Goldanleger atmen auf. In der Spitze konnte sich der Goldpreis vom September-Tief um 5,5 Prozent erholen. Wie ist dieser Kursanstieg zu bewerten? War das bereits der Startschuss für eine größere Rallye? Oder ist es noch zu früh für einen Einstieg? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer aussichtsreichen Trade-Idee in dieser Gold-Analyse.

Rückblick: Goldpreis erholt sich

Die Kursverluste im September dürften den Gold-Anlegern gar nicht geschmeckt haben. In der Spitze rauschte der Preis für das Edelmetall 6,3 Prozent in die Tiefe. Und das bei immer höheren Inflationsdaten. Das dürfte so manchen Anleger ins Grübeln gebracht haben.

Doch der Kursrutsch wurde von den Bullen zum Einstieg genutzt. Bei Kursen um die 1.730 USD kamen vermehrt Käufer zurück in den Markt. Die Folge: Die Nachfrage wurde größer und größer und überstieg schließlich das Angebot. Anschlusskäufe ließen den Kurs bis 1.765 USD ansteigen. Nach einer Verschnaufpause zwischen 1.750 und 1.770, konnte der Goldpreis sogar die runde Marke von 1.800 USD durchbrechen.

Insgesamt konnte sich der Goldpreis, gerechnet vom Verlaufstief bei 1.721,1 USD, um 5,5 Prozent erholen. Denn letzten Freitag wurden für einen Gold-Kontrakt mit Laufzeit Dezember 2021 (Kürzel: GCZ1) bereits wieder 1.815,5 USD gezahlt. Also fast 100 USD mehr als noch vor einem Monat (vgl. Chart unten).

Chart vom 28.10.2021 Kurs: 1.803 USD Kürzel: GCZ1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Nach einem Rücksetzer zu Beginn dieser Handelswoche, nähert sich der Kurs wieder dem letzten Verlaufshoch an.

Als Goldanleger fragt man sich: Geht die Goldrallye weiter? Haben wir die Tiefs für dieses Jahr gesehen und ist das vielleicht sogar der Start einer viel größeren Rallye?

Um eine Antwort auf die Frage zu finden, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Konsolidierung im Aufwärtstrend

Chart vom 28.10.2021 Kurs: 1.802 USD Kürzel: XAUUSD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Langjähriger Aufwärtstrend ist noch intakt

Ein Blick auf den Monatschart (Logarithmische Darstellung) des Rohstoffes Gold (Kürzel: XAUUSD) oben zeigt eine Abfolge von höheren Verlaufshochs und höheren Verlaufstiefs. Grundbestandteile eines übergeordnet intakten Aufwärtstrends.

Daran ändert auch die derzeitige Korrektur noch nichts. Große Kursanstiege, wie im Gold von 914 USD oder 78,85 Prozent, werden generell entweder über den Preis oder über die Zeit konsolidiert. Nur so können genügend Käufer für die nächsten Kursschub gefunden werden.

In der Spitze hat sich der Preis für eine Feinunze seit dem Rekordhoch bei 2.089 USD um 400 USD verbilligt. Das klingt erstmal viel, ist es aber nicht. Denn das derzeitige Verlaufstief der Korrektur, liegt nur knapp unter dem 38,2er Fibonacci Retracement. Das zeigt, dass die Korrektur im Goldpreis, gemessen an der vorangegangen Aufwärtsbewegung, auf einem relativ hohen Preisniveau stattfindet.

Ein mögliches Signal für ein Ende der Korrektur wäre der Ausbruch aus einer bullischen Flagge (vgl. Chart oben). Der Durchbruch der Abwärtstrendlinie könnte neue Käufer anziehen.

Für die Bullen ist der Bereich zwischen 1.680 USD und 1.700 USD extrem wichtig. Denn sollte der Goldpreis mit einem Monatsschlusskurs darunter schließen und somit ein neues Verlaufstief markieren, ist die übergeordnete Trendumkehr vollzogen. Eine Abfolge von tieferen Hochs und tieferen Tiefs, würden dann weitere Kursverluste wahrscheinlicher machen. Schaffen es die Bullen nicht die Marke von 1.680 USD zu verteidigen, könnte es aufgrund von Verkaufssignalen schnell in Richtung 1.550 USD gehen.

