Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Ein Blick auf den Chart der vergangenen Monate zeigt ein klares Bild. Die Verkäufer bestimmten über weite Strecken das Geschehen und sorgten für eine Serie tieferer Hochs und tieferer Tiefs. Die Zalando-Aktie bewegte sich konstant in einer intakten Abwärtsstruktur.
In den vergangenen Wochen konnte sich das Bild jedoch leicht verbessern. Ein höheres Tief wurde ausgebildet und signalisiert erste Stabilisierungstendenzen. Damit zeigen sich die Bullen erstmals wieder etwas aktiver. Dennoch fehlt bislang das entscheidende Signal in Form eines höheren Hochs, um den Trend in eine neutrale Phase zu überführen. Zusätzlich wirkt die 200-Tage-Linie als klarer Widerstand und begrenzt aktuell die Aufwärtsdynamik.
Expertenmeinung: Die aktuelle Situation bleibt spannend. Die Ausbildung eines höheren Tiefs liefert eine erste Grundlage für eine mögliche Trendwende. Entscheidend wird nun sein, ob es gelingt, die 200-Tage-Linie und das Pivot-Hoch von Mitte März zu überwinden und damit die bärische Trendphase hinter sich zu lassen.
Solange dieser Schritt ausbleibt, bleibt der Druck auf der Oberseite bestehen und Rücksetzer bleiben ein realistisches Szenario. Ein nachhaltiger Ausbruch könnte hingegen neue Käufer anziehen und die Dynamik weiter verbessern.
Aussicht: Neutral
Zalando Aktie: Chart vom 16.04.2026, Kurs: 23.30 EUR Kürzel: ZAL | Quelle: TWS
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.04.2026 um 7:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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Vorherige Analysen der Zalando Aktie
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.03.2026 um 20:47 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Das Konsumumfeld ist weiter schwierig. Dementsprechend hatten viele Anleger in Bezug auf Zalandos 2025er-Bilanz und den Ausblick auf das laufende Jahr wohl nicht allzu viel erwartet. Die bekamen indes eine positive Überraschung serviert. Aber reicht das für die Wende? Test
Nachdem der Umsatz des Online-Händlers vier lange Jahre auf der Stelle trat, legte er 2025 endlich wieder nennenswert zu. Zwar „nur“ um 16,8 Prozent, zugleich spielte da die Übernahme des kleineren Konkurrenten „About You“ mit hinein. Aber wenn man bedenkt, wie problematisch das Konsumumfeld in Mitteleuropa derzeit ist, war das keineswegs schlecht, zumal man damit zumindest ein wenig über der durchschnittlichen Analystenprognose lag.
Was den Gewinn anging, sah es noch etwas besser aus. Da stieg der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 15,6 Prozent auf 591 Millionen Euro. Die Prognose von 572 Millionen wurde damit recht komfortabel übertroffen.
Ein Aspekt dürfte die Marktteilnehmer dabei besonders beeindruckt haben: Zalando verwies als Basis für das erfolgreiche Jahr auf den effektiven Einsatz von KI in verschiedenen Bereichen, vom Marketing über die Content-Programmierung bis zur Logistik. Hier bringt KI also nicht nur theoretisch irgendwann Vorteile, sie sind bereits da und in der Bilanz erkennbar.
Entsprechend optimistisch zeigte sich Zalando für das laufende Jahr: Der Umsatz soll im Bereich von 12 bis 17 Prozent zulegen, das EBIT in der Spanne von 660 bis 740 Millionen Euro landen, was einer Steigerung zwischen 12 und 25 Prozent entsprechen würde.
Expertenmeinung: Das klingt solide. Aber es sind andererseits auch nicht gerade gewaltige Wachstumsraten, mit denen das Unternehmen da plant. Wäre das sich dadurch für die Aktie ergebene Potenzial nicht mit dem angesichts des schwächelnden Gesamtmarkts am Donnerstag durchaus beeindruckenden Kursanstieg von 9,5 Prozent schon ausgeschöpft?
Die Antwort: Das kommt darauf an. Konkret darauf, ob genug Anleger bereit sind, Zalandos Optimismus trotz der derzeitigen geopolitischen Lage, die sich über die so deutlich gestiegenen Energiepreise natürlich auf Kaufbereitschaft und Kaufvermögen der Kunden auswirkt, zu teilen. Denn sollten sich Benzin- und Dieselpreise über zwei Euro festsetzen, dürfte die jetzige Planung des Unternehmens wohl ziemlich bald wackeln. Kommt die Sache im Gegenteil zu einem baldigen Ende, könnte Zalando nicht zuletzt mit dem schon effektiven Einsatz von KI die Vorteile auf seiner Seite haben.
