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JPMorgan Chase Aktie Prognose

News: Aktuelle Analyse der JPMorgan Chase Aktie

16.01.2026 | 14:48 Uhr
In diesem Artikel
JPMorgan Chase
ISIN: US46625H1005
|
Ticker: JPM --- %

--- USD
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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur JPMorgan Chase Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

JP Morgan gilt bei vielen als Gradmesser der US-Finanzindustrie. Und wenn CEO Jamie Dimon spricht, hört der Markt besonders genau zu.

JP Morgan ist ein zentraler Gradmesser der US-Bankenindustrie. Kaum ein anderes Institut bildet die Verfassung der amerikanischen Wirtschaft, der Kapitalmärkte und der Kreditmärkte so umfassend ab.
Durch seine Größe, die hohen Marktanteile und breite Aufstellung liefert JP Morgan frühzeitig Signale über Trends im Finanzsystem.

Darüber hinaus hat das Unternehmen mit Jamie Dimon wohl den respektiertesten CEO der Branche. Wenn er spricht, hört die Finanzwelt ganz genau zu.

Branchenprimus

JP Morgan gehört zu den führenden globalen Finanzdienstleistungsunternehmen mit einem weltweiten Netzwerk von Niederlassungen und ist die nach Börsenwert größte Bank der USA.
Das Unternehmen bietet ein breites Spektrum an Dienstleistungen an, darunter Investmentbanking, Vermögensverwaltung und Privatkundengeschäft.

Die Geschichte des Unternehmens reicht mehr als ein Jahrhundert zurück. Heute ist die Großbank vor allem für ihre bedeutende Position im Investmentbanking, insbesondere im Bereich Fusionen und Übernahmen sowie bei der Beratung von Unternehmen bei Kapitalbeschaffung und Wertpapieremissionen, bekannt.

Darüber hinaus unterhält man auch eine starke Präsenz im Privatkundengeschäft, einschließlich Hypotheken, Kreditkarten und Sparkonten.

Der Gradmesser

JP Morgan nimmt innerhalb der Branche eine Sonderstellung ein, weil das Unternehmen nahezu alle relevanten Geschäftsbereiche abdeckt. Investmentbanking, Handelsgeschäft, Vermögensverwaltung und klassisches Kreditgeschäft sind eng verzahnt. Dadurch ist die Bank weniger abhängig von einzelnen Ertragsquellen und kann Konjunkturzyklen besser ausgleichen als viele Wettbewerber. Gleichzeitig setzt JP Morgan regelmäßig Maßstäbe bei Profitabilität, Risikomanagement und Kapitalallokation.

Im vierten Quartal unterstrich JP Morgan diese Rolle mit soliden Zahlen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 5,23 USD und damit über den Erwartungen von 5,01 USD. Die gemanagten Erträge erreichten 46,8 Milliarden US-Dollar und übertrafen ebenfalls die Prognosen.

Das spricht dafür, dass die US-Wirtschaft weiterhin solide wächst. Tatsächlich deuten die jüngsten Wirtschaftsdaten sogar darauf hin, dass die Wachstumsdynamik zunehmen könnte.
Die Unsicherheit durch die Zoll-Ankündigungen im vergangenen April scheint weitgehend verflogen.

Kein Störfeuer – das reicht schon aus

Seitdem verhält sich die US-Administration innenpolitisch erstaunlich ruhig. Das scheint auszureichen, um die US-Wirtschaft wieder anzuschieben.

CEO Jamie Dimon zeichnet ein insgesamt stabiles Bild der US-Wirtschaft. Zwar habe sich der Arbeitsmarkt abgeschwächt, eine weitere Verschlechterung sei jedoch nicht erkennbar. Konsumenten geben weiterhin Geld aus, Unternehmen zeigen sich überwiegend robust. Fiskalische Impulse, Deregulierung und die jüngste Geldpolitik der Notenbank könnten diese Lage noch eine Zeit lang stützen.

Gleichzeitig mahnt Dimon zur Vorsicht. Die Märkte unterschätzten nach seiner Einschätzung weiterhin die bestehenden Risiken. Dazu zählen geopolitische Spannungen, die Gefahr einer hartnäckigen Inflation und hohe Bewertungen vieler Vermögenswerte.

