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TeamViewer Aktie Prognose

News: Aktuelle Analyse der TeamViewer Aktie

28.10.2025 | 16:22 Uhr
In diesem Artikel
TeamViewer
ISIN: DE000A2YN900
|
Ticker: TMV --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur TeamViewer Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Eine riskante Übernahme, enttäuschende Quartalszahlen und der Kurs im freien Fall. Bei TeamViewer brennt die Hütte. Doch plötzlich schlagen etliche Insider zu.

Mit Ansage

In der letzten Analyse von TeamViewer haben wir die damalige Situation und die Zukunftsaussichten im Detail beleuchtet, vor allem die damalige Übernahme 1E:
TeamViewer auf riskantem Kurs: 720-Millionen-Übernahme

Ich hatte die Übernahme damals kritisch betrachtet. Meiner Einschätzung nach war der Deal angesichts des hohen Kaufpreises und der vergleichsweise geringen Umsatzsteigerung sehr riskant.
TeamViewer nimmt dafür eine erhebliche Verschuldung in Kauf, die das Unternehmen auf Jahre belasten dürfte.

Zwar betont der Vorstand die strategischen Vorteile – etwa die Erweiterung des Portfolios im Bereich Digital Workplace Management und den Zugang zu neuen Märkten –, doch ich sehe vor allem die finanziellen Risiken.
Die hohen Zinskosten und die ungewisse Integration von 1E dürften das Ergebnis belasten.
Aus meiner Sicht steht daher viel auf dem Spiel, und es bleibt fraglich, ob diese Übernahme langfristig wirklich im Interesse der Aktionäre ist.

TeamViewer Aktie: Chart vom 28.10.2025, Kurs: 6,53 EUR - Kürzel: TMV | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
TeamViewer Aktie: Chart vom 28.10.2025, Kurs: 6,53 EUR – Kürzel: TMV | Quelle: TWS

Dass diese eher negative Einschätzung der Situation nicht ganz falsch war, zeigt die Kursentwicklung. Seit der damaligen Analyse ist der Kurs von 12,54 auf 6,53 Euro gefallen.

Damit ist der Bodenbildungsversuch der letzten Monate krachend gescheitert. Der Kurs von TeamViewer ist auf ein Allzeittief gefallen.

Aus technischer Sicht befindet sich die Aktie in einer prekären Lage, denn handfeste Unterstützungen gibt es jetzt nicht mehr.
Wo sich ein Boden ausbilden wird, ist kaum abzusehen. Erste positive Signale würden sich erst über 7,67 Euro ergeben.

Doch wie ist es dazu gekommen?

Nachlassende Dynamik

Im Endeffekt steht die Aktie seit Ende April unter Druck. In diesem Zeitraum hat das Unternehmen dreimal Zahlen vorgelegt – schauen wir sie uns also an.

Im ersten Quartal konnte der Umsatz um 7 % auf 190,3 Mio. Euro gesteigert werden. Das wichtige Enterprise-Geschäft verzeichnete sogar ein Plus von 22 %, allerdings entfällt auf diese Sparte auch nur etwa ein Viertel des Konzerngeschäfts.

Der Quartalsbericht zeigt auch, worauf ich in der letzten Analyse bereits hingewiesen hatte: 1E hat im ersten Quartal nur einen Umsatz von 17,8 Mio. Euro erzielt, obendrein war das Wachstum mit 16 % alles andere als astronomisch.
Man muss sich ernsthaft die Frage stellen, ob der Vorstand nicht wesentlich zu viel für diese neue Tochter gezahlt hat.
Das Ergebnis ist auf Jahressicht aber immerhin von 0,22 auf 0,27 Euro je Aktie gestiegen.

Im zweiten Quartal hat die Wachstumsdynamik nachgelassen, der Umsatz konnte lediglich um 6 % auf 191 Mio. Euro gesteigert werden.
Selbst das Enterprise-Geschäft verzeichnete nur noch ein Umsatzplus von 13 %, das einstige Kerngeschäft (SMB) stagnierte mit +1 % weitgehend.
Und die neue Tochter 1E wird zunehmend zur Enttäuschung – der Umsatz konnte in Q2 nur um magere 2 % gesteigert werden, währungsbereinigt um 7 %.