Wäre Letzteres der Fall, könnte die Aktie grundsätzlich noch einiges an Boden gutmachen, alleine, weil man hier nach jahrelang überzogenen Erwartungen und der darauffolgenden Eisdusche durch eine deutlich weniger bullische Realität ungewöhnlich misstrauisch war. Was dazu führte, dass Zalando zuletzt mit einem im historischen Vergleich niedrigen Kurs-/Gewinn-Verhältnis unterwegs war. Sollte sich das jetzt erreichte und für 2026 geplante Wachstum verstetigen, wäre mehr drin. Aber dazu müsste erst einmal der Bann des von der 200-Tage-Linie „geführten“ Abwärtstrends gebrochen werden, denn:
Zalando Aktie: Chart vom 12.03.2026, Kurs 22,02 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS
Kurssprung hin oder her, vor wenigen Tagen hatte die Zalando-Aktie noch auf dem tiefsten Level seit zwei Jahren notiert. Viel gewonnen ist da also aus mittelfristiger Sicht noch nicht. Zugleich sehen wir im Chart seit Anfang 2025 sukzessiv tiefer liegende Zwischenhochs. Dies in Verbindung mit der letztlich offenen Frage, ob die (von Zalando auch explizit als bei der Planung nicht mit einbezogen genannte) Entwicklung in Nahost den Optimisten die Petersilie verhageln wird oder nicht, sollte dazu anhalten, hier auf charttechnische Kaufsignale zu warten. Ein Schlusskurs über der aktuell bei 24,95 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie wäre dafür die Mindestanforderung.
Quellenangaben: Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 12.03.2026: https://corporate.zalando.com/de/investor-relations/zalando-jahresergebnis-25
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.02.2026 um 18:55 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Anfang Februar sackte Zalando durch, nachdem ein Analyst gewarnt hatte, dass Internet-Medien wie TikTok dem Unternehmen erheblich Marktanteile kosten könnten. Aber das wäre, wenn es so käme, jetzt eingepreist und, wenn man sich den Chart ansieht, noch einiges an „Krise“ mehr.
Richtig ist: Noch weiß man nicht, wie das so wichtige vierte Quartal beim Online-Händler Zalando gelaufen ist. Man weiß nicht, wie sich das Jahr 2026 bislang anlässt und ebenso wenig, womit Zalando für das Gesamtjahr plant. All das wird, sofern keine Vorab-Zahlen kommen, erst am 12. März vorgelegt. Und Unsicherheit ist, gerade bei einem Unternehmen, das durch ein in Europa weiterhin von Zurückhaltung geprägtes Konsumumfeld navigieren muss, nicht gerade ein Kurstreiber, aber:
Wir sehen im Chart, dass die Käuferseite hier nicht erst seit Anfang Februar, als ein Analyst von Morgan Stanley seine obengenannten Bedenken äußerte, kein Bein mehr auf den Boden bekommt. Schon seit gut einem Jahr liegen die Zwischenhochs tiefer, die Zwischentiefs ebenso: ein perfekter Abwärtstrend. Aber eben einer ohne fundamentalen Unterbau, solange man nicht weiß, ob die Aktie damit angesichts dessen, was Zalando für 2026 erwartet, immer noch zu teuer oder längst überzogen gedrückt ist.
Doch der Verdacht, dass hier so langsam viel, wenn nicht alles eines „Worst-Case-Szenarios“ eingepreist wurde, drängt sich nicht nur auf, wenn man sich den Chart betrachtet:
Zalando Aktie: Chart vom 23.02.2026, Kurs 20,17 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS
Expertenmeinung: Im Chartbild sehen wir, dass die Aktie an das untere Ende eines seit Anfang des zweiten Halbjahres 2025 den Trend dominierenden Abwärtstrendkanals gedrückt wurde. Ein Ausbruch nach unten ist natürlich grundsätzlich trotzdem möglich, aber ginge es nach den Analysten, wäre man jetzt schon dabei, nach unten zu überziehen, denn:
Die Spanne, die sich aus den Kurszielen der 24 die Aktie regelmäßig einschätzenden Experten ergibt, liegt zwischen 23 und 53 Euro. Das heißt: Derzeit notiert die Aktie sogar unterhalb des niedrigsten aller Kursziele. Der Kursziel-Schnitt liegt momentan bei 36,75 Euro … und ganze 19 dieser 24 Analysten haben für Zalando die Einschätzung „Übergewichten“ oder „Kaufen“ ausgegeben.