Im Klartext heißt das: Es sollte besser nichts schiefgehen, sonst könnte der Aktienmarkt spürbar unter Druck kommen. So interpretiere ich diese Aussagen jedenfalls.

Für JP Morgan bedeutet das „business as usual“. Im laufenden Geschäftsjahr soll das Ergebnis um 6 % auf 21,25 USD je Aktie.
JP Morgan wird demnach mit einer forward P/E von 14,6 bewertet.

Im Verhältnis zu den vorliegenden Wachstumsraten ist das halbwegs vertretbar, im historischen Vergleich ist die Aktie jedoch aus meiner Sicht überbewertet. Diese Aussage könnte so auch aus einer Analyse über den S&P 500 stammen.
In den letzten fünf Jahren lag die P/E von JP Morgan durchschnittlich bei 11,9.

Die Dividendenrendite von JP Morgan liegt bei 1,94 % und ist gut finanziert.

JP Morgan Aktie: Chart vom 16.01.2026, Kurs: 309,26 USD - Kürzel: JPM | Online Broker LYNX
JP Morgan Aktie: Chart vom 16.01.2026, Kurs: 309,26 USD – Kürzel: JPM | Quelle: TWS

Was JP Morgan aus meiner Sicht benötigt, ist eine ordentliche Korrektur. Fällt die Aktie unter 300 USD, könnte das einen Rücksetzer in Richtung 280 USD einleiten.
Darunter wäre der Weg bis 250 USD frei.

Gelingt hingegen ein Anstieg über 317 USD, wäre ein erneuter Angriff auf das Allzeithoch möglich.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.01.2026 um 13:19 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

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Vorherige Analysen der JPMorgan Chase Aktie

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bullisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bullisch
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die neue Berichtssaison an der Wall Street wurde wie üblich von den großen US-Banken eröffnet – und JPMorgan Chase präsentierte sich dabei erneut in starker Verfassung. Der Konzern übertraf die Gewinnerwartungen der Analysten deutlich und meldete einen Gewinnanstieg von rund +16 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Auch beim Umsatz wurden die Konsensschätzungen übertroffen, was auf eine solide operative Entwicklung hinweist.

Obwohl die Aktie nach Veröffentlichung der Zahlen kurzzeitig volatil reagierte, blieb der übergeordnete Aufwärtstrend intakt. Charttechnisch dominiert weiterhin ein stabiles Bild mit höheren Hochs und höheren Tiefs – ein typisches Muster für einen funktionierenden Trend.

Expertenmeinung: Fundamentale Stärke trifft hier auf ein intaktes technisches Setup. Das Kreditgeschäft profitiert weiter von einem vergleichsweise hohen Zinsniveau, und auch im Bereich Investmentbanking zeigen sich erste Anzeichen einer Erholung. Dennoch bestehen gewisse Risiken – unter anderem durch potenzielle geldpolitische Anpassungen der US-Notenbank sowie regulatorische Vorgaben, die auf die Margen drücken könnten.

Aus technischer Sicht sollte die aktuell relevante Unterstützungszone nicht unterschritten werden, um den bestehenden Trend nicht zu gefährden.

Aussicht: BULLISCH

 Delivery Hero Aktie: Chart vom 15.10.2025, Kurs: 23.20 EUR, Kürzel: DHER | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Delivery Hero Aktie: Chart vom 15.10.2025, Kurs: 23.20 EUR, Kürzel: DHER | Quelle: TWS

Quelle:
Investors.com; https://www.investors.com/news/jpmorgan-goldman-sachs-wells-fargo-bank-earnings-q3-2025-jpm-stock-gs-wfc/

Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bullisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bullisch
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Heute vor Börsenbeginn wird das US-amerikanische Finanzinstitut seine Zahlen für das abgelaufene Quartal veröffentlichen. Diese Ergebnisse könnten nicht nur für die Branche, sondern auch für den Gesamtmarkt richtungsweisend sein.

Die Aktie von JPMorgan Chase konnte in den letzten Monaten über 40 Prozent an Wert zulegen, wodurch die Erwartungen an das Zahlenwerk entsprechend hoch sind. Es bleibt abzuwarten, wie stark die Resultate ausfallen müssen, um die Rallye in dieser Dynamik fortzusetzen. Der Kursverlauf zeigt seit Wochen eine stabile Aufwärtsstruktur. Besonders auffällig: Die 20-Tage-Linie dient konstant als dynamische Unterstützung und begleitet die Bewegung nahezu idealtypisch. Im Juni hatte ich mein Kursziel für die Aktie auf 280 USD angehoben – diese Marke wurde inzwischen erreicht.

