Sie wollen breit gestreut in den europäischen Immobilienmarkt investieren oder suchen eine Möglichkeit, um diesen Markt sogar zu shorten? Dann könnte der nachfolgend vorgestellte ETF für Sie interessant sein.

Informationen zum Referenzindex – FTSE EPRA/Nareit Developed Europe Real Estate TR Index

Der Referenzindex FTSE EPRA/Nareit Developed Europe Real Estate TR Index bildet die Performance gelisteter Immobilienkonzerne und REITs aus europäischen Industrieländern ab und gilt zudem als Benchmark-Index für den europäischen Immobiliensektor. Er wird vom Indexanbieter FTSE Russell veröffentlicht, berechnet und vertrieben. Das Indexkomitee achtet auf den jeweiligen Streubesitz der insgesamt derzeit 102 Einzeltitel, deren Liquidität und deren Umsätze, um eine mehr als ausreichende Handelbarkeit zu gewährleisten.

Der Index selbst wird als Kursindex und Total Return Index in der Berechnung angeboten. Die Berechnung erfolgt in Echtzeit und in der Version end-of-day in den Währungen Euro, US-Dollar, britische Pfund, japanische Yen und australische Dollar. Der Referenzindex wurde im Februar 2005 lanciert und hat eine Basis vom 31. Dezember 1999 von 100,00 Punkten. Der Index wird auf seine Zusammensetzung quartalsweise im März, Juni, September und Dezember überprüft. (Daten gemäß FTSE Russell vom 31. August 2020)

Xtrackers FTSE Developed Europe Real Estate UCITS ETF im Detail

Der ETF (Name: Xtrackers FTSE Developed Europe Real Estate UCITS ETF 1C – ISIN: LU0489337690 – WKN: DBX0F1 – Symbol: D5BK – Währung: Euro) kann über die Xetra in der Handelswährung Euro erworben werden, die auch der Fondswährung entspricht. Alternativ wäre ein Kauf via Borsa Italiana (Mailand) in Euro, via LSE (London Stock Exchange) in britischen Pfund oder via BX Berne eXchange in Schweizer Franken möglich. Die jährliche Pauschalgebühr beträgt 0,33 Prozent und die Ertragsverwendung des Fonds ist thesaurierend. Der ETF nutzt die vollständige physische Replikationsmethode und erwirbt die Wertpapiere demnach direkt. Der ETF wurde am 25. März 2010 aufgelegt und hat mit dem Stichtag des 25. September 2020 ein gesamtes Fondsvermögen in Höhe von 416,27 Mio. Euro.

Die wichtigsten Einzeltitel im ETF-Portfolio

Da der ETF die Wertpapiere direkt erwirbt, besteht zwischen den Positionen im ETF-Portfolio und denen des Referenzindex keine sehr hohe Abweichung. Die größten Positionen sind mit 15,06 Prozent Vonovia, mit 6,71 Prozent Deutsche Wohnen, mit 5,71 Prozent Segro, mit 3,86 Prozent LEG Immobilien, mit 2,70 Prozent Swiss Prime Site, mit 2,62 Prozent Gecina, mit 2,36 Prozent Aroundtown, mit 2,36 Prozent Castellum, mit 2,08 Prozent PSP Swiss Property und mit 1,94 Prozent Unibail Rodamco Westfield.

Diese Top-10-Positionen bringen es auf eine Gewichtung von 45,40 Prozent. Zwar weisen die beiden ersten Titel Vonovia und Deutsche Wohnen mit 21,77 Prozent eine enorme Gewichtung auf, doch im Fall von 10 Titeln zu 45,40 Prozent kann dennoch von einer ausreichenden Diversifikation gesprochen werden. (Daten gemäß DWS vom 28. September 2020)

Sektoren- Währungs- und Länderallokation

Das Wertpapierportfolio besteht zum Zeitpunkt dieser Analyse zu 57,13 Prozent aus Aktien und zu 42,87 Prozent aus Real Estate Investment Trust (REITs).

In Bezug auf die Länderallokation liegt der Anteil von Deutschland bei 30,50 Prozent. Auf den weiteren Plätzen finden sich Großbritannien mit 24,89 Prozent, Schweden mit 12,34 Prozent, die Schweiz mit 7,07 Prozent, Belgien mit 6,72 Prozent, Frankreich mit 5,88 Prozent, Luxemburg mit 2,80 Prozent, die Niederlande mit 2,71 Prozent und Spanien mit 2,24 Prozent. Die restlichen Länder kommen auf 4,83 Prozent.

Aufgrund dieser Länderallokation hat der Euro am Gesamtportfolio ein Gewicht von 54,20 Prozent, das britische Pfund kommt auf 25,49 Prozent, die schwedische Krone auf 12,34 Prozent, der Schweizer Franken auf 7,07 Prozent und die norwegische Krone auf 0,89 Prozent. Innerhalb des Fondsportfolios besteht zumindest ein recht beachtlicher Währungsmix. (Daten gemäß DWS vom 28. September 2020)

2019 war ein hervorragendes Jahr, dann verhagelte die Corona-Krise die Performance

Seit Jahresanfang notierte der ETF mit dem Stichtag des 16. September 2020 mit 17,45 Prozent im Minus. Im Vergleichszeitraum verzeichnete der Referenzindex ein Minus von 17,61 Prozent. In der langfristigen Betrachtung wies der Index seit dem Auflagedatum des ETFs vom 25. März 2010 bis zum Stichtag des 16. September 2020 ein Plus von 121,98 Prozent auf, der ETF erreichte im Vergleichszeitraum ein Plus von 121,54 Prozent.