Das ist bedenklich

Das Ergebnis konnte auf Jahressicht von 0,24 auf 0,26 Euro gesteigert werden, im Vergleich zum vorherigen Quartal war es jedoch leicht rückläufig.
Ich möchte an dieser Stelle auch noch einen Dank an das IR-Team von TeamViewer aussprechen, das nicht dazu in der Lage ist, die Vorjahresergebnisse in den Quartalsmitteilungen unterzubringen.

Im dritten Quartal hat sich der Abwärtstrend fortgesetzt. Der Umsatz konnte nur noch um 4 % auf 192 Mio. Euro gesteigert werden. Der Umsatz lag somit in etwa auf dem Niveau des vorangegangenen Quartals – das Wachstum ist somit faktisch zum Erliegen gekommen.

Besonders enttäuschend entwickelt sich 1E: Der Umsatz der neuen Tochter war von 18,1 auf 15,4 Mio. Euro rückläufig.
Wenn man bedenkt, dass TeamViewer für 1E über 700 Millionen Euro auf den Tisch gelegt hat, ist das geradezu erschreckend.

Auf Seite 10 der Quartalsmitteilung lässt sich dann tatsächlich auch das Ergebnis finden – TeamViewer beziffert es mit 0,32 Euro je Aktie.
Dazu sei gesagt, dass es sich um einen „bereinigten Gewinn“ handelt, ebenso wie bei den vorherigen Daten.

Das Ergebnis aus dem Vorjahr lässt sich auf Seite 2 der Quartalsmitteilung aus dem Vorjahr finden. Es lag bei 0,29 Euro je Aktie.

Prognosen gekappt – Vertrauen verloren

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Einschätzung der Übernahme von 1E mit jedem Quartalsbericht weiter verschlechtert hat.
Es wäre gut möglich, dass der Vorstand nach dem Fiasko mit dem Manchester-Werbedeal mit 1E das nächste Millionengrab geschaufelt hat – allerdings kann man aus der Übernahme, ganz im Gegensatz zu dem Werbedeal, nicht wieder aussteigen.

Da die Wachstumsdynamik spürbar nachgelassen hat, hat sich TeamViewer dazu gezwungen gesehen, die Umsatzprognose (ARR, Annual Recurring Revenue) für das laufende Geschäftsjahr von 815–840 auf 780–800 Mio. Euro zu senken.

Im gleichen Zug wurde auch noch die Prognose für 2026 kassiert. TeamViewer stellt nur noch ein Umsatzplus von 2–6 % in Aussicht und kappt die Umsatzerwartung demnach von 850–870 auf 790–825 Mio. Euro.

Das Unternehmen scheint ernstzunehmende Probleme mit dem Wachstum zu haben – ganz offensichtlich gräbt die Konkurrenz TeamViewer das Wasser ab.

Der Vorstand setzt ein Zeichen

Nachdem die Bären in diesem Artikel bisher ihre Freude hatten, dürfte sich das jetzt schlagartig ändern, denn trotz all der Probleme haben die Bullen ebenfalls gute Argumente.

Trotz der nachlassenden Wachstumsdynamik ist es Teamviewer gelungen, die Profitabilität hochzuhalten und den Gewinn zu steigern. Die EBITDA-Marge ist grundsolide und dürfte in diesem Jahr bei etwa 44 % liegen.

Das Ergebnis dürfte im laufenden Geschäftsjahr von 0,77 auf 0,80 Euro je Aktie steigen.
Teamviewer kommt demnach auf ein KGVe von 8,2. Das ist nach allen Maßstäben wenig – vor allem für ein gut skalierbares Geschäftsmodell. Es fehlt eben nur das Wachstum.

