Endlich geschafft! Der EUR/USD hat den hartnäckigen Widerstand bei 1,20 nach oben durchbrochen. Die Bilanz bisher im Dezember: +2,92 Prozent oder 348 Pips Kursgewinn. Kann die Rallye in diesem Tempo weitergehen? Wenn ja, wo liegen mögliche Kursziele und vor allem wie genau kann man davon profitieren? Antworten erhalten Sie anhand einer Trade-Idee in dieser EUR/USD-Analyse.

Rückblick: Die Euro-Rallye nimmt Fahrt auf

Chart vom 17.12.2020 Kurs 1,2261 Kürzel: 6EH1 Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Nach einer kurzen Verschnaufpause in der letzten Woche, kletterte der Terminkontrakt des Euro-Futures mit Laufzeit März 2021 diese Woche bis auf 1,2292 – ein neues Jahreshoch!

Dabei musste der EUR/USD gestern einen kurzfristigen Rücksetzer verkraften. Denn Aussagen von Jerome Powell wie zum Beispiel, dass man die Laufzeit der Anleihenkäufe erstmal nicht verlängern will und bei zukünftigen Entscheidungen weniger aggressiv sein will, stärkten dem Greenback den Rücken. Das Resultat: Der Kurs des Euro rauschte in die Tiefe. Als kurz darauf Powell klarstellte, dass die Fed auch weiterhin Anleihen kaufen werde, drehte der Kurs aber schnell wieder nach oben.

Unterstützt wurde dieser Kursverlauf von den jüngsten US-Verbraucherdaten. So fielen im November die Einzelhandelsumsätze um 1,1 Prozent. Erwartet wurde nur ein Rückgang von 0,3 Prozent. Restaurants, Kaufhäuser und Autohäuser litten am meisten, aber auch die Einkäufe von Kleidung und Möbeln gingen zurück. Die Online-Ausgaben waren stark, aber nicht stark genug, um die Schwäche anderswo auszugleichen.

Gepaart mit den überraschend guten Daten des europäischen Einkaufsmanagerindexes, konnte der Euro-Kurs weiter zulegen.

Die Frage ist jetzt, kann der Euro weiter durchstarten, oder ist das Währungspaar heiß gelaufen und steht vor einer größeren Korrektur?

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große Chartbild einfügt.

Überblick: Die Großwetterlage im EUR/USD

Chart vom 17.12.2020 Kurs 1,2229 Kürzel: EUR.USD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Technisch steht mit dem nachhaltigen Ausbruch über die Kursmarke von 1,20 und dem Durchstoßen der Abwärtstrendlinie weiteren Kursanstiegen nichts mehr im Wege. Zudem ist ein durch höhere Hochs und höhere Tiefs definierter Aufwärtstrend bestätigt (vgl. Chart oben).

Ausgangspunkt des aktuellen Aufwärtstrends ist das Verlaufstief bei 1,0636, welches im März dieses Jahrs markiert wurde. Von dem höheren Verlaufstief aus, konnte die langjährige Abwärtstrendlinie impulsiv durchbrochen werden. Schnell stieg der Kurs des Hauptwährungspaars bis auf 1,2000 an, bevor er einige Wochen später die Abwärtstrendlinie bei 1,1602 noch einmal von oben testete. Von diesem Kursniveau aus läuft seit Anfang November, die zweite Bewegungswelle des übergeordneten Aufwärtstrends.

Die technische Großwetterlage im EUR/USD ist damit klar bullisch. Passt das aber auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Entwicklung der Zinsdifferenz stärkt den Euro

Wie heißt es so schön? Währungen folgen den Zinsen. Wenn man die Zinsen in Europa, speziell in Deutschland, und in den USA näher unter die Lupe nimmt, dann fällt folgendes auf: Seit März ist es um über 1 Prozent attraktiver geworden, sein Geld in Euro anzulegen. Zumindest im Vergleich zum US-Dollar. Denn die Fed hat die kurzfristigen Zinsen mit einer Laufzeit von zwei Jahren von 1,4 Prozent auf unter 0,4 Prozent gedrückt. Gleichzeitig sind die kurzfristigen Zinsen in Deutschland von -1 Prozent auf -0,6 Prozent angestiegen. Das Resultat: Eine geringere Zinsdifferenz und damit, zumindest, natürlich nur, relativ gesehen, attraktivere Geldanlagen in Euro.

Hohes Zwillingsdefizit in den USA drückt auf den US-Dollar

Trotz der Bemühungen von Donald Trump steigt das Leistungsbilanzdefizit der USA weiter an. Auch 2020 wird von den USA mehr importiert als exportiert. Das erhöht das Angebot an USD und drückt damit den Kurs der Leitwährung.

Grafik vom 17.12.2020 Entwicklung US-Leistungsbilanzdefizit | Online Broker LYNX

Gleichzeitig steigt auch das staatliche Defizit. Die Staatsverschuldung wächst. Permanent werden neue Schulden aufgenommen. Das führt zu einem großen Angebot an US-Dollar und drückt ebenfalls auf die US-Währung. Mittlerweile ist der Verschuldungsgrad auf 108 Prozent des Bruttoinlandsprodukts angestiegen (vgl. Grafik unten).