Heißt das, dass die Luft nach unten dünn ist? In Unkenntnis des 2026er-Ausblicks des Unternehmens müsste man konstatieren: ja. Aber das bedeutet nicht, dass eine bereits überzogen gedrückte Aktie stehenden Fußes nach oben drehen und nicht noch weiter fallen könnte. Schließlich sind die deutlich optimistischeren Ansichten der Experten für niemanden ein Geheimnis und das bärische Lager drückt den Kurs trotzdem stur weiter. Aber:
Wirklich erfahrene und zugleich risikofreudige Trader dürften hier angesichts des Umstands, dass der Kurs am Montag die untere Begrenzung des Abwärtstrendkanals touchierte und hielt, vermutlich genauer hinschauen. Da mit einem Stop Loss knapp unterhalb des Trendkanals hoch spekulativ eine kleine Position zu riskieren, wäre für solche risikobereiten Trader womöglich ein spannender Gedanke. Wer indes weder Trader noch gezielt risikobereit ist, sollte sich die Aktie erst einmal nur auf die eigene Beobachtungsliste setzen und abwarten, bis von Zalando auf obenstehende Fragen zu Rück- und Ausblick Antworten geliefert wurden.
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.02.2026 um 19:55 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Am Dienstag sackte die Zalando-Aktie um drastische 12,08 Prozent weg. Doch es kamen keine Nachrichten vom Unternehmen – was war da los? Die Ursache der Verkäufe war wohl eine Analystenmeinung … aber ist das, was da dargelegt wurde, denn wirklich ein Problem?
Ein Analyst bei der US-Investmentbank Morgan Stanley ist der Ansicht, dass die schnelle Ausbreitung der sozialen Netzwerke – und da besonders von TikTok – dazu führen könnte, dass klassischen Online-Händlern wie Zalando das Wasser abgegraben wird. Produkte, die User z. B. bei TikTok über die dortigen E-Commerce-Werbungen sehen, könnten dann auch über die dort werbenden Plattformen gekauft werden. Zumal der Analyst das Erlebnis des „Entdeckens“ von Produkten sukzessiv in Richtung dieser Netzwerke wandern sieht, sodass Plattformen wie die von Zalando weniger frequentiert werden könnten. Das klingt besorgniserregend, aber:
Überall findet sich hier das Wort „könnte“. Bislang meldet Zalando keine Probleme, die durch den Siegeszug von TikTok & Co. ausgelöst worden wären. Zwar stehen Ergebnisse zum wichtigen, vierten Quartal ebenso noch aus wie ein Ausblick auf das angelaufene Jahr; sofern keine vorläufigen Zahlen kommen, würde man darauf noch bis zum 26. Februar warten müssen, aber:
Expertenmeinung: Ein Kurseinbruch von gut zwölf Prozent, alleine auf ein „könnte“ hin, das wirkt überzogen. Ob diese Gefahr, die für Online-Händler vom anders strukturierten Konsumverhalten durch Plattformen wie TikTok ausgeht, real ist und wenn ja, von welcher Größenordnung bei Umsatz und Gewinn man da sprechen würde, ist völlig offen. Dass dieses Minus derart groß ausfiel, könnte daher durchaus einen anderen Grund gehabt haben, nämlich den, dass lange kaum jemand wusste, warum genau die Aktie so rasant in die Knie ging.
Denn wenn man eine im Depot befindliche Aktie deutlich abrutschen sieht und nicht unmittelbar erkennen kann, was da los ist, neigen viele zu dem Gedanken, dass da etwas im Busch ist, sprich dass andere längst etwas Negatives wissen, von dem man selbst noch nichts ahnt. Daher ist die Neigung auszusteigen oft gerade dann besonders groß, wenn der Grund für den Abgabedruck im Dunkeln liegt. Kann man daraus ableiten, dass dieses Minus a) zu groß ausfiel und deshalb b) zu einer Kaufgelegenheit geführt hat?
