Seit Anfang November kennt der Goldpreis nur eine Richtung: aufwärts. Aktuell notiert das gelbe Edelmetall bei 1.778 USD rund 10 Prozent über dem Jahrestief. Ist damit die Durststrecke für Goldanleger zu Ende? Wenn ja, wie könnte man von einem weiter steigenden Goldpreis profitieren? Antworten erhalten Sie anhand einer attraktiven Trade-Idee in dieser Gold-Analyse.

Rückblick: Konnten Sie von der letzten Goldpreis-Analyse profitieren?

Erstmal Glückwunsch an die entschlossenen Leser, die sich von meiner Trade-Idee im Gold haben inspirieren lassen. Diese hatte ich Ihnen in der Gold-Analyse vom 04. November vorgestellt. Der Long-Trade hat sich ausgezahlt. Denn nach dem Einstieg bei 1.621 USD wurden sowohl das erste Gewinnziel bei 1.666 USD als auch das erweiterte Profit Target bei 1.735 USD erreicht. Mit dem Einsatz eines GC-Future hätten theoretisch Gewinne von ca. 4.500 USD bzw. 11.400 USD erzielt werden können. Selbst mit dem kleineren MGC-Future hätten ca. 450 USD bzw. 1.140 USD Gewinn verbucht werden können.

Maßgeblich dazu beigetragen hat die Kaufwelle vom 03. bis 15. November. Käufer haben in diesem Zeitraum den Goldpreis in der Spitze um 10,5 Prozent nach oben getrieben. Denn am letzten Verlaufshoch musste man für eine Unze Gold 1.786 USD bezahlen. Das sind über 169 USD mehr als zu Beginn des Monats (vgl. Chart unten).

Chart vom 01.12.2022 Kurs: 1.778 USD Kürzel: GC 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX 

Im Verlauf der letzten beiden Handelswochen konnte sich der Goldpreis zwischen 1.725 USD und 1.780 USD stabilisieren.

Jetzt fragt man sich…

Folgt eine weitere Korrekturwelle, oder geht die Goldrallye weiter?

Um eine Antwort zu finden, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Gold mit Bärenfalle?

Chart vom 01.12.2022 Kurs: 1.779 USD Kürzel: XAUUSD Monatskerzen | Online Broker LYNX 

Aufwärtstrend ist gebrochen

Verschaffen wir uns zunächst einen Überblick aus der Vogelperspektive. Dazu werfen wir einen Blick auf den Monatschart in der logarithmischen Darstellung. Was fällt auf?

2018 startete im Gold eine dynamische Kursrallye. Dabei konnte der Preis für eine Unze Gold in der Spitze um 78 Prozent oder 914 USD ansteigen und hat bei 2.075 USD seinen Höhepunkt markiert. Elementarer Bestandteil des Aufwärtstrends war bis vor kurzem die Abfolge von höheren Verlaufshochs und höheren Verlaufstiefs. Diese sind im Chart oben grün markiert.

Nachdem dieser Trend in den letzten 26 Monaten deutlich an Dynamik verloren hat, ist er nun gebrochen. Durch einen Schlusskurs im September bei 1.660 USD wurde die Unterstützung der Seitwärtsrange bei 1.680 USD nachhaltig nach unten durchbrochen.

Durch den charttechnischen Trendbruch verliert das übergeordnet bullishe Szenario seine Gültigkeit. In diesem Fall könnte der Goldpreis schnell in Richtung 1.550 USD abverkauft werden. Vom jetzigen Kursniveau aus entspräche das einem Korrekturpotenzial von 229 USD oder 12,9 Prozent.

Danach schaut es nach dem dynamischen Kursanstieg von über 10 Prozent im November aber nicht aus. Das Momentum der Gold-Bullen spricht für weitere Kursanstiege. Entsprechend könnte sich der Trendbruch als lupenreine Bärenfalle entpuppen.

Für eine übergeordnete Trendfortsetzung muss jedoch der Widerstand bei 2.075 USD überwunden werden. Nächste Kursziele auf der Oberseite sind bei 2.158 USD und danach bei 2.346 USD auszumachen.

Die technische Großwetterlage ist aufgrund des Trendbruchs und der darauffolgenden Kursrallye wieder auf „neutral“ gedreht.

Passt das auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Fed-Chef Powell ändert seine Haltung

Der Vorsitzende der US-Notenbank Jerome Powell hat in seiner Rede am Brooklyn Institut diese Woche seine Rhetorik geändert. Der Fed-Chef bestätigte das, was der Markt mit der Rallye am Aktienmarkt schon erwartet hat. Die Zentralbank wird ihr Tempo der Zinserhöhungen verlangsamen. Entsprechend wird für die Fed-Sitzung am 14. Dezember mit einer Anhebung der Zinssätze von 50 Basispunkten gerechnet.

