Nach den massiven Kursverlusten von fast 10 Prozent kann sich der Euro im Bereich von 1,1300 stabilisieren. Folgt jetzt im Rahmen eines saisonalen Musters eine Erholungsrallye? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer Trade-Idee in dieser EUR/USD-Analyse.

Rückblick: Konnten Sie von der Konsolidierung im EUR/USD profitieren?

Glückwunsch an alle entschlossenen Leser, die sich von meiner letzten Trade-Idee im EUR/USD haben inspirieren lassen. Diese hatte ich Ihnen in der EUR/USD-Analyse vom 03. Dezember vorgestellt. Der Long-Trade hat sich ausgezahlt. Denn nach dem Einstieg am 07. Dezember bei 1,1229 wurde bereits am nächsten Tag das Gewinnziel bei 1,1349 erreicht. Und das bei gefühlt keinem Risiko, denn mit dem Einstieg bei 1,1229 wurde der Umkehrpunkt im Chart bei 1,12275 punktgenau getroffen.

Mit dem Einsatz eines Euro-FX-Future hätte theoretisch ein Gewinn von ca. 1.500 USD erzielt werden können. Selbst mit dem kleineren Emini Euro-FX-Future hätten immer noch ca. 750 USD Gewinn verbucht werden können.

Maßgeblich dazu beigetragen hat die Konsolidierung der US-Leitwährung. In den letzten Handelswochen pendelte der EUR/USD-Kurs zwischen 1,1186 und 1,1382 (vgl. Chart unten).

Chart vom 16.12.2021 Kurs 1,1306 Kürzel: EUR.USD 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Wie könnte es nun weiter gehen? Folgt nach einer Verschnaufpause ein neuer Kursrutsch oder startet jetzt eine Erholungsrallye?

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große technische und fundamentale Bild einfügt.

Überblick: Euro im Abwärtstrend gefangen

Chart vom 16.12.2021 Kurs 1,1329 Kürzel: EUR.USD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Fehlausbruch führt zu Abwärtstrend

Ein Blick auf den Monatschart (Logarithmische Darstellung) des EUR/USD (Kürzel: EUR.USD) oben zeigt einen übergeordnet intakten Abwärtstrend. Einerseits befindet sich der Kurs nach einem Fehlausbruch wieder im Abwärtstrendkanal. Andererseits signalisiert eine Abfolge von tieferen Verlaufshochs und tieferen Verlaufstiefs (im Chart oben rot markiert), dass mit weiter fallend Kursen gerechnet werden darf.

Eine zwischenzeitliche Kurserholung ist auch in einem Abwärtstrend jederzeit denkbar. Vor allem wenn der Kurs, wie im Chart oben grün markiert, auf einer möglichen charttechnischen Unterstützung aufsetzt. Wie Sie von einer möglichen Kurserholung im EUR/USD profitieren könnten, erfahren Sie weiter unten.

Mit dem bestätigten Abwärtstrend ist die technische Großwetterlage im EUR/USD bearish. Ändern würde sich das erst mit Kursen über 1,2300. Aber davon sind wir derzeit meilenweit entfernt.

Passt das auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Fed zieht in den Kampf gegen die Inflation

Die Fed hat vergangenen Mittwoch den Begriff „vorrübergehende Inflation“ gestrichen und hebt sogar ihre Inflationsprognosen für 2021 und 2022 an. Um die aus dem Ruder laufenden Preissteigerungen zu bekämpfen, reduziert die amerikanische Notenbank weiter die Käufe von Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren. Lag der Rückgang im November bei 15 Milliarden Dollar, soll dieser in Dezember mit 30 Milliarden Dollar doppelt so hoch ausfallen. In diesem Tempo läuft das Anleihenkaufprogramm schon kommenden März, statt wie ursprünglich geplant im Sommer 2022, aus.

Zinswende schon früher als erwartet

Um der Inflation entgegenzuwirken, kann Fed-Chef Powell damit auch früher als erwartet die Zinsen anheben. Eine robuste US-Wirtschaft und der rasante Fortschritt in Richtung Vollbeschäftigung ebnen, laut Powell, den Weg zu Zinserhöhungen im Jahr 2022. Die Betonung liegt dabei auf „-erhöhungen“. Denn ging man in November noch von einer Zinserhöhung aus, erwartet der Markt nach der FOMC-Sitzung vom Mittwoch nun insgesamt drei. Der erste Zinsschritt könnte dann bereits im März 2022 erfolgen, denn laut Powell ist die Notwendigkeit eines Zeitfensters zwischen dem Ende des Taperings und einer Zinserhöhung nicht mehr gegeben. Die Fed werde aber, mit Rücksicht auf den Aktienmarkt, weiter behutsam vorgehen.

All das sollte prinzipiell den US-Dollar im Vergleich zum Euro stärken. Warum steigt aber der EUR/USD seit der Fed-Sitzung an? Vielleicht weil der Markt jetzt mehr Klarheit über den weiteren Fahrplan der Fed hat. Mit dieser Erkenntnis war die Dollar-Stärke in den letzten Wochen möglicherweise etwas übertrieben – also gute Rahmenbedingungen für eine Erholungsrallye im EUR/USD.

