Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
Jetzt ist es also amtlich: Die Aktie des Baukonzerns Hochtief wird mit Wirkung zum 22. Juni in den DAX aufsteigen. Die Frage ist, ob und wie das den Kursverlauf beeinflussen könnte. Immerhin gibt es so etwas wie einen „Aufstiegs-Fluch“ – könnte er auch hier zuschlagen?
Wenn man sich mal ansieht, wie es Scout24 und der GEA Group erging, den beiden jüngsten Aufsteigern in den DAX, die im September letzten Jahres hinzukamen, sollte man sich über dieses Thema zumindest Gedanken machen. Immerhin sind beide Aktien derzeit deutliche Underperformer im Vergleich zum Index. Daher sollte man sich durchaus fragen: Könnte es Hochtief auch treffen?
Nicht, wenn die Aktie noch günstig bewertet wäre. Nicht, wenn da in Sachen Gewinn pro Aktie noch viel zu erwarten wäre, das von den Marktteilnehmern noch nicht vorweggenommen wurde. Und auch nicht, wenn die Aktie nicht im Vorgriff steigender Kurse durch den Aufstieg in einen größeren Index (ausgelöst durch die Fonds und ETFs, die den DAX abbilden und Hochtief daher kaufen müssen, sobald sie im DAX ist) nach oben gezogen wurde. Doch alle drei Punkte treffen hier zu.
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Hochtief Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Dass man immer wieder beobachten kann, dass eine Aktie, die in den engeren Kreis möglicher Aufstiegskandidaten gelangt ist, im Vorfeld der Entscheidung über die Anpassung der Index-Zusammensetzung zulegt, liegt daran, dass a) der Glaube weit verbreitet ist, dass ein größerer Index den Kurs automatisch nach oben befördert, und b) der Zeitpunkt der Entscheidung und die Kriterien für einen Index-Aufstieg vorher bekannt sind. Man wusste, dass Hochtief mit hoher Wahrscheinlichkeit in den DAX kommen würde, solange die Marktkapitalisierung ausreicht … was auf diesem Kursniveau der Fall war.
Zugleich führen solche Vorkäufe aber dazu, dass die Bewertung einer Aktie teurer wird. Schließlich verdient das Unternehmen pro Aktie nicht mehr, nur, weil auf einmal ungewöhnlich starke Käufe den Kurs höher treiben. Und dass Hochtief jetzt vom Kurs-/Gewinn-Verhältnis her „teuer“ ist, lässt sich nicht bestreiten:
Auf Basis der durchschnittlichen Analysten-Prognose für den 2026er-Gewinn pro Aktie kommt man da auf 36 … in den Vorjahren war ein KGV zwischen 12 und 22 normal. Richtig ist zwar, dass man ein höheres KGV durch die Wachstumsperspektive, die sich derzeit vor allem durch die vielen lukrativen Bauaufträge im Bereich neuer Rechenzentren stark präsentiert, argumentativ begründen kann. Aber dieses Wachstum ist kein Füllhorn ohne Limits, weder vom Volumen her noch auf der Zeitachse.

Daher liegen die Kursziele der Analysten für die Hochtief-Aktie zwar weit höher als noch vor einem halben Jahr. Aber der Schnitt liegt dennoch mit derzeit 446 Euro unter dem aktuellen Kurs, unter dem im Mai bei 554 Euro markierten Rekordhoch sowieso. Und in Bezug auf die Frage, was man aktuell mit der Aktie tun könnte, sind die Experten ebenfalls nicht mehr allzu bullisch: Nur zwei der neun Hochtief momentan einstufenden Analysten werten sie noch als einen Kauf.
Fazit: Grundsätzlich wären hier alle Faktoren beisammen, die das Risiko erhöhen, dass auch Hochtief der „Aufstiegs-Fluch“ ereilen könnte – zumindest auf dem derzeitigen Kursniveau der Aktie. Zwingend ist so etwas nie, schließlich könnten jederzeit neue Fakten auftauchen, die einen deutlich höheren Kurs rechtfertigen könnten. Aber sich einfach darauf zu verlassen, dass frische, bullische Argumente vom Himmel fallen, wäre riskant.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/HOT.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.06.2026 um 17:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Sie möchten ein Depot für Ihre GmbH, AG oder UG eröffnen und Betriebsvermögen in Wertpapieren anlegen? Informieren Sie sich jetzt über unser Wertpapierdepot für Geschäftskunden: Mehr zum Firmendepot über LYNX





