Brrr… was für für eine kalte Dusche für die Euro-Bullen! Der EUR/USD verlor in den letzten Tagen 1,77 Prozent. Ist dieser Kursrutsch der Start einer größeren Korrektur? Wenn ja, wie genau könnten Sie von einem schwächeren EUR/USD profitieren? Antworten erhalten Sie anhand einer Trade-Idee in dieser EUR/USD-Analyse.

Rückblick: Warnzeichen für ein Ende der Euro-Rallye

Die ersten Handelstage im neuen Jahr waren so verheißungsvoll für die Bullen. Schnell marschierte der Euro-Kurs von 1,2230 auf über 1,2360 nach oben. Die Kursziele im Bereich 1,25 schienen greifbar zu sein. Doch die Freude sollte bei denjenigen, die eine Long-Position des EUR/USD im Depot haben nicht lange andauern…

Denn seit Mitte letzte Woche bläst den Bullen der Wind mitten ins Gesicht. Im Terminkontrakt des Euro-Futures mit Laufzeit März 2021 (Kürzel: 6EH1) geht es seit dem Hoch bei 1,2368 stetig abwärts. Die Bilanz: Ein Minus von 1,77 Prozent oder 220 Pips (vgl. Chart oben).

In dieser Handelswoche konnte sich der Euro im Bereich 1,2180 stabilisieren.

Die Frage ist jetzt, kommt es zu einer Fortsetzung der Rallye, oder ist der oben beschriebene Kursrutsch der Vorbote einer größeren Korrektur bzw. eines Trendwechsels?

Immerhin konnte der Kurs des Hauptwährungspaares seit Anfang November 2020 um 6,44 Prozent oder fast 750 Pips zulegen.

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große Chartbild einfügt.

Überblick: Die Großwetterlage im EUR/USD

Technisch steht mit dem nachhaltigen Ausbruch über die Kursmarke von 1,20 und dem Durchstoßen der Abwärtstrendlinie weiteren Kursanstiegen nichts mehr im Wege. Zudem ist ein durch höhere Hochs und höhere Tiefs definierter Aufwärtstrend bestätigt (vgl. Chart oben).

Ausgangspunkt des aktuellen Aufwärtstrends ist das Verlaufstief bei 1,0636, welches im März dieses Jahrs markiert wurde. Von dem höheren Verlaufstief aus, konnte die langjährige Abwärtstrendlinie impulsiv durchbrochen werden. Schnell stieg der Kurs des Hauptwährungspaars bis auf 1,2000 an, bevor er einige Wochen später die Abwärtstrendlinie bei 1,1602 noch einmal von oben testete. Von diesem Kursniveau aus läuft seit Anfang November, die zweite Bewegungswelle des übergeordneten Aufwärtstrends.

Die technische Großwetterlage im EUR/USD ist damit klar bullisch. Passt das aber auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Steigende US-Staatsverschuldung drückt auf den US-Dollar

Am gestrigen Donnerstag stellte der neue US-Präsident Joe Biden sein neues Stimulus Paket vor. Die Erwartungen beliefen sich auf fast zwei Billionen USD. Sollte das in dieser Höhe verabschiedet werden, könnte das den US-Dollar weiter unter Druck bringen. Hier muss jedoch unterschieden werden, was Biden gerne hätte und was er auch abgesegnet bekommt. Trotzdem ist klar: Die Staatsverschuldung wächst. Permanent werden neue Schulden aufgenommen. Das führt zu einem großen Angebot an US-Dollar und drückt somit auf die US-Währung.

Steigendes US-Leistungsbilanzdifizit schwächt den US-Dollar

Trotz der Bemühungen von Donald Trump steigt das Leistungsbilanzdefizit der USA weiter an. Auch 2020 wird von den USA mehr importiert als exportiert. Laut den aktuellen Daten stieg das Handelsbilanzdefizit in den USA von 63,1 Milliarden USD im Oktober auf 68,1 Milliarden USD im November 2020. Damit lag es weit über den Erwartungen von 65,2 Milliarden USD. Die Handelslücke zwischen Importen und Exporten ist damit so groß wie zuletzt im August 2006. Das erhöht das Angebot an USD und drückt damit den Kurs der Leitwährung.

Anziehende Renditen der US-Staatsanleihen stärken den US-Dollar

Wie heißt es so schön? Währungen folgen den Zinsen. Wenn man sich die Entwicklung der Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen näher anschaut, dann fällt folgendes auf:

Seit dem 04. Januar sind die Renditen der US-Bonds mit 10-jähriger Laufzeit um über 30 Prozent nach oben geschossen (vgl. Grafik oben). Für Investoren ist es damit deutlich attraktiver geworden, wieder in die US-Staatstitel zu investieren. Gerade wenn man bedenkt, dass die Rendite für 10-jährige Bundesanleihen mit -0,543 Prozent weiter negativ ist. Somit könnte die steigende Zinsdifferenz eine Nachfrage nach US-Zinstiteln anheizen und den US-Dollar weiter stärken.

