UBER geht an die Börse … sollten Sie beim IPO dabei sein?

UBER IPO – Wie viel Potential und Risiko steckt in der UBER Aktie?

Der Fahrdienstleister UBER geht an die Börse. Und der Börsengang dürfte nicht mehr allzu weit entfernt sein, denn das Unternehmen hat die dafür nötigen Unterlagen bereits bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Noch ist der genaue Termin offen, aber es kann schnell gehen. Und es wird spannend werden.

UBER ist mittlerweile bekannt wie ein bunter Hund, wächst rasant, macht aber noch Verluste. Das Unternehmen wird kontrovers diskutiert, von der Konkurrenz immer wieder angegangen und hat dennoch bereits Kultstatus, obwohl es gerade erst vor zehn Jahren als Limousinen-Vermieter angefangen hat. UBER wird einer der vom Kapitalvolumen her größten Börsengänge 2019 werden. Sollte man beim UBER IPO mitmischen?

Wir werfen einen Blick auf die bisher bekannten Fakten. Und wir werden diesen Artikel umgehend aktualisieren, wenn UBER die konkreten Eckdaten, sprich Bookbuilding-Spanne bzw. den Ausgabepreis und, natürlich, den Termin des Börsengangs bekannt gibt. Denn erst dann wird es nähere Informationen zum UBER Aktienkurs geben.

Alles zum IPO von UBER

Bei IPOs genau hinsehen ist Pflicht!

Börsengänge, auf Neudeutsch IPOs (initial public offering) sind eine ungemein spannende Sache. Wer da gleich vom Start weg in ein spannendes, zukunftsweisendes Unternehmen investiert, kann sich über Jahre hinweg starker Gewinne erfreuen. Zumal man, wenn man eine solche Aktie beim Börsengang zeichnet und zugeteilt bekommt, oft deutlich weniger bezahlt als diejenigen, die dann erst beim ersten Kurs an der Börse einsteigen und dadurch einen schönen Performance-Vorsprung hat. Voraussetzung: Man liegt mit seiner positiven Einschätzung richtig.

Vielen wird es auch heute noch, 20 Jahre danach, im Kopf herumgeistern, welche exorbitanten Profite man mit neu an die Börse gehenden Hightech-Aktien machen konnte, bevor die Internetblase im Frühjahr 2000 platzte. Da ging es bisweilen um dreistellige Zeichnungsgewinne, die dann durch rasante Kurssteigerungen unmittelbar nach dem ersten Kurs an der Börse noch viel größer wurden. Was man dabei vergisst: Im Frühjahr 2000 war der Goldregen eben vorbei, es sei denn, man hatte sich die wirklich starken Unternehmen herausgepickt. Das macht sehr deutlich: Man muss schon genau hinschauen, welche Aktie man sich da ins Depot holen will.

Auch Börsengänge der letzten Zeit waren keineswegs immer ein gutes Geschäft für die Anleger. Man denke da an SNAP, die DWS Group und Spotify, die derzeit unter dem Niveau ihrer Börsen-Erstnotiz liegen. Worauf gilt es zu achten, um eine gute Chance zu haben, mit einem IPO gute Gewinne einzufahren?

Die Position in der Branche muss stark, die Gewinnperspektive klar erkennbar sein. Das Management muss überzeugen. Der Ausgabepreis, der für die Erstnotiz der Aktien verlangt wird, sollte so liegen, dass die Aktie ihr Börsenleben nicht gleich mit einer überzogen hohen Bewertung beginnt. Gehört UBER zu den Kandidaten, die diese Voraussetzungen erfüllen? Sehen wir uns zuerst an, was genau UBER tut.

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Was ist UBER?

UBER vermittelt Fahrdienste auf verschiedene Weise. UberX und UberBlack vermitteln Mietwagen mit Fahrern. UberPop vermittelt private Fahrer mit eigenen Autos. Darüber hinaus bietet UBER mit dem Dienst UberEats einen Mahlzeiten-Lieferservice an, zudem gibt es UberFreight, über das Unternehmen Lkw-Transportkapazitäten vermittelt bekommen.

All diese Vermittlungen laufen über die Uber-App. UBER organisiert die Fahrdienste und behält dafür von den Fahrern eine Gebühr ein. Das in Kalifornien beheimatete Unternehmen ist über die bislang knapp zehn Jahre seines Bestehend immens gewachsen und agiert nahezu weltweit. Für 2018 meldete UBER einen Umsatz von 11,2 Milliarden US-Dollar, 43 Prozent mehr als 2017.

Der Bekanntheitsgrad von UBER basiert indes nicht nur auf dem schnellen Wachstum, sondern auch auf dem vehementen Widerstand, den die Taxibranchen einzelner Länder leisten. Kritik gibt es auch an der Unternehmenskultur und der Sicherheit. Nichtsdestotrotz wächst UBER weiter. Aber wie sieht es mit den Gewinnen aus?

Schwarze Zahlen noch nicht erreicht – ein Problem?

