Die Goldrallye hat Fahrt aufgenommen. Gold hat die Marke von 1.890 USD überschritten und steht so hoch wie zuletzt vor acht Monaten. Kann die Goldrallye angesichts steigender Zinsen weiterlaufen? Wenn ja, wo liegen mögliche Kursziele? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer attraktiven Trade-Idee in dieser Gold-Analyse.

Rückblick: Bullisches Szenario läuft

Das bullische Szenario, welches ich Ihnen in der letzten Gold-Analyse vorgestellt habe, läuft. Der Einstieg für die damals vorgestellte Trade-Idee wurde haarscharf verfehlt. Vielleicht haben Sie durch die ausführliche Analyse aber trotzdem genug Orientierung erhalten und konnten von dem letzten Rallyeschub im gelben Edelmetall profitieren.

Insgesamt stieg der Goldpreis, gerechnet vom Verlaufstief Ende Januar bei 1.780 USD, in den letzten Tagen um 6,5 Prozent. Denn am gestrigen Donnerstag wurden für einen Gold-Kontrakt mit Laufzeit April 2022 (Kürzel: GCJ2) bereits wieder 1.896 USD gezahlt. Also 115 USD mehr als noch am 28. Januar (vgl. Chart unten).

Chart vom 17.02.2022 Kurs: 1.887 USD Kürzel: GC 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX 

Nach dem dynamischen Anstieg fragt man sich, ob die Kursrallye in dem Tempo weiterlaufen kann. Wenn ja, wie könnte man als Anleger davon profitieren?

Um eine Antwort auf die Frage zu finden, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Ausbruchsversuch aus der Konsolidierung

Chart vom 17.02.2022 Kurs: 1.884 USD Kürzel: XAUUSD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Aufwärtstrend ebnet den Weg für weitere Kursanstiege

Ein Blick auf den Monatschart des Rohstoffes Gold (Kürzel: XAUUSD) oben zeigt eine Abfolge von höheren Verlaufshochs und höheren Verlaufstiefs. Grundbestandteile eines übergeordnet intakten Aufwärtstrends. Große Kursanstiege, wie im Gold von 914 USD oder 78,85 Prozent, werden generell entweder über den Preis oder über die Zeit konsolidiert. Nur so können genügend Käufer für die nächsten Kursschub gefunden werden. Aktuell konsolidiert Gold diesen enormen Preisanstieg aus.

Diese Konsolidierung dauert bereits 17 Monate an. Dabei hat sich der Preis für eine Feinunze seit dem Rekordhoch bei 2.089 USD in der Spitze um 400 USD verbilligt. Das klingt erstmal viel. Ist es aber nicht! Denn das derzeitige Verlaufstief der Korrektur liegt nur knapp unter dem 38,2er Fibonacci Retracement. Das zeigt, dass die Korrektur im Goldpreis, gemessen an der voran gegangen Aufwärtsbewegung, auf einem relativ hohen Preisniveau stattfindet.

Ein mögliches Signal für ein Ende der Korrektur wäre der Bruch der im Chart oben eingezeichneten Abwärtstrendlinie. An diesem Bollwerk haben sich die Bullen bisher die Zähne ausgebissen, denn die letzten sechs Versuche scheiterten. Das Ergebnis: Die Fehlausbrüche führten zu Kursrücksetzern. Doch die Bullen geben nicht auf. Wie Sie im Chart oben erkenn können, sorgen Käufer im Goldmarkt derzeit für einen möglichen Ausbruch. Ob dieser auf Monatsbasis gelingt, erfahren wir in zwei Wochen.

Sollte der Goldpreis die Hürde im Bereich von 1.920 USD überwinden, könnte der Ausbruch Fahrt aufnehmen. Anlaufziel wäre dann der Kursbereich zwischen 1.980 und 2.000 USD.

Schaffen es die Bullen jedoch nicht aus der Konsolidierung auszubrechen, könnte es aufgrund von Verkaufssignalen schnell wieder in Richtung 1.800 USD gehen.

Die technische Großwetterlage ist somit als „bullisch“ zu bewerten. Kurzfristig macht der laufende Ausbruch aus der Konsolidierung weitere Kursanstiege wahrscheinlicher.

