Und schon wieder bekommt der Euro auf die Mütze. 1,34 Prozent verlor die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar innerhalb weniger Handelsstunden. Wie ist dieser Kursrutsch zu bewerten? Attraktive Kaufchance oder Start der nächsten Abwärtswelle? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer Trade-Idee in dieser EUR/USD-Analyse.

Rückblick: Hoffnung der Euro-Bullen löst sich in Luft auf

Der Euro hat zum US-Dollar von Anfang September bis Mitte Oktober über drei Prozent an Wert verloren. Privatanleger, die in Gold oder Silber investieren wollen, ist das ein Dorn im Auge. Denn ein starker Greenback verteuert die Edelmetalle für Anleger außerhalb des Dollarraums.

In den letzten zwei Oktoberwochen holten die Euro-Bullen zum Gegenschlag aus. Der vorangegangene Kursrutsch wurde zum Einstieg genutzt. Bei Kursen um die Marke von 1,1550 kamen vermehrt Käufer der Gemeinschaftswährung in den Markt. Die Folge: Die Nachfrage nach Euros wurde größer und größer. Anschlusskäufe trieben die Kurserholung voran. Erst wurde die ehemalige Unterstützung bei 1,1600 zurückerobert. Danach konnte der Kurs fast bis 1,1700 ansteigen.

Insgesamt konnte sich der Kurs des Hauptwährungspaars, gerechnet vom Verlaufstief bei 1,1524, um 1,45 Prozent erholen. Denn letzten Donnerstag wurde ein Verlaufshoch bei 1,1692 markiert. Also 167 Pips höher als am 12. Oktober (vgl. Chart unten).

Chart vom 04.11.2021 Kurs 1,1572 Kürzel: EUR.USD 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Doch schon am Freitag kam die Kehrtwende. In Rahmen von viel höher als erwarteten Inflationsdaten aus der Euro-Zone, stürzte die Gemeinschaftswährung um über 150 Pips in die Tiefe.

Jetzt fragt man sich, wie dieser Kursrutsch zu bewerten ist. Ist es der Start einer erneuten Abwärtswelle oder kann sich der Euro weiter erholen?

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große technische und fundamentale Bild einfügt.

Überblick: EUR/USD mit Trendumkehr

Chart vom 04.11.2021 Kurs 1,1560 Kürzel: EUR.USD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Übergeordneter Aufwärtstrend ist Geschichte

Ein Blick auf den Monatschart (Logarithmische Darstellung) des EUR/USD (Kürzel: EUR.USD) oben zeigt eine Abfolge von tieferen Verlaufshochs und tieferen Verlaufstiefs. Grundbestandteile eines übergeordnet intakten Abwärtstrends.

Der impulsive Kursanstieg seit März 2020 von über 16 Prozent konnte nicht fortgesetzt werden. Im Bereich der Unterstützung bei ca. 1,1600 konnten nicht genügend Käufer gefunden werden. Die Folge… der Ausbruch aus der 12-montigen Seitwärts-Range nach unten und damit die Bestätigung eines übergeordneten Abwärtstrends. Der Durchbruch nach unten signalisiert, dass die Seitwärtsphase eine Distribution war. Entsprechend darf mit weiter fallenden Kursen gerechnet werden.

Mit der Trendumkehr hat die technische Großwetterlage im EUR/USD von leicht bullish bis neutral auf bearish gedreht.

Passt das auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Tapering der Fed ab November

Bislang kaufte die US-Notenbank Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere für monatlich 120 Milliarden USD. Am Mittwoch verkündete die Fed, dass sie die Käufe um monatlich 15 Milliarden USD reduzieren wird. Konkret werden die Ausgaben für Staatsanleihen um 10 Milliarden USD und die Käufe für Hypothekenpapiere um 5 Milliarden reduziert.

Bleibt die Fed bei diesem Tapering-Tempo, würde das Kaufprogramm im Juni 2022 auslaufen. Fed-Chef Powell betonte, dass er keine Eile habe die Zinsen zu erhöhen. Jedoch könnten eine anhaltend hohe Inflation und ein robuster US-Arbeitsmarkt ihn dazu zwingen schon 2022 an der Zinsschraube zu drehen. Steigen die Zinsen, macht das die Leitwährung relativ gesehen attraktiver. Das könnte weiter Druck auf den Wechselkurs des EUR/USD ausüben.

Arbeitsmarkt im Fokus

Der US-Arbeitsmarkt steht im Fokus der US-Notenbank. Bis die Wirtschaft Vollbeschäftigung erreicht, will die Fed die Zinsen nahe Null halten. Ein wichtiger Indikator hierfür sind die Non Farm Payrolls. Diese werden am heutigen Freitag veröffentlicht. Sollten diese positiv überraschen, also werden mehr Stellen als erwartet geschaffen, dann könnte das bereits den nächsten Kursimpuls für den USD geben.

Wo könnte man also am besten einen Short-Trade im Euro eröffnen, um von der Dollarstärke zu profitieren?

Ausblick: Wo sind risikoarme Einstiegspunkte?

Wenn wir anhand eines Tagescharts des EUR/USD weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1,1553 notiert. Also weit unter dem Jahreshoch von 1,2349. Bevor dieses erneut erreicht werden kann, müssen einige Widerstände aus dem Weg geräumt werden (vgl. Chart unten).

