Seit dem Jahreshoch im Januar hat der Euro zum US-Dollar über fünf Prozent an Wert verloren. Aktuell notiert der Euro bei 1,1744, so tief wie zuletzt Anfang November. Folgen aufgrund der europäischen Impfproblematik weitere Kursverluste, oder stehen wir kurz vor einer dynamischen Gegenbewegung? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer Trade-Idee in dieser EUR/USD-Analyse.

Rückblick: Euro leidet unter der Dollar-Stärke

Die Leser meiner letzten EUR/USD-Analyse waren informiert und hatten die Warnsignale für einen Trendwechsel klar vor Augen. Seit dem Jahreshoch im Januar hat der EUR/USD-Kurs in der Spitze 5,23 Prozent verloren.

Allein in den letzten beiden Handelswochen ging es über 2 Prozent oder 284 Pips abwärts (vgl. Chart oben). Auf tiefere Hochs folgten stets tiefere Tiefs.

Jetzt fragt man sich, ob diese Euro-Abwertung in so kurzer Zeit nicht ein wenig übertrieben ist und es bald zu einer Gegenbewegung im EUR/USD kommen könnte.

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große technische und fundamentale Bild einfügt.

Überblick: Die Großwetterlage ist weiter bullisch

Übergeordneter Aufwärtstrend intakt

Technisch steht mit dem nachhaltigen Ausbruch über die Kursmarke von 1,20 und dem Durchstoßen der Abwärtstrendlinie weiteren Kursanstiegen nichts im Wege. Zudem ist ein durch höhere Hochs und höhere Tiefs definierter Aufwärtstrend bestätigt (vgl. Chart oben).

Ausgangspunkt des aktuellen Aufwärtstrends ist das Verlaufstief bei 1,0636, welches im März letzten Jahres markiert wurde. Von dem höheren Verlaufstief aus, konnte die langjährige Abwärtstrendlinie impulsiv durchbrochen werden.

Schnell stieg der Kurs des Hauptwährungspaars bis auf 1,2000 an, bevor er einige Wochen später die Abwärtstrendlinie bei 1,1602 noch einmal von oben testete. Von diesem Kursniveau aus läuft seit Anfang November die zweite Bewegungswelle des übergeordneten Aufwärtstrends. Die Abwärtsbewegung vom Jahreshoch bei 1,2349 ist somit nicht anderes als eine Korrektur in diesem Aufwärtstrend.

Erst ein Monatsschlusskurs unter dem November-Tief bei 1,1602 würde zu einem Trendbruch führen. Solange das nicht passiert, ist die technische Großwetterlage im EUR/USD, trotz der dynamischen Korrekturwelle, bullisch. Eine weitere Bewegungswelle in Trendrichtung ist damit wahrscheinlicher.

Passt das aber auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Anziehende Renditen der US-Staatsanleihen stärken den US-Dollar

Wie heißt es so schön? Währungen folgen den Zinsen. Wenn man sich die Entwicklung der Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen näher anschaut, dann fällt folgendes auf:

Seit dem 04. Januar haben sich die Renditen der US-Bonds mit 10-jähriger Laufzeit fast verdoppelt. Auf über 1,77 Prozent sind die Renditen in der Spitze nach oben geschossen (vgl. Grafik oben).

Für Investoren ist es damit deutlich attraktiver geworden, wieder in die US-Staatstitel zu investieren. Gerade wenn man bedenkt, dass die Rendite für 10-jährige Bundesanleihen mit -0,278 Prozent weiter negativ ist. Jedoch könnten Schnäppchenjäger bei den US-Notes und US-Bonds die Kurse stützen bzw. nach oben treiben. Die Folge: Die Renditen und damit die Attraktivität der US-Bonds würden wieder sinken, was sich wiederum in einem schwächeren US-Dollar niederschlagen könnte.

Steigender US-Dollar befeuert US-Leistungsbilanzdefizit

Trotz der Bemühungen von Donald Trump steigt das Leistungsbilanzdefizit der USA weiter an. Auch 2021 wird von den USA mehr importiert als exportiert. Laut den aktuellen Daten stieg das Handelsbilanzdefizit in den USA von 66,6 Milliarden USD im Dezember 2020 auf 68,2 Milliarden USD im Januar 2021. Damit lag es weit über den Erwartungen von 67,5 Milliarden USD. Die Handelslücke zwischen Importen und Exporten ist damit so groß wie zuletzt im August 2006.

Die derzeit vorherrschende Dollar-Stärke könnte das US-Handelsdefizit noch weiter ansteigen lassen. Denn ein starker US-Dollar macht US-Produkte im Ausland teurer.

Ob die USA da tatenlos zuschauen, bleibt zu bezweifeln. So könnten die USA schon recht bald Maßnahmen ergreifen, die zur Schwächung des US-Dollars führen. Und das würde dem EUR/USD Auftrieb geben.

Technisch und fundamental gibt es somit Argumente, die für einen Anstieg im EUR/USD sprechen.

Wo könnte man also am besten einen Long-Trade im Euro eröffnen, um davon zu profitieren?

Ausblick: Startet hier die nächste Aufwärtsbewegung?

Wenn wir anhand eines Tagescharts des EUR/USD weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1,1728 notiert. Also deutlich unter dem Jahreshoch von 1,2349. Bevor dieses erneut erreicht werden kann, müssen zunächst die technischen Widerstände im Bereich von 1,2000 und 1,2200 aus dem Weg geräumt werden (vgl. Chart unten).

