Der US-Dollar hat in den letzten drei Monaten fast fünf Prozent gegenüber dem Euro zugelegt. Hält die Dollar-Stärke an, oder kommt die Leitwährung im Rahmen der kommenden Fed-Sitzung unter die Räder? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer Trade-Idee in dieser EUR/USD-Analyse.

Rückblick: US-Dollar unter Druck

Seit dem Verlaufshoch vom 25.Mai bei 1,2266 hatten die Bullen im EUR/USD nichts zu lachen, denn in den letzten Wochen rauschte der Kurs über 600 Pips oder fast fünf Prozent in die Tiefe. Doch jetzt gibt es Grund zur Hoffnung…

Seit dem Verlaufstief vom 20. August bei 1,1664 kann der Euro sich stabilisieren. Durch die Erholung in den letzten zwei Wochen konnte das Währungspaar die runden Marken von 1,1700 und 1,1800 zurückerobern. Die Bilanz: Ein Kursplus von 193 Pips oder 1,66 Prozent (vgl. Chart unten).

Chart vom 02.09.2021 Kurs 1,1850 Kürzel: EUR.USD Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Jetzt fragt man sich, wie diese Erholung zu bewerten ist. Ist es der Anfang einer längeren Erholungs-Rallye oder droht schon bald der nächste Kursrutsch?

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große technische und fundamentale Bild einfügt.

Überblick: Wohin geht’s nach der Konsolidierung?

Chart vom 02.09.2021 Kurs 1,1850 Kürzel: EUR.USD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Übergeordneter Aufwärtstrend intakt

Ein Blick auf den Monatschart (Logarithmische Darstellung) des EUR/USD (Kürzel: EUR.USD) oben zeigt eine Abfolge von höhere Verlaufshochs und höheren Verlaufstiefs. Grundbestandteile eines übergeordnet intakten Aufwärtstrends.

Daran ändert auch die laufende Konsolidierung nichts. Impulsive Kursanstiege wie hier im EUR/USD seit März 2020 von über 16 Prozent, werden generell entweder über den Preis oder die Zeit konsolidiert. Nur so können genügend Käufer für den nächsten Kursschub gefunden werden. Sollte dieser aber nicht erfolgen, kann es ganz schnell in die andere Richtung laufen. In dem Fall nach unten.

Zwar ist der übergeordnete Aufwärtstrend auf Monatsbasis weiter intakt. Jedoch zeigen die starken Rücksetzer in den Bereich der letzten Verlaufstiefs (im Chart oben grün markiert), dass die Aufwärtsdynamik stark nachgelassen hat. Der typische Übergang in eine Seitwärts-Range. Ob es sich dabei um eine Reakkumulation (bullish) oder um eine Distribution (bearish) handelt, wird der Ausbruch nach oben oder der Durchbruch nach unten zeigen. Impulsgeber dafür könnte die kommende Fed-Sitzung am 22. September sein.

Ein nachhaltiger Monatsschlusskurs unter dem März-Tief bei 1,1704 würde zu einem Trendbruch führen. Solange das nicht passiert, ist die technische Großwetterlage im EUR/USD leicht bullisch.

Passt das auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Fed-Kriterien für ein Tapering erfüllt

Wichtige Impulse für die großen Währungen erwarten sich Marktteilnehmer von den anstehenden Notenbanksitzungen. Mit Spannung wird in dem Zusammenhang die Fed-Sitzung am 22. September erwartet.

Richtungsentscheidend wird sein, wie die Notenbank auf die jüngsten Inflationsdaten und Arbeitsmarktdaten reagieren wird. Denn…

Die zuletzt veröffentlichten US-Konjunkturdaten zeigen, dass sich der US-Arbeitsmarkt überraschend robust präsentiert. Im Juli wurden mehr Arbeitsplätze wie erwartet geschaffen. Die Arbeitslosenquote sinkt und liegt jetzt bei 5,4 Prozent. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gehen weiter zurück und liegen ebenfalls unter den Erwartungen. Damit scheint der US-Arbeitsmarkt auf dem besten Weg zu sein das erste Kriterium für eine Drosselung der Anleihenkäufe (Tapering) zu erfüllen – Vollbeschäftigung.

Ein brummender Arbeitsmarkt gepaart mit sehr hohen Preissteigerungen könnte dabei schon bald die geldpolitische Wende der Fed einleiten.

