Der Goldpreis konnte im 2. Quartal über 14 Prozent zulegen. Damit ist Gold der Ausbruch aus der monatelangen Korrektur gelungen. Ist es jetzt zu spät für einen Einstieg, oder gerade der richtige Zeitpunkt, bevor Gold neue Rekordhochs erreicht? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer aussichtsreichen Trade-Idee in dieser Gold-Analyse.

Rückblick: Goldpreis zündet den Turbo

Goldanleger dürften derzeit ein breites Grinsen im Gesicht haben. Der Grund: Der Goldpreis hat im 2. Quartal den Turbo gezündet. Für aufmerksame Leser meiner letzten Gold-Analysen vom 26. März und 11. Mai kam diese Preisrallye nicht überraschend. Hinweise auf diesen Preisanstieg wurden in den Gold-Analysen klar herausgearbeitet.

In der Spitze konnte der Goldpreis seit Ende März um 14,4 Prozent zulegen. Denn am Freitag letzte Woche wurde für einen Gold-Kontrakt mit Laufzeit August 2021 (Kürzel: GCQ1) bereits 1.919,20 USD gezahlt (vgl. Chart unten).

Chart vom 10.06.2021 Kurs: 1887 USD Kürzel: GCQ1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Jetzt fragt man sich: Soll man in diese Rallye jetzt noch einsteigen, oder lieber eine mögliche Korrektur abwarten?

Um eine Antwort auf die Frage zu finden, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Ausbruch aus der Korrektur erfolgreich

Chart vom 10.06.2021 Kurs: 1882 USD Kürzel: XAUUSD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Langjähriger Aufwärtstrend ist intakt

Ein Blick auf den Monatschart (Logarithmische Darstellung) des Rohstoffes Gold (Kürzel: XAUUSD) oben zeigt eine Abfolge von höhere Verlaufshochs und höheren Verlaufstiefs. Grundbestandteile eines übergeordnet intakten Aufwärtstrends.

Daran ändert auch die derzeitige Korrektur nichts. Große Kursanstiege, wie hier bei Gold von 914 USD oder 78,85 Prozent, werden generell entweder über den Preis oder über die Zeit konsolidiert. Nur so können genügend Käufer für den nächsten Kursschub gefunden werden.

In der Spitze hat sich der Preis für eine Feinunze seit dem Rekordhoch bei 2.089 USD um 400 USD verbilligt. Das klingt erstmal viel, ist es aber nicht. Denn das derzeitige Verlaufstief der Korrektur, liegt nur knapp unter dem 38,2er Fibonacci Retracement. Das zeigt, dass die Korrektur im Goldpreis auf einem relativ hohen Preisniveau stattfindet.

Ein Ausbruch aus einer bullischen Flagge (vgl. Chart oben) könnte das Signal für neue Rekordhochs sein. Flaggen stellen generell eine kurze Verschnaufpause nach einer dynamischen Bewegung dar. Interessant ist, dass diese Flaggen üblicherweise am Mittelpunkt einer Bewegung zu finden sind. Damit wird aus technischer Sicht deutlich, welches enorme Kurspotential noch in Gold steckt.

Die technische Großwetterlage ist somit „bullisch“.

Damit ist klar…

Solange der übergeordnete Aufwärtstrend intakt ist, sind eine Trendfortsetzung und damit eine weitere Bewegungswelle nach oben wahrscheinlicher. Aus Chance-Risiko Gesichtspunkten ist es deshalb sinnvoller Kursschwäche zu kaufen, als Kursstärke zu verkaufen.

Passt das aber auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Inflationsangst treibt Investoren in Gold

Die Angst vor der Geldentwertung treibt Anleger in das gelbe Edelmetall. Die aktuellen Daten verdeutlichen die negative Realverzinsung. Während es für US-Staatsanleihen mit einjähriger Laufzeit derzeit gerade mal 0,05 Prozent nominal gibt, schießt die Inflationsrate durch die Decke. Das belegen die gestern veröffentlichten Inflationsdaten aus den USA. Die jährliche Inflationsrate in den USA stieg von 4,2 Prozent im April 2021 auf 5,0 Prozent im Mai 2021 und lag damit deutlich über den Marktprognosen von 4,7 Prozent. Das ist der höchste Wert seit 2008.

Durch die niedrigen Zinsen auf Festgeldanlagen und die gleichzeitig anziehende Inflationsrate rutscht die Realverzinsung weiter ins Negative. Selbst Käufer von US-Bonds mit zehnjähriger Laufzeit verlieren bei einer Inflation von 5,0 Prozent unter dem Strich 3,47 Prozent an Kaufkraft. Nimmt man die US-Bonds mit einjähriger Laufzeit, kommt man auf einen Kaufkraftverlust von 4,95 Prozent.

