In meiner letzten EUR/USD-Analyse vom 08. Oktober 2020 hatte ich Ihnen eine attraktive Short-Idee im Hauptwährungspaar Euro/Dollar vorgestellt. Die Trade-Idee ging perfekt auf. Ein paar Tage später konnte der 2,78-fache Einsatz als Gewinn erzielt werden.

Auch in dieser EUR/USD-Analyse habe ich Ihnen eine interessante Trade-Idee mitgebracht. Diesmal mit einem Chance-Risiko-Verhältnis von 1 zu 1,44.

Rückblick: Einstieg perfekt getroffen

Nachdem die Euro-Bullen im September an der runden Kursmarke von 1,2000 gescheitert waren, legte der Euro im weiteren Verlauf des September-Handels den Rückwärtsgang ein. Konnte aber Ende September bei 1,1630 einen Boden finden. Von dort aus trieben Käufer den Kurs in den folgenden Handelswochen nach oben. Bei 1,1894 war für die Bullen dann aber Endstation (vgl. Chart oben).

Die Leser meiner letzten EUR/USD-Analyse vom 08.10.2020 waren darauf auf den Punkt vorbereitet. Wer, inspiriert von meiner darin publizierten Trade-Idee, seine Short-Position bei 1,1890 eröffnet hat, konnte später stolze 203 Pips an Gewinn realisieren. Gemessen an dem vorgeschlagenen Stopp-Loss konnte damit der 2,78-fache Einsatz als Gewinn erzielt werden, ohne mit der Position mehr als 4 Pips im Verlust gewesen zu sein (vgl. Chart oben).

Mit dem Einsatz eines Euro-FX-Future (Symbol: 6EZ0) hätten theoretisch 2.537,50 USD Gewinn erzielt werden können. Selbst mit dem kleineren E-mini Euro-FX-Future (Symbol: E7Z0), hätten immer noch 1.268,75 USD Gewinn verbucht werden können.

Der Start in die aktuelle Handelswoche war im EURUSD von der US-Präsidentenwahl geprägt. Am Montag, also einen Tag vor der Wahl, wollte sich kein Marktteilnehmer großartig neu positionieren. Nur so ist die geringe Handelsspanne von gerade mal 35 Pips zu erklären.

Im Dienstag-Handel haben sich dann einige Händler an den Wahlprognosen orientiert. Diese hatten einen deutlichen Sieg von Biden prognostiziert. Als jedoch mit den ersten Hochrechnungen ein Bundesstaat nach dem anderen „rot“ wurde, schoss die Volatilität in dem Währungspaar durch die Decke…

Innerhalb von nur zwei Stunden fiel der Euro um 170 Pips oder 1,44 Prozent. Die Befürchtung Trump könnte US-Präsident bleiben, treib Anleger in sichere Häfen wie den USD.

Als der Präsidentschaftskandidat der Demokraten im weiteren Verlauf mehr und mehr Wahlmännerstimmen erhielt, drehte sich auch die Richtung im EUR/USD wieder. So konnte der Euro vom Tief bei 1,1612 weg um über 200 Pips zulegen.

Die Frage ist jetzt, kann der Euro weiter durchstarten, oder ist das Währungspaar heiß gelaufen und dreht schon bald wieder Richtung Süden ab?

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große Chartbild einfügt.

Überblick: Trend, CoT-Daten und Saisonales Muster signalisieren fallende Kurse

Der oben abgebildete Monatschart zeigt einen immer noch von tieferen Hochs geprägten Kursverlauf. Daran ändert auch der 12 Prozent Kursanstieg der letzten Monate noch nichts. Übergeordnet ist der Trend im EUR/USD somit weiter abwärtsgerichtet. Der Tiefpunkt dieses Trends liegt bisher bei 1.0340 aus dem Jahr 2017.

Zwar konnte der Kurs im selben Jahr die zweieinhalb Jahre lange Seitwärtskonsolidierung nach oben verlassen, jedoch waren die Widerstände an den psychologisch wichtigen Marken 1,20 und 1,25 zu groß, um eine Trendwende herbei zu führen. Die Folge: Ein Rückfall bis 1,0671.

Von dem höheren Tief aus konnte das ehemalige Ausbruchslevel bei 1,1500 (im Chart oben grün markiert) Anfang März impulsiv nach oben durchbrochen werden und schnell bis auf 1,2000 ansteigen. Dort beißen sich die Euro-Bullen seit Wochen die Zähne aus. Ein Rückfall und Test des ehemaligen Ausbruchslevels bei 1,1500 ist deshalb wahrscheinlich. Von dort könnte dann ein weiterer Angriff der Bullen folgen. Das ist gar nicht so abwegig, denn das höhere Verlaufstief deutet auf Stärke und einen möglichen Trendwechsel hin.

