In diesem Beitrag stellen wir ihnen einen ETF vor, der den niederländischen Mid-Cap-Index AMX nachbildet. Der AMX ist mit dem deutschen MDAX vergleichbar und ist direkt nach dem Leitindex AEX angesiedelt.

Informationen zum Referenzindex – AMX Index

Der dem ETF zugrundeliegende Referenzindex AMX Index (RAMX) ist ein vom Amsterdam Midcap Index abgeleiteter Index des Indexanbieters Euronext, der die Performance der 25 an der Euronext Amsterdam meistgehandelten Aktien misst, die den Wertpapieren aus dem niederländischen Leitindex AEX nachfolgen. Die Zusammensetzung des Referenzindex wird durch die Marktkapitalisierung und den Streubesitz bestimmt und gewichtet. Die Einzelgewichtung der Bestandteile wird auf 15 Prozent begrenzt.

Der Index wird auf seine Zusammensetzung hin einmal jährlich am dritten Freitag im März am Ende des Handelstages überprüft. Zusätzliche Indexüberprüfungen mit einem Ausbalancieren können jeweils am Ende des Handelstages jeden dritten Freitag im Juni, September und Dezember erfolgen.

Der Referenzindex wird hier in der Variante eines Total Return Index herangezogen und alle 15 Sekunden in der Indexwährung Euro (EUR) berechnet. Alternativ gibt es noch die Index-Varianten Preis-, Net Return und Gross Return. Der Index wurde am 04. Oktober 1995 erstmals aufgelegt und hat eine Basis von 45,38 Punkten, die vom 03. Januar 1983 stammt. (Daten gemäß Euronext-Factsheet vom 31. Dezember 2020 und Van Eck Factsheet vom 28. Februar 2021)

VanEck Vectors AMX UCITS ETF im Detail

Der ETF kann über den Handelsplatz Euronext Amsterdam in Euro erworben werden. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,35 Prozent und die Ertragsverwendung des Fonds ist ausschüttend. Die Fonds- und Handelswährung ist der Euro. Aus diesem Grund besteht für Anleger aus dem Euroraum neben dem allgemeinen Kursrisiko kein Währungsrisiko. Der Fonds nutzt die vollständige physische Replikationsmethode und erwirbt die Aktien somit direkt. Der ETF wurde am 14. Dezember 2009 aufgelegt und hat mit dem Stichtag des 29. März 2021 ein Fondsvolumen in Höhe von 28,8 Millionen Euro.

Die Top-Positionen des ETF-Portfolios

Da der ETF den zugrundeliegenden Index mit der vollständig physischen Replikationsmethode abbildet und der Tracking-Error relativ gering ist, sind zwischen der Zusammensetzung des Referenzindex und der des ETF-Portfolios keine hohen Abweichungen zu registrieren.

Die größten Positionen des ETF-Portfolios sind mit 8,53 Prozent ABN Amro Bank, mit 8,20 Prozent Aalberts, mit 8,01 Prozent Warehouses de Pauw Cva, mit 5,74 Prozent Galapagos, mit 5,67 Prozent Corbion, mit 5,57 Prozent Koninklijke Vopak, mit 5,16 Prozent Arcadis, mit 4,91 Prozent Jde Peet´s, mit 4,91 Prozent Sbm Offshore und mit 4,02 Prozent Boskalis Westminster.

Diese zehn Einzeltitel weisen eine Gesamtgewichtung von 60,72 Prozent auf. Eine ausreichende Diversifikation ist hier dennoch zu konstatieren – das Portfolio besteht noch aus 15 weiteren Einzeltiteln (die Gesamtgewichtung der Top10-Positionen bei Indizes wie dem DAX ist auch ähnlich hoch). (Daten in Bezug auf den ETF gemäß VanEck vom 29. März 2021)

Portfolioallokation – die wichtigsten Sektoren, Länder und Währungen

Die wichtigsten Sektoren sind mit 38,6 Prozent Industrie, mit 12,7 Prozent Grundstoffe, mit 11,4 Prozent Energie, mit 11,1 Prozent Immobilien, mit 8,5 Prozent Informationstechnologie, mit 5,6 Prozent Nicht-Basiskonsumgüter und mit 5,2 Prozent Basiskonsumgüter. Die restlichen Sektoren Gesundheitswesen, Finanzen und Sonstige kommen auf weitere 6,8 Prozent.

Der Referenzindex sollte eigentlich als 100prozentiger, niederländischer Aktienindex daherkommen, doch der Index beinhaltet auch Aktiengesellschaften aus anderen Ländern. Der Anteil der Niederlande liegt bei 77,04 Prozent, der von Belgien bei 11,20 Prozent, der Österreichs bei 5,25 Prozent, der Luxemburgs bei 3,94 Prozent und der von Frankreich bei 2,53 Prozent (sonstige Positionen und Cash-Positionen belaufen sich auf 0,04 Prozent).

Gemäß der Länderaufschlüsselung spielt demnach lediglich der Euro (EUR) eine Rolle, weitere Währungen sind im Fondkonstrukt nicht ersichtlich. (Daten gemäß VanEck vom 28. Februar 2021)

Performance kann sich absolut sehen lassen

Der Referenzindex erreichte bis dato auf der Sicht der letzten 10 Jahre eine jährliche Performance (p.a.) von 7,26 Prozent. Auf Sicht von fünf Jahren waren es 11,07 Prozent und auf Jahressicht gar 18,76 Prozent. Der ETF erzielte in den hier ausgewiesenen Vergleichszeiträumen ein Plus von 6,79 Prozent, ein Plus von 10,58 Prozent und ein Plus von 18,06 Prozent.

