Anleger, die einen direkten, transparenten und kostengünstigen Weg suchen, um in Großbritannien in den Aktienmarkt zu investieren, könnten den Blick auf den im folgenden vorgestellten ETF richten. Dieser hat das Ziel, den Referenzindex FTSE100 so detailgetreu wie möglich abzubilden. Mit einem Investment in den ETF erhält der Anleger ein Großbritannien-Exposure mit den Top-Blue-Chips, die an der London Stock Exchange gehandelt werden.

Informationen zum Referenzindex – FTSE100 Index

Der Referenzindex FTSE100 Index ist ein marktkapitalisierungsgewichteter Index und misst die Performance der größten Blue Chip-Werte, die an der London Stock Exchange (LSE) gehandelt werden. Der FTSE100 Index ist quasi das Pendant zum deutschen Leitindex DAX und deckt über 80 Prozent des Aktienuniversums von Großbritannien ab. Er wird in der Version eines Kursindex und in der Variante eines Performanceindex angeboten – beide Versionen werden in Echtzeit in Britischen Pfund (GBP) und auch in Euro (EUR) berechnet.

Der FTSE 100 Index wurde am 03. Januar 1984 lanciert und hat eine Basis vom 30. Dezember 1983 von 1.000,00 Indexpunkten. Der Index wird im März, Juni, September und Dezember auf seine Zusammensetzung hin überprüft und gegebenenfalls angepasst. Der Index besteht insgesamt aus 101 Einzeltiteln, die zum Stichtag des 31. Juli 2020 eine durchschnittliche Dividendenrendite von 5,03 Prozent aufwiesen. (Daten gemäß FTSE Russell-Factsheet vom 31. Juli 2020)

iShares Core FTSE 100 UCITS ETF im Detail

Der ETF (iShares Core FTSE 100 UCITS ETF – ISIN: IE0005042456 – WKN: 552752 – Symbol: ISF) kann über die Londoner Börse in der Handelswährung Britisches Pfund erworben werden, die auch der Fondswährung entspricht. Aus diesem Grund besteht für Anleger des Euroraums bei einer Investition neben dem allgemeinen Kursrisiko auch ein Währungsrisiko. Die jährliche Pauschalgebühr beträgt nur 0,07 Prozent und die Ertragsverwendung des Fonds ist ausschüttend. Im Jahr werden vier Ausschüttungen vorgenommen, nämlich im März, Juni, September und Dezember. Der ETF nutzt die vollständige physische Replikationsmethode und erwirbt die Aktien demnach direkt. Der ETF wurde am 27. April 2000 aufgelegt und hat mit dem Stichtag des 28. August 2020 ein Anteilsklassevermögen in Höhe von rund 7,6001 Mrd. GBP.

ETF-Portfolio – Top-10-Positionen sind auch international Schwergewichte

Fonds, die die vollständige physische Replikationsmethode nutzen, erwerben die Aktien direkt und aus diesem Grund ist das ETF-Portfolio im Vergleich zur Zusammensetzung des Referenzindex nahezu deckungsgleich. Die größte Position ist mit 7,13 Prozent AstraZeneca. Auf den weiteren Plätzen folgen mit 4,72 Prozent GlaxoSmithKline (GSK), mit 4,38 Prozent HSBC Holdings, mit 3,77 Prozent British American Tobacco, mit 3,75 Prozent Diageo, mit 3,41 Prozent BP, mit 3,27 Prozent Rio Tinto, mit 3,16 Prozent Unilever, mit 3,08 Prozent Reckitt Benckiser Group und mit 2,96 Prozent Royal Dutch Shell.

Die Top-10-Positionen erreichen eine Gesamtgewichtung von 39,63 Prozent. Diese Gewichtung spricht für eine hohe Diversifikation. Das Portfolio besteht insgesamt aus 108 Positionen, wobei sieben Positionen auf Bar- und Derivatebestände entfallen. (Daten gemäß iShares vom 28. August 2020)

Sektoren-, Währungs- und Länderallokation – Sektorengewichtung wirkt recht ausbalanciert

Das ETF-Portfolio wirkt mit insgesamt fünf starken Säulen recht gut ausbalanciert. Diese wichtigsten Sektoren sind mit 17,57 Prozent Finanzen, mit 17,09 Prozent Nichtzyklische Konsumgüter, mit 12,98 Prozent Gesundheitsversorgung, mit 12,51 Prozent Materialien und mit 10,74 Prozent Industrie.

Der Punkt Währungsallokation ist schnell abgehandelt, denn es handelt sich beim vorliegenden Produkt um einen Großbritannien-Index und somit auch um einen Großbritannien-ETF, der zu 98,97 Prozent aus britischen Pfund besteht. Der Rest sind Cash-Positionen in US-Dollar (USD), Euro (EUR) und weiteren Währungen.

Auch der Punkt Länderallokation ist ähnlich abzuhandeln, denn 94,66 Prozent der Indexbestandteile sind Großbritannien zuzuordnen, 2,82 Prozent entfallen auf Irland. Der Rest geht auf das Konto von Cash- und Derivatepositionen. (Daten gemäß iShares vom 28. August 2020)

Langfristig überzeugende Performance

Der ETF weist in der längerfristigen Betrachtung eine sehr überzeugende Performance auf. Zwar liegen der Referenzindex und ETF seit Jahresanfang noch mit einem Minus von 20,38 Prozent im roten Bereich, doch langfristig können sich die Ergebnisse dennoch sehen lassen. Auf Sicht der letzten zehn Jahre konnte der Referenzindex um 63,42 Prozent und der ETF um 60,23 Prozent zulegen. Die Performancedifferenz geht zum größten Teil auf Gebühren und weitere Transaktionskosten zurück. (Performancedaten in Bezug auf den ETF und den Referenzindex gemäß iShares per 28. August 2020)

Expertenmeinung – Großbritanniens Wirtschaftserholung in 2021 vom No-Deal-Brexit bedroht

Die Corona-Pandemie hat das Vereinigte Königreich recht hart getroffen. Nach Spanien hat Großbritannien mit derzeit 338.085 die meisten bestätigten Infektionen in Europa zu beklagen und mit 41.589 auch die meisten Corona-Toten (Daten der Johns-Hopkins-Universität vom 01. September 2020). Die Pandemie-Maßnahmen waren im Vergleich zu Deutschland deutlich strenger und größtenteils mit denen in Spanien und Italien zu vergleichen.

