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 USD.CNY Aktie Prognose

US-Dollar / Chinesischer Yuan: Das ist … erstaunlich

News: Aktuelle Analyse der USD.CNY Aktie

25.03.2026 | 08:23 Uhr
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USD.CNY
ISIN: XC000A0AENR9
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Zum USD.CNY

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Mit Beginn der Kampfhandlungen im Iran setzte am Devisenmarkt der übliche „Reflex“ ein: Es floss Kapital in den US-Dollar, der in Relation zu anderen wichtigen Weltwährungen dadurch zulegte … doch nicht zum chinesischen Yuan. Ein interessantes Szenario.

Während man zuletzt sehen konnte, dass der US-Dollar zum Euro nach einer markanten Schwächephase wieder Boden gutmachte, muss man für einen US-Dollar sukzessiv weniger chinesische Yuan bezahlen, sprich: Zur chinesischen Währung gibt der Greenback nach.

Da China nicht nur imstande ist, seine eigene Währung innerhalb eines von Peking vorgegebenen Bandes zum US-Dollar zu halten, sondern das auch umsetzt, läuft das wohl nicht ohne Billigung der dortigen Entscheider ab. In dieser Phase, in der man den US-Dollar eigentlich zu allen anderen wichtigen Währungen stärker vermuten könnte, eine erstaunliche Entwicklung.

Den aktuellen Kurs und Chart des Währungspaars USD.CNY und historische Wechselkurse finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Frage ist, was hinter dieser Yuan-Stärke zum US-Dollar bzw. umgekehrt hinter der Dollar-Schwäche stecken könnte. Denkbar wäre zwar, dass auch der Yuan zum Ziel von nach sicherem Verbleib suchendem Kapital geworden ist, aber die wirtschaftliche „Hängephase“ Chinas zeigt noch keine Tendenz zu enden, die gestiegenen Energiepreise machen die Lage dort nicht besser … allzu wahrscheinlich wäre diese Erklärung daher nicht.

Ein anderer Gedanke wäre, dass man in Peking gezielt versucht, im Vorfeld eines jetzt zwar verschobenen, aber weiterhin denkbaren Treffens zwischen Xi Jinping und Donald Trump eine günstige Ausgangslage zu schaffen, indem man den USA mit der Yen-Stärke entgegenkommt. Immerhin erleichtert der zum Yuan schwächere US-Dollar den US-Exporteuren das Leben am chinesischen Markt, aber:

Egal, was wirklich dahintersteht oder ob wir es hier mit einer Melange unterschiedlicher Faktoren zu tun haben, der Chart zeigt für den Augenblick ein eindeutiges Bild: Der Yuan ist durch die markante Supportlinie bei 6,9713 Yuan pro US-Dollar gerutscht und hält sich trotz Iran-Krieg seit mehreren Wochen darunter. Zugleich bewegt sich das Währungspaar damit weiter entlang einer nach Trumps „Zoll-Schock“ im April 2025 etablierten Abwärtstrendlinie.

US-Dollar / Chinesischer Yuan: Chart vom 24.03.2026, Kurs 6,8980 Yuan, Kürzel: USD.CNH | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
US-Dollar / Chinesischer Yuan: Chart vom 24.03.2026, Kurs 6,8980 Yuan, Kürzel: USD.CNH | Quelle: TWS

Würde sich das Abwärts-Szenario fortsetzen, läge das nächste charttechnische Kursziel bei 6,6975 Yuan pro US-Dollar, dem 2023er-Jahrestief. Aber man sollte hier stets im Hinterkopf haben: Es gibt kein „politischeres“ Währungspaar als dieses … und damit muss man immer darauf gefasst sein, dass selbst ein einzelner Satz aus dem Mund von Entscheidern in Washington oder Peking einen sicher geglaubten Trend auf den Kopf stellen könnte.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.03.2026 um 21:35 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Vorherige Analysen der USD.CNY Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.01.2026 um 11:27 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Relation US-Dollar/Chinesischer Yuan notiert aktuell am Jahrestief 2024. Würde diese Linie fallen, hätte das Währungspaar eine große Toppbildung vollendet. Das ist überraschend, denn das bedeutet Nachteile für Chinas Exporteure, die man in Peking verhindern könnte.

