Die Freude der Goldanleger währte nicht lange. Der Kursanstieg Anfang November von fast sieben Prozent wurde wieder komplett abverkauft. Sind das jetzt attraktive Einstiegspreise oder muss ein weiterer Kursrutsch befürchtet werden? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer attraktiven Trade-Idee in dieser Gold-Analyse.

Rückblick: Die Bären schlagen zurück

Seit Juni haben die Goldanleger mit fallenden Preisen zu kämpfen. Jede Erholung wurde wieder abverkauft. Da kann man schon mal Geduld und die Nerven verlieren. Mit der Kursrallye Anfang November schöpften die Gold-Bullen dann neue Hoffnung. Was war der Grund?

Innerhalb von neun Handelstagen schoss der Goldpreis um über 121 USD oder fast sieben Prozent nach oben. Wichtige charttechnische Widerstände wurden durchbrochen. Ein weiterer Anstieg bis zu der Kursmarke von 1.920 USD schien eine ausgemachte Sache. Doch dann kam alles anders…

Die Gold-Bären hatten da was dagegen und verkauften im Bereich von 1.875 USD einen Terminkontrakt nach dem anderen. In Summe lag dann das Angebot plötzlich deutlich über der Nachfrage. Die Kurse gaben daraufhin deutlich nach.

Insgesamt verlor der Goldpreis, gerechnet vom Verlaufshoch bei 1.879,50 USD, 6,24 Prozent. Denn letzten Donnerstag wurden für einen Gold-Kontrakt mit Laufzeit Februar 2022 (Kürzel: GCG2) nur noch 1.762,20 USD gezahlt. Also 117,30 USD weniger als noch 14 Tage zuvor (vgl. Chart unten).

Chart vom 09.12.2021 Kurs: 1.783,3 USD Kürzel: GCG2 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Nach dem Abverkauf konnte sich der Goldpreis in dieser Handelswoche stabilisieren.

Als Goldanleger fragt man sich: Sind das attraktive Einstiegskurse, oder muss ein weiterer Kursrutsch befürchtet werden?

Um eine Antwort auf die Frage zu finden, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Konsolidierung im Aufwärtstrend

Chart vom 09.12.2021 Kurs: 1.778 USD Kürzel: XAUUSD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Fehlausbruch verhindert Fortführung der Goldrallye

Ein Blick auf den Monatschart (Logarithmische Darstellung) des Rohstoffes Gold (Kürzel: XAUUSD) oben zeigt eine Abfolge von höheren Verlaufshochs und höheren Verlaufstiefs. Grundbestandteile eines übergeordnet intakten Aufwärtstrends.

Daran ändert auch der im Rückblick beschriebene Kursrutsch nichts. Große Kursanstiege, wie im Gold von 914 USD oder 78,85 Prozent, werden generell entweder über den Preis oder über die Zeit konsolidiert. Nur so können genügend Käufer für die nächsten Kursschub gefunden werden.

In der Spitze hat sich der Preis für eine Feinunze seit dem Rekordhoch bei 2.089 USD um 400 USD verbilligt. Das klingt erstmal viel, ist es aber nicht. Denn das derzeitige Verlaufstief der Korrektur liegt nur knapp unter dem 38,2er Fibonacci Retracement. Das zeigt, dass die Korrektur im Goldpreis, gemessen an der voran gegangen Aufwärtsbewegung, auf einem relativ hohen Preisniveau stattfindet.

Ein mögliches Signal für ein Ende der Korrektur war der Ausbruch aus der bullischen Flagge (vgl. Chart oben). Der Durchbruch der Abwärtstrendlinie konnte jedoch nicht genügend neue Käufer anziehen. Das höhere Angebot der Bären führte zu einem Fehlausbruch. Ein erneuter Test der Unterstützung im Bereich von 1.700 USD könnte nun anstehen.