Der Vorstand hat sich nach dem Kurssturz entschlossen, ein Zeichen zu setzen. CEO Steil hat zu einem Kurs von 6,47 Euro 50.000 Aktien gekauft.
CFO Wilkens hat 10.000 Aktien zu einem Preis von 6,45 Euro eingesammelt. Aufsichtsratsmitglied Peled hat sich 30.000 Aktien zu einem Preis von 7,62 USD gesichert, und Aufsichtsratsmitglied Dieter hat sich 20.000 Aktien für 6,65 Euro gesichert.
CRO Banfield hat ebenfalls zugeschlagen und 15.000 Aktien zu 6,73 Euro gekauft. Und zuletzt hat auch noch CPTO Dent bei einem Kurs von 6,70 Euro zugeschlagen und 10.000 Aktien gekauft.

Damit dürften die Insider vermutlich gut fahren. Selbst wenn man eine weitgehende Stagnation unterstellt, ist ein KGV von 10 sicherlich nicht zu hoch gegriffen und entspräche einem Kursziel von 8 Euro.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.10.2025 um 11:43 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

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Vorherige Analysen der TeamViewer Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Aktie des Software-Unternehmens TeamViewer erreichte am Mittwoch ein neues Rekordtief bei 6,41 Euro, auch der Schlusskurs war mit 6,645 Euro der niedrigste seit dem Börsengang 2019. Auslöser: Eine Senkung der 2025er- und 2026er-Prognose. Und was nun?

Immer dann, wenn Aktien drastisch fallen, hegen manche Anleger den Gedanken, dass eine so plötzlich so viel billiger zu bekommende Aktie eigentlich ein Schnäppchen sein müsste. Doch das wäre nur der Fall, wenn der Markt drastisch überreagiert hätte und damit eine sehr gute Chance bestünde, dass sich der Kurs zeitnah deutlich in die Gegenrichtung aufmacht. Und das ist in diesem Fall fraglich genug, um das Fazit gleich vorzuziehen: Nicht ins fallende Messer greifen!

TeamViewer Aktie: Chart vom 22.10.2025, Kurs 6,645 Euro, Kürzel: TMV | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
TeamViewer Aktie: Chart vom 22.10.2025, Kurs 6,645 Euro, Kürzel: TMV | Quelle: TWS

TeamViewer kam am Dienstagabend schon fast in der Nacht, konkret um 23:06 Uhr, mit einer Ad-hoc-Meldung daher, in welcher die bisherigen Prognosen gesenkt wurden; etwas später folgten dann die vorgezogenen, eigentlich auf den 4. November terminierten Ergebnisse für das 3. Quartal. Und die waren eben nicht gerade erfreulich:

Expertenmeinung: Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um vier, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um ein Prozent. Das war eher mager, die Experten hatten mehrheitlich mit mehr gerechnet. TeamViewer selbst offenkundig auch, denn man stellte fest, dass die bisherigen Ziele so nicht zu halten sein würden. Die Umsatzprognose wurde zwar beibehalten, obwohl man beim Umsatz bei den wiederkehrenden Einnahmen nur noch 780 bis 800 nach bislang 815 bis 840 Millionen Euro erwartet. Aber jetzt sieht man da nur noch einen „Zieleinlauf“ am unteren Ende der Spanne. Und auch für 2026 werden die Brötchen jetzt kleiner, das ursprüngliche Umsatzziel von 850 bis 870 Millionen wurde auf 790 bis 825 Millionen gesenkt.

Das Sorgenkind, das diese Anpassungen entscheidend ausgelöst hat, ist das britische Tochterunternehmen 1E. Da läuft es derzeit schlechter als erwartet. Ohne 1E wäre man, so TeamViewer, am oberen Ende der Umsatzprognose gelandet. Aber man hat eben 1E zu Jahresbeginn übernommen. Eine Rechnung, in der ein „was wäre, wenn“ auftaucht, ist nichts, das von Belang ist.