Im Jahr 2019 glänzte der Immobiliensektor ganz besonders und somit auch der Index und der ETF. Der Index legte um 29,33 Prozent zu und der ETF um 29,61 Prozent. Die Performance des ETF enthält die wieder angelegen Dividenden. (Performancedaten in Bezug auf den ETF und den Referenzindex gemäß DWS mit dem Stichtag des 16. September 2020)

Expertenmeinung – Europäischer Immobilienmarkt konnte sich der Corona-Krise nicht entziehen

Wer in ETFs des Immobiliensektors investieren oder diese gar leerverkaufen will, der sollte natürlich auch auf die Zusammensetzung des ETF-Portfolios achten. Zudem wäre auf die jeweiligen im Portfolio enthaltenen Einzeltitel näher einzugehen, wie diese jeweils aufgestellt sind. Die Auswirkungen der Corona-Krise könnten nämlich im Vergleich zu gewöhnlichen Wohnimmobilien insbesondere den Sektor Gewerbeimmobilen stärker negativ belasten. Warum? Nun im Zuge der Corona-Krise wurden in vielen Ländern Lockdowns und weitere Maßnahmen verhängt. Einen elementaren Wandel in der Arbeitswelt könnte es vor allem durch die zwangsweise verordnete Heimarbeit geben. Es ist durchaus möglich, dass ein nicht unerheblicher Anteil dieser Arbeit auch künftig im Homeoffice stattfinden wird.

Bleibt der Arbeitswelt das Homeoffice-Modell erhalten, wird es weiter befürwortet, so werden eine Reihe von Konzernen auch weniger Gewerbeflächen anmieten oder die überschüssigen Quadratmeter so schnell wie möglich auf den Markt werfen. Ein Beispiel ist da auch ein Bürogebäude in Deutschland, dass man vom Frankfurter Flughafen nur allzu gut kennt – das Square.

Im Rahmen von Einsparungen und weniger benötigten Büroflächen hat die Deutsche Lufthansa allein im Square derzeit noch 10.000 Quadratmeter in Beschlag, deren man sich bis zum Ende des Jahres 2020 entledigen will. Die Lufthansa will sich aber noch von weiteren Quadratmetern trennen. Von den 220.000 Quadratmeter in Deutschland werden wohl mindestens 60.000 Quadratmeter nicht mehr benötigt. Die Lufthansa soll hier nur ein Beispiel von vielen Konzernen sein, die im Rahmen der Corona-Krise aufgrund des schwer angeschlagenen Geschäftsmodells immens Kosten einsparen müssen. Allein der Bankensektor dürfte in den nächsten Jahren weitere Gewerbeflächen aufgrund von Filialschließungen auf den Markt schmeißen. Das alles drückt auf den Gewerbeimmobilienmarkt.

Im vorliegenden Fall ist das Immobilienportfolio der einzelnen Portfoliotitel breit aufgestellt. Auf diese Weise wird eine zu starke Gewerbelastigkeit vermieden. Betrachtet man die Bereiche auf den gesamten ETF bezogen, so weiß man in welchen Immobilienbereichen man überwiegend engagiert sein wird. Die Gewichtung des Bereichs der reinen Büroräume liegt im ETF nur bei rund 11 Prozent. Mit über 35 Prozent bildet der Bereich Wohnimmobilien im ETF den Schwerpunkt. Ferner wären noch rund 10 Prozent Industrieimmobilien zu erwähnen, die den ETF zusätzlich diversifizierter erscheinen lassen. Mischimmobilien gehören mit rund 28 Prozent zu einem weiteren Cluster. Aus diesem Grund liegt hier ein wirklich breiter Querschnitt durch den gesamten europäischen Immobiliensektor vor.

Ist man nun der Ansicht, dass sich dieser Markt insgesamt wieder mehr erholen könnte, so könnte man eine Long-Positionierung in Erwägung ziehen oder eben vice versa.

Mögliches Setup

In den europäischen Immobilienmarkt mit einem ETF investieren | Online Broker LYNX

Das hier vorgestellte Setup beleuchtet lediglich eine Variante, nämlich den Kauf nach einer Konsolidierungsphase. Umgekehrt wäre es ebenso denkbar eine Kursübertreibung für einen Einstieg für eine Short-Position zu nutzen, da man den ETF auch shorten kann. Im Falle eines Kaufs nach einer Konsolidierung wäre eine Neupositionierung bei 23,50 Euro zu lancieren, die das Ziel bei 26,50 Euro hätte. Die Position könnte zum Beispiel mit einem Stoploss abgesichert werden, der hier bei 22,50 Euro zu ziehen wäre. Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei diesem Setup bei 3.00.

Nähere Angaben zum Emittent DWS – Xtrackers

Die Marke Xtrackers ist der DWS zuzuordnen. Die DWS ist einer der weltweit führenden Vermögensverwalter mit rund 745 Mrd. Euro (Stand: 30. Juni 2020) an verwaltetem Vermögen (41 Prozent davon entfällt auf Deutschland), im Bereich Retail-Asset-Management ist man die Nummer 1 in Deutschland, im Bereich des ETF- und ETC-Business die Nummer 2 in Europa und im Bereich Retail-Asset-Management die Nummer 5 in Europa. Die DWS Gruppe ist in 23 Ländern vertreten.

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