Seit Beginn des 2. Quartals leidet der Dollar unter einem Schwächeanfall. So konnte der Euro in den letzten Wochen um fast fünf Prozent gegenüber der US-Währung zulegen. Aktuell notiert der Euro bei 1,2185. So hoch wie zuletzt im Februar. Hält die Dollar-Schwäche an, oder schlagen die Dollar-Bullen mit Unterstützung der Fed schon bald zurück? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer Trade-Idee in dieser EUR/USD-Analyse.

Rückblick: Dollar mit Schwächeanfall

Chart vom 03.06.2021 Kurs 1,2185 Kürzel: EUR.USD 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Wenn man sich den bisherigen Verlauf des EUR/USD in 2021 anschaut, fällt auf, dass das 2. Quartal das Spiegelbild vom 1. Quartal ist. Zumindest was das Kräfteverhältnis der beiden Währungen angeht. Litten die Euro-Bullen im ersten Quartal noch unter der Dollarstärke, so konnte die Gemeinschaftswährung seit Anfang April deutlich an Wert gewinnen. Und das geschah nicht überraschend!

Die Leser meiner EUR/USD-Analyse vom 01. April waren informiert und perfekt für einen Trendwechsel vorbereitet. Die Bilanz: Seit dem Verlaufstief bei 1,1704 konnte der Wechselkurs des EUR/USD in der Spitze um 562 Pips oder 4,8 Prozent zulegen.

Jetzt fragt man sich, ob diese Dollar-Abwertung in so kurzer Zeit nicht ein wenig übertrieben ist und es bald zu einer Gegenbewegung im EUR/USD kommen könnte.

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große technische und fundamentale Bild einfügt.

Überblick: Die Großwetterlage ist weiter bullisch

Chart vom 03.06.2021 Kurs 1,2193 Kürzel: EUR.USD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Übergeordneter Aufwärtstrend intakt

Technisch steht mit dem nachhaltigen Ausbruch über die Kursmarke von 1,20 und dem Durchstoßen der Abwärtstrendlinie weiteren Kursanstiegen nichts im Wege. Zudem ist ein durch höhere Hochs und höhere Tiefs definierter Aufwärtstrend bestätigt (vgl. Chart oben).

Ausgangspunkt des aktuellen Aufwärtstrends ist das Verlaufstief bei 1,0636, welches im März letzten Jahres markiert wurde. Von dem höheren Verlaufstief aus, konnte die langjährige Abwärtstrendlinie impulsiv durchbrochen werden.

Schnell stieg der Kurs des Hauptwährungspaars bis auf 1,2000 an, bevor er einige Wochen später die Abwärtstrendlinie bei 1,1602 noch einmal von oben getestet hat. Von diesem Kursniveau aus startete Anfang November die zweite Bewegungswelle des übergeordneten Aufwärtstrends. Die Korrektur vom Jahreshoch bei 1,2349 weg, konnte von den Euro-Bullen im Bereich 1,1700 gestoppt werden. Seitdem läuft eine weitere Bewegungswelle des Aufwärtstrends, was einen Anstieg des EUR/USD wahrscheinlicher macht.

Erst ein Monatsschlusskurs unter dem März-Tief bei 1,1704 würde zu einem Trendbruch führen. Solange das nicht passiert, ist die technische Großwetterlage im EUR/USD bullisch.

Passt das aber auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Der EUR/USD im Bann der Notenbanken

Wichtige Impulse für die großen Währungen erwarten sich Marktteilnehmer von den anstehenden Notenbanksitzungen. Den Anfang macht dabei die EZB am 10. Juni. Die Fed folgt knapp eine Woche später am 16. Juni.

Richtungsentscheidend wird sein, wie die Notenbanken auf die jüngsten Inflationsdaten reagieren. Denn…

Die US-Inflation steigt derzeit stark an. Das belegen die kürzlich veröffentlichten Inflationsdaten aus den USA. Die jährliche Inflationsrate in den USA stieg von 2,6 Prozent im März 2021 auf 4,2 Prozent im April 2021 und lag damit deutlich über den Marktprognosen von 3,6 Prozent. Das ist der höchste Wert seit 2008. Die größten Preissteigerungen gab es bei Benzin (+49,6 Prozent), Heizöl (+37,3 Prozent) und den Gebrauchtwagen (+21 Prozent).

