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Der US-Immobilienmarkt hat einen regelrechten Kollaps hinter sich. Die Talsohle könnte jedoch genau jetzt durchschritten sein.
Der Absturz des US-Häusermarktes
Der US-Immobilienmarkt hat in den vergangenen Jahren eine harte Korrektur erlebt. Hohe Hypothekenzinsen, steigende Baukosten und eine spürbar schwächere Nachfrage haben viele Bauunternehmen unter Druck gesetzt.
Die entscheidende Frage für Investoren lautet nun: Ist die Talsohle bereits erreicht? Die jüngsten Zahlen von KB Home liefern zumindest Hinweise darauf, dass sich der Markt allmählich stabilisiert.
KB Home gehört zu den größten Wohnungsbauern der USA und konzentriert sich auf den Bau von Einfamilienhäusern für private Käufer. Das Unternehmen entwickelt Grundstücke, plant Wohnsiedlungen und verkauft schlüsselfertige Häuser direkt an Endkunden.
Ein wichtiges Merkmal des Geschäftsmodells ist der sogenannte Build-to-Order-Ansatz. Dabei werden Häuser erst nach der Bestellung durch den Kunden gebaut. Dieses Modell reduziert das Risiko und verbessert die Planbarkeit der Projekte.
Darüber hinaus können die Käufer dadurch zahlreiche Ausstattungsmerkmale individuell festlegen.
Erstaunlich robust
Die Schwäche des US-Häusermarktes ist in den aktuellen Quartalszahlen allerdings noch deutlich sichtbar. Die Zahl der ausgelieferten beziehungsweise übergebenen Häuser ist im Jahresvergleich um 23 % auf rund 2.400 Einheiten gesunken.
Gleichzeitig ging der durchschnittliche Verkaufspreis von 494.400 auf 461.900 USD zurück.
Der Auftragsbestand verringerte sich von 2,30 auf 2,14 Mrd. USD.
Ein Einbruch der Auslieferungen um 23 % bei gleichzeitig sinkenden Preisen kann man mit Fug und Recht als Katastrophe bezeichnen. Die meisten Unternehmen würden bei derartigen Umsatzeinbußen längst in den roten Zahlen stecken.
Doch KB Home verdient nach wie vor gutes Geld. Das zeigt, wie flexibel das Unternehmen inzwischen aufgestellt ist. Die Branche hat aus früheren Krisen gelernt.
Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1,11 Mrd. USD und traf damit die Erwartungen des Marktes. Der Gewinn lag mit 0,43 USD je Aktie ebenfalls auf Konsensniveau.
Zwar fiel die Bruttomarge im Hausbaugeschäft von 19,3 % auf 15,2 %, dennoch erwirtschaftet das Unternehmen weiterhin solide Gewinne.
Das Geschäftsmodell funktioniert also auch unter schwierigen Rahmenbedingungen.
Besserung in Sicht
Darüber hinaus zeichnet sich eine Belebung des Geschäfts ab. Die Zahl der Bestellungen lag im letzten Quartal bei 3.300, also nur noch 4 % unter dem Vorjahresniveau und weit über den Auslieferungen.
Demnach könnte sich eine Trendwende abzeichnen. Nach Angaben des Unternehmens liegt die Schwächephase bei den Auslieferungen, die durch die Umstellung zurück auf das Build-to-Order-Modell verursacht wurde, inzwischen hinter dem Unternehmen („delivery trough from the shift back to build-to-order is now behind us“). Der höhere Anteil individuell bestellter Häuser soll sich im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres positiv auf die Zahl der Auslieferungen, die Margenqualität und die Vorhersagbarkeit des Geschäfts auswirken.
Diese Einschätzung spiegelt sich auch im Ausblick wider. Für das dritte Quartal stellt KB Home einen Anstieg der Hausübergaben von 2.400 auf 2.600–2.800 in Aussicht. Der Umsatz soll von 1,11 auf 1,20–1,35 Mrd. USD steigen.
Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit 10.500 bis 11.000 ausgelieferten Häusern und einem Umsatz zwischen 4,9 und 5,3 Milliarden US-Dollar.
Zusätzlichen Rückenwind könnte die starke Position von KB Home in Nordkalifornien liefern. Insbesondere die Bay Area gilt aufgrund ihrer attraktiven Marktstruktur und vergleichsweise hohen Profitabilität als langfristiger Margentreiber („bay Area/Northern California is expected to be a structural margin tailwind“).
Ausblick und Bewertung
Gleichzeitig betonte das Management, dass sich die Bestellaktivität im Juni stabil entwickelt habe. Der Auftragseingang bewege sich im Rahmen der Erwartungen, ohne Anzeichen einer weiteren Abschwächung.
KB Home könnte demnach gerade dabei sein, die Talsohle zu durchschreiten. Die aktuellen Auslieferungen spiegeln den zuletzt schwachen Immobilienmarkt wider. Die robusten Auftragseingänge und der optimistische Ausblick deuten jedoch darauf hin, dass die schwierigste Phase möglicherweise bereits hinter KB Home liegt.
Den Kostennsschätzungen zufolge wird der Gewinn in diesem Jahr auf 3,28 USD je Aktie sinken.
KB Home kommt demnach auf eine forward P/E von 16,1.
Das wäre nicht sonderlich attraktiv, doch der Markt antizipiert bereits einen Turnaround. Die Branche ist seit jeher größeren Schwankungen unterworfen, daher erscheint ein Gewinnsprung im kommenden Jahr durchaus plausibel.
Derzeit wird erwartet, dass das Ergebnis 2027 wieder um 39 % auf 4,55 USD je Aktie zulegen kann. Dadurch würde die P/E auf 11,6 gesenkt.
Da Trends am Immobilienmarkt in der Regel mehrere Jahre anhalten, ist es naheliegend, dass der Aufwärtstrend anschließend entsprechend lang anhalten könnte.
Daher werden auch in den Folgejahren größere Gewinnsteigerungen erwartet.

Gelingt jetzt ein Ausbruch über 55 USD, könnte das eine Rallye in Richtung 60–63 oder 66–68 USD einleiten.
Fällt die Aktie jedoch unter 50 USD, wäre ein Rücksetzer bis 45 oder 42 USD möglich.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.06.2026 um 10:53 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