Rein von der Bewertung her wäre die TeamViewer-Aktie beinahe als „billig“ einzustufen … wenn es hier taugliches Wachstum geben würde. Aber solange das nicht glaubhaft stabil Fahrt aufnimmt, wiegt die Enttäuschung der Akteure schwerer, zumal man jetzt nicht damit rechnen kann, dass das Unternehmen in nächster Zeit mit diametral entgegengesetzten, positiven Nachrichten aufwartet. Daher: Eine Gegenreaktion nach oben ist immer möglich. Aber dass dieses Tief zum Ausgangspunkt eines großen, neuen Aufwärtstrends wird, ist fraglich genug, um darauf nicht zu setzen.

Quellenangaben: Ergebnis 3. Quartal und Prognose-Anpassung, adhoc vom 21.10.2025, 23:06 Uhr:
https://ir.teamviewer.com/de/nachrichten/teamviewer-se-teamviewer-veroeffentlicht-q3-2025-ergebnisse-und-passt-prognose-fuer-2025-an/0a1009e1-3656-488b-abc9-90bf89264202
https://ir.teamviewer.com/media/document/374f5aba-b9df-4c09-9d4a-c691b33042ab/assets/251021_TMV_Q3_2025_Results.pdf?disposition=inline

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

TeamViewer hat in den letzten Jahren einiges falsch gemacht – doch die Zahlen erzählen inzwischen eine neue Geschichte.

Vom Börsenliebling zur Depotleiche

Teamviewer, einst ein strahlender Stern am Firmament der deutschen Börsenlandschaft, ist heute nur noch ein Schatten.
Das Unternehmen hat das Vertrauen der Anleger mit einem kostspieligen Werbedeal nachhaltig beschädigt.

Ein fragwürdiger und sehr großer Zukauf im letzten Jahr dürfte sicherlich auch nicht vertrauensbildend gewesen sein:
TeamViewer auf riskantem Kurs: 720-Millionen-Übernahme

Jedem erfahrenen Anleger ist bewusst, welche Gefahren große Übernahmen mit sich bringen. Der Zukauf hat in etwa das Sechsfache des Jahresgewinns von Teamviewer. In Anbetracht dieser Größenordnung steht viel auf dem Spiel.

Für viele ist die Aktie zur Depotleiche geworden, andere haben die Reißleine gezogen und möchte am liebsten nicht mehr an Teamviewer erinnert werden.

Der Kursverlauf dürfte ebenfalls kaum jemanden animieren, sich mit der Aktie zu beschäftigen. Vielleicht wird dabei jedoch wirtschaftliche Fortschritte übersehen? Vielleicht hat sich die Übernahme von 1E inzwischen als Glücksgriff erwiesen? Diese Frage werden wir in diesem Artikel erörtern.

Geschäftsmodell: Vom Freemium-Ansatz zur Abo-Strategie

Das Herzstück des Geschäftsmodells von TeamViewer ist sein Freemium-Ansatz. Seit der Gründung im Jahr 2005 bietet das Unternehmen privaten Nutzern eine kostenlose Version seiner Software an, während Unternehmen eine kostenpflichtige Lizenz erwerben müssen.

Diese Strategie hat TeamViewer ermöglicht, eine breite Nutzerbasis aufzubauen, die als Sprungbrett für die Gewinnung zahlender Geschäftskunden dient. Der Großteil der Einnahmen stammt jedoch aus dem Unternehmenssegment, wo TeamViewer auf langfristige Kundenbeziehungen setzt.

In den letzten Jahren hat das Unternehmen sein Modell weiterentwickelt und ist von einem traditionellen Lizenzverkaufsmodell zu einem Abonnementmodell übergegangen. Dieser Wandel entspricht den aktuellen Trends in der Softwarebranche und sichert TeamViewer regelmäßige, vorhersehbare Einnahmen.

Wichtigste Produkte

Die wichtigsten Produkte sind TeamViewer Remote, TeamViewer Tensor, TeamViewer Frontline und TeamViewer IoT.