Unser Chart auf Monatsbasis bildet ab, wie viel Yuan man für einen US-Dollar bezahlen muss. Fällt der Kurs im Chart, bedeutet das somit, dass der US-Dollar „billiger“, aus chinesischer Sicht weniger wert wird. Und das ist für Chinas Exporte in die USA problematisch. Denn während man für eine in den USA verkaufte Ware im vergangenen April, am Höhepunkt der Zoll-Streitigkeiten, noch bis zu 7,43 Yuan für einen erlösten US-Dollar bekam, sind es jetzt nur noch 6,97 Yuan.

US-Dollar / Chinesischer Yuan: Chart vom 02.01.2026, Kurs 6,9704 Yuan, Kürzel: USD.CNH | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
US-Dollar / Chinesischer Yuan: Chart vom 02.01.2026, Kurs 6,9704 Yuan, Kürzel: USD.CNH | Quelle: TWS

Verkäufe in den USA bringen dadurch für Chinas Unternehmen also weniger ein. Und das bei zugleich immer noch immens hohen US-Einfuhrzöllen, die es äußerst knifflig machen, die Nachteile durch den aus Sicht des Yuan billigeren US-Dollar durch höhere Preise zu kompensieren. Das ist insofern überraschend, als China imstande wäre, seine eigene Währung gezielt zu steuern, was andere Länder nicht können (bzw. theoretisch könnten, aber nicht tun). China legt Referenzkurse zu anderen Währungen fest und könnte daher bei unerwünschten, nachteiligen Währungsverschiebungen gegensteuern. Warum nicht hier?

Die USA (aber immer mal wieder auch Europa) schimpfen regelmäßig über den angeblich absichtlich billig gehaltenen Yuan, durch den Chinas Exporteure einen unfairen Vorteil erlangen, während Importe nach China aus den USA oder Europa umgekehrt dort teurer werden oder den Exporteuren alternativ eine schlechtere Gewinnmarge bieten. Jetzt könnte man, angesichts dieses monatelangen Abstiegs des US-Dollars bzw. Anstiegs des Yuan, mit solchen Vorwürfen nicht mehr kommen. Könnte da die Ursache dieser Entwicklung liegen?

Expertenmeinung: Es wäre zumindest gut möglich. Es wäre denkbar, dass die Entscheider in China versuchen, einen ständigen Kritikpunkt auszuräumen, um im Rahmen der sich ja nach wie vor hinziehenden Zollverhandlungen eine bessere Position zu haben, indem man hier ein deutliches Entgegenkommen in die Waagschale wirft. Und schon eine Senkung des US-Einfuhrzolls um zehn, fünfzehn Prozent würde den Nachteil durch den teurer werdenden Yuan überkompensieren. Jetzt stellt sich die Frage:

Wird die US-Dollar-Abwertung noch deutlich intensiver, sobald der Kurs die entscheidende Supportlinie bei 6,9713 Yuan pro US-Dollar, die am Freitagabend schon marginal unterboten war, klar unterschreitet? Wäre dann das Januar-Tief bei 6,6975 Yuan das nächste Kursziel und damit ein Short-Trade interessant?

Das ist denkbar, aber deutlich weniger klar abschätzbar als bei anderen Währungspaaren, eben aufgrund dieser beim Yuan immer möglichen, politisch motivierten Beeinflussung. Hier geht es zwar auch um das Zinsniveau, um die unmittelbare Nachfrage nach den Währungen und die Lukrativität von Investments in China, aber eben nicht nur. Sollte sich die Sicht der Dinge in Peking verändern, kann der Yuan allemal auch wieder schwächer werden, ohne dass das auf „natürlichem“ Weg so gekommen wäre, daher:

Ja, der Yuan läuft zum US-Dollar im Abwärtstrend und steht kurz vor der Vollendung eines Topps und damit der Intensivierung der bärischen Tendenz. Aber es ist immer dünnes Eis, auf dem man sich hier als Trader bewegen würde, daher wäre dieses Währungspaar eindeutig keines, das man weniger erfahrenen und risikoaversen Anlegern empfehlen könnte.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Seit dem kurzen, extremen Anstieg nebst sofortigem Abverkauf im April wurde es ruhig um die Relation US-Dollar/Chinesischer Yuan. Aber das muss nicht so bleiben. Wenn China aktiv zum wirtschaftlichen Gegenangriff übergehen sollte, würden wir es hier umgehend sehen.