Für die Bullen ist der Bereich zwischen 1.680 USD und 1.700 USD extrem wichtig. Denn sollte der Goldpreis mit einem Monatsschlusskurs darunter schließen und somit ein neues Verlaufstief markieren, ist die übergeordnete Trendumkehr vollzogen. Eine Abfolge von tieferen Hochs und tieferen Tiefs würde dann weitere Kursverluste wahrscheinlicher machen. Schaffen es die Bullen nicht die Marke von 1.680 USD zu verteidigen, könnte es aufgrund von Verkaufssignalen schnell in Richtung 1.550 USD gehen.

Die technische Großwetterlage ist somit als „leicht bullisch“ zu bewerten. Kurzfristig sind aufgrund des Fehlausbruchs jedoch weitere Kursrücksetzer zu erwarten.

Passt das auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Renditen, Inflation und Realzinsen

Der starke Anstieg der Renditen für US-Staatsanleihen dürfte den Gold-Bullen in den letzten Tagen nicht gefallen haben. Wobei hier die kürzeren Laufzeiten gemeint sind. Am längeren Ende sehen wir aktuell fallende Renditen, was zu einer flacheren Zinskurve führt.

Bei den Bonds mit einjähriger Laufzeit gehen die Renditen gerade durch die Decke. Diese lagen Anfang Dezember in der Spitze bei 0,38 Prozent. Gemessen an den 0,14 Prozent Mitte November ist das ein Steigerung von 167 Prozent.

Je höher die Renditen steigen, desto schlechter für Gold, da das Edelmetall als alternative Anlageklasse keine Zinsen abwirft. Jedoch ist das nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite steigen auch die Inflation bzw. die Inflationserwartung an.

In den USA stieg die jährliche Inflationsrate im Oktober auf 6,2 Prozent an. Das übertraf die vom Markt erwarteten 5,8 Prozent. Darüber hinaus stiegen auch die Inflationserwartungen für das Jahr von 5,3 auf 5,7 Prozent – ein Rekordhoch.

Doch der entscheidende Punkt ist die Entwicklung der Realrenditen (vgl. Grafik unten).

Chart vom 09.12.2021 Realrenditen USA | Online Broker LYNX

Zwar steigen Inflationsrate und Inflationserwartung derzeit an, jedoch nicht in dem Maße wie es die Renditen am kurzen Ende tun. Eine mehr als Verdopplung der Renditen für einjährige US-Bonds führt immer noch zu einer negativen Realrendite von ca. 5,91 Prozent. Diese ist jedoch nicht mehr so hoch wie noch vor einem Monat. Sollten die Anleihenrenditen weiter ansteigen und somit die Realrendite weniger negativ werden, wäre das schlecht für den Inflationsschutz Gold. Schließlich gibt es genügend alternative Anlageklassen.

Am heutigen Freitag werden um 14:30 Uhr die aktuellen Inflationsdaten von November veröffentlicht. Vom Markt erwartet werden ca. 6,8 Prozent. Eine Abweichung könnte den nächsten Kursimpuls liefern. Liegt der Wert für November darunter, steigen die Realrenditen weiter an. Das dürfte sich negativ auf den Goldpreis auswirken. Liegen die Preissteigerungen bei 7 Prozent oder darüber, könnten Anleger wieder vermehrt Gold als Inflationsschutz kaufen.

Kapitalzuflüsse bei Gold-ETFs

Angesichts der zunehmenden Volatilität am Aktien- und Anleihenmarkt verwundert es deshalb nicht, dass goldgedeckte ETFs (Gold-ETFs) im November Zuflüsse zu verzeichnen hatten. Die Nettozuflüsse lagen bei 13,6 Tonnen. Die Abflüsse aus Asien (-5 Tonnen) konnten dabei durch Zuflüsse aus Nordamerika (+12,1 Tonnen) und Europa (+5,6%) aufgefangen werden (vgl. Grafik unten).

