Der Goldpreis erlitt zum Ende des 2. Quartals hin einen Schwächeanfall. Im Juni ging es mit dem Edelmetall fast neun Prozent bergab. Ein freundlicher Start ins 2. Halbjahr konnte den Abverkauf bislang bremsen. Ist das jetzt die Trendwende, oder muss mit einem weiteren Kursrutsch gerechnet werden? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer aussichtsreichen Trade-Idee in dieser Gold-Analyse.

Rückblick: Herber Rückschlag für die Bullen

Bis Ende Mai durften sich die Goldanleger über ein starkes 2. Quartal freuen. Denn im April und Mai konnte der Goldpreis in der Spitze fast 15 Prozent zulegen. Mit Kursen über 1.900 USD war das Rekordhoch in greifbare Nähe gerückt. Doch dann kam alles anders…

Die Anschlusskäufe blieben aus und so rutschte der Goldpreis im Juni um 169 USD oder fast neun Prozent ab. Am 29. Juni wurden für einen Gold-Kontrakt mit Laufzeit August 2021 (Kürzel: GCQ1) nur noch 1.750,10 USD gezahlt (vgl. Chart unten).

Chart vom 15.07.2021 Kurs: 1825 USD Kürzel: GCQ1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Zu Beginn des 3. Quartals kamen die Käufer wieder zurück in den Markt und nutzten die Preisabschläge zum Einstieg. So konnte sich der Goldpreis in den letzten beiden Wochen um 85 USD oder 4,85 Prozent erholen.

Jetzt fragt man sich: Ist das schon die Trendwende im Gold, oder muss mit einem weiteren Kursrutsch gerechnet werden?

Um eine Antwort auf die Frage zu finden, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Ausbruch aus der Korrektur erstmal gescheitert

Chart vom 15.07.2021 Kurs: 1822 USD Kürzel: XAUUSD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Langjähriger Aufwärtstrend ist intakt

Ein Blick auf den Monatschart (Logarithmische Darstellung) des Rohstoffes Gold (Kürzel: XAUUSD) oben zeigt eine Abfolge von höhere Verlaufshochs und höheren Verlaufstiefs. Grundbestandteile eines übergeordnet intakten Aufwärtstrends.

Daran ändert auch die derzeitige Korrektur nichts. Große Kursanstiege, wie hier bei Gold von 914 USD oder 78,85 Prozent, werden generell entweder über den Preis oder über die Zeit konsolidiert. Nur so können genügend Käufer für die nächsten Kursschub gefunden werden.

In der Spitze hat sich der Preis für eine Feinunze seit dem Rekordhoch bei 2.089 USD um 400 USD verbilligt. Das klingt erstmal viel, ist es aber nicht. Denn das derzeitige Verlaufstief der Korrektur, liegt nur knapp unter dem 38,2er Fibonacci Retracement. Das zeigt, dass die Korrektur im Goldpreis auf einem relativ hohen Preisniveau stattfindet.

Ein mögliches Signal für ein Ende der Korrektur haben wir Ende Mai erhalten. Denn zu diesem Zeitpunkt erfolgte der Ausbruch aus einer bullischen Flagge (vgl. Chart oben). Der Durchbruch der Abwärtstrendlinie konnte jedoch nicht durch Anschlusskäufe bestätigt werden. Diese Chance nutzten die Bären und trieben den Preis nach unten, wieder zurück in den Abwärtstrendkanal.

Damit ist die Chance auf neue Rekordhochs jedoch noch nicht vom Tisch. Denn mit der Kurserholung im Juli befinden wir uns erneut kurz vor einem möglichen Ausbruch aus der bullischen Flagge. Flaggen stellen generell eine kurze Verschnaufpause nach einer dynamischen Bewegung dar. Interessant ist, dass diese Flaggen üblicherweise am Mittelpunkt einer größeren Bewegung zu finden sind. Damit wird aus technischer Sicht deutlich, welches enorme Kurspotential noch in Gold steckt.

Die technische Großwetterlage ist somit trotz des Fehlausbruchs „bullisch“.

Damit ist klar…

Solange der übergeordnete Aufwärtstrend intakt ist, sind eine Trendfortsetzung und damit eine weitere Bewegungswelle nach oben wahrscheinlicher. Aus Chance-Risiko Gesichtspunkten ist es deshalb sinnvoller Kursschwäche zu kaufen, als Kursstärke zu verkaufen.

