt uns die im Chart grün eingezeichnete Abfolge von höheren Verlaufshochs und höheren Verlaufstiefs. Mit dem Ausbruch aus der Konsolidierung scheinen nun genügend Käufer für den nächsten Kursschub gefunden worden zu sein.

Das dabei ehemalige Verlaufshochs, wie hier das Rekordhoch aus dem Jahr 2020, nicht im ersten Anlauf übertroffen werden, ist keine Überraschung. Mit dem Test des ehemaligen horizontalen Widerstands im Bereich von 1.900 USD ist ein erstes Kursziel der zu erwartenden Kurskorrektur bereits erreicht. Von hier aus könnte der zweite Angriff auf das Rekordhoch starten.

Schaffen es die Bullen jedoch nicht, die Marke von 1.900 USD zu halten, könnte es aufgrund von Verkaufssignalen schnell wieder in Richtung 1.800 USD gehen.

Die technische Großwetterlage ist somit als „bullish“ zu bewerten. Es ist daher sinnvoller Kursschwäche zu kaufen als Kursstärke zu verkaufen.

Passt das auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Geopolitische Spannungen stärken die Goldnachfrage

Angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen verwundert es nicht, dass goldgedeckte ETFs (Gold-ETFs) im Januar und Februar 2022 starke Zuflüsse zu verzeichnen hatten. Die Nettozuflüsse lagen im Januar bei 46,2 Tonnen und im Februar bei 35,3 Tonnen. Die Abflüsse aus Asien konnten dabei durch Zuflüsse aus Nordamerika (+21,3 Tonnen) und Europa (+21,4) aufgefangen werden (vgl. Grafik unten).

Chart vom 17.03.2022 Zuflüsse in Gold-ETFs | Online Broker LYNX

Dabei wird Gold nicht nur physisch gekauft, sondern auch am Terminmarkt gehandelt. Hier zeichnet sich ein ähnliches Bild. An der COMEX stieg die Nettopositionierung der großen Händler mit 274.388 Kontrakten „long“ auf den höchsten Stand seit Juli 2020. Gold ist im Rahmen eines „Risk-Off“ Sentiments weiter stark gefragt.

Inflation zieht den Goldpreis nach oben

Die Inflation läuft in den USA aus dem Ruder. Sie ist so hoch wie seit 1982 nicht mehr. Im Februar stieg die jährliche Inflationsrate auf 7,9 Prozent. Preistreiber sind hier neben den Energiepreisen, Nahrung und Fahrzeuge. Gerade an der Tankstelle und im Supermarkt trifft es die amerikanischen Konsumenten derzeit empfindlich.

Angesichts der Rekord-Inflation strafft die US-Notenbank ihre Geldpolitik. Am Mittwoch hat die US-Notenbank erstmals seit 2018 die Zinsen erhöht. Anleger und Investoren gehen darüber hinaus davon aus, dass 2022 noch weitere sieben Zinsschritte folgen werden.

Steigende Zinsen sind aber kein Hindernis für einen höheren Goldpreis. Wie ich Ihnen bereits in dieser Gold-Analyse aufgezeigt habe, entwickelt sich Gold nach den ersten Zinsschritten eines Straffungszyklus der Fed überdurchschnittlich gut. Das mag für den ein oder anderen Anleger überraschend sein, da mit steigenden Renditen für Festgeld-Anlagen, Gold ja prinzipiell an Attraktivität verliert. Im Vergleich zu einer US-Staatsanleihe wirft ein Edelmetall-Investment ja keine Zinsen ab.

Mit steigender Inflation, sprich Geldentwertung, ist es deshalb nicht verwunderlich, dass die Anleger immer mehr in die „Ersatzwährung“ Gold wechseln. Bleibt die Inflation in den kommenden Wochen und Monaten hoch, dürfte das ein wesentlicher Preistreiber für den Goldpreis bleiben.

Wo könnte für Trader also ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade sein?

Ausblick: Unterstützungszone als Long-Einstieg nutzen?

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1.941 USD notiert. Einerseits notiert der Goldpreis am Terminmarkt damit wieder deutlich unter dem Rekordhoch aus dem Jahr 2020 bei 2.089 USD (Hoch am Terminmarkt). Andererseits aber immer noch über dem letzten Verlaufstief bei 1.879 USD (vgl. Chart unten).

Chart vom 17.03.2022 Kurs: 1.941 USD Kürzel: GC∞ Tageskerzen| Online Broker LYNX

Auch untergeordnete Trendampel steht auf grün

Die Chancen für ein neues Rekordhoch stehen weiter gut. Neben einem übergeordneten Aufwärtstrend gibt auch ein untergeordneter Aufwärtstrend den Bullen Rückenwind für weitere Kursanstiege. Eine Abfolge von höheren Verlaufshochs und höheren Verlaufstiefs (vgl. grüne Rechtecke im Chart oben) veranschaulicht Ihnen diesen untergeordneten Aufwärtstrend. Dieser hat sich, wie in der letzten Analyse prognostiziert, mit dem Bruch der übergeordneten Abwärtstrendlinie nochmal beschleunigt. An dieser Trendlinie war der Goldpreis in den letzten Monaten bereit sechsmal nach unten abgeprallt. Die Erfahrung zeigt, dass je öfter ein Widerstand getestet wird, desto schwächer wird dieser.