Expertenmeinung: Sollte die Aktie nach Veröffentlichung der Zahlen erneut Stärke zeigen und das aktuelle Kursniveau halten oder sogar ausbauen können, wäre dies als Bestätigung der bullischen Struktur zu werten.

Ein Bruch unter die 20-Tage-Linie hingegen könnte erste Zweifel an der Rallye aufkommen lassen. Die nächste Unterstützung befände sich dann bei rund 270 USD. Analysten rechnen derzeit mit einem Gewinn je Aktie von 4,51 USD. Die Flüsterschätzungen liegen bei 4,77 USD. Der Umsatz soll bei 43,81 Milliarden USD liegen.

Aussicht: BULLISCH

JPMorgan Chase Aktie: Chart vom 14.07.2025, Kurs: 286.86 USD, Kürzel: JPM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
JPMorgan Chase Aktie: Chart vom 14.07.2025, Kurs: 286.86 USD, Kürzel: JPM | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bullisch
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Bullisch
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die letzten Quartalsergebnisse des US-amerikanischen Finanzunternehmens wurden im April überaus positiv aufgenommen. Zum gleichen Zeitpunkt konnte sich auch der Gesamtmarkt wieder erholen – eine Kombination, die den Bullen erneut Auftrieb gab. Die seit Wochen andauernde Aufwärtsbewegung der JPMorgan-Chase-Aktie wurde dabei größtenteils von der 20-Tage-Linie gestützt. Auch die jüngste Konsolidierung knapp unter der eingezeichneten Widerstandslinie wurde vom genannten gleitenden Durchschnitt aufgefangen. Aktuell befindet sich das Papier in einer bullischen Trendphase.

Expertenmeinung: Die gesamte Branche befindet sich seit Mitte April wieder im Aufwind. JPMorgan zeigt seit diesem Zeitpunkt Relative Stärke gegenüber dem eigenen Sektor und konnte sich deutlich besser entwickeln als viele andere Unternehmen der Branche. Das bekannte Finanzunternehmen generierte zudem im gestrigen Handel ein neues Kaufsignal. Zwar war das Handelsvolumen rückläufig, doch dies könnte die Kurse nun schnell wieder in Richtung des bislang erzielten Allzeithochs bei rund 280 USD führen. Alles oberhalb der Marke von 260 USD wirkt derzeit charttechnisch bullisch.

Aussicht: BULLISCH

JPMorgan Chase Aktie: Chart vom 10.06.2025, Kurs: 268.36 USD, Kürzel: JPM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
JPMorgan Chase Aktie: Chart vom 10.06.2025, Kurs: 268.36 USD, Kürzel: JPM | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die JPMorgan-Aktie profitierte von Trumps Wahlsieg im November genauso wie andere Bank-Aktien immens. Mehr Wachstum, mehr Konsum, weniger Regulierung – das sah alles nach noch höheren Gewinnen aus. Bis die Sache mit den Zöllen aufkam. Ist das jetzt vom Tisch?

Dieses gegenseitige Hochschaukeln von Zöllen beim internationalen Handel ist Gift für das Wachstum, für den Konsum, für das Vertrauen der Unternehmen und Verbraucher. Das hatten die Trader schnell realisiert. Ebenso wie sie folgerten, dass das für das Kredit-, Emissions-, Vermittlungs- und Investmentgeschäft fatal werden könnte. Die JPMorgan-Aktie, die nach der US-Wahl deutlich zugelegt hatte, ging, nachdem sie am 19. Februar bei 280,25 US-Dollar ein Rekordhoch erzielt hatte, in den Sinkflug über und markierte am Montag mit 202,16 US-Dollar das Tief der Korrektur.

