Der Volkswagen-Konzern hat ein Rentabilitätsproblem. Das nicht halbherzig, sondern sofort und konsequent anzugehen, ist das Ziel des Vorstands. Aber der Widerstand ist erheblich. Konsequenz: Die Perspektive des Unternehmens bleibt zunächst offen, die der Aktie ebenso.
Wer zuletzt dachte, dass das Sparprogramm des VW-Konzerns zügig beschlossen und abgesegnet werde und die Aktie danach wieder steigen werde, weil im Vorfeld genug „Krise“ eingepreist wurde und der Druck verschwindet, wenn „Bad News“ erst einmal auf dem Tisch liegen, könnte sich irren. Aktuell scheint eher der Spruch zu greifen: Schlimmer geht immer.
Heute soll der Aufsichtsrat des Konzerns zusammenkommen, am Freitag würde man sich dann mit dem Vorstand zusammensetzen. Das Thema ist klar: Es geht um den Sparkurs, den Konzernvorstand Oliver Blume durchsetzen will … aber vermutlich nicht ohne Weiteres kann. Denn die Arbeitnehmervertreter laufen Sturm. Und auch im Aufsichtsrat scheint es genug Ablehnung zu geben, dass man sich dessen Zustimmung nicht sicher sein kann. Allerdings gäbe es noch einen anderen Weg:
Man könnte sich das Plazet für den Spar- und Sanierungsplan über den Weg einer außerordentlichen Hauptversammlung bei den Aktionären holen … wenn diese diesen harten Kurs denn billigen sollten. Was offen ist. Und würde sich der Aufsichtsrat sperren, würde das Warten auf endgültige Klarheit noch Wochen weitergehen. Denn eine solche außerordentliche HV kann zwar noch in diesem Jahr organisiert werden, aber im Handumdrehen geht das eben nicht. Damit sitzen die Marktteilnehmer weiter zwischen Baum und Borke … und das in gleich zweifacher Hinsicht:
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Expertenmeinung: Zum einen bleibt damit womöglich noch wochenlang offen, wie genau sich das Sparpaket am Ende darstellen wird. Zum anderen dürften auch die Meinungen der Anleger über diese Maßnahmen geteilt sein. Greifen sie immer noch zu kurz oder überspannt man den Bogen damit im Gegenteil? Werden Werksschließungen kommen und, wenn ja, werden sie ausreichen, um das Kosten- und damit das Margenproblem des Konzerns zu lösen?
Der Chart zeigt, dass die Bedenken im Verlauf dieser Woche wieder in den Vordergrund getreten sind. Der am Montag zum Monatsultimo schon knapp gelungene Ausbruch aus der seit Anfang Juli geltenden Seitwärtsspanne wurde zurückgenommen. Jetzt wird es darum gehen, ob die Vorzugsaktie bis ans untere Ende dieser Handelsspanne bei 69,20 zu 70,44 Euro durchgereicht wird … und darum, ob dieser Support dann auch hält oder die Aktie durchbricht und damit neue 16-Jahres-Tiefs markieren würde.

Dass die Aktie per 21. September auch noch aus dem Euro Stoxx 50-Index fliegt, weil die erheblichen Kursverluste zu einer für den europäischen Leitindex zu geringen Marktkapitalisierung geführt haben, macht die Position für diejenigen, die hier auf der bullischen Seite stehen, nicht besser. Was tun?
Derzeit am besten gar nichts. Eine neutrale Position ist in einer Situation, in der so vieles offen ist, immer ratsam, weil man nur so, ohne das Risiko, von einer eigenen, bestehenden Position in der Interpretation der Lage beeinflusst zu werden, wirklich imstande wäre, Chartsignale und Nachrichtenlage so objektiv wie möglich einzuordnen und daraufhin zu einer Entscheidung zu gelangen. Und gerade hier, bei dieser Aktie, wäre momentan nur ein Zusammenspiel von Nachrichten und Chartbild als Basis einer Trading-Entscheidung tauglich; eines von beiden isoliert zu betrachten, dürfte nicht ausreichen.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.09.2026 um 22:31 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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