Das drückt die Renditen für US-Staatsanleihen. Bekam man für die 10-jährigen US-Bonds am 21. Oktober im Hoch noch 4,33 Prozent, waren es diese Woche am Donnerstag nur noch 3,58 Prozent. Das sind 17,3 Prozent weniger als noch vor gut einem Monat.

Mit den fallenden Anleiherenditen werden festverzinsliche Anlagen unattraktiver. Gleichzeitig rückt ein Edelmetallinvestment als Inflationsschutz, welches ja keine Zinsen abwirft, wieder mehr in den Fokus.

Schwacher US-Dollar stützt den Goldpreis

Mit der Bestätigung von Powell, dass der US-Zinserhöhungszyklus wohl früher als erwartet enden könnte, verringert sich auch die Zinsdifferenz zu anderen Währungen wie z.B. dem Euro oder dem Yen. Das hat dazu geführt, dass der US-Dollar seit Anfang Oktober über acht Prozent an Wert verloren hat.

Messen kann man die Stärke bzw. die Schwäche des US-Dollars mit dem Dollar-Index (DX). Zur Erklärung: Der DX ist eine Kennzahl, die den Wert des USD gegenüber einem ausgewählten Währungskorb aus sechs Währungen (EUR, JPY, GBP, CAD, SEK, CHF) misst. Im Chart unten erkennen Sie die zuletzt schwache Vorstellung des US-Dollars anhand der langen roten Monatskerze.

Der schwache US-Dollar ist ein Grund, warum der Goldpreis in den letzten Wochen Stärke gezeigt hat. Denn verliert der USD im Vergleich zu anderen Währungen an Wert, wird Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums billiger. Schließlich muss man für das in USD gehandelte Gold weniger seiner Landeswährung in USD tauschen.

Charttechnisch befindet sich der DX auf der 200-Tage-Linie. Prinzipiell sind hier zwei Szenarien denkbar.

Hält die Unterstützung im Bereich von 105, dann könnte der Dollar-Index von hier den Aufwärtstrend wieder aufnehmen. Das würde den Druck auf den Goldpreis erhöhen.

Bricht der US-Dollar hingegen die Unterstützung im Bereich von 105, dann würden die nächsten Korrekturziele bei 104 und 101 aktiviert werden. Ein schwacher US-Dollar würde den Gold-Bullen weiterhin Rückenwind geben.

Technisch könnte sich der Trendbruch als Bärenfalle entpuppen. Fundamental könnte die weniger „hawkische“ Haltung der US-Notenbank dem Edelmetall unter die Arme greifen.

Ausblick: Test der Unterstützung zum Long-Einstieg nutzen?

Schauen wir uns im Tageschart an, wie sich die fundamentalen Rahmenbedingungen zuletzt auf den Goldpreis ausgewirkt haben. Was fällt auf?

Dort erkennen wir, dass der Goldpreis am Spotmarkt seit dem Jahreshoch im März bei 2.070 USD in der Spitze um über 22 Prozent gefallen ist. Dabei formte der Kursverlauf einen untergeordneten Abwärtstrend. Elementarer Bestandteil des Abwärtstrends ist die Abfolge von tieferen Verlaufshochs und tieferen Verlaufstiefs. Diese sind im Chart unten mit roten Quadraten markiert.

Chart vom 01.12.2022 Kurs: 1.778 USD Kürzel: XAUUSD Tageskerzen | Online Broker LYNX 

Abwärtstrend gebrochen – folgen weitere Kursanstiege?

Die in der letzten Gold-Analyse festgestellte abnehmende Qualität des Abwärtstrends hat bereits das signalisiert, was dann auch eingetroffen ist – eine technisches Bodenbildung im Bereich von 1.630 USD. Auf diesem Kursniveau haben die Gold-Käufer das Ruder übernommen. Das Resultat: Ein dynamischer Kursanstieg über das letzte Verlaufshoch und ein Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal. Damit ist der seit März andauernde Abwärtstrend Geschichte. Das Szenario einer möglichen Trendwende nimmt immer mehr Form an.

In Folge des Trendbruchs notiert Gold wieder deutlich über dem kurzfristigen Trendindikator – dem 50-Tage-Durchschnitt (vgl. blaue Linie im Chart oben). Auch das sollte den Bullen den nötigen Rückenwind für weitere Preisanstiege geben.

Dafür müssen die Bullen aber zunächst den technischen Widerstand am Spotmarkt im Bereich von 1.800 USD knacken. Der erste Versuch ist im November deutlich gescheitert. Erst ein nachhaltiger Kursanstieg über diese Marke, würde das nächste Kursziel im Bereich von 1.880 USD aktivieren. Vom aktuellen Kurs gerechnet, besteht dann ein Anstiegspotenzial von 100 USD oder 5,6 Prozent.