Passt das auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Ukraine Konflikt treibt Anleger in den sicheren Hafen

Die Anleger machen sich Sorgen. Sie haben Angst, dass die geopolitischen Spannungen zwischen dem Westen, Russland und der Ukraine eskalieren. Ein militärischer Konflikt birgt das Risiko, dass sich das globale Wachstum abschwächt, ja sogar zu einer Rezession führen könnte. Verunsicherte Anleger verkaufen Aktien und flüchten in den vermeintlich sicheren Hafen Gold. Erkennen können Sie das auch an dem Verhältnis S&P 500 zum Goldpreis (vgl. Chart unten).

Chart vom 17.02.2022 Verhältnis S&P 500 zum Goldpreis | Online Broker LYNX

Steigt Gold im Vergleich zum S&P 500, wird das Ratio kleiner. Dargestellt sehen Sie das Verhältnis anhand der grünen Linie im Chart oben. Interessant ist, dass nach dem Corona-Crash 2020 der S&P 500 im Vergleich zum Goldpreis deutlich besser performt hat. Dieser Trend ist nun seit Januar 2022 gebrochen und könnte uns signalisieren, dass die relative Stärke von Gold auch in den kommenden Wochen Bestand hat. Gerade mit dem Hintergrund, dass sich der Ukrainekonflikt weiter verschärfen könnte.

Gold im Umfeld steigender Zinsen

Die Inflation läuft in den USA aus dem Ruder. Sie ist so hoch wie seit 40 Jahren nicht mehr. Im Januar stieg die jährliche Inflationsrate auf 7,5 Prozent. Preistreiber sind hier neben den Energiepreisen, Nahrung und Fahrzeuge. Gerade der amerikanische Gebrauchtwagenmarkt ist heiß gelaufen.

Angesichts der Rekord-Inflation strafft die US-Notenbank ihre Geldpolitik. Ein Zinsschritt von 25 Basispunkten auf der nächsten Fed-Sitzung ist an den Märkten bereist vollständig eingepreist. Anleger und Investoren gehen darüber hinaus davon aus, dass 2022 noch weitere Zinsschritte folgen werden.

Steigende Zinsen sind aber kein Hindernis für einen höheren Goldpreis. Wie ich Ihnen bereits in der letzten Gold-Analyse aufgezeigt habe, entwickelt sich Gold nach den ersten Zinsschritten eines Straffungszyklus der Fed überdurchschnittlich gut. Das mag für den ein oder anderen Anleger überraschend sein, da mit steigenden Renditen für Festgeld-Anlagen Gold ja prinzipiell an Attraktivität verliert. Im Vergleich zu einer US-Staatsanleihe wirft ein Edelmetall-Investment ja keine Zinsen ab.

Wo könnte für Trader also ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade sein?

Ausblick: Unterstützungszone als Long-Einstieg nutzen?

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1.891USD notiert. Also über dem letzten Verlaufshoch bei 1.879 USD. Bevor das Rekordhoch aus dem Jahr 2020 bei 2.089 USD erneut erreicht werden kann, müssen die Gold-Bullen eine Reihe von horizontalen Widerständen durchbrechen (vgl. Chart unten).

Chart vom 17.02.2022 Kurs: 1.891 USD Kürzel: GC∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Aufwärtstrend gibt den Gold-Bullen Rückenwind

Die Chancen für ein neues Rekordhoch steigen deutlich, sobald der übergeordnete Abwärtstrend in der laufenden Konsolidierung gebrochen ist. Ein Trendbruch wäre mit einem Tagesschlusskurs über 1.919 USD bestätigt. Die Chancen, dass die Bullen dieses Kursziel erreichen, stehen derzeit gut. Denn…

In den letzten Tagen konnten die Bullen die horizontalen Widerstände bei 1.855 USD und 1.880 USD überwinden. Mit einem Tagesschlusskurs über 1.880 USD wäre zudem ein neues Verlaufshoch im untergeordnet laufenden Aufwärtstrend bestätigt. Eine Abfolge von höheren Verlaufshochs und höheren Verlaufstiefs (vgl. grüne Rechtecke im Chart oben) veranschaulicht Ihnen diesen untergeordneten Aufwärtstrend. Dieser hat sich, wie in der letzten Analyse prognostiziert, mit dem Bruch der übergeordneten Abwärtstrendlinie nochmal beschleunigt. An dieser Trendlinie war der Goldpreis in den letzten Monaten bereit sechsmal nach unten abgeprallt. Die Erfahrung zeigt, dass je öfter ein Widerstand getestet wird, desto schwächer wird dieser.