Grafik vom 17.12.2020 Entwicklung US-Staatsverschuldung | Online Broker LYNX

Von der EZB wurde mehr erwartet

Trotz der Verlängerung der Anleihenkäufe bis Ende März 2022 und der Aufstockung des Notfallprogramms um ein Drittel auf 1,85 Billionen Euro, kann der Euro weiter ansteigen. Das macht klar, dass vom Markt wohl noch höhere Anleihenkäufe erwartet wurden. Denn angesichts der niedrigen Inflationserwartungen in Europa hatten sich die Marktteilnehmer wohl ein stärkeres Paket erhofft. Zu sehr drückt die zeitweilige Mehrwertsteuersenkung in Deutschland, die niedrigen Löhne, der Kursrutsch bei den Energiepreisen und die schwache Nachfrage auf die Preise.

So gibt es neben einem bestätigten Aufwärtstrend auch fundamentale Argumente, die für einen weiter ansteigenden Wechselkurs des Euro zum US-Dollar sprechen.

Wo könnte man also am besten einen Long-Trade im Euro eröffnen, um davon zu profitieren?

Ausblick: Der Weg zur 1,25 ist frei

Wenn wir nochmal einen Blick auf den Monatschart oben werfen wird klar, dass mit dem bestätigten Aufwärtstrend der Weg bis zur Kursmarke von 1,25 frei ist. Erst dort wartet der nächste große Widerstand. Genau hier prallte der Kurs in den letzten 15 Jahren mehrmals ab.

Neben dem Aufwärtstrend spricht auch ein saisonales Muster für erstmal weiter steigende Preise im EUR/USD.

Das Saisonale Muster im Euro

Chart vom 17.12.2020 Saisonaler Verlauf Kürzel: EUR | Online Broker LYNX

Ein Blick auf den Chart oben macht klar…

Der USD weist zum Jahresende eine saisonale Schwäche auf. Die Grafik zeigt den durchschnittlichen Kursverlauf im Euro der letzten 20 Jahre. Wie Sie erkennen können, kann der Kurs in der zweiten Dezemberhälfte stark ansteigen, bevor er Anfang Januar wieder fällt.

Der Grund für die Schwäche des USD zum Jahresende hat mit dem Bilanzstichtag zu tun und ist entsprechend auf die US-Steuergesetzgebung zurückzuführen. Viele in den USA ansässige Unternehmen sparen sich Steuern, indem sie zum Bilanzstichtag am Jahresende geringe Bargeldbeträge ausweisen. So kann es sich lohnen, Geld auf die Konten ausländischer Tochtergesellschaften zu überweisen.

Die daraus resultierende zusätzliche Nachfrage nach Fremdwährungen beeinflusst den Wechselkurs. Ein höheres Angebot an US-Dollar drückt dann auf die Leitwährung. Das Ergebnis: Der Kurs des EUR/USD steigt.

Nach dem Jahreswechsel dreht sich das Blatt umgehend. Unternehmen überweisen beträchtliche Beträge zurück in die USA.

So ist die Wahrscheinlichkeit für steigende Kurse im Euro bis Ende Dezember höher als für fallende Kurse.

Einblick: Nutzen Sie eine Trade-Idee mit einem CRV von 2,08 für einen Long-Einstieg im EUR/USD

Ein eventueller Test einer möglichen Unterstützung im Bereich von 1,2150 könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Aufwärtsbewegung im Euro-Future profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 17.12.2020 Kurs 1,2281 Kürzel: 6EH1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,08 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Wie oben erläutert, befindet sich die Preis-Zone im Chart des Euro-Futures für eine mögliche Unterstützung im Bereich von 1,2150. Spätestens dort könnte erneut eine Aufwärtsbewegung starten.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 1,2131 einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1,2070 absichern. Damit würde auch die aktuelle Volatilität im Euro-Future berücksichtigt werden.

Ein erstes mögliches Gewinnziels könnte bei 1,2258 liegen. Natürlich können Sie bei einem starken Momentum auch die Gewinne weiterlaufen lassen und den Stopp-Loss Schritt für Schritt nachziehen.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1,2194 erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko auf null reduziert.

Fazit der EUR/USD-Analyse

Die aktuelle EUR/USD-Analyse zeigt: Der Trend im Euro hat gedreht. Übergeordnet hat sich ein Aufwärtstrend etabliert.

Ein Einstieg in diesen Trend mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis könnte bei 1,2131 erfolgen.

Falls es im EUR/USD von dort weg zu einer neuen Bewegungswelle nach oben kommt, könnten Sie von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,08 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen.

Risiken für die Trade-Idee besteht in erster Linie von einem von starker Unsicherheit geprägten Marktumfeld. Das könnte den USD stärken. Der EUR/USD würde dann entsprechend fallen.

Die vorgestellte Trade-Idee können Sie mit unterschiedlichen Finanzinstrumenten umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellungen können Sie z.B. den März Kontrakt des Euro-FX-Future (Symbol: 6EH1) oder den kleineren E-mini Euro-FX-Future (Symbol: E7H1) dafür einsetzen. Alternativ können Sie das Währungspaar auch mit dem Kürzel EUR.USD handeln und Ihre Positionsgröße optimal anpassen.

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