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Kaum ein Unternehmen hat vom Umbruch im Mobile-Werbemarkt so stark profitiert wie AppLovin. Jetzt steht das Unternehmen an einem entscheidenden Wendepunkt.
Aufstieg in eine neue Liga
AppLovin ist ein US-amerikanisches Technologieunternehmen, das sich auf App-Marketing und Werbetechnologie spezialisiert hat, vor allem im Bereich Mobile-Gaming.
Das Unternehmen hat dabei einen dramatischen Wandel vollzogen, weg von einem klassischen Mobile-Game-Publisher hin zu einer Adtech-Plattform. Im Zentrum steht nicht das Spieleportfolio, sondern die eigene Softwareplattform für Marketing.
Das Herzstück ist AXON, eine KI-basierte Empfehlungs-Engine. Sie automatisiert Marketing, Engagement und Monetarisierung in einem integrierten System. Werbetreibende erreichen dadurch mit personalisierten Inhalten Nutzer, die mit hoher Wahrscheinlichkeit die jeweilige App auch installieren und aktiv bleiben.
Gleichzeitig optimiert die Plattform jede einzelne Impression in Echtzeit. Auktionen sorgen dafür, dass Publisher den bestmöglichen Preis erzielen. Entwickler erhalten Werkzeuge, um ihre Apps effizienter zu betreiben, Nutzerströme besser zu analysieren und In-Game-Ökonomien zu schärfen.
So entsteht ein geschlossener Kreislauf. Werbetreibende kaufen Reichweite und Publisher monetarisieren ihre Produkte optimal. In der Mitte steht die Plattform von AppLovin, wodurch das Unternehmen an beiden Seiten mitverdient.
Der perfekte Moment
Man könnte auch sagen, dass AppLovin in der Nahrungskette eine Stufe aufgestiegen ist. Statt selbst Spiele auf den Markt zu bringen und zu monetarisieren, überlässt man diese Arbeit und das damit einhergehende Risiko anderen.
Das einstige Kerngeschäft mit eigenen Apps spielt zwar noch eine Rolle, ist für die Zukunft des Unternehmens aber kaum noch von Bedeutung.
Der eigentliche Katalysator kam jedoch von außen. Apple veränderte mit AppTrackingTransparency (ATT) das mobile Werbeökosystem grundlegend. Vor ATT konnten Spieleentwickler gezielt sogenannte Wale über Plattformen wie Instagram oder Snapchat ansprechen.
Als Whale bezeichnet man besonders ausgabefreudige Spieler. Sie machen nur einen Bruchteil der Spielerbasis aus, jedoch einen Großteil der In-App-Käufe. Wenige dieser Wale können für Spieleentwickler den Unterschied machen.
Mit ATT wurde das präzise Targeting dieser Spieler massiv erschwert.
Die Folge war ein Strukturbruch. Immer mehr neue Mobile-Games setzen nicht mehr primär auf Wale, sondern monetarisieren die breite Masse über Werbung. Dadurch ist das Angebot an Werbeinventar sprunghaft angestiegen.
Jetzt ist Druck auf dem Kessel
Gleichzeitig suchten Werbetreibende nach effizienten Alternativen zu teuren Social-Media-Kampagnen. Diese Gelegenheit hat AppLovin erkannt und sich mit Axon positioniert – und das mit großem Erfolg.
Mit der Einführung von ATT durch Apple im Jahr 2021 kam es bei AppLovin zu einem gewaltigen Umsatzsprung von 1,45 auf 2,79 Mrd. USD. Seitdem hat sich der Umsatz abermals in etwa verdoppelt.
Die Dynamik hat zuletzt wieder spürbar zugenommen. Im Geschäftsjahr 2025 konnte ein Umsatzsprung um 70 % auf 5,48 Mrd. USD erzielt werden.
Das Nettoergebnis kletterte um 116 % auf 3,43 Mrd. USD. Der freie Cashflow lag sogar bei 3,95 Mrd. USD.
Dazu haben mehrere Faktoren beigetragen. Dank Axon 2.0 ist der Umsatz, den Spieleentwickler je Installation erzielen können, um etwa 50 % gestiegen. Hinzu kommt eine erfolgreiche Expansion über das Mobile Gaming hinaus – inzwischen ist AppLovin auch im klassischen E-Commerce und Web-Advertising aktiv.
Gleichzeitig sind die Kosten kaum gestiegen, wodurch der Gewinn regelrecht durch die Decke gegangen ist. Die Gewinnspannen, die AppLovin derzeit erzielt, grenzen an Raubrittertum.
Das ist ein klarer Hinweis darauf, wie überlegen die Plattform im Vergleich zu Wettbewerbern wie Unity ist.
Wie so oft in diesen Zeiten
In den letzten Quartalen hat AppLovin die Erwartungen durchweg übertroffen. Im Schlussquartal lag der Gewinn mit 3,24 USD je Aktie weit über den Prognosen von 2,90 USD. Mit einem Umsatz von 1,66 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen von 1,61 Mrd. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 66 % und einem Gewinnsprung um 85 %.
Für das erste Quartal stellt AppLovin einen Umsatz von 1,75-1,78 Mrd. USD und ein bereinigtes EBITDA von 1,47-1,50 Mrd. USD in Aussicht.
Erwartet wurden ein Umsatz von 1,69 Mrd. USD und ein EBITDA von 1,40 Mrd. USD.
Die Aktie ist zuletzt trotzdem unter Druck gekommen. Vermutlich geht auch in diesem Fall die KI-Angst um.
Theoretisch ist es natürlich immer möglich, dass ein noch besseres Konkurrenzprodukt auf den Markt kommt. Die geschäftliche Entwicklung bei AppLovin zeigt jedoch, dass das Unternehmen den Wettbewerbern einen Schritt voraus ist. Hinzu kommen die stärker werdenden Netzwerkeffekte, die nicht einfach zu kopieren sind.
Das Ergebnis im gesamten Geschäftsjahr hat sich auf 3,33 Mrd. USD oder 9,75 USD je Aktie mehr als verdoppelt. AppLovin kommt demnach auf eine P/E von 39.
Das ist nicht gerade wenig, aber das Wachstum ist auch außerordentlich hoch.
Den Konsensschätzungen zufolge soll das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr um 59 % auf 15,52 USD je Aktie steigen. Dadurch würde die P/E auf 24,5 sinken.
Seitdem AppLovin mit Axon ein Durchbruch gelungen ist und das Unternehmen schwarze Zahlen schreibt, lag die P/E durchschnittlich bei 60.

Aus technischer Sicht steht eine Richtungsentscheidung bevor. Wird das bisherige Jahrestief und der Aufwärtstrend durchbrochen, muss mit weiteren Kursverlusten in Richtung 320 oder 308 USD gerechnet werden.
Gelingt jedoch eine Rückkehr über 420 USD, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 470 und 500-520 USD.
Quelle: https://wmediaresearch.com/2025/05/07/applovin-earnings-q1-2025-the-most-efficient-biz-in-all-of-advertising/
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