Neben einem übergeordneten Aufwärtstrend gibt es gemischte fundamentale Argumente. Gerade die Entwicklung am US-Zinsmarkt könnte auf eine weitere Korrekturwelle im EUR/USD hindeuten.

Wo könnte man also am besten einen Short-Trade im Euro eröffnen, um davon zu profitieren?

Ausblick: Trendbruch signalisiert weitere Korrekturwelle?

Wenn wir anhand eines Tagescharts des EUR/USD weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1,2126 notiert. Also deutlich unter dem Vorwochen-Hoch von 1,2368 im Kontrakt des Futures mit Laufzeit März 2021. Bevor dieses erneut erreicht werden kann, muss zunächst der technische Widerstand im Bereich von 1,23 aus dem Weg geräumt werden (vgl. Chart unten).

Darüber signalisiert uns ein tieferes Tief, im Tageschart oben grau markiert, einen Trendbruch. Das macht eine weitere Korrekturwelle wahrscheinlich, obwohl der Trend im Monatschart weiter aufwärtsgerichtet ist.

Neben dem Trendbruch spricht auch ein saisonales Muster für erstmal weiter fallende Preise im EUR/USD.

Das Saisonale Muster im Euro

Wie an den Aktienmärkten gibt es auch beim Euro eine Saisonalität. Ein Blick auf den Chart unten macht klar…

Die Wahrscheinlichkeit für fallende Kurse im Euro-Future ist von Mitte Januar bis Ende Februar deutlich höher als für steigende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 20 Jahre in der Grafik oben näher anschauen dann sehen wir, dass statistisch gesehen in den nächsten Wochen eher mit fallenden Kursen im Euro-Future gerechnet werden kann. So hat der Preis des Euro-Futures in den letzten 20 Jahren in diesem Zeitraum durchschnittlich um gut 1 Prozent verloren. Der statistische Rückenwind bis Ende Februar bläst entsprechend für die Euro-Bären.

Einblick: Nutzen Sie eine Trade-Idee mit einem CRV von 2,71 für einen Short-Einstieg im EUR/USD

Ein Test eines möglichen Widerstands im Bereich von 1,2280 könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Short-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Abwärtsbewegung im Euro-Future profitieren (vgl. Chart unten).

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,71 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Wie oben erläutert, befindet sich die Preis-Zone im Chart des Euro-Futures für einen möglichen Widerstand im Bereich von 1,2280. Spätestens dort könnte erneut eine Abwärtsbewegung starten.

Sollten Sie sich für einen Short-Trade entscheiden, können Sie bei 1,2284 einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1,2323 absichern. Damit würde auch die aktuelle Volatilität im Euro-Future berücksichtigt werden.

Ein erstes mögliches Gewinnziels könnte bei 1,2178 liegen. Natürlich können Sie bei einem starken Momentum auch die Gewinne weiterlaufen lassen und den Stopp-Loss Schritt für Schritt nachziehen.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1,2232 erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko auf null reduziert.

Fazit der EUR/USD-Analyse

Die aktuelle EUR/USD-Analyse zeigt: Der Euro könnte vor einer größeren Korrektur stehen. Untergeordnet hat bereits ein Trendbruch stattgefunden.

Ein Einstieg in diese Korrektur mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis könnte bei 1,2284 erfolgen.

Falls es im EUR/USD von dort weg zu einer neuen Bewegungswelle nach unten kommt, könnten Sie von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,71 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen.

Risiken für die Trade-Idee bestehen in erster Linie aufgrund von größeren US-Stimulus Paketen und einer fallenden Rendite der US-Staatsanleihen. Beides würde den US-Dollar drücken und der Wechselkurs des EUR/USD würde dann entsprechend ansteigen.

Die vorgestellte Trade-Idee können Sie mit unterschiedlichen Finanzinstrumenten umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellungen können Sie z.B. den März Kontrakt des Euro-FX-Future (Symbol: 6EH1) oder den kleineren E-mini Euro-FX-Future (Symbol: E7H1) dafür einsetzen. Alternativ können Sie das Währungspaar auch mit dem Kürzel EUR.USD handeln und Ihre Positionsgröße optimal anpassen.

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Andreas Fink, Futures-Händler | LYNX Börsenexperten
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