TeamViewer Remots ist das eindeutige Flaggschiff und ermöglicht Fernzugriffe und technischen Support für Computer und mobile Geräte.
TeamViewer Tensor ist eine Cloud-basierte Plattform, die speziell für Unternehmen entwickelt wurde und ein umfassendes Framework für IT-Management bietet. TeamViewer Frontline ist eine Augmented-Reality-Lösung, die in der Industrie eingesetzt wird, etwa für Wartung, Reparatur oder Schulungen, und Arbeitsprozesse effizienter gestaltet.
Mit TeamViewer IoT können vernetzte Geräte gesteuert und verwaltet werden.

Diese Produkte sind vielseitig einsetzbar und helfen Unternehmen, ihre digitalen Prozesse zu optimieren.
Die Ausrichtung auf Industrie 4.0 und innovative Technologien wie Augmented Reality zeigen, dass TeamViewer über den klassischen Fernzugriff hinausdenkt. Ob das Ende Früchte tragen wird, muss sich noch zeigen. Stehenzubleiben und neue Trends zu ignorieren ist aber sicherlich keine Alternative.

Stimmungstief trotz operativer Erfolge

Auf geschäftlicher Ebene scheint sich einiges getan zu haben, seitdem die Aktie bei Anlegern in Ungnade gefallen ist.
Nachdem Teamviewer den kostspieligen Werbedeal als Trikotsponsor für Manchester United Geschichte beendet hat, ist der Gewinn im Geschäftsjahr 2023 von 0,37 auf 0,66 Euro je Aktie deutlich gestiegen.

Im Geschäftsjahr 2024 konnte das Unternehmen daran anknüpfen. Der Umsatz konnte um 7 % auf 671,4 Mio. Euro gesteigert werden.
Die wiederkehrenden Einnahmen (AAR, annual recurring revenue) verbesserten sich um 6 % auf 684,1 Mio. Euro.

Der operative Cashflow stieg um 8 % auf 249,2 Mio. Euro. Das EBIT konnte um 24 % auf 206,4 Mio. Euro gesteigert werden, die EBIT-Marge kletterte von 27 auf 31 %.
Der Gewinn kletterte von 0,66 auf 0,77 Euro je Aktie.

Die Net Retention Ratio verbesserte sich von 94 auf 100 %, was für eine zunehmende Kundenbindung spricht.
Teamviewer hat tatsächlich auf allen Ebenen Fortschritte erzielt.

Die erste eingangs gestellte Frage kann somit positiv beantwortet werden. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie die Integration von 1E verläuft.

Erste Fortschritte – aber kein Wachstumswunder

Darauf liefert das laufende Geschäftsjahr eine Antwort. Teamviewer zufolge wurden „sehr gute Fortschritte“ bei der Integration von 1E erzielt. Die Marktresonanz auf die Einführung des DEX-Addons für SMB-Kunden sowie die neue Digital-Workplace-Plattform seit positiv.

In den ersten sechs Monaten konnte der Umsatz um 6 % auf 380,9 Mio. Euro gesteigert werden, obwohl das Enterprise-Geschäft ein Umsatzplus von 13 % verzeichnet hat.
Nüchtern betrachtet lässt sich also keine großartige Belebung des Geschäfts erkennen und die Entwicklung von 1E ist auch wenig beeindruckend. Im zweiten Quartal lag das Umsatzwachstum lediglich bei 2 % auf 17,0 Mio. Euro (in lokaler Währung lag das Plus bei 7 %).

Der Vorstand begründet das wie folgt: „Verzögerte Entscheidungsprozesse auf Kundenseite beeinflussten hingegen unser kürzlich erworbenes 1E-Geschäft, dessen Lösungen im US-Markt und im öffentlichen Sektor stark vertreten sind.“

Beim Konzerngewinn sieht die Entwicklung jedoch etwas besser aus. Das Ergebnis konnte im ersten Halbjahr um 10 % von 0,30 auf 0,33 Euro je Aktie gesteigert werden.