Dass der US-Dollar zum Euro in diesem Jahr deutlich nachgegeben hat, mag ein Ausdruck dafür sein, dass internationale Investoren die USA weniger als „sicheren Hafen“ für ihr Geld einstufen als in den Jahrzehnten zuvor. Aber für die exportierenden US-Unternehmen war das höchst erfreulich. Denn damit stieg der Erlös einer Ware, die in der Eurozone verkauft wird. Hält man den Preis konstant, erlöst man beim Rücktausch in US-Dollar eben mehr, weil ein Euro in US-Dollar mehr wert geworden ist. Und dieses Prinzip gilt auch für den Export nach China:

Je stärker der chinesische Yuan zum US-Dollar wird, desto höher ist die Gewinnspanne beim Verkauf von US-Waren dorthin. Zugleich wirkt der Effekt auch in die Gegenrichtung: Chinesische Unternehmen, die in den USA verkaufen, erlösen beim Rücktausch in Yuan weniger, weil der US-Dollar in Yuan eben weniger wert ist. Normalerweise würde man das als nicht beeinflussbaren Faktor einordnen, denn das Auf und Ab eines Währungspaars bestimmt nun einmal der Devisenmarkt, und nicht die Unternehmen oder die Politik. Außer im Fall des chinesischen Yuan.

Denn die chinesische Zentralbank kann den Wert ihrer Währung steuern. Und ob in den USA oder in Europa – immer wieder wird moniert, dass der Yuan zu Euro und US-Dollar eigentlich viel teurer sein müsste. Dass er es nicht ist, bedeutet für chinesische Exporte einen Vorteil, zugleich für diejenigen Unternehmen, die in China verkaufen, einen Nachteil. Sehen wir uns mal an, wie das derzeit zum US-Dollar aussieht:

Expertenmeinung: Der Chart zeigt, wie viel Yuan man für einen US-Dollar bezahlen muss. Steigt dieser Kurs, müssen mehr Yuan bezahlt werden, was heißt: Der US-Dollar wird „teurer“. Und für Exporteure damit attraktiver, denn sie erlösen dann mehr. Beispiel: Wenn ein chinesisches Unternehmen eine Ware in den USA für 100 US-Dollar verkauft, erlöst sie bei einem US-Dollar/Yuan-Kurs von 7,00 beim Rücktausch des Verkaufserlöses 700 Yuan, bei einem Kurs von 7,50 aber 750 Yuan. Das ist kein Pappenstiel. Und es bedeutet:

US-Dollar/Yuan: Chart vom 13.10.2025, Kurs 7,1364 Yuan, Kürzel: USD.CNH | Online Broker LYNX
US-Dollar/Yuan: Chart vom 13.10.2025, Kurs 7,1364 Yuan, Kürzel: USD.CNH | Quelle: TWS

Dadurch, dass die chinesische Notenbank den Wert des Yuan im Rahmen eines Korridors selbst festlegt, kann sie aktiv in die Handelspolitik eingreifen. Und zwar, indem sie den Yuan „billiger“ macht, so dass die eigenen Unternehmen beim Export besser gestellt werden und zugleich die ausländischen Importeure durch den sinkenden Yuan-Wert schlechter dastehen.

Trotz der jüngsten Eskalation, die zuletzt am Wochenende durch Donald Trump selbst ein wenig relativiert wurde, aber damit ja keineswegs vom Tisch ist, ist der Yuan zum US-Dollar zum Wochenstart nicht gestiegen. Was indiziert, dass man in Peking noch gelassen bleibt und jetzt erst einmal kein neues Öl ins Feuer gießen will.

Aber sollte das passieren, sollte China die US-Forderungen nicht nur mit „Auge-um-Auge“-Gegenmaßnahmen beantworten, sondern aktiv zum Gegenangriff übergehen, würden wir es in diesem „Zollstreit-Barometer“ wohl umgehend ablesen können. Dann würde die PBoC, die chinesische Notenbank, den Yuan wohl zügig abwerten. Sollte der Yuan zum US-Dollar über die markante Widerstandszone bei 7,2150/7,2250 Yuan pro US-Dollar steigen, hieße das in Sachen Handelsstreit und auch für die Aktienmärkte „Alarm“ … dann würde dieser Herbst noch heißer!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Kurz nach Trumps „Tag der Befreiung“ am 2. April sprang die US-Dollar/Yuan-Relation auf 7,4295 Yuan pro US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit 2007. Doch diese markante Abwertung des Yuan ist jetzt abgebaut. Signalisiert das, dass der Zollstreit vom Tisch ist?