Blickt man auf die Konjunkturprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF), so sieht der IWF für Großbritannien im Jahr 2020 ein um 10,2 Prozent schrumpfendes BIP und für 2021 ein Wachstum von 6,3 Prozent.

Die OECD untergliederte ihre Konjunkturprognose in ein Zwei-Szenarien-Modell. Im Falle einer nochmaligen Corona-Welle ging die OECD in ihrer Juni-Prognose von einem größeren Rückfall der Wirtschaft Großbritannien aus und prognostizierte ein Minus von 14,0 Prozent in 2020. Sollte diese zweite Welle ausbleiben, so würde die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs um 11,5 Prozent in 2020 schrumpfen.

Bezieht man sich allein auf diese BIP-Schätzungen, so kann es wohl kaum im Interesse Großbritanniens sein, ohne eine vernünftige Neuregelung der Handelsbeziehungen mit der Europäischen Union, in ein wirtschaftliches Chaos zu steuern. Doch genau dies scheint bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt exakt das Szenario zu sein, denn die Regierung in London um Premierminister Boris Johnson steuert nach wie vor auf einen sogenannten No-Deal-Brexit zu. Die Übergangsfrist, nach der Großbritannien sich noch in der Zollunion mit der Europäischen Union befindet, endet mit dem 31. Dezember 2020.

Vor wenigen Tagen war noch von EU-Verhandlungsführer Michel Barnier zu hören, dass die Gespräche mit London nicht nur festgefahren wären, sondern gar Rückschritte sichtbar machten. Schaut man auf den Kalender, so wird man unschwer erkennen, dass nur noch vier Monate bis zum Verstreichen der Frist übrig sind – eine Verlängerung ist bereits rechtlich nicht mehr möglich. Ordnet man die wirtschaftlichen Beziehungen mit der EU nicht bald neu, so droht Großbritannien der Rückfall zu den wesentlich schlechteren Regeln der WTO (Welthandelsorganisation). Das Erholungsszenario für die Inselwirtschaft hängt also stark davon ab, inwieweit man neue Vertragsbedingungen aushandelt, denn ansonsten würde der No-Deal-Brexit wie ein Fallbeil für die britische Wirtschaft wirken.

Wie auch immer die Verhandlungen nun ausgehen mögen, so scheint der Markt bereits sowohl beim britischen Pfund als auch beim britischen Leitindex FTSE100 seit Anfang des Jahres eine gehörige Portion Brexit-Abschlag zu enthalten, denn im Vergleich zu den US-Indizes oder anderen europäischen Indizes konnte der FTSE100 weder neue Rekorde erreichen, noch ansatzweise in die Richtung seines 2020er-Hochs gelangen. Gelingt nun doch noch bis zum Jahresende ein Deal, mit dem beide Seiten leben können, so könnte der FTSE100 zu einem Outperformer werden. Obendrein bekäme man bei einem Investment in das britische Pfund auch noch einen kleinen Währungsturbo frei Haus geliefert, denn mit einem neuen Deal könnte auch das Pfund wieder zum Euro aufwerten.

Mögliches Setup

Das ETF eignet sich für eine langfristige Anlage. Demnach wäre hier von einer Anlagedauer von mehreren Jahren zu sprechen. Der ETF ist aus diesem Grund auch für einen langfristig orientierten Vermögensaufbau angedacht. Hier wäre zudem auf die Vereinnahmung der Dividenden hinzuweisen. Investoren, die langfristige Anlagen planen, könnten im vorliegenden Fall neben einem Einmalkauf auch in Schwächephasen akkumulieren. Im Falle einer Einzelpositionierung wäre zum Beispiel nach einer Konsolidierung einen Kauf bei 565,00 GBp zu lancieren. Die Position könnte mit einem Stoploss zur Verlustbegrenzung abgesichert werden, der hier bei 525,00 GBp zu ziehen wäre. Das Kursziel käme bei rund 725,00 GBp in Betracht. Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei diesem beispielhaften Setup bei 4.00.

Über FTSE Russell: Der Indexanbieter FTSE Russell ist der London Stock Exchange Group zuzuordnen. FTSE Russell gehört wie Dow Jones oder zum Beispiel STOXX zu den bekannten Indexanbietern der Finanzindustrie. Quer durch alle Assetklassen werden Indizes für rund 350 institutionelle Kunden angeboten. Die von FTSE Russell angebotenen Indizes decken Märkte in über 70 Ländern und rund 98 Prozent der global investierbaren Märkte ab. Im Jahr 1995 gründeten die Financial Times und die London Stock Exchange das Joint Venture mit der Abkürzung FT-SE. 2014 schlossen sich FTSE-Indexes und Russell-Indexes zum Indexanbieter FTSE Russell zusammen. Angaben von FTSE Russell nach werden derzeit Wertpapiervolumina mit einem Gesamtwert von rund 15 Billionen US-Dollar in FTSE-Russell-Indizes zusammengefasst.

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Dirk Friczewsky, Technischer Analyst | LYNX Börsenexperten
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