Chart vom 04.11.2021 Kurs 1,1553 Kürzel: EUR.USD Tageskerzen | Online Broker LYNX

Untergeordneter Abwärtstrend: Verkäufer sind weiter am Drücker

Nach der Kursrallye von 1,1700 auf fast 1,2300 im April und Mai war das Jahreshoch vom Januar in greifbarer Nähe. Doch dieser Angriff der Bullen blieb erfolglos. Denn…

Die Kursverluste der letzten Monate haben dazu geführt, dass sich ein untergeordneter Abwärtstrend gebildet hat. Das signalisiert uns einerseits die Abfolge von tieferen Hochs und tieferen Tiefs, welche im Chart oben rot markiert sind. Andererseits wurden im Rahmen des laufenden Abwärtstrends der 50-Tage-Durchschnitt und der 200-Tage-Durchschnitt durchbrochen. Beide Trendindikatoren fallen (vgl. Chart oben).

Zwar konnte die wichtige Unterstützung nach einem Durchbruch Ende Oktober von den Euro-Bullen wieder zurückerobert werden, doch am Kreuzwiderstand bei 1,1700 war Schluss. Von dort aus dreht der Kurs wieder nach unten ab. Verkäufer nutzten die Kurserholung letzte Woche, um erneut auf einen stärkeren Dollar zu setzen.

Bevor der Markt weiter ansteigen kann, müssen ein paar hartnäckige Widerstände aus dem Weg geräumt werden. Sollte der Widerstand bei 1,1700 geknackt werden, wäre der untergeordnete Abwärtstrend gebrochen. Mit dem Trendbruch wäre der Weg frei bis zur 1,1900. Hier bilden ein horizontaler Widerstand und die 200-Tage-Linie einen signifikanten Widerstand.

Sollte der Kurs über 1,1900 ansteigen, wäre der kurzfristige Abwärtstrend gebrochen. Dann wäre Platz bis zum nächsten horizontalen Widerstand (vgl. Chart oben). Erst wenn die Zone zwischen 1,1980 bis 1,2000 von den Bullen nachhaltig genommen werden kann, ist der Weg bis 1,2200 frei.

Mit Schlusskursen über 1,2270 USD wäre auch der übergeordnete Abwärtstrend gebrochen. Dann könnte der EUR/USD schnell in Richtung 1,2350 marschieren und das Jahreshoch testen.

Bis dahin ist es ein weiter Weg. Denn neben einem intakten Abwärtstrend gibt es weitere technische Verkaufssignale, die auf Kursverluste hindeuten.

Diese technischen Verkaufssignale sollten Sie auf dem Radar haben

Der Wechselkurs des EUR/USD notiert derzeit unter dem einfachen 50-Tage-Durchschnitt. Bedingt durch die Kursverluste der letzten Wochen, fällt dieser weiterhin.

Gleichzeitig ist der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt groß. Dieser notiert aktuell bei 1,1900, also deutlich über dem aktuellen Kurs von 1,1553 und fällt ebenfalls. Diese Tatsache wird von vielen Markteilnehmern als bearish interpretiert.

Darüber hinaus befindet sich im Bereich 1,1700 eine Widerstandszone. Denn an dieser runden Kursmarke treffen ein horizontaler Widerstand und eine Abwärtstrendlinie zusammen (vgl. Chart oben). Beide Widerstände bilden einen sogenannten „Kreuzwiderstand“, der einen möglichen Umkehrpunkt im Chart signalisiert.

Ferner wird in dieser Widerstandszone ein Harmonisches Kursmuster vervollständigt. Diese Muster signalisieren uns ebenfalls mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Nutzen Sie eine Trade-Idee mit einem CRV von 1,81 für einen Short-Einstieg im EUR/USD

Ein Test eines möglichen Widerstands im Bereich von 1,1700 könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Short-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Abwärtsbewegung im Euro profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 04.11.2021 Kurs 1,1558 Kürzel: EUR.USD 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterherzurennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Kursmustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 1,81 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Short-Trade entscheiden, können Sie bei 1,1674 einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1,1734 absichern. Damit würde auch die aktuelle Volatilität im Euro berücksichtigt werden.

Ein erstes mögliches Gewinnziel könnte bei 1,1565 liegen. Natürlich können Sie bei einem starken Momentum auch die Gewinne weiterlaufen lassen und den Stopp-Loss Schritt für Schritt nachziehen.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1,1621 erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko auf null reduziert.

Fazit der EUR/USD-Analyse

Die aktuelle EUR/USD-Analyse zeigt: Der Euro könnte nach einer Erholung vor einer weiteren Abwärtsbewegung in die untergeordnete Trendrichtung stehen.

Ein Einstieg in diesen Trend könnte bei 1,1674 mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis erfolgen.

Falls es im EUR/USD von dort weg zu einer neuen Bewegungswelle nach unten kommt, könnten Sie von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 1,81 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen.

Risiken für die Trade-Idee besteht in erster Linie darin, dass das Tapering der Fed aufgrund enttäuschender Arbeitsmarktdaten geringer als erwartet ausfällt. Das könnte den USD schwächen und somit den Wechselkurs des EUR/USD stärken.

Die vorgestellte Trade-Idee können Sie mit unterschiedlichen Finanzinstrumenten umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellungen können Sie z.B. den Dezember Kontrakt des Euro-FX-Future (Symbol: 6EZ1) oder den kleineren E-mini Euro-FX-Future (Symbol: E7Z1) dafür einsetzen. Alternativ können Sie das Währungspaar auch mit dem Kürzel EUR.USD handeln und Ihre Positionsgröße optimal anpassen. Bitte beachten Sie, dass die Futures-Preise derzeit ca. 20 Pips über den hier in der Analyse verwendeten Spotpreisen liegen.

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