Beyond Meat IPO: Veggie-Aktie begeistert US-Anleger

Dieses IPO explodiert … kann das für die Beyond Meat Aktie gutgehen?

Als Beyond Meat am 2. Mai erstmals an der US-Börse Nasdaq gehandelt wurde, trauten viele ihren Augen nicht: Der erste gehandelte Kurs lag bei 46 US-Dollar. Das war ein Gewinn von unglaublichen 84 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis der Aktie von 25 US-Dollar. Und damit war es noch keineswegs vorbei.

Noch an ihrem ersten Handelstag stieg diese Aktie immer weiter, erreichte mit knapp 73 US-Dollar fast das Dreifache dessen, was diejenigen bezahlt hatten, die direkt bei der Zeichnung der Aktie, beim sogenannten IPO (initial public offering) zum Zuge gekommen waren. Zuletzt wurde Ende vergangener Woche ein Verlaufsrekord bei 96,78 US-Dollar erzielt. Fast das Vierfache gegenüber dem Ausgabepreis – und das binnen zwei Wochen. Warum ist diese Aktie so extrem gesucht?

Genau das ist die Kernfrage, wenn man eine Antwort darauf haben will, ob dieses „Unicorn“ oder „Einhorn“, wie man in den USA an die Börse gehende Gründer-Unternehmungen (StartUps) mit einem Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar nennt, weiter steigen könnte. Oder aber, ob diese Aktie wie die Sagenfigur Ikarus so schnell so hoch geflogen ist, dass es jederzeit zu einem dramatischen Absturz kommen kann. Was zeichnet Beyond Meat aus, was ist das überhaupt für ein Unternehmen?

Beyond Meat IPO: Vegane Burger und Würstchen

Beyond Meat wurde vor zehn Jahren gegründet und hat, wie so viele „StartUps“, seinen Sitz in Kalifornien. Die Firma stellt vegane Burger und Würstchen her, die hauptsächlich aus Erbsenprotein bestehen.

Dass diese alternativen Burger immer mehr nachgefragt werden, führte dazu, dass der Umsatz von Beyond Meat rasant zulegte. Von 16,8 Millionen US-Dollar 2016 über 32,6 Millionen 2017 auf 87,9 Millionen im Jahr 2018. Dass veganer Fleischersatz Zukunft hat, ist damit ebenso positiv festzuhalten wie der Umstand, dass Beyond Meat dieses Potenzial durch schnelles Wachstum umsetzen kann.

Aber wenn man diesen so kräftig gestiegenen Umsatz des abgelaufenen Geschäftsjahres einmal mit dem Börsenwert des Unternehmens ins Verhältnis setzt, stockt einem der Atem. Denn da wäre so manche Aktie aus der Zeit der Internetblase vor 20 Jahren blass vor Neid geworden.

Atemberaubende Bewertung: Teuer ist gar kein Ausdruck

Beyond Meat operiert noch in den roten Zahlen. Das ist für einen Börsen-Neuling nicht ungewöhnlich, immerhin soll ein Börsengang ja gemeinhin dazu dienen, Geld einzusammeln, das Unternehmen damit voranzubringen und den Weg in die Gewinnzone dadurch zu beschleunigen. 2018 lag das Minus bei knapp 30 Millionen US-Dollar. Im Verhältnis zum Umsatz von 88 Millionen nicht gerade ein Pappenstiel, aber Beyond Meat investiert nun einmal allerhand, um größer zu werden.

In solchen Fällen weicht man auf die Relation des Börsenwerts des Unternehmens zum Umsatz aus, indem man kein Kurs/Gewinn-Verhältnis, sondern ein Kurs/Umsatz-Verhältnis ermittelt. Die folgende Grafik zeigt diese beiden Größen im Vergleich für vier Unternehmen: für die etablierten Anleger-Lieblinge Microsoft und amazon.com sowie für den ebenfalls gerade erst an die Börse gegangenen Fahrdienstleister UBER und Beyond Meat.

In blau sehen wir die Kurs/Gewinn-Verhältnisse. Die sind bei Microsoft und amazon.com nicht gerade niedrig, aber das ist man bei Technologietiteln durchaus gewohnt, zumal amazon.com viele Jahre tief dreistellige Kurs/Gewinn-Verhältnisse auswies. Bei UBER und Beyond Meat fällt die blaue Säule mangels Gewinn flach aus. Wenn wir uns jetzt die orangene Säule ansehen stellen wir fest:

Die Relation Börsenwert via Aktienkurs zu Umsatz pro Jahr liegt bei UBER derzeit bei sieben. Das heißt, die Marktkapitalisierung des Unternehmens, gerechnet über den Kurs der Aktien, ist siebenmal höher als der Umsatz 2018. Aber bei Beyond Meat liegt dieser Wert bei 61! Das ist extrem! Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen:

