Volkswagen Vz.: Achten Sie auf diese Linie!

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Volkswagen Vz.
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Zur Volkswagen Vz. Aktie

Noch heben fast alle Analysten bezüglich des Potenzials der Volkswagen-Aktie den Daumen. Aber wer seine Ziele nach der jüngsten Bilanz anpasste, tat das nach unten. Und oft dreht eine Aktie, bevor die Mehrheit der Experten reagiert. Der VW-Aktie könnte das auch passieren.

Das dritte Quartal war nicht gerade ein gutes. Der Umsatz lag unter dem des Vorjahresquartals, die operative Gewinnmarge mit 4,9 Prozent ebenso (Vorjahr 5,4 Prozent). Zwar war das besser als das, was die Analysten vorhergesagt hatten. Und das galt dadurch auch für den operativen Gewinn, der mit 2,8 Milliarden Euro zwar unter dem des dritten Quartals 2020 lag (3,2 Milliarden), aber über der Konsens-Prognose von 2,5 Milliarden.

Aber wenn Volkswagen seine Margenprognose für das Gesamtjahr (6,0 bis 7,5 Prozent) halten will, wenn der Umsatz, bei dem man die Prognose von zuvor „signifikanter Anstieg“ auf „deutlicher Anstieg“ zurücknahm (wobei es der Phantasie des Anlegers überlassen bleibt, was das in Zahlen bedeutet), muss im laufenden Quartal viel richtig laufen. Die Ende vergangener Woche vorgelegten Fahrzeugverkäufe im Oktober deuten da indes nicht an.

VW hat im Oktober 33,5 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als im Oktober 2020. Und man sollte nicht vergessen, dass der Oktober 2020 beileibe kein guter Monat war, da lagen die Auslieferungen bereits knapp fünf Prozent unter denen des Oktobers 2019. Und es sind vor allem die Kernmärkte, die es trifft. Das Minus lag in China bei 37, in Europa bei 40 Prozent. Doch das Gros der Analysten stuft die Aktie weiterhin als Kauf ein – und das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt mit 262 Euro momentan über 40 Prozent über dem aktuellen Kursniveau der Volkswagen Vorzugsaktie. Warum sind die Analysten so optimistisch? Und warum ziehen die Anleger nicht mit?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Volkswagen Vz. Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dass die Analysten bislang so bullisch wirken, hat zwei Gründe. Zum einen setzen viele darauf, dass die Durchsetzung hoher Verkaufspreise anhält, Chipmangel und Lieferketten-Probleme aber zügig verschwinden. Zum anderen haben nicht allzu viele der die Aktie beobachtenden Experten nach der Vorlage der Quartalsbilanz ihre Einschätzungen angepasst, einige Kursziele sind also „alt“. Auffällig war da die Neubewertung von Jeffries. Dort nahm man das Kursziel im Licht der Bilanz und der Gesamtsituation um gleich drei Stufen von „Kaufen“ auf „Untergewichten“ zurück und senkte das Kursziel von 270 auf 170 Euro. Was aber derzeit das niedrigste aller Kursziele ist.

Die Investoren hingegen warten nicht auf eine eventuelle Besserung der Lage, sie sehen das „Ist“ und verweigern deswegen den Analysten die Gefolgschaft. Der Chart zeigt das unmissverständlich. Und man darf vermuten, dass das in umfassendere Abgaben und erste gezielte Attacken der Bären münden wird, wenn mehr Analysten ihre Einstufung herunternehmen und die jetzt belagerte, mittelfristig wichtige Unterstützungszone fallen sollte.

Es geht um die bis ins Jahr 2018 zurückreichende Supportzone zwischen 180 und 192 Euro. Die mittelfristige Aufwärtstrendlinie hat die Aktie bereits gebrochen, aber erst, wenn der Kurs klar unter 180 Euro schließt, wäre ein mittelfristig bärisches Signal gegeben. Viel fehlt jetzt nicht mehr, achten Sie daher auf diese Linie von 180 Euro. Darunter noch Long investiert zu sein, würde sich nicht anbieten.

Chart vom 17.11.2021, Kurs 187,00 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX

 

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Übermorgen wird die Bilanz des dritten Quartals erwartet. Wie lief es für den VW-Konzern und, wichtiger noch, wie sieht man in Wolfsburg die Perspektive im laufenden vierten Quartal? Die Aktie ist im Vorfeld nach oben ausgebrochen, das macht die Sache noch spannender!

