Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

Dow Jones: Ist die relative Stabilität wirklich ein gutes Zeichen?

von Ronald Gehrt
19.03.2026 | 08:31 Uhr

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Wenn man sich ansieht, wie deutlich der Dow Jones auf den „Zoll-Schock“ im Frühjahr 2025 reagierte oder wie erheblich die Verluste im Jahr 2022 als Reaktion auf starke Inflation und höhere Leitzinsen ausfielen, wirkt er aktuell verblüffend stabil. Aber ist das automatisch gut?

Dow Jones Index: Monatschart vom 18.03.2026, Kurs 46.225,15 Punkte, Kürzel: INDU | Online Broker LYNX
Dow Jones Index: Monatschart vom 18.03.2026, Kurs 46.225,15 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

„Good News“ finden sich dieser Tage für die Wall Street-Bullen eher selten. Gerade erst gestern überraschten die US-Erzeugerpreise des Februars unangenehm. Die Veränderung zum Vormonat fiel weit höher aus als gedacht. Und mit einer Jahresveränderung von 3,4 Prozent in der Gesamt- und von 3,9 Prozent in der Kernrate kommt man um den Eindruck, dass die Inflation wieder ein akutes Thema wird, nicht herum. Vor allem, weil die deutlich gestiegenen Energiepreise für die Februar-Daten noch gar keine Rolle spielen konnten, deren Anstieg begann ja erst Anfang März.

Und auch die US-Notenbank hilft derzeit nicht, wobei der Umstand, dass die „Fed“ gestern den Leitzins nicht senkte, nicht unerwartet kam und auch nicht das Problem ist. Das Problem ist die Lage an sich. Zwar präsentierten sich die aktualisierten Prognosen zu Wachstum (Prognose +2,4 Prozent für 2026 nach +2,3 Prozent in der Prognose vom Dezember), Inflation (für 2026 +2,7 nach zuvor +2,4 Prozent) und Arbeitslosenrate (4,4 Prozent, zum Dezember unverändert) nicht unbedingt negativ. Aber die Projektion des Leitzinses für Ende 2026 blieb bei 3,1 Prozent, was weiterhin nur eine kleine Senkung um ein Viertelprozent avisiert. Und das ist in Sachen Wachstum unerfreulich … und damit letzten Endes auch für den Aktienmarkt ein Klotz am Bein.

Denn der schwächer werdende Arbeitsmarkt und ein im vierten Quartal viel geringer als gedacht ausgefallenes Wachstum der Wirtschaft könnten niedrigere Zinsen durchaus gut gebrauchen. Aber das geht eben nicht so einfach, weil man andererseits eine zu hohe Inflation mit Potenzial auf noch höhere Levels hat. Eine Zwickmühle, die man beim Dow Jones nicht wirklich sehen kann, denn was der bislang zeigt, ist nur eine relativ normal wirkende Korrektur. Ein gutes Omen?

Den aktuellen Kurs und Chart des Dow Jones sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

LYNX Premium
Exklusiv für Börsenblick-Leser

Um den Artikel vollständig lesen zu können, müssen Sie Abonnent unseres Newsletters LYNX Börsenblick sein.
Noch kein Abonnent? Melden Sie sich jetzt kostenfrei mit Ihrer E-Mail-Adresse an.
Sie erhalten den Freischaltungslink sofort per E-Mail!
Wenn Sie schon Abonnent sind, geben Sie einfach Ihre E-Mail-Adresse ein.
Wichtig: Bitte beachten Sie, dass die Bestätigung über das gleiche Gerät erfolgen muss, auf welchem Sie soeben Ihre E-Mail eingetragen haben und dass die Zustellung der E-Mail einige Minuten dauern kann.

Loading...

Dow Jones Index: Tageschart vom 18.03.2026, Kurs 46.225,15 Punkte, Kürzel: INDU | Online Broker LYNX
Dow Jones Index: Monatschart vom 18.03.2026, Kurs 46.225,15 Punkte, Kürzel: INDU | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Nein, ein Risikofaktor. Denn wenn sehr viele Marktteilnehmer so tun, als wäre nichts, deutet das an, dass sie darauf hoffen, dass sich die Negativ-Faktoren, die derzeit auf den Markt einwirken, schnell in Wohlgefallen auflösen. Wenn es wirklich so kommen sollte, könnte das die Bullen noch bestärken und erhebliche, neue Käufe auslösen, die durchaus imstande sein könnten, das bisherige Rekordhoch, im Februar bei 50.513 Punkten markiert, zu überwinden. Aber dieses „wenn“ sollte man besser dick rot unterstreichen, denn:

Bislang zeichnet sich das ja nicht ab. Im Gegenteil könnte einen der Eindruck beschleichen, dass man im Weißen Haus beginnt, sich fürchterlich zu verzetteln, indem man immer neue Dinge beginnt, ohne sie zu Ende zu führen. Diese Konzeptionslosigkeit führt zu fehlender Planungssicherheit …für Im- und Exporteure, Hersteller und Privathaushalte gleichermaßen. Und das ist, mit diesen bislang weiter steigenden, Lieferketten gefährdenden und inflationstreibenden Energiepreisen kombiniert, ein absolut toxischer Cocktail.

Damit müsste man konstatieren: Diese scheinbare Gelassenheit am Aktienmarkt ist eine auf Abruf. Ob und wann den ersten die Nerven durchgehen und sie sich sagen: „Wer als erster aussteigt, bekommt noch die besten Preise“, kann niemand absehen, schließlich bewegen wir uns da auf dem spiegelglatten Parkett der Emotionen. Aber die Zeit läuft und die Chance, dass bullische Fakten die derzeit kritische Gemengelage ablösen, ist überschaubar.

Hinzu kommt, dass bei diesem so geordnet wirkenden Rückzug des Dow Jones auffällig ist, dass sich zwar der Abgabedruck bislang eher im Rahmen hält, die Käufer aber auffallend unsichtbar sind. Seit dem Rekordhoch gab es nur zwei kurze Gegenangriffe der Bullen. Und beide wurden humorlos abverkauft. Damit hängen wir, so „friedlich“ sich das Bild derzeit noch präsentiert, mit einem Bein über einem Abgrund.

Am gestrigen Mittwoch fiel die wichtige 200-Tage-Linie. Und das ohne Gegenwehr. Nicht gut. Wirklich wichtig ist zwar erst die breite Supportzone zwischen 45.000 und 45.700 Punkten. Erst, wenn das US-Index-Flaggschiff dort durchrutscht, brennt auch auf mittelfristiger Ebene der Baum. Doch so wirklich weit entfernt ist diese Zone nicht mehr, daher: Vorsicht, diese relative Stabilität muss zwar nicht, könnte aber jederzeit zu Staub zerfallen!

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.03.2026 um 21:16 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Testen Sie unser kostenloses Demokonto

Ihr Broker passt nicht mehr? Sie suchen einen Broker, der Ihnen eine Plattform, Tools und den Service bietet, den Sie verdienen? Dann sind Sie bereit für LYNX! Und wir sind bereit für Sie. Testen Sie unser Angebot mit unserem kostenlosen Demokonto!


Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.