Wo genau könnte man nun einen Long-Einstieg in den EUR/USD wagen?

Ausblick: Jetzt auf eine Kurserholung setzen?

Zoomen wir anhand eines Tagescharts des EUR/USD weiter in das aktuelle Marktgeschehen hinein. Der Kurs des Devisenpaars notiert derzeit bei 1,1309 und damit fast 10 Prozent unter dem Jahreshoch von 1,2349. Bevor dieses Kursniveau wieder erreicht werden kann, müssen die Euro-Bullen einige, im Chart rot markierte, Widerstandszonen überwinden.

Chart vom 16.12.2021 Kurs 1,1309 Kürzel: EUR.USD Tageskerzen | Online Broker LYNX

Untergeordneter Abwärtstrend trifft auf Unterstützung

Nach der Kursrallye von 1,1700 auf fast 1,2300 im April und Mai war das Jahreshoch für die Euro-Bullen in greifbarer Nähe. Doch dann drehte plötzlich die Stimmung.

Die Kursverluste der letzten Monate haben dazu geführt, dass sich ein untergeordneter Abwärtstrend gebildet hat. Das signalisiert uns einerseits die Abfolge von tieferen Hochs und tieferen Tiefs, welche im Chart oben rot markiert sind. Andererseits wurde im Rahmen des laufenden Abwärtstrends der 50-Tage-Durchschnitt und der 200-Tage-Durchschnitt durchbrochen. Beide Trendindikatoren fallen (vgl. Chart oben).

Der Kursrückgang hat sich im November noch einmal beschleunigt. Über vier Prozent verlor der Euro gegenüber dem US-Dollar. Entsprechend weit hat sich mittlerweile der Kurs von den gleitenden Durchschnitten entfernt. Aufgrund dieser Überhitzung wird eine technische Gegenreaktion immer wahrscheinlicher.

Eine Kurserholung könnte den Kurs des Hauptwährungspaars zunächst in Richtung 1,1440 führen. Dort verläuft der 50-Tage-Durchschnitt. Bevor der Markt weiter ansteigen kann, müssen neben diesem noch weitere Widerstände aus dem Weg geräumt werden. Sollte der Widerstand bei 1,1530 geknackt werden, wäre Raum bis zum Widerstand bei 1,1700. Mit einem Schlusskurs auf Tagesbasis darüber wäre das nächste Ziel die 200-Tage-Linie. Diese verläuft derzeit bei 1,1820.

Erst wenn die Zone zwischen 1,1980 bis 1,2000 von den Bullen nachhaltig genommen werden kann, ist der Weg bis 1,2200 frei. Mit Schlusskursen über 1,2270 USD wäre auch der übergeordnete Abwärtstrend gebrochen. Dann könnte der EUR/USD schnell in Richtung 1,2350 marschieren und das Jahreshoch testen. Bis dahin ist es ein weiter Weg.

Kurzfristig entscheidet sich der weitere Kursverlauf wohl an der Marke von 1,1200. Fällt die Unterstützung, kann es schnell in Richtung 1,1000 bis 1,0800 gehen. Hält die Unterstützung, kann es im Zuge einer Erholungsrallye schnell in Richtung 1,1500 gehen. Für letztere Variante gibt es derzeit ein paar spannende Signale.

Der Bilanzstichtag – spannende Saisonalität im US-Dollar

Viele Anleger kennen saisonale Muster an den Aktien- und Rohstoffmärkten. Aber auch am Devisenmarkt steht gerade ein saisonales Muster an, das nur sehr wenige Anleger kennen aber sehr lukrativ sein kann (vgl. Grafik unten).

Chart vom 16.12.2021 Saisonalität EUR/USD der letzten 21 Jahre | Online Broker LYNX

Die Grafik oben zeigt eine statistische Auswertung des EUR/USD für die vergangenen 20 Jahre. Als Zeitraum wurde der 16. bis 30. Dezember gewählt. Was fällt auf?

In 14 von 20 Jahren stieg der EUR/USD zum Jahresende hin. Oder anders ausgedrückt, Anleger, die in den letzten 20 Jahren im Dezember auf einen schwachen USD gesetzt haben, lagen in 70 Prozent der Fälle richtig. Die Wahrscheinlichkeit für steigende Kurse im EUR/USD ist damit in den kommenden zwei Wochen deutlich höher als für fallende Kurse.

Die saisonale Dollar-Schwäche hängt mit dem amerikanischen Steuerrecht zusammen. Genauer gesagt mit dem Bilanzstichtag. Um Steuern zu sparen, versuchen amerikanische Unternehmen am Bilanzstichtag am Jahresende möglichst geringe Beträge auszuweisen. Wer die Möglichkeit hat, kann Gelder auf ausländische Tochtergesellschaften überweisen. Dabei werden US-Dollar in andere Währungen getauscht. Oder genauer gesagt USD verkauft und bspw. Euros gekauft. Das höhere Angebot an USD führt dann zu einem schwächeren USD und entsprechend steigt der Kurs des EUR/USD.