Es scheint, dass viele Marktteilnehmer sicher sind, dass sich der Volkswagen-Konzern weiterhin gegen alle Unbill stemmen und nicht nur erfreuliche Ergebnisse für das Sommerquartals abliefern, sondern auch einen bullischen Ausblick vorlegen wird. Doch kommt es wirklich so? Kann VW tatsächlich Wunder vollbringen? Die Ende letzter Woche vom Autozulieferer Conti abgelieferten Vorab-Zahlen waren ernüchternd. Und:

Dass VW im September 32,9 Prozent weniger Fahrzeuge auslieferte als im Vorjahresmonat, sollte die Akteure eigentlich vorsichtig stimmen. Denn dass die Auslieferungen in den ersten neun Monaten trotzdem noch insgesamt 6,9 Prozent über denen des Jahres 2020 lagen, ist nicht wirklich positiv, immerhin war der Vergleichszeitraum von Lockdowns und großer Unsicherheit unter den Verbrauchern bestimmt. So gesehen darf man sich durchaus die Frage stellen, ob diejenigen, die seit vergangenem Donnerstag beherzt zugreifen, nicht womöglich mit Zitronen handeln. Was wird seitens der Analysten erwartet?

Expertenmeinung: Wie immer finden sich da die unterschiedlichsten Prognosen, von rabenschwarz bis leuchtend rosa ist da alles dabei. Was derzeit noch mehr nachvollziehbar ist als sonst, immerhin kann man nicht absehen, wie es mit den Energiekosten weitergeht, was noch alles über die Chips hinaus an Materialien knapp wird und wie die Verbraucher weltweit auf diese Entwicklung reagieren könnten. Nimmt man den Durchschnitt der Experten-Prognosen, sollte VW im dritten Quartal zwischen 55 und 56 Milliarden Euro umsetzen (Vorjahresquartal 59,35 Milliarden) und beim Gewinn pro Aktie in etwa bei 4,50 Euro liegen (Vorjahresquartal 5,17 Euro). Was den Gesamtjahresgewinn angeht, sieht der Konsens der Schätzungen die Rückkehr auf den Level von 2019.

Damals, im Herbst 2019, pendelte die Vorzugsaktie um 180 Euro. Von dort aus ist sie indes Ende letzter Woche durchgestartet. Etwas höher zu liegen wäre kein Problem, wenn man vor zwei Jahren eher verhaltene Hoffnungen in zukünftiges Wachstum gehegt hätte und jetzt mit viel Schwung in nächster Zeit rechnen dürfte. Aber eigentlich ist es andersherum. Damals ahnte man noch nichts von Corona und setzte auf Trumps Einigung mit China und einen daraus resultierenden, weltweitenden Wachstumsschub. Corona kam, der Wachstumsschub nicht. Heute hätte man gute Argumente, um gerade hinsichtlich der Autobauer sehr vorsichtig zu sein, aber die Aktie ist trotzdem höher bewertet als damals. Was umso extremer würde, sollte der VW-Konzern mit der anstehenden Bilanz und der Perspektive für das laufende Quartal enttäuschen.

Es wäre daher sinnvoll, zumindest einzukalkulieren, dass die Bullen auf dem Bauch landen könnten. Der Ausbruch über die Juli-Abwärtstrendlinie ist, da ein Vorgriff auf noch nicht bekannte Ergebnisse, „provisorisch“. Passen die Zahlen, läuft die Aktie weiter, wäre im Zuge der Vollendung eines Doppeltiefs auch die 200-Tage-Linie sauber zurückerobert und der Weg nach oben erst einmal frei. Aber wenn nicht, wäre es unbedingt zu überlegen, im Fall eines Bruchs der Supportzone 180/182 Euro auf Schlusskursbasis die Reißleine zu ziehen.

Volkswagen Vorzugsaktie.: Chart vom 25.10.2021, Kurs 205,25 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX

Man weiß, dass derzeit weit weniger Autos gebaut und ausgeliefert werden, als vor dem „Flaschenhals“ vermutet. Aber wie lange dauert der noch? Wird es schlimmer? Wie stark schlägt sich das in der Bilanz nieder? Man wartet unruhig auf Vorab-Zahlen des VW-Konzerns.