Seit der ETF-Auflegung konnte der Referenzindex um 9,12 Prozent jährlich zulegen, der ETF dazu im Vergleich um 8,59 Prozent p.a. Die höchste messbare Performancedifferenz auf Sicht von einem Jahr lag bei 0,70 Prozent, wobei ja bereits 0,35 Prozent p.a. auf das Konto der Gesamtkostenquote geht. Demnach hielt sich die Performancedifferenz in den meisten Zeitfenstern im Rahmen. (Performancedaten in Bezug auf den Referenzindex und den ETF gemäß VanEck mit dem Stichtag des 28. Februar 2021)

Expertenmeinung – mit einem ETF von der Erholung der sechsgrößten Volkswirtschaft der Eurozone profitieren

Die Niederlande konnten sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Börsenplätze mausern – im Jahr 2021 und insbesondere seit dem finalen Brexit ist Amsterdam in Bezug auf das Handelsvolumen die wichtigste Börse für Aktien in Europa geworden.

Die Experten von S&P Global wiesen in einem Bericht vom 08. März 2021 darauf hin, dass an der Amsterdamer Börse (Euronext Amsterdam) erstmals im Januar 2021 tägliche Handelsvolumen von rund 9,2 Milliarden Euro im Vergleich zu den in London umgerechnet 8,6 Milliarden Euro registriert wurden. Die Niederlande haben offenbar vom Brexit nicht nur in Bezug auf die Amsterdamer Börse profitiert, sondern auch durch die Verlagerung von einer Reihe von Konzernsitzen und zum Teil auch durch die Verlagerung von Personal.

Zudem profitieren die Niederlande nicht nur von einer geographischen Nähe zu Großbritannien, sondern auch von einer Nähe der Philosophie ihrer Finanzmarktaufsichtsbehörden, denn die niederländische Finanzmarktaufsicht The Dutch Authority for Financial Markets gleicht eher der Londoner FCA Financial Conduct Authority und ist mit anderen Aufsichten und deren Regularien wie in Paris, Frankfurt oder Madrid nicht zu vergleichen.

Amsterdam könnte sich in den nächsten Monaten und Jahren auch zu einem beachtenswerten IPO-Börsenplatz entwickeln. Das wird ganz davon abhängen, inwieweit London regulatorisch in der Lage bleibt für konstruktiven Wettbewerb zur EU zu stehen. Was in Bezug auf den Handel an den Kapitalmärkten positiv für die Niederlande sein kann, gestaltet sich im Warenverkehr künftig wohl erst einmal weniger prosperierend, denn die Niederlande haben in Bezug auf die Warenabwicklung mit Großbritannien durch den Hafen Rotterdam den höchsten Anteil am Umschlag mit britischen Waren und umgekehrt europäischen Waren, die nach Großbritannien exportiert werden. Der Brexit wird hier wohl oder übel für weniger Umschlag stehen. Noch immer ist fraglich, inwieweit sich die Geschäfte auf absehbare Zeit verlagern werden.

Dennoch: Die Niederlande sind die sechsgrößte Volkswirtschaft der Eurozone und der fünfgrößte Exporteur von Waren – die Niederländer haben demnach Gewicht in der Eurozone. Dem WEO Januar 2021 (Word Economic Outlook) des Internationalen Währungsfonds nach könnte das Land in 2021 mit einem BIP-Wachstum von 3,0 Prozent und einem Plus von 2,9 Prozent in 2022 aufwarten. Gemäß der IWF-Daten fiel das niederländische BIP in 2020 durch die Corona-Krise bedingt um 5,4 Prozent zurück. Zwar hat auch die niederländische Regierung zuletzt expansive Fiskalpolitik betrieben, doch im Vergleich zu vielen anderen Volkswirtschaften der Eurozone wirken die Finanzen in Den Haag noch recht solide. Nebst der höheren Neuverschuldung bleibt vor allem der Arbeitsmarkt erfreulich stark. Die Experten von Nordea zum Beispiel prognostizieren in 2021 eine Arbeitslosenrate von 4,5 Prozent und in 2022 von 4,0 Prozent (in 2019 betrug der Spitzenwert 3,4 Prozent).

Die Erholung von der Corona-Krise dürfte im direkten Vergleich zu Volkswirtschaften wie Deutschland oder Frankreich und vor allem Italien und Spanien wesentlich weniger Zeit in Anspruch nehmen. Auch die Digitalisierung ist in den Niederlanden wesentlich fortgeschrittener. Übrigens: Während viele in Deutschland vielleicht an holländische Tomaten und Gurken denken, muss man insbesondere auf den kaum relevanten niederländischen Agrarsektor hinweisen, der in 2019 gerade einmal für 1,6 Prozent des BIPs stand, während der Dienstleistungssektor für 69,8 Prozent stand und die Industrie für 17,7 Prozent.

Mit den hier im ETF vertretenen Konzernen könnte man demnach parallel zu einem Engagement in den Leitindex der Amsterdamer Börse AEX insgesamt von der Erholung der niederländischen Wirtschaft profitieren.

Mögliches Setup

Neupositionierungen könnten während kurzfristiger Abwärtsphasen lanciert werden. Demnach wäre ein Kauf beispielsweise bei 90,00 EUR nach einem Rücksetzer möglich. Das längerfristige Kursziel läge bei 125,00 EUR – dies entspräche einem Kursniveau im Bereich der 161,8prozentigen Fibonacci-Projektion. Die Position könnte zum Beispiel mit einem Stoploss von 78,00 EUR abgesichert werden. Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei diesem Setup bei 2.92. Das Setup soll auf ein sehr langfristiges Engagement abzielen.

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Dirk Friczewsky, Technischer Analyst | LYNX Börsenexperten
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