Wo könnte man also am besten einen Long-Trade im Euro eröffnen?

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie für eine Erholungsrallye auf dem Radar haben

Zwar befindet sich der Wechselkurs des EUR/USD derzeit unter dem einfachen 50-Tage und dem 200-Tage-Durchschnitt. Bedingt durch die starken Kursverluste der letzten Wochen hat sich der Kurs allerdings weit von diesen Durchschnittskursen entfernt. Nach einer Konsolidierung wird eine Erholungsrallye in Richtung dieser Durchschnittskurse immer wahrscheinlicher.

Gleichzeitig hat der Kurs auf einem entscheidenden Kursniveau Unterstützung gefunden. Genauer gesagt handelt es sich hier um eine Unterstützungszone. Den Rahmen für diese Zone bilden drei wichtige Fibonacci-Unterstützungen. Das Zentrum der möglichen Unterstützungszone bildet bei 1,1290 das 61,8% Fibonacci-Retracement der großen Aufwärtsbewegung von März 2020 bis Januar 2021. Dazu kommt die 161,8% Fibonacci-Extension der Aufwärtsbewegung von April bis Mai 2021 bei 1,1357. Den unteren Rand dieser Zone bildet die 161,8% Fibonacci-Projektion der Abwärtsbewegung von Januar bis April 2021, welche an dem Verlaufshoch vom Mai angetragen wurde. Diese befindet sich bei 1,1224.

Einblick: Trade-Idee mit einem CRV von 1,97 für einen Long-Einstieg im EUR/USD

Ein Test des unteren Rands der oben beschriebenen Unterstützungszone im Bereich von 1,1225 könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Aufwärtsbewegung im Euro profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 16.12.2021 Kurs 1,1298 Kürzel: EUR.USD 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterherzurennen.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 1,1220 einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1,1116 absichern. Damit würde auch die aktuelle Volatilität im Euro berücksichtigt werden.

Ein erstes mögliches Gewinnziel könnte bei 1,1425 liegen. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) von 1,97. Natürlich können Sie bei einem starken Momentum die Gewinne weiterlaufen lassen und den Stopp-Loss Schritt für Schritt nachziehen.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1,1298 erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko auf null reduziert.

Fazit der EUR/USD-Analyse

Die aktuelle EUR/USD-Analyse zeigt: Der Euro befindet sich nach dem Kursrutsch der letzten Wochen in einer Konsolidierung und könnte kurz vor einer technischen Gegenreaktion stehen.

Ein Einstieg in diese Spekulation könnte bei 1,1220 mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis erfolgen.

Falls es im EUR/USD von dort weg zu einer neuen Bewegungswelle nach oben kommt, könnten Sie von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 1,97 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen.

Ein Risiko für die Trade-Idee besteht in erster Linie darin, dass trotz des saisonalen Musters der Abwärtstrend im EUR/USD fortgeführt wird.

Die vorgestellte Trade-Idee können Sie mit unterschiedlichen Finanzinstrumenten umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellungen können Sie z.B. den März Kontrakt des Euro-FX-Future (Symbol: 6EH2) oder den kleineren E-mini Euro-FX-Future (Symbol: E7H2) dafür einsetzen. Alternativ können Sie das Währungspaar auch mit dem Kürzel EUR.USD handeln und Ihre Positionsgröße optimal anpassen. Bitte beachten Sie, dass die Futures-Preise derzeit ca. 25 Pips über den hier in der Analyse verwendeten Spotpreisen liegen. Sollte der Trade längen laufen, vergessen Sie nicht den Future rechtzeitig zu rollen.

Sie möchten an der Börse Futures handeln?

Als Futures-Broker bieten wir Ihnen den weltweiten Futures-Handel. Egal ob DAX, Euro Stoxx, Dow Jones, S&P 500, Russel 2000 oder z.B. Futures auf Währungen und Rohstoffe wie Öl, Gold oder Silber, über LYNX finden Sie immer den passenden Future. Handeln Sie direkt an den großen und bekannten Terminbörsen und profitieren Sie damit von einem hohen Handelsvolumen und einem engen Spread.

Über den Online-Broker LYNX profitieren Sie als Daytrader, Anleger oder Investor von unserem ausgezeichneten Angebot, denn wir ermöglichen Ihnen den preiswerten Handel von Aktien, ETFs, Futures, Optionen, Forex u.v.m. Nehmen Sie sich die Zeit, unsere Gebühren mit denen der Konkurrenz zu vergleichen und handeln Sie in Zukunft über unsere professionelle Handelsplattform.

Handeln Sie diese Trading-Idee doch einfach risikolos mit unserem kostenfreien Demokonto nach.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Nachricht schicken an Andreas Fink
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.