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Der Volkswagen-Konzern meldet fatale Verkaufszahlen für das 3. Quartal, aber die Aktie fiel nicht, sondern legte leicht zu. Da könnte der Gedanke aufkommen, dass der Kurs sein Tief vorerst gesehen hat. Aber Hoffnungen sind eine Sache, charttechnische Fakten eine andere.
Es fällt schwer zu glauben, dass am Montag Anleger mit dem Argument, dass es ja allemal noch schlimmer hätte kommen können, zugegriffen haben könnten. Denn ein Minus beim Fahrzeugabsatz von 14,3 Prozent im 3. Quartal ist nichts, bei dem man aufatmen könnte. Zumal dieses Minus ja nicht von Rekordlevels aus gerechnet wird, der Absatz schrumpft bereits seit unerfreulich langer Zeit.
Dass die Verkaufszahlen in Westeuropa „nur“ 2,8 Prozent unter denen des 3. Quartals 2025 lagen, das Minus in den USA bei 5,8 Prozent liegt und damit China als Hauptproblem erkennbar wird, wo der Automarkt derzeit insgesamt sehr schwach ist, hilft da nichts. Denn es geht nicht darum, wo Fahrzeuge verkauft werden, sondern dass sie verkauft werden. Dabei Zahlen zu erreichen, die den Anlegern Hoffnung machen könnten, misslingt aktuell. Und dass das Absatzminus bezogen auf die ersten drei Quartale zum Vorjahr bei 9,0 Prozent liegt, alleine im 3. Quartal aber 14,3 Prozent ausmacht, zeigt: Die Flaute intensiviert sich gerade. Warum also legte die Aktie daraufhin, wenngleich nur um eher magere 0,69 Prozent, zu?
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Expertenmeinung: Zwei Aspekte kommen einem da in den Sinn. Der erste findet sich nicht bei denen, die auf steigende Kurse hoffen, sondern bei denen, die auf fallende Kurse gesetzt haben. Die Leerverkäufer, sprich die „Bären“, haben jetzt erst einmal Fakten auf dem Tisch, die den eigenen, negativen Erwartungen entsprechen. Zugleich hat die Aktie in Sachen Kursrutsch „geliefert“. Immerhin scheiterte im September der Versuch, sich nach oben zu lösen. Im Gegenzug unterbot die Vorzugsaktie das bisherige, zur Jahresmitte markierte Tief. Warum also jetzt nicht mal den Gewinn mitnehmen, könnte man sich im Bären-Lager gedacht haben? Und da das erfordert, die zuvor geliehenen und am Markt verkauften Aktien zurückzukaufen, um die Position zu schließen, wirkt so etwas durchaus stützend.
Der zweite Aspekt ist, dass im Terminkalender des VW-Konzerns für den heutigen Dienstag ein sogenannter „Pre-Close-Call“ steht. Da werden Analysten im Vorfeld der offiziellen, für alle zugänglichen Quartalszahlen (die für den 29. Oktober erwartet werden) über den Stand der Dinge informiert. Das wiederum könnte zu neuen Einschätzungen und Kurszielen führen. Gut möglich, dass da einige am Markt im Vorfeld einsteigen und damit eine Wette dahingehend eingehen, dass die heute gebrieften Analysten womöglich ihre Einschätzungen anheben.
Doch Ersteres wären taktische Manöver bärischer Trader, Letzteres eine vage Hoffnung. Und was das Chartbild angeht, hat das gestrige Plus das Problem, mit dem sich potenzielle Käufer bei dieser Aktie konfrontiert sehen, nicht gelöst: Der Abwärtstrend ist weiterhin voll intakt.
Sie sehen im Chart, dass die Volkswagen Vorzugsaktie nicht nur das Tief zur Jahresmitte (69,20 Euro) unterboten hat, sondern in der vergangenen Woche auch daran gescheitert ist, dieses zurückzuerobern. Die Aktie müsste die Zwischentiefs des 3. Quartals und darüber hinaus die 20-Tage-Linie überwinden, um wenigstens auf kurzfristiger Ebene wieder bullisch zu werden. Dafür bräuchte es Schlusskurse über 72,72 Euro. Und für ein mittelfristig relevantes Kaufsignal müsste es auch noch über die 200-Tage-Linie hinausgehen, die momentan bei 85,70 Euro wartet.

Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass das, was die Analysten aus diesem heutigen „Pre-Close-Call“ mitnehmen, dafür den Grundstein legt, aber auch das Gegenteil wäre möglich, daher: Bevor das Chartbild nicht erste, klar positive Signale liefert, bleibt diese Aktie ein fallendes Messer … eine Schwalbe in Form ausbleibender Verkäufe nach negativen Nachrichten macht da noch keinen Sommer.
Quellenangaben:
Meldung über die Auslieferungszahlen bis 30.09., 12.10.2026: https://www.volkswagen-group.com/de/pressemitteilungen/volkswagen-group-liefert-bis-september-6-millionen-fahrzeuge-aus-rund-40-prozent-des-auftragsbestands-in-europa-sind-vollelektrische-modelle-20737
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.10.2026 um 20:33 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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