EUR.GBP Prognose Euro/Britisches Pfund: Hoffen auf einen Neuanfang

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Am 4. Juli werden in Großbritannien vorgezogene Unterhaus-Wahlen stattfinden, angesetzt von einer regierenden, konservativen Partei, die mit dem Rücken zur Wand steht. Viele hoffen auf einen Neuanfang, der dann auch dem Britischen Pfund neues Leben einhauchen würde.

Auf den ersten Blick wirken die Wirtschaftsdaten Großbritanniens gar nicht so problematisch. Die Leitzinsen liegen mit 5,25 Prozent zwischen den Levels der EZB und der US-Notenbank, die Arbeitslosenrate lag zuletzt zwar mit 4,3 Prozent schon mal tiefer, ist aber kein Vergleich zu den 6,5 Prozent vor zehn Jahren. Und das Bruttoinlandsprodukt mäandert zwar kraftlos um die Nulllinie herum, aber da geht es der Eurozone ja nicht wirklich besser. Trotzdem geht es vielen Briten seit dem mehr emotional als auf Logik basiert vollzogenen BrExit heute schlechter als vorher. Und es waren die regierenden Konservativen, die „Tories“, die diesen Ausstieg damals angeschoben und durchgeboxt haben.

Wie problematisch die Lage im UK ist, lässt sich allein daran ermessen, dass Premierminister Sunak diese Wahl sehr zeitnah angesetzt hat, obwohl die Tories nach allen Umfragen eine dramatische Niederlage kassieren werden. Was heißt: Diese vorgezogene Wahl ist so etwas wie ein freiwilliger Rücktritt der Konservativen … bevor er noch mehr in Richtung „unfreiwillig“ gehen würde. Natürlich ist diese Wahl mit der Hoffnung verbunden, dass die dann höchstwahrscheinlich die Regierung stellende Labour-Partei die größten Scharten des BrExit auswetzt und das UK wieder auf einen stabilen Wachstumskurs führt. Aber auch hier ist, wie beim BrExit damals, mehr Emotion als Logik im Spiel, denn dieser Ausstieg und seine Folgen lassen sich nicht mit ein paar Treffen und Telefonaten zurücknehmen. Wenn es gelingt, das Schiff wieder in ruhigere See zu lotsen, dann nur langsam, aber:

Expertenmeinung: Auch die Börsen werden in der Regel weniger von Logik als von Emotionen gleitet, daher muss ein Wiedererstarken des Britischen Pfunds nicht auf harten Fakten basieren, sondern kann auch von großen Emotionen bewerkstelligt werden. Da kann die Erwartung ausreichen, dass in einem besseren Umfeld zwar bald nur noch niedrigere Renditen bei den Gilts, den britischen Staatsanleihen, erzielbar sind, dafür aber das UK insgesamt zu einem wieder lukrativen, kalkulierbaren Standort für internationale Investoren wird und das Wirtschaft und Währung stärkt. Könnte man da nicht schon mal auf Verdacht zugreifen, wo doch die Umfragen so eindeutig auf einen Regierungswechsel deuten?

Euro / Britisches Pfund: Chart vom 28.05.2024, Kurs 0,8514 GBP, Kürzel: EUR.GBP | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro / Britisches Pfund: Chart vom 28.05.2024, Kurs 0,8514 GBP, Kürzel: EUR.GBP | Quelle: TWS

Da wäre Vorsicht geboten, denn wäre die Sache sicher bzw. würde man unter den internationalen Investoren so hoffnungsvoll sein wie viele Briten, würde unser Chart auf Wochenbasis, der zeigt, wie viel Pfund man für einen Euro bezahlen muss, kein absteigendes Dreieck zeigen. Er würde ein längst stärkeres Pfund bzw. einen zum Pfund in die Knie gehenden Euro zeigen, der bereits um die untere Begrenzung der langjährigen Handelsspanne im Bereich 0,8203/0,8334 Pfund pro Euro ringen würde.