Fundamentale Bewertung: Günstig, aber risikobehaftet

Die Prognose für 2025 wurde bestätigt. Teamviewer stellt weiterhin ein Umsatzplus von 5,1 – 7,7 % auf 778 – 797 Mio. Euro in Aussicht und eine unveränderte bereinigte EBITDA-Marge in Aussicht.
Die annualisierten wiederkehrenden Umsätze sollten um 7,5 – 10,8 % auf 815 – 840 Mio. Euro steigen.

Die Vorzeichen sind demnach positiv. Der CFO hat bereits durch die Blume kommuniziert, dass die Prognose übertroffen werden könnte und für die zweite Jahreshälfte ein beschleunigtes Wachstum in Aussicht gestellt.

Die Kostenschätzungen, wonach das Ergebnis in diesem Jahr von 0,77 auf 0,88 Euro je Aktie steigen soll, sind daher plausibel.
Teamviewer kommt demnach auf ein KGVe von 10,5.

Auf den ersten Blick ist Teamviewer spottbillig, die Charakteristiken des Geschäftsmodells und die Wachstumsraten würden die Bewertung problemlos rechtfertigen, wären da nicht zwei Haken.

Das größte Problem an Teamviewer ist die fragwürdige Kapitalallokation der letzten Jahre. Wer kann schon sicher sein, dass nicht weitere Entscheidungen dieser Art getroffen werden?
Erst ein kostspieliger Werbedeal, dann eine gigantische Übernahme, die unmittelbar im zweiten Problem münden: Eine hohe Verschuldung.

Die Nettoverschuldung liegt derzeit bei 991,7 Mio. Euro, was fast zwei Drittel des Börsenwerts entspricht und mehr als dem vierfachen des freien Cashflows.

Teamviewer Aktie: Chart vom 08.08.2025, Kurs: 9,21 EUR - Kürzel: TMV | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Teamviewer Aktie: Chart vom 08.08.2025, Kurs: 9,21 EUR – Kürzel: TMV | Quelle: TWS

Aus fundamentaler Sicht findet man durchaus Gründe, die für einen Kauf sprechen. Wann das negative Sentiment jedoch drehen wird, ist unmöglich vorherzusagen. Dazu wären wohl herausragende Quartalszahlen, eine Erhöhung der Prognose oder klare Kaufsignal möglich – im bestenfalls alles.

Die Aktie könnte gerade ein Verkaufssignal unter 9,00 Euro abgewehrt haben. Das schürt die Hoffnung auf steigende Kurse. Mögliche Kursziele liegen bei 10,00 und 11,30 Euro.

Fällt die Aktie hingegen unter 9,00 Euro, wäre ein Rückfall auf das Allzeittief bei 7,67 Euro denkbar.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Dienstagmorgen vorgelegte TeamViewer-Bilanz wurde äußerst negativ aufgenommen. Obwohl das Unternehmen Umsatz- und Gewinnwachstum vermeldete und die bisherige 2025er-Prognose bestätigte, fiel die Aktie um drastische 16,53 Prozent. Wo lag das Problem?

Meine Aufgabe erfordert es, Bilanzen lesen und verstehen zu können. Und das ist auch seit vielen Jahren eine tägliche Routine. Manche sind glasklar und tadellos aufgebaut, manche hingegen sind komplizierter, als sie es sein müssten. Und dann gibt es noch diese Quartalsmitteilung von TeamViewer. Ich muss zugeben, nach einer halben Stunde habe ich es aufgegeben.

Man scrollt sich da einen Wolf. Natürlich erforderte die Übernahme des Unternehmens 1E, dass die Sache etwas umfassender dargelegt werden musste. Aber in diesem Fall musste man permanent nach oben und unten zurückscrollen. Am besten würde man fahren, wenn man alles ausdruckt, auf dem Fußboden ausbreitet und die Türklingel abschaltet. Dass einige Kommentierungen das Umsatzwachstum mit +7, andere mit +11 Prozent angaben, spricht für sich. Beides wäre richtig, es kommt darauf an, ob man „pro forma“- oder „nicht pro forma“-Zahlen hernimmt. Was dann auch für alle anderen Kennzahlen gilt.