Wie sind die Insider im EUR/USD positioniert?

Welche Positionen genau die meldepflichtigen Händlergruppen im Futures-Handel halten, zeigt uns der CoT-Report. CoT steht für Commitment of Traders. Dieser Report wird jeden Freitag um 21:30 Uhr (MEZ) von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in den USA veröffentlicht. Im CoT-Report werden dabei die Bestände veröffentlicht, die am Dienstagabend nach Handelsschluss existieren.

Die Daten vom letzten CoT-Report zeigen eine Netto-Short-Positionierung der kommerziellen Händler bzw. Hedger von -206.818 Kontrakten. Dabei sind kommerzielle Händler u.a. großer Konzerne, die sich gegen zukünftige Währungsschwankungen am Terminmarkt absichern. Sie handeln im großen Stil in Fremdwährungen und können damit die zukünftige Preisentwicklung, also Angebot und Nachfrage, ganz gut einschätzen. Daher lohnt es sich die Positionierung dieser „Insider“ besonders genau zu verfolgen.

Im Chart oben sehen Sie unter dem Kursverlauf den Bereich, in dem die Positionierung der unterschiedlichen Händlergruppen dargestellt ist. Der Verlauf der kommerziellen Händler ist rot. Der blaue Verlauf zeigt auf, wie sich im Vergleich dazu die Positionierung der großen Spekulanten entwickelt hat.

Aktuell können Sie erkennen, dass sich die historisch große Netto-Short-Positionierung der kommerziellen Händler etwas reduziert hat. Waren diese im Tief noch 267.982 Kontrakte short, sind es derzeit knapp 60.000 Kontrakte weniger. Wenn Sie jetzt einen Blick in die Vergangenheit werfen und sich anschauen, was bei einer großen Netto-Short-Positionierung der Hedger mit dem Kurs passiert ist, erkennen Sie…

dass eine relativ große Short-Positionierung der kommerziellen Händler mit einer hohen Trefferquote fallende Kurse signalisiert hat (vgl. gelbe Markierungen).

Somit ist es, trotz einem aktuell schwachen Dollar, gar nicht so abwegig, dass wir eine weitere Bewegungswelle nach unten im Euro sehen könnten. Denn noch steht der US-Präsident nicht fest. Je länger sich das hinzieht, desto eher könnte das an den Märkten für Unsicherheit sorgen und die Anleger in den sicheren Hafen USD treiben.

Das Saisonale Muster im Euro

Ein Blick auf den Chart oben macht klar…

Die Wahrscheinlichkeit für fallende Kurse im Euro ist bis zum 20. November noch höher als für steigende Kurse. Danach zeigen die Daten der letzten 20 Jahre, dass bis zum Jahresende mit einem stärken EURUSD gerechnet werden kann.

Wo könnte man also am besten einen Long-Trade im Euro eröffnen, um davon zu profitieren?

Denn eins ist klar…

Der übergeordnete Abwärtstrend ist zwar noch intakt. Ein höheres Verlaufstief (vgl. Monatschart oben) könnte aber eine weitere Bewegungswelle nach oben signalisieren. Gerade wenn man die Dynamik der ersten Bewegung von 1,07 auf 1,20 innerhalb weniger Wochen vor Augen hat.

Ein Anstieg gegen Ende November würde auch in das Bild der saisonalen Daten passen.

Ausblick: Test dieser Unterstützung könnte neue Aufwärtsbewegung einleiten

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Preis des Euro-Futures im September nach unten aus der grau eingezeichneten Distributionszone ausgebrochen ist. Nachdem die Kurse über zwei Monate zwischen 1,1750 und 1,2000 hin und her gependelt sind, hat die Bestätigung eines untergeordneten Abwärtstrends zu einem Ausbruch geführt. Der Kurs marschierte daraufhin recht zügig in Richtung der Marke von 1,1600.

In den ersten Handelstagen im Oktober haben Käufer den Kurs wieder in die oben eingezeichnete Zone geführt. Hier wartete aber im Bereich von 1,1900 ein Widerstand. Wie schon einige Male im August und September, startete von diesem Preisniveau eine weitere Bewegungswelle nach unten. Ziel hier war das letzte Verlaufstief bei knapp über 1,1600, was auch erreicht wurde. Von dort aus konnte der Euro, wie eingangs beschrieben in den letzten Handelstagen wieder steigen.

Derzeit steht der Kurs des Hauptwährungspaars bei 1,1846, also knapp unter der Widerstandszone im Bereich 1,1900. Sollte dieser Widerstand nach oben per Tagessschlusskurs durchbrochen werden, ist Raum bis 1,2000. Dort entscheidet es sich dann für die Bullen. Sollte diese runde Marke gesprengt werden, könnte der Kurs im EURUSD rasch bis 1,2500 ansteigen.