Gold-Nachfrage zieht deutlich an

Im Mai flossen netto 61,3 Tonnen Gold im Wert von 3,4 Milliarden USD in die globalen Gold-ETFs. Damit konnten die ETF-Nettoabflüsse der letzten drei Monate gestoppt werden (vgl. Grafik unten). Insgesamt liegt das durch ETFs weltweit verwaltete Gold somit bei 3.628 Tonnen oder 222 Milliarden USD. Also nur noch neun Prozent unter dem Höchststand vom August 2020 von 240 Milliarden USD.

Chart vom 10.06.2021 Gold ETF Zu-/Abflüsse | Online Broker LYNX

Hauptreiber der Kapitalflüsse waren größere Fonds aus den USA (34,5 Tonnen, 2,1 Milliarden USD, +2%) und Europa (31,2 Tonnen, 1,6 Milliarden, +1,9%).

Damit ist klar…

Einerseits wird die expansive Geldpolitik der Notenbanken die Opportunitätskosten für Goldinvestments niedrig halten. Sollte die höhere Inflation nicht temporär sein, dürfte die Attraktivität von Gold als Absicherung gegen einen Kaufkraftverlust weiter zunehmen. Andererseits würde ein weiterer Anstieg der Inflation aber auch zu höheren Zinsen führen und die Attraktivität von Gold im Vergleich zu anderen renditeträchtigen Vermögenswerten verringern.

Entscheidend wird sein, ob die Inflation nur ein vorübergehender Effekt ist oder ob globale steuerliche Anreize und steigende Defizite zu einer stärkeren strukturellen Inflation führen, auf die die Anleger möglicherweise nicht vollständig vorbereitet sind. Das könnte dem Goldpreis zu einem neuen Rekordhoch verhelfen.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist für geduldige Anleger ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Kurze Verschnaufpause nach dem Ausbruch?

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1889 USD notiert. Also immer noch deutlich unter den letzten beiden großen Verlaufshochs bei 1.962 USD und 2.089 USD. Bevor das Rekordhoch bei 2.089 USD erneut erreicht werden kann, muss zunächst der horizontale Widerstand im Bereich von 1.955 USD bis 1.975 USD aus dem Weg geräumt werden (vgl. Chart unten).

Chart vom 10.06.2021 Kurs: 1.889 USD Kürzel: GC∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Aufwärtstrend signalisiert weiteren Preisanstieg

Das könnte mit dem Rückenwind des untergeordneten Aufwärtstrends erfolgen.

Wenn Sie einen genaueren Blick auf den Chart oben werfen, erkennen Sie diesen an den grün gekennzeichneten höheren Hochs und höheren Tiefs. Kurzfristig sind daher weitere Kursgewinne möglich. Aber…

Einerseits läuft dieser Aufwärtstrend schon seit Ende März und ist damit zeitlich schon fortgeschritten. Andererseits ist nach der 14,4 Prozent Kursrallye auch eine Verschnaufpause denkbar. Gewinnmitnahmen könnten dafür sorgen, dass der Verkaufsdruck kurzfristig größer wird.

Die Folge: Der Kurs könnte bis hinunter zu den nächsten Unterstützungen korrigieren. Diese verlaufen bei ca. 1.855 USD und 1.820 USD. Von hier aus wäre dann ein erneuter Angriff der Gold-Bullen denkbar. Denn…

Neben einem intakten Aufwärtstrend gibt es weitere Signale, die für einen steigenden Goldpreis sprechen:

Der schwache US-Dollar stützt den Goldpreis

Konnte die Leitwährung im ersten Quartal 2021 noch an Wert gewinnen und bis auf ein derzeitiges Jahreshoch bei 93 USD ansteigen, befindet sich der US-Dollar in den letzten Monaten in einer weiteren Abwertungswelle. Wenn Sie einen Blick auf den Chart unten werfen, erkennen Sie dies an den rot gekennzeichneten tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Das Ergebnis: Seit April hat der US-Dollar um über vier Prozent gegenüber anderen Währungen an Wert verloren.

Darüber hinaus befindet sich der Dollar Index (DX) bei 90,09 USD derzeit unter dem 50-Tage- und 200-Tage-Durchschnitt. Beide gleitenden Durchschnitte sind, wie Sie im Chart unten sehen, fallend. Damit ist eine weitere Abwertung des US-Dollars wahrscheinlicher.