Ein Unternehmen, das letztes Jahr knapp 90 Millionen Dollar Umsatz erreicht hat (für dieses Jahr schätzen Analysten derzeit ca. 200 Millionen), hat in etwa ein Sechstel des Gesamtwerts des Unternehmens als Aktien ausgegeben und dabei etwa eine Viertelmilliarde US-Dollar eingesammelt. Insgesamt kam die Bewertung von Beyond Meat dadurch zum Zeitpunkt der Ausgabe der Aktie auf 1,5 Milliarden US-Dollar. Für ein 90 Millionen Umsatz-Unternehmen. Das ist stattlich, vorsichtig formuliert. Aber!

Seither hat sich der Kurs der Aktie ja fast vervierfacht! Jetzt liegt die Marktkapitalisierung schon bei über 5,5 Milliarden US-Dollar und somit beim über 60fachen des Umsatzes, während zugleich rote Zahlen geschrieben werden.

Eine derart extrem hohe Bewertung wäre nur nachvollziehbar, wenn dieses Unternehmen etwas extrem Außergewöhnliches wäre, wenn es eine neue Branche, einen neuen Trend begründen und ihn anführen könnte. Ist das so?

Die Sache mit der Konkurrenz

Das ist nicht so. Richtig ist, dass Beyond Meat das erste Unternehmen ist, das mit veganen Fleischersatz-Erzeugnissen wie Burgern und Würstchen an der Börse notiert ist. Es ist aber keineswegs das einzige, das dergleichen herstellt.

Das Meinungsforschungsinstitut Nielsen hat nach Aussage des „Handelsblatts“ ermittelt, dass allein in US-Supermärkten der Umsatz von Fleisch-Substituten 2018 um 900 Millionen US-Dollar lag. Dazu kommen die Umsätze in Restaurants und Fast-Food-Ketten. Unternehmen wie Impossible Foods oder Lightlife Foods sind ebenfalls in diesem Markt tätig… und nicht nur sie.

In Deutschland hat Lidl die Beyond Meat-Produkte ins Sortiment aufgenommen. Aber auch, wenn die Umsätze rasant zulegen und man neue Vertriebspartner findet, das Unternehmen hat am Markt viele Konkurrenten. Und dass man an der Börse bislang das einzige der Branche ist, ist kein Argument, weshalb Beyond Meat die Konkurrenz abhängen müsste.

Zu schnell zu weit … Absturzgefahr nach IPO!

Diese Aktie erlebt einen Hype, der sehr leicht nach hinten losgehen kann. Die Bewertung ist atemberaubend hoch und nichts garantiert, dass Beyond Meat den Markt der Fleischsubstitute irgendwann dominieren wird. Es wirkt, als würden viele Akteure hier blind kaufen, weil sie glauben, hier den Pionier einer neuen Branche an der Börse vor sich zu haben. Was durchaus richtig sein könnte, aber das heißt nicht, dass das erste solcher Unternehmen, das an die Börse geht, im realen Markt auch das stärkste werden muss.

Allein diese extreme Kaufwelle lässt erfahrene Investoren stutzig werden. Kursverdoppelung zum Ausgabepreis am ersten Tag, fast die Vervierfachung nach zwei Wochen … das erinnert an die Zeit 1999/2000. Damals dachten viele, eine neue Zeit sei angebrochen, klassische Bewertungsmodelle wären hinfällig, weil all die Firmen, die da an die Börse gingen, in kürzester Zeit in Gewinnen schwimmen würden. Es kam anders, wie die Geschichte lehrt.

Aber das ist jetzt fast 20 Jahre her, eine neue Generation von Anlegern ist hinzugekommen, die das Platzen solcher Blasen nicht erlebt hat. IPOs wie UBER oder eben auch Beyond Meat zeigen, dass Euphorie und steigende Kurse wieder einmal mehr zählen als nüchterne Fakten. Da es aber wahrscheinlich ist, dass dieser „Hype“ nicht anders endet als die vergleichbaren Phasen der Börsengeschichte zuvor, würden wir als Fazit ziehen:

 

Beyond Meat ist nach dem erfolgreichen IPO eine hochinteressante Aktie – aber nicht auf diesem Kursniveau. Um 50 US-Dollar könnte man über einen Kauf als Depot-Beimischung nachdenken. Alles was darüber liegt, läuft Gefahr, dahin zu schmelzen, wenn dieser erste Hype vorüber ist. Auch, wenn man nie weiß, ob diese Euphorie-Welle bereits jetzt zu Ende ist oder die Aktie vielleicht noch kurzfristig bis 200 Dollar steigt: Hier passt die Relation Chance zu Risiko derzeit nicht.

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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