Sollte das Kursfeuerwerk im Euro jedoch bei 1,1900 ein Ende finden und der Kurs in Richtung Süden drehen, könnte die bisherige Unterstützung von 1,1600 getestet werden. Mit einem Durchbruch dieser Marke wäre ein Test der im Chart oben grün markierten Unterstützung bei 1,1500 denkbar.

Das ist auch mein bevorzugtes Szenario für einen längerfristigen Long-Trade. Das hat mehrere technische Gründe:

Erstens befindet sich der Volumengewichtete Durchschnittskurs (VWAP) aller seit dem März-Verlaufstief bei 1,0671 gehandelten Futures-Kontrakte derzeit bei 1,1467. Da institutionelle Händler oft am VWAP gemessen werden, fungiert dieser volumenbasierte Preis oft als Unterstützung bzw. Widerstand im Preischart.

Zweitens befindet sich bei 1,1527 auch das 61,8er Fibonacci Retracement der Bewegungswelle von 1,1188 bis 1,2015 als mögliches Korrekturziel.

Drittens verläuft bei 1,1532 das 38,2er Fibonacci Retracement der großen Aufwärtsbewegung von Mitte März bis September. Für viele technisch orientierte Anleger ist nach einer dynamischen Bewegung die erste ABC-Korrektur auf das 38,2er Fibonacci-Level ein sehr interessantes Einstiegs-Niveau. Dieses Preisniveau könnte auch Käufer anziehen, die bisher noch an der Seitenlinie stehen und geduldig auf ein attraktives Einstiegslevel warten.

Einblick: Nutzen Sie einen möglichen Test des März-Hochs für einen Long-Einstieg im EUR/USD

Ein möglicher Test des März-Hochs von oben könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Aufwärtsbewegung im Euro-Future profitieren (vgl. Chart unten).

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig, bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben. In diesem Fall von 1,44 zu 1.

Wie oben erläutert, befindet sich die Preis-Zone im Chart des Euro-Futures für eine mögliche Unterstützung im Bereich von 1,1500. Spätestens dort könnte erneut eine Aufwärtsbewegung starten. Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1,1162 absichern.

Der Einstieg in den Euro könnte bei 1,1505 erfolgen.

Ein erstes mögliches Gewinnziels könnte bei 1,2000 liegen. Natürlich können Sie bei einem starken Momentum auch die Gewinne weiterlaufen lassen und den Stopp-Loss Schritt für Schritt nachziehen.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1,1695 erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko auf null reduziert.

Fazit der EUR/USD-Analyse

Die aktuelle EUR/USD-Analyse zeigt: Übergeordnet ist der Trend im Euro immer noch abwärtsgerichtet. Es gibt aber erste Signale einer möglichen Trendumkehr.

Ein frühzeitiger Einstieg mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis könnte bei 1,1505 erfolgen.

Falls es im EUR/USD von dort weg zu einer neuen Bewegungswelle nach oben kommt, könnten Sie von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 1,44 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen.

Risiken für die Trade-Idee besteht in erster Linie von einem von starker Unsicherheit geprägten Marktumfeld. Das könnte den USD stärken. Der EUR/USD würde dann entsprechend fallen.

Die vorgestellte Trade-Idee können Sie mit unterschiedlichen Finanzinstrumenten umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellungen können Sie z.B. den Dezember Kontrakt des Euro-FX-Future (Symbol: 6EZ0) oder den kleineren E-mini Euro-FX-Future (Symbol: 7EZ0) dafür einsetzen. Alternativ können Sie das Währungspaar auch mit dem Kürzel EUR.USD handeln und Ihre Positionsgröße optimal anpassen.

Sie möchten an der Börse Futures handeln?

Als Futures-Broker bieten wir Ihnen den weltweiten Futures-Handel. Egal ob DAX, Euro Stoxx, Dow Jones, S&P, Russel 2000 oder z.B. Futures auf Währungen und Rohstoffe, über LYNX finden Sie immer den passenden Future. Handeln Sie direkt an den großen und bekannten Terminbörsen und profitieren Sie damit von einem hohen Handelsvolumen und einem engen Spread.

Über den Online-Broker LYNX profitieren Sie als Daytrader, Anleger oder Investor von unserem ausgezeichneten Angebot, denn wir ermöglichen Ihnen den preiswerten Handel von Aktien, ETFs, Futures, Optionen, Forex u.v.m. Nehmen Sie sich die Zeit, unsere Gebühren mit denen der Konkurrenz zu vergleichen und handeln Sie in Zukunft über unsere professionelle Handelsplattform.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Andreas Fink, Futures-Händler | LYNX Börsenexperten
Nachricht schicken an Andreas Fink
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.