UBERs Umsatz wächst und wächst. Dass er 2018 von Quartal zu Quartal prozentual weniger zulegte, ist dabei eher ein mathematischer Faktor. Nominal, in US-Dollar gerechnet, bleibt das Wachstum beeindruckend. Aber Wachstum alleine bringt dem Investor auf Dauer wenig. Er will sehen, dass „sein“ Unternehmen Gewinne macht und ihn auf absehbare Zeit dann auch mit Dividenden für das von ihm gegebene Kapital entlohnt. Wie sieht es da aus?

Auf den ersten Blick vielversprechend, auf den zweiten aber noch nicht. Richtig ist, dass UBER 2018 „nur“ netto 370 Millionen US-Dollar Verlust machte. 2017 waren es noch 4,5 Milliarden. Aber dieses weitaus geringere Minus resultierte daraus, dass UBER seine Aktivitäten in Russland und Teilen Südostasiens eingestellt und verkauft hatte, weil man dort nicht Fuß fassen konnte. Einerseits klingt das vernünftig. Andererseits macht das deutlich, dass man hier als kommender Aktionär durchaus „Venture Capital“, Risikokapital, bereitstellen würde, denn:

UBER agiert nach dem Prinzip vieler moderner Dienstleistungsunternehmen: Erst geht es alleine um das Wachstum, dann, wenn die Marktstellung dominant genug ist, kommt der Gewinn. Das ist auch der grundsätzlich richtige Weg, amazon.com hat es vorgemacht. Aber das heißt nicht, dass alle, die diesen Weg gehen, auch erfolgreich sein werden. Und wenn man sich überlegt, dass der Börsenwert von UBER 2018 von Analysten um 70 Milliarden, heute von den ersten Analysten sogar bei 120 Milliarden US-Dollar gesehen wird, wird klar: Hier geht es nicht um „Peanuts“, die auf dem Spiel stehen. Und es ist ja nicht so, dass UBER konkurrenzlos wäre.

UBER IPO – Die potenziellen Risiken und Chancen

Das Unternehmen LYFT ist ein Fahrdienst-Vermittler, der 2012 ebenfalls in Kalifornien ins Leben gerufen wurde. LYFT ist zwar vom Umsatzvolumen her noch deutlich kleiner als UBER und agiert bislang von allem in den USA und Kanada, hat aber immerhin General Motors als großen Investor und Teilhaber im Rücken.

UBER hat als große Investoren die US-Großbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley, Google Ventures und die japanische Softbank aufzubieten. Und UBER ist in seiner Entwicklung weiter, ist längst weltweit präsent. In den USA hat UBER laut Daten von 2018 im Fahrdienst-Markt einen Anteil von 69 Prozent, LYFT einen von 28 Prozent. Aber:

LYFT will nicht nur ebenfalls an die Börse gehen, man darf vermuten, dass sie schneller sein werden als UBER. Für LYFT könnte der Start schon im April oder Mai erfolgen, denn Mitte März beginnt man dort schon mit der „Roadshow“, der Präsentation des Unternehmens vor potenziellen Großinvestoren. Und neben LYFT sieht sich UBER der klassischen Konkurrenz in Form der üblichen Taxi-Dienste und landestypischer Mitfahrdienste gegenüber, wie hierzulande z.B. mytaxi, das Daimler als entscheidenden Teilhaber hat.

UBER wird also keinen „Durchmarsch“ erleben, sondern hat nahezu überall Konkurrenten, die es in Schach zu halten gilt.

Fazit zur UBER Aktie: Hier geht es um „Venture Capital“

Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass ein zukünftiger UBER-Investor sich darüber im Klaren sein muss, dass er in ein schnell wachsendes, aber noch klar defizitäres Unternehmen investieren würde, das zwar bereits eine starke Marktstellung hat, diese aber erst in den kommenden Jahren zu Bilanzgewinnen führen wird – vorausgesetzt, die Pläne von UBER gelingen.

Und, natürlich, sollte der Preis, zu dem UBER seine Aktien an den Erstzeichner bringen will, nicht so hoch liegen, dass man fürchten müsste, dass nicht nur keine Gewinnspanne zwischen diesem Zuteilungspreis und dem ersten Börsenkurs entsteht, sondern der UBER Aktienkurs dann im Börsenhandel womöglich sogar unter den IPO-Preis fällt (was z.B. bei der SNAP-Aktie nicht allzu lange gedauert hatte).

UBER ist also allemal interessant, aber erst, wenn Informationen zum angedachten Ausgabepreis der Aktien, zum Volumen des IPO, der konkreten Art und Weise, wie Anleger UBER bekommen könnten und zum Termin vorliegen, lässt sich ein Urteil zu der Fragestellung fällen, ob man hier mitmischen sollte. Dazu, sobald Daten vorliegen, umgehend mehr an dieser Stelle!

Die Trailing Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen.

Die Trailing-Stop Verkaufsorder ist eine abgewandelte Stop-Order. Hierbei wird der Stop-Preis in einem festgelegten Folgeabstand (Trailing-Wert) an den Kurs gekoppelt. Wenn dieser Wert steigt und somit der Abstand größer als der Trailing-Wert ist, wird der Stop-Preis nach oben angepasst.

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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