Falls der untergeordnete Aufwärtstrend fortgesetzt wird, dann liegt das nächste Kursziel bei 2.128 USD. Sollte der Markt diesen Widerstand überwinden, würde das weiteres Anstiegspotenzial bis 2.192 USD freisetzen. Darüber sind Kursziele von 2.221 USD und 2.280 USD denkbar.

Sollte der Goldpreis hingegen die Preiszone von 1.900 USD bis 1.860 USD nach unten durchbrechen, dann verliert das bullische Szenario seinen Vorteil. Mit dem Trendbruch wäre ein Test der ehemaligen Unterstützung bei 1.800 USD auf dem Plan. Sollte diese Marke gebrochen werden, wäre ein schneller Kursrutsch in den Bereich 1.750 USD bis 1.680 USD zu erwarten. Hier befindet sich eine wichtige horizontale Unterstützungszone.

Neben einem intakten Aufwärtstrend zeigt der Goldpreis in den kommenden Wochen saisonale Stärke.

Goldpreis saisonal eher stark

Saisonale Muster sind an den Rohstoffmärkten keine Seltenheit und können durchaus lukrativ sein (vgl. Grafik unten).

Chart vom 17.03.2022 Saisonalität im Goldpreis | Online Broker LYNX

Die Grafik oben zeigt eine statistische Auswertung des Gold-Futures für die vergangenen 25 Jahre. Als Zeitraum wurde der 18. März bis 11. April gewählt. Was fällt auf?

In 14 von 25 Jahren stieg der Goldpreis in diesen drei Wochen. Oder anders ausgedrückt, Anleger, die in den letzten 25 Jahren ab dem 18. März auf einen steigenden Kurs im Gold-Future gesetzt haben, lagen in 56 Prozent der Fälle richtig. Die Wahrscheinlichkeit für steigende Kurse im Gold ist damit in den kommenden drei Wochen höher als für fallende Kurse. Gepaart mit der Tatsache, dass die durchschnittlichen Kursgewinne mit 4,23 Prozent mehr als doppelt so hoch wie die durchschnittlichen Kursverluste mit 2,02 Prozent in dieser Periode waren, führt das zu einem positiven Erwartungswert.

Schnäppchenjäger, die für ihren Gold-Einstieg ein gutes Timing suchen, sollten das im Hinterkopf behalten.

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Der Goldpreis befindet sich, wie oben dargestellt, übergeordnet und untergeordnet in einem intakten Aufwärtstrend. So lange dieser Trend nicht mit Schlusskursen unter 1.878 USD gebrochen wird, sind weitere Kursanstiege wahrscheinlicher.

Darüber hinaus befindet sich der aktuelle Preis für einen Terminkontrakt sowohl über dem 50-Tage- als auch dem 200-Tage-Durchschnitt. Beide einfachen gleitenden Durchschnitte steigen an, was von vielen Marktteilnehmern als bullish gesehen wird.

Falls es zu einem weiteren Kursrücksetzer im Gold kommt, könnte der Preisbereich bei 1.900 USD für Unterstützung sorgen. Denn hier könnte ein ehemaliger Widerstand durch einen Rollentausch zur Unterstützung werden. Zusätzlich befindet sich bei 1.894 USD das 61,8er Fibonacci Retracement der 400 USD großen Aufwärtsbewegung vom 28. Januar bis 08. März.

Zusätzlich wird im Bereich dieser Unterstützung ein Harmonisches Kursmuster vervollständigt. Diese Muster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 2,81 für einen Long-Einstieg in den Gold-Future

Ein Test der oben beschriebenen Unterstützungszone könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Gold liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Gold profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 17.03.2022 Kurs: 1.945 USD Kürzel: GC 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterherzurennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,81 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 1.901 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1.852 USD, also unter dem letzten Verlaufstief, absichern. Damit berücksichtigen Sie auch die aktuelle Schwankungsbreite des Goldpreises.

Ein erstes mögliches Gewinnziel könnte bei 2.039 USD liegen. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,81. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Weitere Ziele wären 2.078 USD und danach 2.128 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1.964 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko für den Trade auf null reduziert.

Fazit der Gold-Analyse:

Die aktuelle Gold-Analyse zeigt: Eine mögliche Korrektur im aktuell untergeordnet laufenden Aufwärtstrend, könnte eine attraktive Chance für einen Long-Trade eröffnen. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 1.900 USD liegen.

Falls es im Gold-Future von dort weg zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,81 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass es durch erfolgreiche Friedensverhandlungen in der Ukraine zu einem „Risk-On Szenario“ kommt. Anleger würden dann mehr und mehr den sicheren Hafen Gold verlassen, was den Goldpreis unter Druck bringen könnte.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den April 2022 Kontrakt des Gold-Futures (Symbol: GCJ2), oder den kleineren Micro-Future (Symbol: MGCJ2) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit, hat derzeit das größte Handelsvolumen. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen. Hier würde sich der Juni 2022 Kontrakt mit dem Kürzel GCM2 anbieten.

Alternativ können Sie auch in Goldminen-Aktien investieren, um von einem steigenden Goldpreis zu profitieren. Hier finden Sie eine spannende Auswahl: Die besten Gold Aktien 2022.

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