Dafür muss auch erstmal der untergeordnet laufende Abwärtstrend, gekennzeichnet aus tieferen Tiefs und tieferen Hochs, gebrochen werden. Die dafür notwendige Aufwärtsbewegung könnte, wie schon letztes Jahr, entweder im Kursbereich um 1,1700 oder eine Etage tiefer bei 1,1600 starten. Hier befinden sich, im Chart grün markiert, Unterstützungszonen.

Neben den Unterstützungszonen könnte auch ein saisonales Muster den Euro-Bullen unter die Arme greifen.

Das Saisonale Muster im Euro

Wie an den Aktienmärkten gibt es auch beim Euro eine Saisonalität. Ein Blick auf den Chart unten macht klar…

Die Wahrscheinlichkeit für steigende Kurse im Euro ist von Anfang April bis Anfang Mai deutlich höher als für fallende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 20 Jahre in der Grafik oben näher anschauen, dann sehen wir, dass statistisch gesehen in den nächsten Wochen eher mit steigenden Kursen im Euro-Future gerechnet werden kann. So konnte der Preis des Euro gegenüber dem US-Dollar in den letzten 20 Jahren in diesem Zeitraum durchschnittlich um gut 1,5 Prozent zulegen. Der statistische Rückenwind bläst bis Anfang Mai entsprechend für die Bullen im EUR/USD.

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Zwar notiert der EUR/USD aktuell unter dem 50-Tage und dem 200-Tage Durchschnitt, jedoch könnte die laufende Korrektur kurz vor dem Ende stehen. Dafür sprechen neben dem übergeordneten Aufwärtstrend folgende technischen Kaufsignale:

Im Bereich von 1,1700 befindet sich eine erste mögliche Unterstützungszone (im Chart oben grün markiert). Dieser Preisbereich wurde von den Bullen in den letzten Monaten mehrmals erfolgreich verteidigt. Nach der schnellen Korrektur in den letzten Wochen, könnten sich hier auch die Bären entschließen ihre Gewinne mitzunehmen und als Käufer aufzutreten.

Bei 1,1695 verläuft das 38,2er Fibonacci Retracement der großen Aufwärtsbewegung seit dem März 2020. Für viele technisch orientierte Anleger ist nach einer dynamischen Bewegung von über 1.700 Pips oder 16 Prozent eine Korrektur auf das 38,2er Fibonacci-Level ein sehr interessantes Einstiegsniveau. Dieses Preisniveau könnte auch Käufer anziehen, die bisher noch an der Seitenlinie stehen und geduldig auf ein attraktives Einstiegslevel warten.

Ebenfalls genau bei 1,1695 verläuft der Volumengewichtete Durchschnittskurs (VWAP) aller seit dem Verlaufstief im Jahr 2020 gehandelten Futures-Kontrakte. Da institutionelle Händler oft am VWAP gemessen werden, fungiert dieser volumenbasierte Preis oft als Unterstützung bzw. Widerstand im Preischart.

Darüber hinaus könnte im Unterstützungsbereich um 1,1700 ein harmonisches Kursmuster vervollständigt werden. Diese Kursmuster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Nutzen Sie eine Trade-Idee mit einem CRV von 2,83 für einen Long-Einstieg im EUR/USD

Ein Test einer möglichen Unterstützung im Bereich von 1,1700 könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Aufwärtsbewegung im Euro profitieren (vgl. Chart unten).

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,83 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 1,1688 einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1,1505 absichern. Damit würde auch die aktuelle Volatilität im Euro berücksichtigt werden.

Ein erstes mögliches Gewinnziels könnte bei 1,2207 liegen. Natürlich können Sie bei einem starken Momentum auch die Gewinne weiterlaufen lassen und den Stopp-Loss Schritt für Schritt nachziehen.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1,1939 erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko auf null reduziert.

Fazit der EUR/USD-Analyse

Die aktuelle EUR/USD-Analyse zeigt: Der Euro könnte nach einer größeren Korrektur vor einer weiteren Aufwärtsbewegung in die übergeordnete Trendrichtung stehen.

Ein Einstieg in diese Korrektur könnte bei 1,1688 mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis erfolgen.

Falls es im EUR/USD von dort weg zu einer neuen Bewegungswelle nach oben kommt, könnten Sie von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,83 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen.

Risiken für die Trade-Idee besteht in erster Linie darin, dass die Stärke des US-Dollar weiter anhält. Das passiert voraussichtlich, wenn die Rendite für US-Staatsanleihen weiter ansteigen.

Die vorgestellte Trade-Idee können Sie mit unterschiedlichen Finanzinstrumenten umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellungen können Sie z.B. den Juni Kontrakt des Euro-FX-Future (Symbol: 6EM1) oder den kleineren E-mini Euro-FX-Future (Symbol: E7M1) dafür einsetzen. Alternativ können Sie das Währungspaar auch mit dem Kürzel EUR.USD handeln und Ihre Positionsgröße optimal anpassen. Bitte beachten Sie, dass die Futures-Preise derzeit ca. 20 Pips über den hier in der Analyse verwendeten Spotpreisen liegen.

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Andreas Fink, Futures-Händler | LYNX Börsenexperten
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