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Es gibt eine uralte Börsenregel, die sich oft genug bewahrheitet, um sie ernst zu nehmen: Was billig scheint, kann leicht noch viel billiger werden. Und es wäre vermutlich kein Fehler, diesen Spruch im Hinterkopf zu behalten, wenn es um die VW-Vorzugsaktie geht.
Oft reagieren Anleger auf Sparmaßnahmen und Stellenabbau positiv, weil sie sich sagen: Damit spart das Unternehmen Kosten, was wiederum die Gewinnmarge und den Gewinn pro Aktie stärkt. Im Fall des Volkswagen-Konzerns funktioniert das indes nicht. Und wirklich überraschen kann die ausbleibende Begeisterung der Marktteilnehmer nicht.
Seit Wochen geistern Horror-Szenarien in Sachen Entlassungen und Werksschließungen durch die Medien, ohne dass der VW-Vorstand selbst dazu klare Aussagen treffen würde. Und dass erste Statements von Vorstandschef Blume in den internen Kanälen des Konzerns andeuten, dass die herumgereichten Zahlen von 100.000 bis 120.000 wegfallenden Arbeitsplätzen womöglich zu hoch gegriffen sein könnten, beruhigt nicht. Denn es wurde klar, dass man immer noch mit dem Aufsichtsrat über konkrete Schritte diskutiert, während die Absatzzahlen und die Margen immer weiter unter Druck geraten.
Und dass VW schlicht zu teuer produziert, diese höheren Kosten auf die Preise umlegen muss und die Kunden die nicht bezahlen wollen … vor allem in China, wo dem einstigen Platzhirsch die Kunden durch chinesische Konkurrenz reihenweise von der Fahne zu gehen scheinen … ist ein strukturelles Problem, das sich durch Sparen alleine nicht dauerhaft lösen lässt. Sparen verschafft einem zwar Zeit. Aber was bringt die, wenn man nicht weiß, wie man sie nutzen könnte?
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Volkswagen Vz. Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Die Sache wirkt verfahren … und das ist es, was die Aktie derzeit von einem mehrjährigen Tief zum nächsten drückt. Zwar sind die Analysten für die Vorzugsaktie mehrheitlich noch positiv gestimmt, immerhin urteilen noch 13 der 23 die Aktie aktuell einstufenden Experten mit „Kaufen“, zudem liegt das durchschnittliche Kursziel mit 110 Euro weit über dem letzten Kurs der Aktie, aber:
Diese Analysen werden nicht alle paar Tage aktualisiert. Zudem fehlt es noch an aktuellen Bilanzdaten. Erst wenn die Ergebnisse des ersten Halbjahres, die (vorausgesetzt, VW bringt keine Vorab-Zahlen) am 24. Juli auf den Tisch kommen, dürften sich da neue Tendenzen bei den Einschätzungen zeigen. Bis dahin bleiben die Befürchtungen der Marktteilnehmer dominant. Dass man bei VW noch diskutiert, statt zügig eine klare Guidance zustande zu bringen, intensiviert den Eindruck noch, dass die Lage ernst ist. Und da der Trend der Aktie die subjektive Wahrnehmung der Perspektive immer mit beeinflusst, ließe sich die VW-Vorzugsaktie derzeit eindeutig als ein fallendes Messer einordnen, bei dem man besser nicht leichtfertig versuchen sollte, es aufzufangen, zumal:

Mittlerweile notiert die Aktie sogar unterhalb der markanten Auffangzone um 80 Euro, die auf das 2024er-Herbst-Tief und, vor allem, auf das Corona-Crash-Tief 2020 zurückgeht. Dass diese Linie unterboten wurde, unterstreicht, dass die Bären hier derzeit keine ernsthaften Gegner fürchten müssen. Wie weit die Aktie noch nach unten laufen kann, ist unmöglich vorhersagbar. Das kommt darauf an, wann welche klaren Maßnahmen vom VW-Vorstand kommuniziert werden und wie man diese am Aktienmarkt aufnimmt. Rein aus charttechnischer Sicht machen sich taugliche Supportlinien aber rar, sollte der Kurs das bisherige Verlaufstief des Jahres, am 1. Juli bei 69,20 Euro markiert, unterbieten.
Außerdem würde alles, was da an potenziellen Supportlinien zu finden wäre, bis ins Jahr 2009 und noch weiter zurückreichen. Das sind „alte“ Wendemarken ohne faktische Relevanz, daher sollte man nicht unterstellen, dass man hier eine Basis finden könnte, um die Aktie „abzufischen“. Dieses fallende Messer würde erst wieder stumpf, wenn der Konzern glaubhafte Lösungen liefert, die nicht so wirken, als wolle man mit temporären Maßnahmen auf bessere Zeiten hoffen. Bevor da nichts Konkretes auf dem Tisch liegt, wäre die Aktie grundsätzlich weiterhin bärisch.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.07.2026 um 22:32 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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