JPMorgan Aktie: Chart vom 09.04.2025, Kurs 234,34 US-Dollar, Kürzel: JPM | Online Broker LYNX
JPMorgan Aktie: Chart vom 09.04.2025, Kurs 234,34 US-Dollar, Kürzel: JPM | Quelle: TWS

Wobei man sicherheitshalber schreiben sollte: Das bisherige Tief der Korrektur. Denn noch sollte man sich nicht allzu sicher sein, dass das Thema Abwärtsdruck für diese Aktie nach der Jubel-Hausse des Mittwochs vorbei ist. Denn wie gesagt:

Expertenmeinung: Für gute Geschäfte braucht eine Investmentbank wie JPMorgan das Vertrauen der Kunden in eine positive Zukunft. Und die Warnungen, die JPMorgan-Chef Jamie Dimon in den vergangenen Tagen mehrfach wiederholt hatte, gelten unverändert: Ein Handelskrieg birgt ein immenses Risiko, dass man sich Rezession und Inflation zugleich einhandelt, zugleich wäre eine drastische Zunahme bei den Kreditausfällen zu befürchten. Eine Kombination, die man so schnell nicht wieder loswird und die großen Schaden über längere Zeit anrichten kann. Und mit dieser Entscheidung, das Gros der Zusatzzölle, die gerade erst am 2.4. verkündet wurden, jetzt doch erst einmal für 90 Tage auszusetzen, ist die Gefahr nicht vom Tisch. Und wenn doch, dann nur aus Sicht der USA … und auch für diese wären dann Probleme zu erwarten.

Die Länder, die ihre Produktion wirklich in die USA verlagern, hinterlassen zuhause Menschen ohne Arbeit und Fabriken, die umsonst gebaut wurden, müssen für neue Fabriken in den USA Unsummen investieren und dann zusehen, wie sie die Arbeiter für einfache Tätigkeiten zusammenbekommen. Simple Fabrikarbeit, die die meisten US-Bürger nicht machen wollen und die oft die illegalen Einwanderer für Hungerlöhne erledigten, die man gerade zurück über die Grenzen schickt.

Natürlich könnten Banken wie JPMorgan die für solche Umzüge der Produktion nötigen Finanzierungen bereitstellen. Aber ob damit das Vertrauen der US-Verbraucher zurückkehrt, ob die dann wieder mehr investieren und finanzieren, ist zumindest fraglich, die Sichtweise am Aktienmarkt gestern und die der Mehrheit der US-Bürger muss da keineswegs gleich sein. Denn was da dann an Jobs für die Industrie zurückkehrt, hat man ja bewusst jahrzehntelang ausgelagert. Würde man das wirklich in den USA machen, würden die Löhne viel höher liegen und die Produkte dadurch weit teurer. Nicht gut. Oder man automatisiert das, was in Asien Menschen gefertigt haben, dann kommen aber keine neuen Jobs. Noch weniger gut. Zugleich geht Trump ja mit China als dem größten asiatischen Handelspartner in die offene Konfrontation. Erst recht nicht gut.

Planungssicherheit, Vertrauen, solides Wachstum, eine verlässliche Politik … das sind die Grundlagen dafür, dass Investmentbanken wie JPMorgan weiter an Umsatz und Gewinn zulegen. Die Aussetzung der meisten Zölle bzw. ihre Reduzierung auf einen Zehn-Prozent-Satz, der immer noch höher liegt als zuvor, wobei Stahl, Autos, Aluminium nicht ausgesetzt werden und bei 25 Prozent bleiben: Das reicht dafür beileibe nicht.

Gelingt der Aktie der Ausbruch über die bei derzeit 244 US-Dollar verlaufende Abwärtstrendlinie, könnte das dann generierte, bullische Signal dafür sorgen, dass die Anleger erst einmal ihre Zweifel hinten anstellen oder sogar vergessen. Aber noch ist dieses Signal nicht da.

Positiv ist ohne Frage, dass die JPMorgan-Aktie am Mittwoch die 200-Tage-Linie zurückeroberte, diese superlange Tageskerze ein „bullish engulfing pattern“ darstellt und der RSI-Indikator eine positive Divergenz ausweist. Aber noch ist diese 200-Tage-Linie nur knapp überboten, noch bleibt die Abwärtstrendlinie ein potenzieller Deckel und, vor allem, noch sind die Rahmenbedingungen keine, die für deutlich steigende Gewinne als fundamentale Unterfütterung einer tragfähigen Aufwärtswende hilfreich wären. Das dürfte auch dem bärischen Lager klar sein, daher sollte man deren Fell besser noch nicht verkaufen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.