Infolge der wirtschaftlichen Erholung steigt die US-Inflation stark an. Das belegen die kürzlich veröffentlichten Inflationsdaten aus den USA. Im Juli lag der Konsumentenpreisindex, wie auch schon im Juni, bei 5,4 Prozent. Dabei liegt man deutlich über den von der Fed durchschnittlich angestrebten zwei Prozent. Laut Powell hat die US-Notenbank ihr Preisstabilitätsziel und somit das zweite Kriterium für ein Tapering erreicht. So kann damit gerechnet werden, dass die Fed noch in diesem Jahr beginnen wird ihre monatlichen Anleihenkäufe von aktuell 120 Milliarden Dollar zurückzufahren.

Im Fokus der Fed: Der US-Arbeitsmarktbericht

Am heutigen Freitag werden die Non Farm Payrolls veröffentlicht. Sollte der Arbeitsmarktbericht enttäuschen, könnte die Fed mit der Drosselung der Anleihenkäufe noch etwas warten, oder zumindest sehr behutsam beginnen. Einen Hinweis für eher durchwachsende Zahlen vom Arbeitsmarkt liefert am Mittwoch der Lohnabwickler ADP. Dieser meldete, dass private Unternehmen im August nur 374.000 neue Arbeitnehmer eingestellt haben. Erwartet wurden jedoch 613.000 neue Arbeitsplätze.

Sollte der Arbeitsmarktbericht jedoch positiv überraschen, könnte das Tapering evtl. schon früher als erwartet starten und damit vermeintlich auch früher enden. Und wie ein Blick ins Jahr 2013 zeigt, rückt damit auch eine Zinserhöhung näher. Steigen die Zinsen, macht das die Leitwährung relativ gesehen attraktiver. Das könnte Druck auf den Wechselkurs des EUR/USD ausüben.

Auch wenn die technische Großwetterlage noch leicht bullish ist, gibt es fundamental einige Argumente, die für einen weiteren Kursrutsch im EUR/USD sprechen.

Wo könnte man also am besten einen Short-Trade im Euro eröffnen, um davon zu profitieren?

Ausblick: Wo sind risikoarme Einstiegspunkte?

Wenn wir anhand eines Tagescharts des EUR/USD weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1,1844 notiert. Also weit unter dem Jahreshoch von 1,2349. Bevor dieses erneut erreicht werden kann, müssen einige Widerstände aus dem Weg geräumt werden (vgl. Chart unten).

Chart vom 02.09.2021 Kurs 1,1844 Kürzel: EUR.USD Tageskerzen | Online Broker LYNX

Untergeordneter Abwärtstrend: Vorteil für die Verkäufer

Nach der Kursrallye von 1,1700 auf fast 1,2300 im April und Mai, war das Jahreshoch vom Januar in greifbarer Nähe. Doch dieser Angriff der Bullen blieb erfolglos. Denn…

Die Kursverluste der letzten Monate haben dazu geführt, dass sich ein untergeordneter Abwärtstrend gebildet hat. Das signalisiert uns einerseits die Abfolge von tieferen Hochs und tieferen Tiefs, welche im Chart oben rot markiert sind. Andererseits wurde im Rahmen des laufenden Abwärtstrends der 50-Tage-Durchschnitt und der 200-Tage-Durchschnitt durchbrochen.

Aufhalten konnte den Preisverfall erst die Unterstützung bei 1,1700. Wie schon im März zog das Preislevel neue Käufer im Euro an. Diese schafften es nicht nur den Preisverfall zu stoppen, sondern trieben durch Anschlusskäufe den Kurs des Euros wieder deutlich über die 1,1800er Marke. Diese rasche Kurserholung in den letzten Tagen ist erstmal als bullisches Zeichen zu interpretieren. Doch bevor der Markt weiter ansteigen kann, müssen ein paar hartnäckige Widerstände aus dem Weg geräumt werden.

Schon im Bereich von 1,1900 könnten neue Verkäufer in den Markt kommen und den Kurs drücken. Sollte deren Angebot aber nicht die Nachfrage überbieten, könnten die 1,1700 erneut getestet werden.

Sollte der Kurs über 1,1900 ansteigen, wäre der kurzfristige Abwärtstrend gebrochen. Dann wäre Platz bis zum nächsten horizontalen Widerstand (vgl. Chart oben). Erst wenn die Zone zwischen 1,1980 bis 1,2000 von den Bullen nachhaltig genommen werden kann, ist der Weg bis 1,2200 frei.