Es mag ein wenig bissig klingen, aber es würde mich nicht wundern, wenn manche spätestens bei der Formulierung „bereinigtes Nicht-pro-forma EBITDA“ zu dem dann ein „abgegrenzter Umsatzabschlag (Haircut) für 1E Februar und März 2025“ wieder hinzugerechnet wird, ausgestiegen sind. Die Bilanzmitteilung ist unten verlinkt, werfen Sie gerne selbst einen Blick hinein. Aber muss man als normaler Trader wirklich verstehen, ob das, was man hinter den zahllosen Tabellen und Fußnoten entdecken könnte, erfreulich ist oder nicht?

Expertenmeinung: Das ist das Schöne an der Börse: eigentlich nicht. Hilfreich ist das grundsätzlich schon, keine Frage. Aber eigentlich ist es nicht zwingend, ob man selbst wirklich versteht, was genau in einem Quartal passiert ist, es ist sogar nicht zwingend, dass alle anderen es verstehen. Alleine der Kurs gibt vor, ob man hier eine Aktie vor sich hat, die man direkt kaufen könnte oder nicht. Sich auf diese, wenngleich an sich ja zutreffende Denkweise zu reduzieren, kann zwar nicht mein Anspruch sein … und ist es auch nicht, wenn man sich überlegt, wie viele Jahre ich schon Abende vor Bilanzen gesessen habe. Aber manchmal muss man eben einsehen, dass man geschlagen ist.

TeamViewer Aktie: Chart vom 06.05.2025, Kurs 11,16 Euro, Kürzel: TMV | Online Broker LYNX
TeamViewer Aktie: Chart vom 06.05.2025, Kurs 11,16 Euro, Kürzel: TMV | Quelle: TWS

Dieses entscheidende Faktum in Form des Kurses zeigt nach diesem Minus von 16,53 Prozent eine Aktie, die beim Versuch, die Widerstandslinie bei 13,66 Euro zu überwinden und damit Luft nach oben zu erlangen, gescheitert ist. Und zwar so drastisch, dass sie schon fast am unteren Ende der den Kurs seit September dominierenden Handelsspanne angekommen ist. Und wie man da reagieren müsste, ist letzten Endes unabhängig davon, ob man nach dem Studium dieser Bilanzmeldung das Gefühl hat, Bescheid zu wissen oder nicht:

Ein Test der jetzt bereits erreichten Supportzone 11,11/11,29 Euro und im Fall deren Unterschreitens der darunter verlaufenden Dezember-Aufwärtstrendlinie bei 10,65 Euro ist jetzt zwar nicht zwingend, aber eher wahrscheinlich. Solange die Aktie diese Unterstützungen testet, wäre sie für den Einstieg nicht geeignet, im Fall des Unterschreitens dieser Linien ohnehin nicht. Ob der Kurs jetzt erst einmal weiter fällt oder unmittelbar nach oben dreht:

Nach einem solchen Abverkauf braucht es handfeste Indizien dafür, dass die Bullen noch da sind und etwas bewegen können, indem sie die nächstliegenden Widerstandslinien bezwingen. Das wären die 200-Tage-Linbie bei 11,83 und die 20-Tage-Linie bei 12,30 Euro. Darüber wäre die Aktie zwar auch erst einmal nur auf kurzfristiger Ebene bullisch, für ein mittelfristiges Signal müsste sie da nach oben hinaus, wo sie jetzt abgedreht hat. Aber das ist eben das Mindeste, was die Aktie „bringen“ muss, vorher wäre sie selbst für kurzfristig ausgerichtete Akteure auf der Long-Seite kein Thema.

Quellen:
Ergebnis des 1. Quartals 2025, 06.05.2025: https://ir.teamviewer.com/websites/teamviewer/German/3480/news-detail.html?newsID=b1713717-ae71-4b3e-a56d-f0be5096354e

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.