Richtig ist, dass das den Zalando-Kurs an eine Supportlinie geführt hat, die im Bereich 20,90/20,95 Euro verläuft und bis ins Jahr 2022 zurückgeht. Sie bildet zusammen mit dem 2022er-Jahrestief bei 19,18 Euro eine Unterstützungszone, die massiv wirkt. Dass diese Zone durchbrochen wird, ohne dass es weitere und dann handfestere Argumente gäbe, die den Verkauf nahelegen könnten, wäre deshalb zumindest eine Überraschung, aber:
Das wäre aus aktueller Sicht nur ein Argument, um zum einen nicht über Short-Trades nachzudenken und zum anderen dann, wenn man noch engagiert ist, eher einen Stoppkurs unter diesen Bereich 19,18 zu 20,95 Euro zu legen, statt noch direkt auszusteigen.
Zalando Aktie: Chart vom 03.02.2026, Kurs 21,48 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS
Aber was die Frage nach einer Einstiegschance angeht, macht dieser Chart auf Wochenbasis klar: Zalando bewegt sich in einem intakten Abwärtstrend, dessen Trendlinie derzeit zusammen mit der 200-Tage-Linie im Bereich um 26 Euro einen deutlichen Widerstand darstellt. Solange die Aktie diese Zone nicht klar überwunden hat, wäre jedwedes Long-Engagement gegen den Trend gerichtet und damit eben per se mehr Gefahr als Chance!
Quellen: „Handelsblatt“-Meldung zu einem Analystenkommentar von Morgan Stanley, 03.02.2026: https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/aktien/zalando-aktie-faellt-nach-warnung-vor-zunehmender-konkurrenz-auf-tiktok/100197084.html Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/ZAL.DE/analyst-insights/
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 06.11.2025 um 22:37 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Zalandos gestern präsentierte Bilanz des 3. Quartals war grundsätzlich solide, aber keine Offenbarung. Das schwierige Konsumumfeld schlug sich deutlich in den Zahlen nieder. Die Aktie stieg um immerhin 6,58 Prozent, aber ob das reicht, um eine Aufwärtswende zu starten?
Der Umsatz wächst sehr konstant weiter. Mit 3,02 Milliarden Euro lag der Online-Händler 27 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, allerdings spielte die Übernahme von About You mit hinein. Das Problem war, dass sich das nicht in vergleichbar höheren Gewinnen niederschlug. Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) kam auf 96,3 Millionen Euro nach 93 Millionen im Sommerquartal 2024. Die markant geringere Steigerungsrate gegenüber dem Umsatz lag an einer unerfreulich deutlich gesunkenen Gewinnmarge, die von 3,9 Prozent im Vorjahresquartal auf 3,2 Prozent zurückkam.
Der Nettogewinn sank auf 14,8 Millionen Euro, ein Jahr davor waren es noch 44 Millionen Euro gewesen. Der Gewinn pro Aktie lag bei 0,06 Euro nach 0,17 Euro im Vorjahreszeitraum. Natürlich war das nicht gut. Man könnte einzig hervorheben, dass der steigende Umsatz eine gute Basis bietet, um in konsumfreundlicheren Zeiten durchzustarten. Aber noch sind die nicht in Sicht.
Doch irgendetwas Positives müssen die Akteure, die die Aktie um immerhin 6,58 Prozent höher zogen und sie damit am Donnerstag auf Platz 2 der DAX-Gewinnerliste hievten, ja gesehen haben, um zuzugreifen. Oder?
Expertenmeinung: Das muss nicht sein. Der Kursanstieg muss nicht auf versteckten, bullischen Aspekten in der Bilanz basieren. Eher wahrscheinlich ist, dass das bärische Lager nichts zu sehen bekam, das einen Bruch des im Vorfeld angesteuerten, bisherigen Jahrestiefs gerechtfertigt hätte und daher leer verkaufte Aktien eindeckte. Um Short-Positionen zu schließen, muss man die zuvor geliehenen und am Markt zum Zweck des Drückens des Kurses verkauften Aktien zurückkaufen. Das erzeugt also Kaufdruck.