Doch danach sieht es aktuell aber nicht aus. Mit dem Kursanstieg im Oktober nähert sich der Kurs der schrägen Abwärtstrendlinie von unten an (vgl. Chart oben). Ein Durchbruch würde ein Kaufsignal auslösen und weitere Käufer in den Markt ziehen.

Die technische Großwetterlage ist somit als „leicht bullisch“ zu bewerten.

Passt das aber auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Renditen, Inflation und Realzinsen

Der starke Anstieg der Renditen für US-Staatsanleihen ist derzeit wohl der größte Dorn im Auge der Gold-Bullen. Die Bonds mit zehnjähriger Laufzeit bringen aktuell 1,544 Prozent Rendite. Seit dem Tief im Sommer konnten die Renditen damit um über 50 Prozent zulegen. Bei den Bonds mit zweijähriger Laufzeit gehen die Rendite gerade durch die Decke. Diese liegen mit 0,554 Prozent derzeit doppelt so hoch wie noch Anfang Oktober.

Je höher die Renditen steigen, desto schlechter für Gold, da das Edelmetall als alternative Anlageklasse keine Zinsen abwirft. Jedoch ist das nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite steigen auch die Inflation bzw. die Inflationserwartung an.

In den USA stieg die jährliche Inflationsrate im September auf 5,4 Prozent. Das übertraf die vom Markt erwarteten 5,3 Prozent. Darüber hinaus stiegen auch die Inflationserwartungen für das Jahr von 5,2 auf 5,3 Prozent. Das ist der elfte monatliche Anstieg in Folge. Auch die Inflationserwartung für die nächsten drei Jahre stieg von 4,0 auf 4,2 Prozent.

Doch der entscheidende Punkt ist die Entwicklung der Realrenditen

Zwar steigen Inflationsrate und Inflationserwartung derzeit an, jedoch nicht in dem Maße wie es die Renditen am kurzen Ende tun. Eine Verdopplung der Renditen für zweijährige US-Bonds führt immer noch zu einer negativen Realrendite von ca. 3,64 Prozent, jedoch ist diese nicht mehr so hoch wie noch vor einem Monat. Sollten die Anleihenrenditen weiter ansteigen und somit die Realrendite weniger negativ werden, wäre das schlecht für den Inflationsschutz Gold. Schließlich gibt es genügend alternative Anlageklassen, wie den US-Aktienmarkt, der von einem Rekordhoch zum nächsten läuft.

Kapital fließt aus Gold-ETFs

Angesichts der Entwicklung am Aktien- und Anleihenmarkt verwundert es deshalb nicht, dass Goldgedeckte ETFs (Gold-ETFs) im September Nettoabflüsse von 15,2 Tonnen verzeichneten. Die Abflüsse in Europa (-11,5 Tonnen) und in Nordamerika (-6,6 Tonnen) konnten dabei nur teilweise durch Zuflüsse aus Asien (+2,4 Tonnen) ausgeglichen werden (vgl. Grafik unten).

Chart vom 28.10.2021 Gold-ETF Flows | Online Broker LYNX

Gold-Angebot sinkt trotz gestiegener Minenproduktion

Die Goldproduktion in den Minen ist im dritten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Wurden in Q3 2020 919 Tonnen Gold abgebaut waren es im letzten Quartal 959,5 Tonnen. Das ist ein Anstieg von vier Prozent.

Dieses Plus wurde jedoch durch den Rückgang an recyceltem Gold und der geringeren Absicherung der Produzenten am Terminmarkt kompensiert. Das Angebot von recyceltem Gold fiel im Jahresvergleich um 22 Prozent. Die Netto-Absicherung der Produzenten fiel um 18,6 Tonnen, denn die Margen sind bei dem derzeitigen Goldpreis noch angenehm hoch. Daher wurden von den Goldminenunternehmen nur wenig neue Absicherungen gemeldet.

In Summe ist damit das Gold-Angebot in Q3 2021, trotz einer gesteigerten Goldminenproduktion, um vier Prozent gefallen (vgl. Grafik unten).

Tabelle vom 28.10.2021 Gold-Angebot Q3 2021 | Online Broker LYNX

Abflüsse aus den Gold-ETFs. Fallende Preis trotz geringerem Angebot. Der Goldpreis zeigt noch kein richtiges Zeichen von Stärke. Wo könnte also für Anleger ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Short-Trade sein?

Ausblick: Kreuzwiderstand als Short-Einstieg nutzen?