Am Devisenmarkt., so sagt man, hören die Trader das Gras wachsen. Dort reagiert man sensibler und pragmatischer auf die Veränderungen der Rahmenbedingungen als am Aktienmarkt, daher kann ein Trend am Forex-Markt durchaus das Spiegelbild der Lage und Wegweiser dessen sein, was kommt. Aber er muss nicht. Vor allem nicht, wenn es um die Relation des US-Dollars zum chinesischen Yuan geht.

Denn die chinesische Notenbank kann den Wert ihrer Landeswährung in einem gewissen Rahmen steuern, indem sie täglich eine Spanne festlegt, innerhalb derer sich der Yuan zu anderen Währungen bewegen darf. Die beträgt plus/minus zwei Prozent um einen Referenzkurs, eine Art „Fixing“. Und da die Notenbank in China weniger weisungsunabhängig von der Regierung sein dürfte als andere Währungshüter, ist eine politisch indizierte Bewegung des Yuan jederzeit möglich. Aber:

Da die Relation US-Dollar/Yuan ja trotzdem ganz normal am Devisenmarkt handelbar ist, muss die PBoC (People’s Bank of China, die Notenbank) aktiv eingreifen, wenn sie sieht, dass ihre festgelegte Handelsspanne verlassen wird. Das kostet Geld und dürfte daher, vor allem bei starken Umsätzen, keineswegs immer auch gemacht werden. Daher täte man hier gut daran, das Chartbild so zu interpretieren, als würde es eine „Geschichte“ erzählen, die ohne eine Steuerung im Hintergrund abläuft. Und wie würde die aktuell aussehen?

Expertenmeinung: Ein Anstieg der US-Dollar/Yuan-Relation bedeutet, dass man mehr Yuan für einen US-Dollar zu zahlen hat, d.h. der Yuan wertet ab. Dass das Währungspaar umgehend nach Donald Trumps Wahlsieg Anfang November deutlich stieg, war bereits eine Reaktion auf die schon da mehrfach von Trump angekündigten Zölle. Denn je schwächer eine Währung wird, desto vorteilhafter ist das für die Exporteure aus diesem Währungsraum und desto ungünstiger ist es für Importe aus dem Land mit der starken Währung. Dieser Vorteil bedingte, dass zumindest ein Teil der erwarteten Zölle durch den chinesischen Währungsvorteil egalisiert werden konnte.

Aber jetzt sehen wir eine vollendete Toppbildung: US-Dollar/Yuan ist unter die 200-Tage-Linie und unter die Nackenlinienzone des Topps bei 7,2156 zu 7,2392 Yuan pro US-Dollar gefallen, d.h. der Yuan wertet wieder auf. Dass das zeitgleich mit ersten Gesprächen und der am Montag verkündeten Senkung der gegenseitigen Zölle passiert, deutet an, dass man am Devisenmarkt ebenso wie am Aktienmarkt davon ausgeht, dass der Spuk vorbei ist, aber:

Da ist eben immer auch eine in ihrer Dimension nicht klar auszumachende Prise politischen Kalküls dabei. Und dass der Devisenmarkt ignoriert, dass man bislang ja nur überein gekommen ist, das Zollproblem über konkrete Gesprächskanäle gezielt anzugehen, aber noch keine einzige konkrete Vereinbarung existiert, wäre überraschend. Und dass gestern bekannt wurde, dass die USA den Einfuhrzoll für Waren mit niedrigerem Wert bis 800 US-Dollar, für die die sogenannten „de minimis“-Regelungen gelten, nur von 125 auf 54 und nicht auf 30 Prozent gesenkt hat, dürfte China wohl kaum gefallen. Das trifft diejenigen Onlinehändler, die in den letzten Jahren mit Billigprodukten den Weltmarkt überschwemmen, direkt aus China liefern … und allerhand Umsatz und damit Wirtschaftsleistung generieren.