Unterstützt wird der Goldpreis derzeit im Bereich von 1.730 USD. Sollte diese technische Unterstützung brechen, könnte der Preis für das Edelmetall wieder unter die runde Kursmarke von 1.700 USD fallen und ein Korrekturziel der dynamischen Aufwärtswelle bei 1.681 USD erreichen.

Solange der Goldpreis nicht unter das letzte Verlaufstief bei 1.614 USD fällt, bleibt die Chance auf eine erfolgreiche Trendwende bestehen. Erst unter dieser Kursmarke würde sich das moderate bullishe Szenario in Luft auflösen. Sollte die Unterstützung bei 1.614 USD brechen, würden die möglichen Kursziele bei 1.590 USD, 1.550 USD und danach bei 1.500 USD aktiviert werden. Bis zum Letzteren besteht, gerechnet vom aktuellen Kursniveau aus, ein Abwärtspotenzial von ca. 279 USD oder 15,7 Prozent.

Kurzfristig entscheidet sich der weitere Kursverlauf wohl an der Marke von 1.730 USD. Hält die Unterstützung, könnte die Trendwende vollzogen und ein neuer Aufwärtstrend bestätigt werden. Unterstützung erhält dieses Szenario von den historischen Kursverläufen im Dezember.

Goldpreis ab Anfang Dezember saisonal stark

Werfen wir einen Blick auf den durchschnittlichen Kursverlauf von Gold bis Ende Februar. Was fällt auf?

Chart vom 01.12.2022 Saisonalität im Gold | Online Broker LYNX 

Die Grafik oben zeigt eine statistische Auswertung des Goldpreises für die vergangenen 5, 10, 15 und 20 Jahre in Abhängigkeit der Jahreszeit.

Auffällig ist, dass der Goldpreis auf Sicht von einem, zwei oder drei Monaten in jeder der oben gewählten Analysezeiträume gestiegen ist. Am stärksten hat sich der Goldpreis in den letzten fünf Jahren entwickelt (vgl. Grafik oben). Entsprechend kann bis Ende Februar tendenziell mit einem steigenden Goldpreis gerechnet werden.

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Für Trendtrader ist die Trendampel auf Gelb gesprungen. Der Goldpreis hat, wie oben aufgezeigt, den monatelangen Abwärtstrend durchbrochen. So lange dieser Trend nicht mit Schlusskursen unter 1.614 USD gebrochen wird, sind weitere Kursanstiege wahrscheinlicher.

Das Sentiment im Gold dreht von bearish auf neutral. Zwar befindet sich der Goldpreis immer noch unter dem 200-Tage-Durchschnitt, jedoch konnte durch die letzte Preisrallye der 50-Tage-Durchschnitt zurückerobert werden.

Sollte der oben aufgezeigte Aufwärtstrend fortgesetzt werden, könnte das von der möglichen technischen Unterstützung im Bereich von 1.750 USD aus geschehen. Hier ist der Kurs in den vergangen Tagen bereits mehrmals nach oben abgeprallt.

Zusätzlich wird innerhalb dieser möglichen Unterstützungszone ein Harmonisches Kursmuster vervollständigt. Diese Muster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 2,81 für einen Long-Einstieg in den Gold-Future

Ein Test der oben beschriebenen Unterstützungszone könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Gold liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Gold profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 01.12.2022 Kurs: 1.789 USD Kürzel: GC Stundenkerzen | Online Broker LYNX 

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterherzurennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 1,8 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir einen statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 1.747,50 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order, unter dem letzten Verlaufstief, bei 1.725,80 USD absichern. Damit berücksichtigen Sie auch die aktuelle Schwankungsbreite des Goldpreises.

Ein erstes mögliches Gewinnziel könnte bei 1.786,60 USD liegen. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1,8. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Das nächste Ziel wäre bei 1.831 USD. Hier verläuft aktuell die 200-Tage-Linie.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1.766,50 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko für den Trade auf null reduziert.

Fazit der Gold-Analyse:

Die aktuelle Gold-Analyse zeigt: Gold hat den monatelangen Abwärtstrend gebrochen. Aufgrund der saisonalen Daten kann ein weiterer Anstieg des Goldpreises erwartet werden. Ein attraktiver Einstieg könnte im Bereich von 1.750 USD liegen.

Falls es im Gold-Future von dort weg zu einer Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 1,80 EUR zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass die Fed weiter an ihrer aggressiven Zinspolitik festhält. Entsprechend könnte der Goldpreis in einem möglichen Umfeld eines stärkeren US-Dollar und steigenden Renditen weiter fallen.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den Februar 2023 Kontrakt des Gold-Futures (Symbol: GCG3), oder den kleineren Micro-Future (Symbol: MGCG3) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit hat derzeit das größte Handelsvolumen. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen.

Alternativ können Sie auch in Gold Aktien investieren, um von einem steigenden Goldpreis zu profitieren. Hier finden Sie eine spannende Auswahl: Die besten Gold Aktien.

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