Falls der untergeordnete Aufwärtstrend fortgesetzt wird, dann liegt das nächste Kursziel bei 1.898 USD bis 1.905 USD. Erst wenn der Markt diesen Widerstand überwindet, würde das weiteres Anstiegspotenzial bis 1.919 USD freisetzen. Darüber sind Kursziele von 1.980 USD und 2.100 USD denkbar.

Sollte der Goldpreis hingegen die Preiszone von 1.775 USD bis 1.780 USD nach unten durchbrechen, dann verliert das bullische Szenario seinen Vorteil. Mit dem Trendbruch wäre ein Test der ehemaligen Unterstützung bei 1.750 USD auf dem Plan. Sollte diese Marke gebrochen werden, wäre ein schneller Kursrutsch in den Bereich 1.720 USD bis 1.680 USD zu erwarten. Hier befindet sich eine wichtige horizontale Unterstützungszone.

Neben einem intakten Aufwärtstrend liefert uns das Sentiment der Privatanleger ebenfalls ein Kaufsignal.

Sentiment: Privatanleger wetten auf einen fallenden Goldpreis

Wirft man einen Blick auf die aktuelle Stimmung der Privatanleger bei myfxbook, dann sind diese Netto-Short positioniert (vgl. Chart unten).

Chart vom 17.02.2022 Gold Sentiment Privatanleger | Online Broker LYNX

Jedoch zeigt die Historie der letzten Jahre, dass vermehrt dann, wenn die Privatanleger überwiegend bearish positioniert waren, der Kurs weiter gestiegen ist. Die Privatanleger als Kontraindikator könnten somit einen weiteren Kursanstieg signalisieren. Denn sollte der Kurs weiter steigen, könnte ein Ausstieg aus den Short-Positionen für zusätzliche Nachfrage sorgen und den Kaufdruck erhöhen.

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Der Goldpreis befindet sich, wie oben dargestellt, untergeordnet in einem intakten Aufwärtstrend. So lange dieser Trend nicht mit Schlusskursen unter 1.780 USD gebrochen wird, sind weitere Kursanstiege wahrscheinlicher.

Darüber hinaus befindet sich der aktuelle Preis für einen Terminkontrakt sowohl über dem 50-Tage- als auch dem 200-Tage-Durchschnitt. Letzterer steigt weiter an, was von vielen Marktteilnehmern als bullish gesehen wird.

Falls es zu einem weiteren Kursrücksetzer im Gold kommt, könnte der Preisbereich bei 1.845 USD für Unterstützung sorgen. Denn hier trifft eine horizontale Unterstützung auf die Abwärtstrendlinie, die durch einen Rollentausch den Bullen nun Unterstützung geben könnte. An der sogenannten Kreuzunterstützung könnte die nächste Aufwärtsbewegung starten.

Zusätzlich wird knapp unterhalb der Kreuzunterstützung ein Harmonisches Kursmuster vervollständigt. Diese Muster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 1,8 für einen Long-Einstieg in den Gold-Future

Ein Test der oben beschriebenen Unterstützungszone könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Gold liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Gold profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 17.02.2022 Kurs: 1.888 USD Kürzel: GC Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterherzurennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 1,8 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 1.838 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1.799 USD, also unter dem letzten Verlaufstief, absichern. Damit berücksichtigen Sie auch die aktuelle Schwankungsbreite des Goldpreises.

Ein erstes mögliches Gewinnziel könnte bei 1.911 USD liegen. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1,8. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Weitere Ziele wären 1.919 USD und danach 1.954 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1.860 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko für den Trade auf null reduziert.

Fazit der Gold-Analyse:

Die aktuelle Gold-Analyse zeigt: Eine mögliche Korrektur, im aktuell untergeordnet laufenden Aufwärtstrend, könnte eine attraktive Chance für einen Long-Trade eröffnen. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 1.838 USD liegen.

Falls es im Gold-Future von dort weg zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 1,8 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass es durch einen Crash an den Aktienmärkten zu Liquiditätsengpässen kommen kann. Dann würde, wie schon 2020, wohl auch der Goldpreis mit in die Tiefe gerissen.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den April 2022 Kontrakt des Gold-Futures (Symbol: GCJ2), oder den kleineren Micro-Future (Symbol: MGCJ2) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit, hat derzeit das größte Handelsvolumen. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen.

Alternativ können Sie auch in Goldminen-Aktien investieren, um von einem steigenden Goldpreis zu profitieren. Hier finden Sie eine spannende Auswahl: Die besten Gold Aktien 2022.

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