Solange das Währungspaar die jetzt unterbotene, charttechnische Schlüsselzone 7,2156 zu 7,2392 Yuan pro US-Dollar, die die 200-Tage-Linie umschließt, nicht wieder durch einen Schlusskurs über der aktuell bei 7,2603 Yuan verlaufenden 20-Tage-Linie überbietet, hätte man hier zwar auf der Long-Seite einen schlechten Stand. Aber dass ein solches Szenario möglich ist, dass der „Zoll-Spuk“ also noch keineswegs vorbei ist, ist eine hinreichend realistische Möglichkeit, um diese Zone engmaschig im Auge zu behalten.

US-Dollar / Yuan: Chart vom 13.05.2025, Kurs 7,1966 USD, Kürzel: USD.CNH | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
US-Dollar / Yuan: Chart vom 13.05.2025, Kurs 7,1966 USD, Kürzel: USD.CNH | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Am Vorabend des doppelten „Zoll-Hammers“ der USA und des Konters Chinas ist der Kurs des US-Dollars zum chinesischen Yuan auf den höchsten Stand seit 2008 gestiegen. Das ist kein Zufall, sondern eine Kampfansage aus Peking: China hält dagegen!

Seit Montag wertet der chinesische Yuan kräftig ab. Was bedeutet, dass man immer mehr Yuan für einen US-Dollar zu zahlen hat. Unser Chart auf Wochenbasis zeigt, dass der Kurs des Währungspaares über die Hochs der Jahre 2022 und 2023 und über den Fehlausbruch von Anfang Februar hinausgelaufen ist, auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2008. Warum ist das von Bedeutung?

Weil die Wertentwicklung der beiden Währungen zueinander für die Unternehmen wichtig ist, die aus China in die USA und umgekehrt aus den USA nach China exportieren. Wenn der Wert der Währung des Ziellandes steigt, ist der Verkaufspreis im eigenen Land mehr wert.

Beispiel: Verkauft ein chinesisches Unternehmen in den USA eine Ware für zehn Dollar, hätte man dafür zuhause bei einem Wechselkurs von sieben Yuan für einen US-Dollar, wie wir ihn im letzten Herbst gesehen hatten, 70 Yuan herausbekommen. Jetzt wären es eben 74 Yuan. Das scheint ein angesichts der jetzt in Kraft tretenden insgesamt 104 Prozent US-Einfuhrzoll für chinesische Waren ein geringer Vorteil zu sein. Aber man sollte die Sache nicht unterschätzen, denn:

Expertenmeinung: Erstens kann China die eigene Währung beeinflussen, was hieße: Wenn man es will, kann man den Wert des Yuan auch auf acht oder noch mehr Yuan für einen US-Dollar drücken. Und dann wird die Sache schon relevanter, zumal ja die US-Importeure, die die China-Güter in die USA einführen, den Zoll zahlen müssen, nicht die Hersteller. Dass der Absatz bei diesen Zöllen einbrechen wird, wird durch einen Währungsvorteil zwar nie und nimmer kompensiert, aber es gibt ja noch ein „Zweitens“:

Die Sache hat nämlich auch umgekehrt Pfeffer. Die US-Unternehmen, die ihre Waren in China absetzen wollen, erlösen durch die Abwertung des Yuan, die den US-Dollar teurer macht, ja weniger, wenn sie den Umsatz dann in US-Dollar zurücktauschen. Da werden 100 Yuan dann eben nicht mehr mit 1:7, sondern mit aktuell 1:7,40 und vielleicht in Kürze mit 1:8 abgerechnet, sprich aus 100 Yuan holt der US-Hersteller dann nicht mehr 14,28 US-Dollar heraus (bei 7,00 Yuan pro US-Dollar), sondern nur noch 12,50 US-Dollar (bei einem Wechselkurs von 8,00 Yuan pro US-Dollar).

China geht auch am Devisenmarkt zum Gegenangriff über. Und weil man in China sehr klar erkennt, wie brutal diese Zölle vor allem den USA selber schaden, wird man diesen Konflikt genauso entschlossen ausfechten, wie es Peking am Dienstagmorgen auch bekräftigt hat. Dass der Yuan jetzt beginnt, abzuwerten, ist der Beleg dafür … falls es noch eines solchen bedurft hätte.

US-Dollar / Chinesischer Yuan: Chart vom 07.04.2025, Kurs 7,4075 CNH, Kürzel: USD.CNH | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.