Börsenblick

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Analyse:
Euro /Britisches Pfund: Das Pfund bricht ein – und das hat Gründe

Seit letzter Woche bricht der Kurs des Britischen Pfunds zum Euro heftig ein. Unser Chart auf Wochenbasis zeigt, dass man einen Euro am Freitag vor zwei Wochen noch für 0,8647 Pfund bekam, gestern Abend musste man schon 0,9274 Pfund bezahlen. Das ist ein Absturz des Pfundes bzw. eine Aufwertung des Euro, die bereits eine Dimension angenommen hat wie die erste Verkaufswelle der britischen Währung nach dem EU-Referendum im Juni 2016. Aber was steckt dahinter? Als erstes muss man da prüfen, welche der beiden Währungen sich da markant bewegt. Und beim Blick auf die Crossrates sehen wir: Auch zum US-Dollar und anderen größeren Währungen ist es das Britische Pfund, dass den stärkeren Impuls zeigt und abwertet. Es ist also eine Ursache, die vor allem in Großbritannien selbst zu suchen wäre. Und ja, da wird man auch fündig.

Mit ein Grund ist, dass auch die Bank of England jetzt außerordentliche Maßnahmen trifft, außerhalb der regulären Sitzungen am Donnerstag eine erneute Leitzinssenkung vornahm und das Volumen der Anleihe-Käufe um fast 50 Prozent ausweitete. Was aber wohl schwerer wiegt ist die Sorge, dass die Briten aufgrund der Virus-Pandemie am Ende des Jahres alleine dastehen würden. Denn die Verhandlungen über die zukünftigen Beziehungen zur EU, die von Premier Johnson ohne Not ohnehin zu knapp terminiert wurden, sind jetzt erst einmal ausgesetzt. Auch hinsichtlich eines Handelsabkommens mit den USA geht erst einmal nichts voran. Und da die Briten in beiden Fällen die kleinere Volkswirtschaft sind, gehen die Trader davon aus, dass Großbritannien so weitaus heftiger in die Krise rutscht, als dies der Eurozone oder den USA ins Haus stünde. Hieße das, der Anstieg des Euro zum Pfund geht weiter?

Expertenmeinung: Das ist zwar die für Investoren entscheidende Frage. Aber es ist zugleich auch die, auf die sich momentan die unsicherste Antwort geben ließe. Denn ja, grundsätzlich dürfte das Argument für ein schwaches Pfund auf Basis der momentanen Gemengelage in nächster Zeit erhalten bleiben. Aber da völlig offen bleibt, ob sich diese Befürchtungen bewahrheiten und wie groß dann der Schaden für Großbritannien sein wird, ist nicht einzugrenzen, auf welchem Level die Euro/Pfund-Relation in etwa korrekt bewertet wäre. Zugleich sind die Bewegungen weitreichend und abrupt, so dass man sich hier am Devisenmarkt mittlerweile auf ähnlich unsicherem Boden bewegt wie am Aktienmarkt.

Aus charttechnischer Sicht wäre es eine wichtige Bestätigung der Euro-bullischen Tendenz, wenn die Hochs der Jahre 2017 und 2019 bei 0,9325 Pfund auf Wochenschlusskursbasis überboten würden. Am Mittwochabend war dieser Sprung bereits gelungen, am Donnerstag wurde der Kurs aber erst einmal abgefangen und schloss unterhalb dieser Hürde. Gelingt es heute, diese 0,9325 Pfund zum Wochenschluss zurück zu erobern, wäre ein Run in Richtung des Panik-Hochs vom Oktober 2016 bei 0,9737 Pfund durchaus möglich. Aber man sollte dabei die aufgrund dieser emotionalen Märkte geringe Prognosequalität der Charttechnik im Hinterkopf behalten: Unerwartete Nachrichten können hier binnen Minuten allerhand auf den Kopf stellen.

Euro /Britisches Pfund Chart vom 19.03.2020, Kurs 0,9274 Pfund, Kürzel EUR.GBP | Online Broker LYNX

 

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