Ein Ausbruch des Euro zum Pfund, sprich ein Anstieg des Pfund-Kurses im Verhältnis zum Euro, steht in den Startlöchern, das ist wohl wahr. Aber erst, wenn die Währungsrelation die bei 0,8493 Pfund verlaufende, unter Begrenzungslinie des absteigenden Dreiecks durchbrochen hätte, wäre der erste Gang hin zu einem nachhaltigen Wiedererstarken des Britischen Pfunds eingelegt, erst mit einem Bruch der Zone 0,8203/0,8334 britische Pfund die Überholspur erreicht. Bis dahin gilt: Alles kann, nichts muss, wer hier agiert, sollte also auf jeden Fall vorsichtig zu Werke gehen.

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Vorherige Analysen von EUR.GBP

Das Britische Pfund hat zum Euro in den letzten Wochen stetig an Boden zurückgewonnen. Das basiert vor allem darauf, dass die Inflation in Großbritannien immer noch in voller Fahrt ist und die Bank of England handeln muss. Und heute Mittag steht der Zinsentscheid an.

Der Leitzins in Großbritannien steht aktuell bei 4,5 Prozent. Die Volkswirte erwarten, dass die Bank of England diesen Leitzins heute auf 4,75 Prozent anheben wird. Allerdings wäre es keine allzu große Überraschung, wenn die Notenbank sogar einen 0,5 Prozent-Schritt vollziehen oder zumindest einen weiteren 0,25 Prozent-Schritt für die nächste Sitzung avisieren würde. Denn die Inflationsdaten für Mai, die gestern vorgelegt wurden, zeigen: Noch bewegt sich in Sachen Inflation auf der Insel nichts in die richtige Richtung.

Im Vergleich zum Vormonat steigen die Preise um 0,7 Prozent. Viel und mehr als erwartet. Dadurch bleibt die Jahresrate bei 8,7 Prozent, obwohl die Inflationsrate im Mai des Vorjahres, d.h. die Berechnungsbasis dieser Zahl, bereits bei 9,1 Prozent gelegen hatte. Und bei der Kernrate sieht es nicht minder schlimm aus. Ohne Nahrungsmittel und Energie steigen die Preise um 0,8 Prozent, die Jahresveränderung stieg von 6,8 Prozent im April auf 7,1 Prozent im Mai und erreichte damit ein neues Hoch. Die Währungs- und Preishüter sind also gefordert. Und das bedeutet für das Britische Pfund Rückenwind.

Expertenmeinung: Die Leitzinsen in Großbritannien liegen bereits jetzt höher als in der Eurozone. Und angesichts dieses Szenarios bei der Preisentwicklung dürfte sich der Abstand vorerst nicht verkürzen. Zu einer starken Währung, getrieben durch eine hohe Nachfrage ausländischer Investoren, würde zwar auch ein besonderes Zutrauen in die jeweilige Wirtschaft gehören, so dass man sein Geld gerne dort und nicht andernorts investiert. Aber hier geht es ja um eine Art Wettrennen zwischen einem Einäugigen und einem Blinden, die sich außerhalb des in Krisen als sicherer Hafen beliebten US-Dollars bewegen. Und da könnte eine entschlossene Britische Notenbank das Pfund punkten lassen.

Wir sehen im längerfristigen Chart auf Wochenbasis, dass sich die Relation des Pfunds zum Euro seit 2016 in einer großen, seitwärts gerichteten Handelsspanne bewegt. Zuletzt wurde deren obere Begrenzungszone bei 0,9217 zu 0,9325 Pfund pro Euro nicht mehr erreicht. Stattdessen orientiert sich der Euro zum Pfund seit Anfang Februar nach unten, in Richtung der Supportzone 0,8202 zu 0,8340 Pfund pro Euro, d.h. man muss sukzessiv weniger Pfund für einen Euro bezahlen, das Britische Pfund steigt im Wert.

Sollte die Bank of England heute klare Worte finden und entschlossen handeln, kann das einen Anlauf an diese Supportzone 0,8202/0,8340 Pfund nach sich ziehen. Ob die dann sogar nach unten durchbrochen wird, wird sich erst erkennen lassen, wenn das Währungspaar dort angekommen ist, aber ausgeschlossen wäre es nicht. Aktuell wäre man daher wohl gut beraten, vorerst nicht im Britischen Pfund zum Euro Short zu sein.

Britisches Pfund / Euro: Chart vom 21.06.2023, Kurs: 0,8600 GBP, Kürzel: EUR.GBP | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Britisches Pfund / Euro: Chart vom 21.06.2023, Kurs: 0,8600 GBP, Kürzel: EUR.GBP | Quelle: TWS