Chart vom 09.12.2021 Gold-ETF Flows | Online Broker LYNX

Starker US-Dollar drückt auf Goldpreis

Die Erwartung, dass in den USA die Zinsen schon früher als erwartet ansteigen könnten, beflügelt den US-Dollar. Denn US-Bonds werden in USD gehandelt. Eine höhere Nachfrage nach US-Bonds mit höheren Renditen, sorgt entsprechend für eine höhere Nachfrage nach USD. Denn ausländische Investoren müssen beim Kauf von US-Bonds ihre Währung in USD wechseln – sprich USD kaufen.

Messen kann man die Stärke des US-Dollars mit dem Dollar-Index (DX). Zur Erklärung: Der DX ist eine Kennzahl, die den Wert des USD gegenüber einem ausgewählten Währungskorb aus sechs Währungen (EUR, JPY, GBP, CAD, SEK, CHF) misst.

Mit Blick auf den Chart unten können Sie erkennen, dass die Leitwährung bereits bei 96,94 ein neues Jahreshoch markiert hat. Ansteigende Verlaufshochs und -tiefs gepaart mit den ansteigenden gleitenden Durchschnitten (vgl. blaue und rote Linie im Chart) verdeutlichen den derzeitigen Aufwärtstrends des US-Dollars. Weitere Kursanstiege sind somit wahrscheinlicher.

Chart vom 09.12.2021 Kurs: 95,99 Kürzel: DX∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Eine anhaltende Dollar-Aufwertung würde die Rohstoffpreise weiter unter Druck bringen. Denn die meisten Rohstoffe, wie auch Gold, werden in USD gehandelt. Ein stärkerer US-Dollar würde damit das Edelmetall für Anleger außerhalb des Dollarraums verteuern. Das dürfte sich negativ auf die Goldnachfrage und damit auf den Goldpreis auswirken.

Zuflüsse bei den Gold-ETFs. Steigende Realrenditen. Ein starker US-Dollar gepaart mit dem technischen Fehlausbruch. Der Goldpreis scheint noch nicht für eine Rallye bereit zu sein. Wo könnte für Trader also ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Short-Trade sein?

Ausblick: Widerstandszone als Short-Einstieg nutzen?

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1.783,20 USD notiert. Also wieder deutlich unter dem letzten Verlaufshoch bei 1.879,50 USD. Bevor das Rekordhoch bei 2.089 USD erneut erreicht werden kann, müssen zunächst mehrere horizontale Widerstände durchbrochen werden (vgl. Chart unten).

Chart vom 09.12.2021 Kurs: 1.783,2 USD Kürzel: GC∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Untergeordneter Aufwärtstrend noch intakt – aber

Mit Blick auf die hohen Inflationszahlen stieg Anfang November die Nachfrage nach Gold. Dies führte zu einem Preissprung von über 100 USD pro Unze. Die Aussicht für die Gold-Bullen hatte sich damit enorm verbessert. Denn mit Kursen über der 1.840 USD wurde einerseits ein untergeordneter Aufwärtstrend bestätigt (vgl. grüne Quadrate im Chart oben). Andererseits konnte auch die im Chart oben schwarz gekennzeichnete Abwärtstrendlinie durchbrochen werden. Beste Voraussetzungen für eine Goldrallye, aber…

Das hohe Angebot an Gold hat den Bullen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Ergebnis: Der komplette Kursanstieg wurde abverkauft. Der Goldpreis notiert damit wieder unter der Abwärtstrendlinie und unter dem 50-Tage und dem 200-Tage-Durchschnitt. Der einzige Grund zur Hoffnung ist der noch intakte untergeordnete Aufwärtstrend. So lange dieser intakt ist, also die Marke von 1.720 USD nicht unterschritten wird, ist ein Test des letzten Verlaufshochs bei 1.879 USD denkbar.