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1.804 USD notiert. Also unter dem letzten Verlaufshoch bei 1.836,9 USD. Bevor das Rekordhoch bei 2.089 USD erneut erreicht werden kann, müssen zunächst eine Reihe von horizontalen Widerständen durchbrochen werden (vgl. Chart unten).

Chart vom 28.10.2021 Kurs: 1.804 USD Kürzel: GC∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Abwärtstrend signalisiert weitere Kursverluste

Trotz der Kursgewinne in Höhe von 5,5 Prozent im Oktober, kämpfen die Gold-Bullen immer noch mit einem intakten Abwärtstrend. Diesen erkennen Sie im Chart oben an den rot markierten tieferen Verlaufshochs und tieferen Verlaufstiefs.

Erst wenn die Bullen es schaffen sollten, diesen Abwärtstrend zu brechen, wäre Raum für weitere Kursanstiege. Dafür müssen aber zunächst die Widerstandszonen um 1.800 USD und 1.840 USD überwunden werden. Danach wäre die nächste Anlaufstelle der Preisbereich um die Marke von 1.900 USD. Darüber sind Kursziele von 2.000 USD und 2.100 denkbar.

Doch solange der Abwärtstrend intakt ist, sind kurzfristig weitere Kursverluste wahrscheinlicher. Sollte der Goldpreis noch etwas über die Marke von 1.800 USD ansteigen, könnten Händler den Preisanstieg nutzen, um ihre Long-Positionen abzubauen. Das zusätzliche Angebot könnten die Bären für ihren nächsten Angriff nutzen und für einen weiteren Kursrutsch sorgen. Erstes Ziel auf der Unterseite wäre das letzte Verlaufstief bei 1.721 USD. Sollte diese Marke nicht gehalten werden können, wäre ein schneller Kursrutsch in den Bereich 1.680 USD zu erwarten. Hier befindet sich eine wichtige horizontale Unterstützung.

Neben einem Abwärtstrend gibt es weitere Signale, die für einen fallenden Goldpreis sprechen.

Diese technischen Verkaufssignale sollten Sie auf dem Radar haben

Zwar notiert der Goldpreis aufgrund der Kursgewinne in den letzten Wochen wieder über dem einfachen 50-Tage sowie dem 200-Tage-Durchschnitt (vgl. blaue und rote Linie im Chart oben). Der 200-Tage-Durchschnitt als übergeordneter Trend-Indikator fällt aber noch.

Sollte es im Gold in den nächsten Tagen zu einem kleinen Preisanstieg kommen, könnte der Preisbereich von 1.820 USD bis 1.835 USD für einen hartnäckigen Widerstand sorgen. Denn genau hier trifft ein horizontaler Widerstand auf eine Abwärtstrendlinie. Beide Widerstände bilden einen sogenannten Kreuzwiderstand. Kreuzwiderstände signalisieren uns mögliche Umkehrpunkte im Chart.

Ferner wird in dieser Widerstandszone ein Harmonisches Kursmuster vervollständigt. Diese Muster signalisieren uns ebenfalls mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 2,26 für einen Short-Einstieg in den Gold-Future

Ein Test der oben beschriebenen Widerstandszone könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Short-Trade in Gold liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Abwärtsbewegung im Gold profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 28.10.2021 Kurs: 1.803 USD Kürzel: GCZ1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterherzurennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,26 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Short-Trade entscheiden, können Sie bei 1.823,5 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1.859 USD, also über dem letzten Verlaufshoch, absichern.

Ein erstes mögliches Gewinnziel könnte bei 1.743 USD liegen. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,26. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Weitere Ziele wären 1.680 USD und danach 1.580 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1.785 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko für den Trade auf null reduziert.

Fazit der Gold-Analyse:

Die aktuelle Gold-Analyse zeigt: Die Korrektur im derzeit untergeordnet laufenden Abwärtstrend könnte eine attraktive Chance für einen Short-Trade eröffnen. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 1.823 USD liegen.

Falls es im Gold-Future von dort weg zu einer weiteren Abwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,26 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass die Konjunkturaussichten sich aufgrund von Covid-19 Mutationen wieder eintrüben, die Inflation durch die Decke geht und Gold deshalb als „Sicherer Hafen“ wieder vermehrt gesucht wird.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den Dezember 2021 Kontrakt des Gold-Futures (Symbol: GCZ1), oder den kleineren Micro-Future (Symbol: MGCZ1) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit hat derzeit das größte Handelsvolumen. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen.

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