Passt das aber auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Zunehmende Inflationsangst treibt Investoren in Gold

Die Angst vor der Geldentwertung treibt Anleger in das gelbe Edelmetall. Die aktuellen Daten verdeutlichen die negative Realverzinsung. Während es für US-Staatsanleihen mit einjähriger Laufzeit derzeit gerade mal 0,07 Prozent nominal gibt, schießt die Inflationsrate durch die Decke. Das belegen die am Dienstag veröffentlichten Inflationsdaten aus den USA. Die jährliche US-Inflationsrate stieg von 5 Prozent im Mai 2021 auf 5,4 Prozent im Juni 2021 und lag damit deutlich über den Marktprognosen von 4,9 Prozent. Das ist der höchste Wert seit 2008.

Durch die niedrigen Zinsen auf Festgeldanlagen und die gleichzeitig anziehende Inflationsrate rutscht die Realverzinsung weiter ins Negative. Selbst Käufer von US-Bonds mit zehnjähriger Laufzeit verlieren bei einer Inflation von 5,4 Prozent unter dem Strich 4,08 Prozent an Kaufkraft. Nimmt man die US-Bonds mit einjähriger Laufzeit, kommt man auf einen Kaufkraftverlust von 5,33 Prozent.

Gold im Bann der Notenbanken

Einerseits hält die expansive Geldpolitik der Notenbanken die Opportunitätskosten für Goldinvestments niedrig. Sollte die höhere Inflation doch nicht temporär sein, dürfte die Attraktivität von Gold als Absicherung gegen einen Kaufkraftverlust weiter zunehmen. Andererseits würde ein weiterer Anstieg der Inflation aber auch über kurz oder lang zu höheren Zinsen führen und die Attraktivität von Gold im Vergleich zu anderen renditeträchtigen Vermögenswerten verringern.

Entscheidend wird sein, ob die Inflation nur ein vorübergehender Effekt ist oder ob globale steuerliche Anreize und steigende Defizite zu einer stärkeren strukturellen Inflation führen, auf die die Anleger möglicherweise nicht vollständig vorbereitet sind. Das könnte dem Goldpreis zu einem neuen Rekordhoch verhelfen.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist für Anleger ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Schaffen die Bullen diesmal den Ausbruch?

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1.828 USD notiert. Also immer noch deutlich unter dem letzten Verlaufshoch bei 1.919 USD. Bevor das Rekordhoch bei 2.089 USD erneut erreicht werden kann, müssen zunächst die horizontalen Widerstände im Bereich von 1.850 USD und um die Marke von 1.915 USD aus dem Weg geräumt werden (vgl. Chart unten).

Chart vom 15.07.2021 Kurs: 1.828 USD Kürzel: GC∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Trendbruch und Ausbruch signalisieren weiteren Preisanstieg

Die Chancen für steigende Kurse haben sich aufgrund eines untergeordneten Trendbruchs deutlich erhöht. Der untergeordnete, im Chart rote markierte, Abwärtstrend konnte mit Kursen über 1.800 USD durchbrochen werden.

Zusätzlich liefert der erneute Durchbruch der Abwärtstrendlinie nach oben ein Indiz dafür, dass die Käufer derzeit am Drücker sind. Sowohl der Trendbruch wie auch der Durchbruch könnte neue Käufer in den Markt ziehen. Denn jetzt scheint der Weg zu 1.850 USD und danach bis 1.915 USD frei zu sein.

Dafür müssen aber zunächst der 50-Tage-Durchschnitt bei 1.836,50 USD und der 200-Tage-Durschnitt bei 1.829,40 USD überwunden werden. Ob das bereits im ersten Anlauf passiert, bleibt abzuwarten. Denn ganz ohne Widerstand werden die Bären wohl nicht das Handtuch werfen. Mit den gleitenden Durchschnitten im Rücken, könnten die Verkäufer erneut zurückschlagen. Die Folge wäre…

Ein Test der Abwärtstrendlinie und der Horizontalen Unterstützung im Bereich von 1.800 USD. Denn hier könnten die Käufer, wie schon in den letzten Tagen, erneut für einen Wechsel des Kräfteverhältnisses sorgen.

Sollte die Marke von 1.800 USD jedoch nicht gehalten werden können, wäre ein schneller Kursrutsch in den Bereich des letzten Verlaufstiefs bei 1.750 USD zu erwarten. Darunter wäre der Weg bis 1.675 USD frei.

Neben einem Trendbruch auf untergeordneter und übergeordneter Trendebene gibt es weitere Signale, die für einen steigenden Goldpreis sprechen:

Der US-Dollar – das Zünglein an der Waage

Die US-Leitwährung hat seit dem Hoch im letzten Jahr bei fast 104 USD deutlich an Wert verloren. Messen kann man das mit dem Dollar-Index (DX). Zur Erklärung: Der DX ist eine Kennzahl, die den Wert des USD gegenüber einem ausgewählten Währungskorb aus sechs Währungen (EUR, JPY, GBP, CAD, SEK, CHF) misst.