Der starke Anstieg der US-Verbraucherpreise heizt die Debatte über ein Herunterfahren der Anleihenkäufe (Tapering) an. Sollte ein mögliches Tapering der Anleihenkäufe von der Fed schon am 16. Juni diskutiert werden, könnte das dem schwachen Dollar erstmal unter die Arme greifen. Denn mit einem Tapering rücken auch mögliche Zinserhöhungen der Fed näher. Steigen die Zinsen, macht das die Leitwährung relativ gesehen attraktiver. Das könnte Druck auf den Wechselkurs des EUR/USD ausüben.

Doch dafür gibt es derzeit noch keine Anzeichen. Bisher geht die Fed von einer temporär höheren Inflation aus. Ursachen hierfür sind laut Fed Pandemie bedingte Lieferengpässe bei Halbleitern oder Rohstoffen. Zinserhöhungen werden deshalb vom Markt aktuell frühestens 2023 erwartet (vgl. Grafik unten).

Grafik vom 03.06.2021 FedWatch Tool USD | Online Broker LYNX

Sollte die Inflation nicht dauerhaft sein und der Arbeitsmarkt nicht heiß laufen, könnte die US-Währung weiter abwerten. Denn…

Die Weltwirtschaft brummt

Die jüngsten OECD-Daten unterstreichen, dass sich die Weltwirtschaft weiter auf Erholungskurs befindet. So dürfte laut den Konjunkturprognosen der OECD die Weltwirtschaft im laufenden Jahr um 5,8 Prozent wachsen. Damit 0,2 Prozent mehr als noch im März angenommen (vgl. Grafik unten).

Grafik vom 03.06.2021 Konjunkturprognose OECD Weltwirtschaft | Online Broker LYNX

Auch für das kommende Jahr werden die Wachstumsprognosen um 0,4 Prozent auf 4,4 Prozent angehoben. Das schafft viele renditestarke Investmentmöglichkeiten außerhalb des Dollar-Raums, was die US-Währung weiter schwächen könnte.

Technisch und fundamental gibt es somit Argumente, die für einen Anstieg im EUR/USD sprechen.

Wo könnte man also am besten einen Long-Trade im Euro eröffnen, um davon zu profitieren?

Ausblick: Wo sind risikoarme Einstiegspunkte?

Wenn wir anhand eines Tagescharts des EUR/USD weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1,2203 notiert. Also noch unter dem Jahreshoch von 1,2349. Bevor dieses erneut erreicht werden kann, muss zunächst der horizontale Widerstand im Bereich von 1,2250 aus dem Weg geräumt werden (vgl. Chart unten). Daran sind die Euro-Bullen in den letzten Tagen mehrmals gescheitert.

Chart vom 03.06.2021 Kurs 1,2203 Kürzel: EUR.USD Tageskerzen | Online Broker LYNX

Die Zeichen für höhere Kurse stehen gut, denn die von Januar bis Ende März laufende Korrektur ist beendet. Genau an der unteren Trendkanalbegrenzung drehte der Kurs Anfang April nach oben. Im Rahmen eines untergeordneten Aufwärtstrends wurden die tieferen Verlaufshochs der Korrektur überboten.

Der EUR/USD befindet sich damit wieder in einer Bewegung des übergeordneten Aufwärtstrends. Dieser ist im Chart oben einerseits durch den Aufwärtstrendkanal gekennzeichnet. Andererseits können Sie diesen bullischen Trend durch die Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs (im Chart oben mit grünen Kreisen markiert) identifizieren. Beste Voraussetzungen für weitere Kursanstiege. Das gilt so lang wie…

Das Hauptwährungspaar nicht unter das letzte Verlaufstief bei 1,1985 fällt. Mit einem Schlusskurs auf Tagesbasis darunter, wäre der untergeordnete Aufwärtstrend gebrochen. Die nächste Anlaufstelle auf der Unterseite wäre dann…

Die untere Aufwärtstrendlinie des Trendkanals. Diese verläuft derzeit im Bereich 1,1900, ansteigend. Hier könnte sich das Kräfteverhältnis, wie schon Anfang April, zu Gunsten der Bullen ändern.

Erst mit Schlusskursen darunter würde sich das bullische Bild im EUR/USD eintrüben. Dann würde wohl das Verlaufstief von Ende März bei 1,1704 getestet werden. Sollte diese Kursmarke dann nicht erneut genügend Käufer anziehen, könnte der Euro schnell in Richtung 1,1600 abrutschen.

Neben den bestätigten Aufwärtstrends gibt es weitere Signale für einen steigenden EUR/USD.

