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Mit Beginn der Kampfhandlungen im Iran setzte am Devisenmarkt der übliche „Reflex“ ein: Es floss Kapital in den US-Dollar, der in Relation zu anderen wichtigen Weltwährungen dadurch zulegte … doch nicht zum chinesischen Yuan. Ein interessantes Szenario.
Während man zuletzt sehen konnte, dass der US-Dollar zum Euro nach einer markanten Schwächephase wieder Boden gutmachte, muss man für einen US-Dollar sukzessiv weniger chinesische Yuan bezahlen, sprich: Zur chinesischen Währung gibt der Greenback nach.
Da China nicht nur imstande ist, seine eigene Währung innerhalb eines von Peking vorgegebenen Bandes zum US-Dollar zu halten, sondern das auch umsetzt, läuft das wohl nicht ohne Billigung der dortigen Entscheider ab. In dieser Phase, in der man den US-Dollar eigentlich zu allen anderen wichtigen Währungen stärker vermuten könnte, eine erstaunliche Entwicklung.
Den aktuellen Kurs und Chart des Währungspaars USD.CNY und historische Wechselkurse finden Sie hier.
Expertenmeinung: Die Frage ist, was hinter dieser Yuan-Stärke zum US-Dollar bzw. umgekehrt hinter der Dollar-Schwäche stecken könnte. Denkbar wäre zwar, dass auch der Yuan zum Ziel von nach sicherem Verbleib suchendem Kapital geworden ist, aber die wirtschaftliche „Hängephase“ Chinas zeigt noch keine Tendenz zu enden, die gestiegenen Energiepreise machen die Lage dort nicht besser … allzu wahrscheinlich wäre diese Erklärung daher nicht.
Ein anderer Gedanke wäre, dass man in Peking gezielt versucht, im Vorfeld eines jetzt zwar verschobenen, aber weiterhin denkbaren Treffens zwischen Xi Jinping und Donald Trump eine günstige Ausgangslage zu schaffen, indem man den USA mit der Yen-Stärke entgegenkommt. Immerhin erleichtert der zum Yuan schwächere US-Dollar den US-Exporteuren das Leben am chinesischen Markt, aber:
Egal, was wirklich dahintersteht oder ob wir es hier mit einer Melange unterschiedlicher Faktoren zu tun haben, der Chart zeigt für den Augenblick ein eindeutiges Bild: Der Yuan ist durch die markante Supportlinie bei 6,9713 Yuan pro US-Dollar gerutscht und hält sich trotz Iran-Krieg seit mehreren Wochen darunter. Zugleich bewegt sich das Währungspaar damit weiter entlang einer nach Trumps „Zoll-Schock“ im April 2025 etablierten Abwärtstrendlinie.

Würde sich das Abwärts-Szenario fortsetzen, läge das nächste charttechnische Kursziel bei 6,6975 Yuan pro US-Dollar, dem 2023er-Jahrestief. Aber man sollte hier stets im Hinterkopf haben: Es gibt kein „politischeres“ Währungspaar als dieses … und damit muss man immer darauf gefasst sein, dass selbst ein einzelner Satz aus dem Mund von Entscheidern in Washington oder Peking einen sicher geglaubten Trend auf den Kopf stellen könnte.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.03.2026 um 21:35 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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