Mit Blick auf den Chart unten können Sie erkennen, dass die Leitwährung im ersten Quartal 2021 gegen den laufenden Abwärtstrend bis auf ein derzeitiges Jahreshoch bei 93 USD ansteigen konnte. Danach drehte der US-Dollar wieder nach unten und testete des letzte Verlaufstief im Bereich von 89,16 USD. Dieses wurde jedoch nicht mehr unterschritten. Denn die Käufer schafften es bereits bei 89,50 USD das Ruder herumzureißen und die Kurse im Anschluss über die gleitenden Durchschnitte an die flacher verlaufende Abwärtstrendlinie heranzutreiben (vgl. Chart unten).

Chart vom 15.07.2021 Kurs: 92,48 Kürzel: DX∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

An dieser Trendlinie wird es wohl zu einer Entscheidung kommen. Beim Bruch der Abwärtstrendlinie könnte der US-Dollar zügig in Richtung der Marke von 97 USD laufen. Die Dollar-Aufwertung würde die Rohstoffpreise unter Druck bringen. Denn die meisten Rohstoffe, wie auch Gold, werden in USD gehandelt. Ein stärkerer US-Dollar würde damit das Edelmetall für Anleger außerhalb des Dollarraums verteuern. Das dürfte sich negativ auf die Goldnachfrage und damit auf den Goldpreis auswirken.

Prallt der Kurs jedoch von der Abwärtstrendlinie nach unten ab, könnte ein schwächerer US-Dollar das Edelmetall verbilligen. Das wiederum dürfte den Gold-Bullen den Rücken stärken.

Das Saisonale Muster im Gold ist vielversprechend

Wirft man einen Blick auf den durchschnittlichen Verlauf der letzten 20 Jahre, haben die Gold-Bullen in Kürze wieder statistischen Rückenwind.

Grafik vom 15.07.2021 Saisonaler Verlauf Gold | Online Broker LYNX

Von Ende Juli bis Anfang September ist ein gutes Zeitfenster für die Gold-Bullen. In diesem Zeitraum konnte der Goldpreis in den letzten 20 Jahren durchschnittlich um über drei Prozent ansteigen.

Schnäppchenjäger, die für ihren Gold-Einstieg ein gutes Timing suchen, sollten das im Hinterkopf behalten.

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Sollte es im Gold in den nächsten Tagen zu einer kleinen Preiskorrektur kommen, könnte der Preisbereich um 1.800 USD für Unterstützung sorgen. Hier sorgten Käufer bereits letzte Woche für eine Unterstützung im Preischart.

Darüber hinaus verläuft bei 1.800,40 USD das 78,6er Retracement der letzten untergeordneten Aufwärtsbewegung seit dem 12. Juli. Für viele technisch orientierte Anleger ist das 78,6er Fibonacci-Level einer Korrektur ein sehr interessantes Einstiegs-Niveau. Dieses Preisniveau könnte auch Käufer anziehen, die bisher der letzten Preisrallye nur zugeschaut haben und geduldig auf ein attraktives Einstiegslevel warten.

Außerdem befindet sich der Volumengewichtete Durchschnittskurs (VWAP) aller seit dem Verlaufstief Ende März gehandelten Futures-Kontrakte derzeit bei 1.799,80 USD. Da institutionelle Händler oft am VWAP gemessen werden, fungiert dieser volumenbasierte Preis oft als Unterstützung bzw. Widerstand im Preischart.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 2 für einen Long-Einstieg in den Gold-Future

Ein Test der oben beschriebenen Unterstützungszone könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Gold liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Gold profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 15.07.2021 Kurs: 1.840 USD Kürzel: GCQ1 Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 1.800 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1.778 USD, also unter dem letzten Verlaufstief, absichern.

Ein erstes mögliches Gewinnziel könnte bei 1.844 USD liegen. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Weitere Ziele wären 1.850 USD und danach 1.865 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1.813 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko für den Trade auf null reduziert.

Fazit der Gold-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Rohstoffes Gold zeigt: Eine mögliche Korrektur im aktuell untergeordnet laufenden Aufwärtstrend würde eine attraktive Chance für einen Long-Trade eröffnen. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 1.800 USD liegen.

Falls es im Gold-Future von dort weg zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass im Falle ansteigender Renditen der US-Staatsanleihen und einer anhaltenden Hausse an den Aktienmärkten, der Goldpreis weiter unter Druck gerät.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den August 2021 Kontrakt des Gold-Futures (Symbol: GCQ1), oder den kleineren Micro-Future (Symbol: MGCQ1) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit hat derzeit das größte Handelsvolumen. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen.

Alternativ können Sie auch in Goldminen-Aktien investieren, um von einem steigenden Goldpreis zu profitieren. Hier finden Sie eine spannende Auswahl: Die besten Gold Aktien.

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