Mit Schlusskursen über 1,2270 USD wäre auch der übergeordnete Abwärtstrend gebrochen. Dann könnte der EUR/USD schnell in Richtung 1,2350 marschieren und das Jahreshoch testen.

Bis dahin ist es ein weiter Weg. Denn neben einem intakten Abwärtstrend gibt es weitere technische Verkaufssignale, die auf Kursverluste hindeuten.

Diese technischen Verkaufssignale sollten Sie auf dem Radar haben

Der Wechselkurs des EUR/USD notiert derzeit zwar über dem einfachen 50-Tage-Durchschnitt, doch fällt dieser, bedingt durch die Kursverluste der letzten Wochen, weiterhin.

Gleichzeitig ist der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt groß. Dieser notiert aktuell bei 1,2001, also deutlich über dem aktuellen Kurs von 1,1844 und fällt leicht. Diese Tatsache wird von vielen Markteilnehmern als bearish interpretiert.

Darüber hinaus befindet sich im Bereich 1,1900 eine Widerstandszone. Hier drehte der Kurs in der Vergangenheit mehrmals nach unten ab. In dieser Zone, genau bei 1,1894, befindet sich auch das 38,2er Fibonacci-Retracement der letzten Abwärtsbewegung. Diese startete am 25. Mai bei 1,2266. Ein Test könnte Verkäufern die Chance geben, nochmals höher zu verkaufen. Der daraus entstehende Angebotsüberhang könnte dann erneut zu fallenden Kursen führen.

Ebenfalls in dieser Zone, genau bei 1,1901, verläuft der Volumengewichtete Durchschnittskurs (VWAP) aller seit dem Verlaufshoch von Ende Mai gehandelten Futures-Kontrakte. Da institutionelle Händler oft am VWAP gemessen werden, fungiert dieser volumenbasierte Preis oft als Unterstützung bzw. Widerstand im Preischart.

Darüber hinaus könnte in dieser Widerstandszone um 1,1900 ein harmonisches Kursmuster vervollständigt werden. Diese Kursmuster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Nutzen Sie eine Trade-Idee mit einem CRV von 1,76 für einen Short-Einstieg im EUR/USD

Ein Test eines möglichen Widerstands im Bereich von 1,1900 könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Short-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Abwärtsbewegung im Euro profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 02.96.2021 Kurs 1,1840 Kürzel: EUR.USD Tageskerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 1,76 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Short-Trade entscheiden, können Sie bei 1,1908 einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1,2016 absichern. Damit würde auch die aktuelle Volatilität im Euro berücksichtigt werden.

Ein erstes mögliches Gewinnziel könnte bei 1,1717 liegen. Natürlich können Sie bei einem starken Momentum auch die Gewinne weiterlaufen lassen und den Stopp-Loss Schritt für Schritt nachziehen.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1,1815 erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko auf null reduziert.

Fazit der EUR/USD-Analyse

Die aktuelle EUR/USD-Analyse zeigt: Der Euro könnte nach einer Erholung vor einer weiteren Abwärtsbewegung in die untergeordnete Trendrichtung stehen.

Ein Einstieg in diesen Trend könnte bei 1,1908 mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis erfolgen.

Falls es im EUR/USD von dort weg zu einer neuen Bewegungswelle nach unten kommt, könnten Sie von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 1,76 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen.

Risiken für die Trade-Idee besteht in erster Linie darin, dass die Fed eine mögliche Drosselung der Anleihenkäufe nach hinten verschiebt oder die Anleihenkäufe aufgrund enttäuschender Arbeitsmarktdaten geringer als erwartet ausfallen. Das könnte den USD schwächen und somit den Wechselkurs des EUR/USD stärken.

Die vorgestellte Trade-Idee können Sie mit unterschiedlichen Finanzinstrumenten umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellungen können Sie z.B. den Dezember Kontrakt des Euro-FX-Future (Symbol: 6EZ1) oder den kleineren E-mini Euro-FX-Future (Symbol: E7Z1) dafür einsetzen. Alternativ können Sie das Währungspaar auch mit dem Kürzel EUR.USD als CFD handeln und Ihre Positionsgröße optimal anpassen. Bitte beachten Sie, dass die Futures-Preise derzeit ca. 22 Pips über den hier in der Analyse verwendeten Spotpreisen liegen.

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