Das Saisonale Muster im Euro

Wie an den Aktienmärkten gibt es auch beim Euro eine Saisonalität. Ein Blick auf den Chart unten macht klar…

Chart vom 03.06.2021 Saisonaler Verlauf EURO | Online Broker LYNX

Die Wahrscheinlichkeit für steigende Kurse im Euro ist ab der zweiten Juni-Woche bis Anfang August deutlich höher als für fallende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 20 Jahre in der Grafik oben näher anschauen, dann sehen wir, dass statistisch gesehen in den nächsten Wochen eher mit steigenden Kursen im Euro-Future gerechnet werden kann. So konnte der Preis des Euro gegenüber dem US-Dollar in den letzten 20 Jahren in diesem Zeitraum durchschnittlich um gut 2 Prozent zulegen. Der statistische Rückenwind bläst bis Anfang August entsprechend für die Bullen im EUR/USD.

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Neben dem bestätigten Aufwärtstrend und den handfesten Daten der Saisonalität, gibt es weitere technische Kaufsignale.

So befindet sich der Wechselkurs des EUR/USD derzeit über dem einfachen 50- und auch 200-Tage-Durchschnitt. Beide gleitenden Durchschnitte steigen an. Diese Tatsache wird von vielen Markteilnehmern als bullisch interpretiert. Auch wenn der Preis in den kommenden Tagen und Wochen noch etwas nachgeben sollte, könnte der 50-Tage-Durchschnitt, der aktuell bei 1,2040 verläuft, neue Käufer auf den Plan rufen.

Bei 1,2051 verläuft das 38,2er Fibonacci Retracement der Aufwärtsbewegung seit Ende März 2021. Für viele technisch orientierte Anleger ist nach einer dynamischen Bewegung von über 560 Pips oder 4,8 Prozent eine Korrektur auf das 38,2er Fibonacci-Level ein sehr interessantes Einstiegsniveau. Dieses Preisniveau könnte auch Käufer anziehen, die bisher noch an der Seitenlinie stehen und geduldig auf ein attraktives Einstiegslevel warten.

Knapp darüber bei 1,2066 verläuft der Volumengewichtete Durchschnittskurs (VWAP) aller seit dem Verlaufstief von Ende März gehandelten Futures-Kontrakte. Da institutionelle Händler oft am VWAP gemessen werden, fungiert dieser volumenbasierte Preis oft als Unterstützung bzw. Widerstand im Preischart.

Darüber hinaus könnte im Unterstützungsbereich um 1,2050 ein harmonisches Kursmuster vervollständigt werden. Diese Kursmuster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Nutzen Sie eine Trade-Idee mit einem CRV von 2,01 für einen Long-Einstieg im EUR/USD

Ein Test einer möglichen Unterstützung im Bereich von 1,2050 könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Aufwärtsbewegung im Euro profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 03.06.2021 Kurs 1,2185 Kürzel: EUR.USD 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,01 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 1,2046 einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1,1960 absichern. Damit würde auch die aktuelle Volatilität im Euro berücksichtigt werden.

Ein erstes mögliches Gewinnziel könnte bei 1,2219 liegen. Natürlich können Sie bei einem starken Momentum auch die Gewinne weiterlaufen lassen und den Stopp-Loss Schritt für Schritt nachziehen.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1,2130 erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko auf null reduziert.

Fazit der EUR/USD-Analyse

Die aktuelle EUR/USD-Analyse zeigt: Der Euro könnte nach einer Korrektur vor einer weiteren Aufwärtsbewegung in die übergeordnete Trendrichtung stehen.

Ein Einstieg in diese Korrektur könnte bei 1,2046 mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis erfolgen.

Falls es im EUR/USD von dort weg zu einer neuen Bewegungswelle nach oben kommt, könnten Sie von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,01 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen.

Ein Risiko für die Trade-Idee besteht in erster Linie darin, dass die Fed früher als erwartet über eine mögliche Drosselung der Anleihenkäufe spricht. Das könnte den USD stärken und somit den Wechselkurs des EUR/USD schwächen.

Die vorgestellte Trade-Idee können Sie mit unterschiedlichen Finanzinstrumenten umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellungen können Sie z.B. den September Kontrakt des Euro-FX-Future (Symbol: 6EU1) oder den kleineren E-mini Euro-FX-Future (Symbol: E7U1) dafür einsetzen. Alternativ können Sie das Währungspaar auch mit dem Kürzel EUR.USD als CFD handeln und Ihre Positionsgröße optimal anpassen. Bitte beachten Sie, dass die Futures-Preise derzeit ca. 24 Pips über den hier in der Analyse verwendeten Spotpreisen liegen.

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