Dafür müssen die Bullen aber zwei Widerstände überwinden. Den Kreuzwiderstand im Bereich von 1.800 USD und den horizontalen Widerstand bei 1.835 USD. Ist das geschafft, wäre ein Angriff des letzten Verlaufshochs bei 1.880 USD möglich. Sollten hier dann diesmal die Bullen die Bären in die Flucht jagen können, könnte der Goldpreis recht schnell in Richtung 1.920 USD ansteigen. Darüber sind Kursziele von 2.000 USD und 2.100 USD denkbar.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Der jüngste Abverkauf mahnt zur Vorsicht. Denn sollte der Goldpreis die Marke von 1.759 nicht halten, steht ein Test der ehemaligen Unterstützung bei 1.720 USD auf dem Plan. Sollte diese Marke nicht gehalten werden können, wäre ein schneller Kursrutsch in den Bereich 1.680 USD zu erwarten. Hier befindet sich eine wichtige horizontale Unterstützung.

Neben dem jüngsten Abverkauf gibt es weitere Signale, die kurzfristig für einen fallenden Goldpreis sprechen.

Diese technischen Verkaufssignale sollten Sie auf dem Radar haben

Zwar befindet sich der Goldpreis untergeordnet noch in einem Aufwärtstrend, jedoch zeigt der jüngste Abverkauf, dass dieser auf tönernen Füßen steht. Denn durch diesen Kursrutsch notiert der Kurs an der Terminbörse Comex wieder unter dem einfachen 50-Tage sowie dem einfachen 200-Tage-Durchschnitt (vgl. blaue und rote Linie im Chart oben). Der 200-Tage-Durchschnitt als übergeordneter Trend-Indikator fällt sogar noch leicht.

Sollte es im Gold in den nächsten Tagen zu einer kleinen Kurserholung kommen, könnte der Preisbereich um die 1.805 USD für einen hartnäckigen Widerstand sorgen. Denn genau hier trifft ein horizontaler Widerstand auf eine Abwärtstrendlinie. Beide Widerstände bilden einen sogenannten Kreuzwiderstand. Kreuzwiderstände signalisieren uns mögliche Umkehrpunkte im Chart. Gleichzeitig befindet sich bei 1.807 USD das 38,2 Prozent Fibonacci-Retracement des Abverkaufs der zweiten Novemberhälfte.

Ferner wird in dieser Widerstandszone ein Harmonisches Kursmuster vervollständigt. Diese Muster signalisieren uns ebenfalls mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 1,63 für einen Short-Einstieg in den Gold-Future

Ein Test der oben beschriebenen Widerstandszone könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Short-Trade in Gold liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Abwärtsbewegung im Gold profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 09.12.2021 Kurs: 1.784,8 USD Kürzel: GCG2 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterherzurennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 1,63 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Short-Trade entscheiden, können Sie bei 1.805,80 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1.826,60 USD, also über dem letzten Verlaufshoch, absichern. Damit berücksichtigen Sie auch die aktuelle Schwankungsbreite in Gold.

Ein erstes mögliches Gewinnziel könnte bei 1.771,70 USD liegen. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1,63. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen, die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Weitere Ziele wären 1.762 USD und danach 1.750 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1.790 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko für den Trade auf null reduziert.

Fazit der Gold-Analyse:

Die aktuelle Gold-Analyse zeigt: Die Korrektur im aktuell untergeordnet laufenden Abwärtstrend könnte eine attraktive Chance für einen Short-Trade eröffnen. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 1.805 USD liegen.

Falls es im Gold-Future von dort weg zu einer weiteren Abwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 1,63 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass die Konjunkturaussichten sich aufgrund von Covid-19 Mutationen wieder eintrüben, die Inflation durch die Decke geht und Gold deshalb als „Sicherer Hafen“ wieder vermehrt gesucht wird.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den Februar 2022 Kontrakt des Gold-Futures (Symbol: GCG2), oder den kleineren Micro-Future (Symbol: MGCG2) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit hat derzeit das größte Handelsvolumen. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen.

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