Chart vom 10.06.2021 Kurs: 90,09 Kürzel: DX∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Erklärung DX: Der DX ist eine Kennzahl, die den Wert des USD gegenüber einem ausgewählten Währungskorb aus sechs Währungen (EUR, JPY, GBP, CAD, SEK, CHF) misst.

Da Gold in USD gehandelt wird, verbilligt ein schwächerer US-Dollar das Edelmetall für Anleger außerhalb des Dollarraums. Das dürfte sich positiv auf die Goldnachfrage und damit auch auf den Goldpreis auswirken.

Das Saisonale Muster im Gold ist vielversprechend

Wirft man einen Blick auf den durchschnittlichen Verlauf der letzten 20 Jahre, haben die Goldbullen jetzt wieder statistischen Rückenwind.

Grafik vom 10.06.2021 Saisonaler Verlauf Gold | Online Broker LYNX

Von Mitte Juni bis Anfang September ist ein gutes Zeitfenster für die Gold-Bullen. In diesem Zeitraum konnte der Goldpreis in den letzten 20 Jahren durchschnittlich um über vier Prozent anstiegen.

Schnäppchenjäger, die für ihren Gold-Einstieg ein gutes Timing suchen, sollten das im Hinterkopf behalten.

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Sollte es im Gold in den nächsten Tagen zu einer weiteren Korrekturwelle kommen, könnte der Preisbereich um 1.825 USD für Unterstützung sorgen. Hier sorgten Käufer bereits Mitte Mai für eine Unterstützung im Preischart.

Ferner notiert der Goldpreis dank der Preisrallye in den letzten Tagen wieder über dem einfachen 50-Tage-Durchschnitt (SMA) und dem einfachen 200-Tage-Durchschnitt (vgl. blaue und rote Linie im Chart oben). Diese Tatsache wird von vielen Markteilnehmern als bullisch interpretiert. Ein Test des 50er SMA bei 1.819 USD in den nächsten Tagen, könnte zusätzlich Käufer anziehen.

Darüber hinaus verläuft bei 1.827 USD das 38,2er Retracement der letzten Aufwärtsbewegung seit dem 31. März. Für viele technisch orientierte Anleger ist nach einer dynamischen Bewegung von 240 USD oder 14,4 Prozent, eine Korrektur auf das 38,2er Fibonacci-Level ein sehr interessantes Einstiegs-Niveau. Dieses Preisniveau könnte auch Käufer anziehen, die bisher der letzten Preisrallye nur zugeschaut haben und geduldig auf ein attraktives Einstiegslevel warten.

Außerdem befindet sich der Volumengewichtete Durchschnittskurs (VWAP) aller seit dem Verlaufstief Ende März gehandelten Futures-Kontrakte derzeit bei 1.819 USD. Da institutionelle Händler oft am VWAP gemessen werden, fungiert dieser volumenbasierte Preis oft als Unterstützung bzw. Widerstand im Preischart.

Darüber hinaus könnte im Unterstützungsbereich um 1.825 USD ein harmonisches Kursmuster vervollständigt werden. Diese Kursmuster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 2,77 für einen Long-Einstieg in den Gold-Future

Ein Test der oben beschriebenen Unterstützungszone könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Gold liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Gold profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 10.06.2021 Kurs: 1.886 USD Kürzel: GCQ1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,77 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 1.823 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1.796 USD, also unter dem letzten Verlaufstief, absichern.

Ein erstes mögliches Gewinnziel könnte bei 1.898 USD liegen. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,77. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Weitere Ziele wären 1.920 USD und danach 1.965 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1.859 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko für den Trade auf null reduziert.

Fazit der Gold-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Rohstoffes Gold zeigt: Eine mögliche Korrektur im aktuell laufenden Aufwärtstrend, würde eine attraktive Chance für einen Long-Trade eröffnen. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 1.823 USD liegen.

Falls es im Gold-Future von dort weg zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,77 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass im Falle ansteigender Renditen der US-Staatsanleihen und einer anhaltenden Hausse an den Aktienmärkten, der Goldpreis weiter unter Druck gerät.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den August 2021 Kontrakt des Gold-Futures (Symbol: GCQ1), oder den kleineren Micro-Future (Symbol: MGCQ1) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit, hat derzeit das größte Handelsvolumen. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen.

Alternativ können Sie auch in Goldminen-Aktien investieren, um von einem steigenden Goldpreis zu profitieren. Hier finden Sie eine spannende Auswahl: Die besten Gold Aktien.

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