Darüber hinaus war dieser vorherige Abstieg ein Signal dafür, dass keinerlei überzogene Erwartungen eingepreist waren. Dieses Szenario, dass viele in Erwartung von positiven Überraschungen vor anstehenden Bilanzzahlen einsteigen, kann man hier, der Chart macht das sehr deutlich, nun wirklich nicht entdecken. Fazit:
Zalando Aktie: Chart vom 06.11.2025, Kurs 24,14 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS
Man hat wenig erwartet und wenig bekommen. Das hat ein paar bärische Trader dazu gebracht, ihre Position zu schließen oder zu verkleinern und vielleicht einige angesichts der damit erst einmal gelungenen Verteidigung der Supportzone 22,52/22,98 Euro zu spekulativen Käufen veranlasst. Aber Zalandos Zahlen bergen nicht genug Argumente für eine tragfähige Aufwärtswende … die ohnehin erst in trockenen Tüchern wäre, wenn die Aktie die bei 29,40 Euro verlaufende 200-Tage-Linie überboten hat.
Die Bilanz war nicht schlecht genug, um auf diesem Kursniveau Short zu sein. Aber eben auch noch nicht gut genug, um mit einem Turnaround rechnen zu können. Mittelfristig wäre Zalando damit auf diesem Niveau erst einmal neutral.
Quellenangaben: Ergebnisse des 3. Quartals, 06.11.2025: https://corporate.zalando.com/de/finanzen/zalando-ergebnis-q3-2025
Über den Autor
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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
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Die Zalando-Aktie hat sich aktuell in einer Widerstandszone festgefahren. Je länger der Kurs dort festsitzt, desto schwieriger wird es, ihn darüber hinaus zu bekommen. Was das bullische Lager dazu dringend bräuchte, wären „good news“. Die könnten kommen – müssen aber nicht.
Zalando Aktie: Chart vom 14.10.2025, Kurs 26,92 Euro, Kürzel: ZAL | Quelle: TWS
Es fällt auf, dass Analysten bei Aktien, die lange Zeit Überflieger waren und dann drastisch in die Knie gehen, tendenziell bullisch bleiben und dafür einfach vom Honorieren guter Ergebnisse auf große Erwartungen umzuschalten scheinen. Das ist auch bei Zalando so. Würde es nach dem Gros der Analysten gehen, würde die Aktie weit höher notieren. 18 von 24 Analysten sehen Zalando als Kauf an, das durchschnittliche Kursziel liegt momentan bei 36,80 Euro. Wobei auffällt, dass die Range der Ziele auffällig groß ist: Das niedrigste Kursziel findet sich bei 23, das höchste bei 52 Euro.
Es kommt eben darauf an, aus welchem Blickwinkel der Analyst die Aktie einschätzt: Geht man vom „Ist“ aus, wäre der momentane Kurs durchaus nicht zu billig. Geht man indes davon aus, dass der Online-Händler in den kommenden zwei, drei Jahren deutlich mehr verdienen wird, dann ist das aktuelle Kursniveau in der Tat eines, bei dem man zugreifen müsste. Das Problem ist, dass die Unbekannte in dieser Gleichung die Zukunft ist:
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Expertenmeinung: Wird Zalando denn wirklich deutlich mehr verdienen, in einem Umfeld, in dem die Konsumneigung in der Kernregion DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) mehr als mau ist und momentan wenig dafür spricht, dass sich das in Kürze dramatisch bessern wird? Dass die Aktie recht deutlich unterhalb des durchschnittlichen Experten-Ziels festhängt, zeigt: Momentan sind da viele Marktteilnehmer eher skeptisch.
Was es braucht, sind überzeugende Quartalsergebnisse. Wenn die passen, würde bei vielen die Skepsis weichen, dann wäre die Chance da, sich aus der Widerstandszone um 27/28 Euro nach oben abzusetzen und mit einem Anstieg über die 200-Tage-Linie bei derzeit 29,90 Euro einen echten Befreiungsschlag zu vollziehen.
Offiziell stehen die Ergebnisse erst am 6. November an. In früheren Jahren meldete Zalando vorläufige Zahlen – aber tendenziell nur, wenn diese deutlich von den Markterwartungen bzw. den eigenen Zielen abwichen. Es könnte also grundsätzlich auch vorher – und dann, wie bei Vorab-Zahlen üblich, ohne Vorwarnung – etwas kommen. Aber wenn nicht, könnte sich die Sache hier eben noch für die nächsten Wochen zäh gestalten. Im Hinterkopf sollte bleiben: Ohne neue Bilanzzahlen wäre jeder Ausbruch ein vorläufiger. Wer nicht raten, sondern auf Faktenbasis entscheiden will, wie er hier vorgeht, wartet daher besser die Ergebnisse ab.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.