Vorläufige Eckdaten zur Bilanz des dritten Quartals könnten jetzt jeden Tag kommen. Für das zweite Quartal wurden solche Daten bereits am 9. Juli vorgelegt. Kommen sie heute? Morgen? Nächste Woche … oder diesmal gar nicht? Und wird Volkswagen schon im Zuge solcher Rahmendaten einen Kommentar zum angelaufenen vierten Quartal abgeben oder werden die Investoren dafür bis zum eigentlichen Bilanztermin am 28. Oktober warten müssen? Man weiß es nicht. Und dieses „man weiß es nicht“ erstreckt sich bei den Autobauern derzeit eigentlich auf so ziemlich alles.

Im Zuge der Halbjahreszahlen machte der Konzern klar, dass sich negative Auswirkungen des Chipmangels erst im zweiten Halbjahr niederschlagen dürften. Da wären wir jetzt mittendrin. Aber als diese Statements kamen, lagen die Energiekosten noch sehr deutlich niedriger. Die Häfen waren nicht verstopft, die Verbraucher wegen der steigenden Preise noch nicht so nervös. Und in China, dem momentan wichtigsten Absatzmarkt, ahnte noch kaum jemand etwas von einer Schieflage des Immobilienmarkts. Wird das zweite Halbjahr für VW und die anderen Autobauer womöglich zum Waterloo?

Expertenmeinung: Noch ist das komplett offen, da müssen diese Zahlen Aufschluss geben. Das sieht man auch an den jüngsten Einschätzungen der Analysten. Am 27.9. erhöhte Goldman Sachs sein Kursziel für die VW Vorzugsaktie von 301 auf 308 Euro und stufte mit „Kaufen“ ein. Gestern senkte die Bank of America ihr ohnehin weit unter Goldman liegendes Kursziel von 259 deutlich auf 211 Euro und bewertete mit „Neutral“. 211 oder 308 Euro … das zeigt schon, wie groß der Unterscheid ist, je nachdem, ob man die Auswirkungen der aktuellen Situation als hoch oder niedrig einordnet und ob man erwartet, dass sich diese Problematik bald von selbst erledigt oder noch Monate andauert.

Aktuell sind die Auswirkungen jedenfalls markant. Die Zahl der im September in Deutschland neu zugelassenen Fahrzeuge lag drastische 25,7 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Und die Zahlen der Autoverkäufe in den USA zeigen für das dritte Quartal bereits spürbare Rückgänge. Die Verkäufe der Marke VW sanken um 8,2 Prozent, bei Porsche ging es um 1,7 Prozent, bei Audi drastische 14,4 Prozent abwärts. Was tun? Jetzt noch aussteigen, obwohl die Aktie bereits deutlich unter dem Jahreshoch notiert? Oder doch drauf setzen, dass die Korrektur die Auswirkungen des „Flaschenhalses“ bereits ausreichend eingepreist hat?

In Unkenntnis der Zahlen des dritten Quartals und eines zumindest groben Ausblicks zu agieren, wäre in beide Richtungen riskant. Sicher, wenn die Zahlen dann vorliegen, dürfte die Aktie so schnell reagieren, dass man Mühe hätte, an der Bewegung teilzuhaben. Aber bevor man hier einfach Roulette spielt, auf „Rot“ oder „Schwarz“ setzt und hofft, Glück zu haben, wäre man besser beraten zu warten, zumal auch die Charttechnik eine offene Situation zeigt.

Erst, wenn die VW Vorzugsaktie über der bei 201 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie schließen würde, wäre sie wieder bullisch, der Weg nach oben frei. Und erst, wenn die Unterstützungszone 180/182 Euro, die Ende September gehalten hatte, gebrochen wäre, wäre eine charttechnische Entscheidung zu Gunsten der Bären gefallen. So spannend dieses Chartbild auch ist: Wer nicht „zocken“ will, sollte jetzt warten … die Aktie aber dabei keinen Moment aus den Augen lassen!

Chart vom 12.10.2021, Kurs 188,28 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bereits Anfang September hatten wir vor einer Fortsetzung der Korrektur in der Volkswagen-Aktie gewarnt. Der Chart sah zu diesem Zeitpunkt bereits mitgenommen aus und die Lage war äußerts prekär.

Immer wieder versuchten die Bullen das Zepter in die Hand zu nehmen, doch Zwischenrallyes scheiterten bislang stets an der 50-Tage-Linie, welche uns den mittelfristig vorhandenen bärischen Trendverlauf deutlich widerspiegelt. Nun haben wir unser angesetztes Kursziel bei 180 EUR bereits erreicht und die Kurse befinden sich in einer kurzfristig recht überverkauften Lage. Dies soll nicht bedeuten, dass die Aktie von hier aus sofort nach oben drehen wird, aber Schnäppchenjäger können sich dieser Tage wohl auf eine starke Gegenreaktion nach oben vorbereiten.    

Expertenmeinung: Aktuell sind natürlich keine Kaufsignal zu sehen, aber wir erhöhen im Vorfeld bereits unsere Aussichten von bärisch auf neutral. Gerade solch steile vertikale Bewegungen sind meist nicht von langer Dauer und wenn diese zudem auf wichtige Unterstützungen treffen, nehmen meist Short-Seller ihre Gewinne vom Tisch und Schnäppchenjäger melden sich zu Wort. Es würde uns nicht wundern, wenn die Kurse dieser Tage zu einer Erholung in Richtung 190 bis 200 EUR ausholen würden. Für längerfristige Einstiege ist der Chart jedoch weiterhin zu angeschlagen.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 20.09.2021 Kurs: 181.26 Kürzel: VOW3 | Online Broker LYNX

2019 erreichte der VW-Konzern einen Rekordumsatz von 252,6 Milliarden Euro. 2020 bremste Corona das Wachstum aus, jetzt ist es der Chip-Mangel, der den Output drückt. Die Bullen haben einen schweren Stand, die Aktie notiert bereits an der entscheidenden Supportlinie.

Bei den Autobauern wirken die Statements derzeit irgendwie alle gleich, im Sinne von „wir könnten Rekorde am laufenden Band liefern, aber irgendwas ist halt immer“. Erst Corona, jetzt die Chipkrise. Die Euphorie des Jahresanfangs, die vor allem die Volkswagen Vorzugsaktie durch die Decke getrieben hatte, ist dahin. Hinsichtlich der Aussagen des Unternehmens ebenso wie in Bezug auf die Kaufbereitschaft der Trader. Und manch einer dürfte sich fragen:

Wie stünde es um Umsätze und Gewinnmarge wohl, wenn es genug Chips gäbe? Denn der Chipmangel deckt einen Mantel über die tatsächliche Kaufbereitschaft. Ob die Verbraucher wirklich so freudig neue Volkswagen kaufen würden, wie man das Anfang des Jahres dachte? Und würden die Margen wirklich so üppig ausfallen, trotz der gewaltig gestiegenen Erzeugerpreise? Man weiß es nicht. Und wenn eine Aktie dann auch noch abwärts tendiert, fällt der Optimismus noch ein wenig schwerer. Ob man da jetzt etwas wagen sollte?

Expertenmeinung: Immerhin versucht die Aktie gerade die wichtige 200-Tage-Linie zu verteidigen. Das gelang Mitte August schon einmal, es könnte erneut klappen. Nur: Es muss eben nicht. Und wenn eine so wichtige Auffanglinie wie die 200-Tage-Linie nach so kurzer Zeit erneut im Feuer steht, muss man damit rechnen, dass der Kurs schnell wegsackt, wenn es schiefgeht. Und nicht nur das Chartbild, auch die Auslieferungszahlen für August, die am Freitag vorgelegt wurden, dürften nicht geeignet sein, sich darauf zu verlassen, dass die Bären die Füße stillhalten.

Volkswagen Vorzugsaktie: Chart vom 10.09.2021, Kurs 195,44 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX

Nimmt man die Auslieferungen des bisherigen Jahres, also den gesamten Zeitraum zwischen Januar und August, liegen diese immerhin noch 13,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Aber das war durch den „harten Lockdown“ des Frühjahrs 2020 verzerrt. Und der August 2021 allein liegt 22,3 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Das ist deftig und zeigt, wie immens dieser Chipmangel die Autobauer ausbremst.

Wenn man sich an die Aussage des Continental-Chefs letzte Woche auf der IAA erinnert, der erwartet, dass das Halbleiter-Problem auch noch 2022 bestehen wird, ist das eine unschöne Basis, um ausgerechnet jetzt in einen Abwärtstrend hineinzukaufen. Denn es ist ja nicht nur die 200-Tage-Linie allein, die Short-Seller lockt, weil es machbar wirkt, diese Linie durch einen Schlusskurs unter dem August-Tief bei 190 Euro signifikant zu brechen. Die Aktie läuft ja seit dem Frühjahr in einem Abwärtstrend. Und an dessen kürzerfristiger Variante, die im Juli etabliert wurde, wurde die Aktie gerade erst vergangene Woche nach unten abgewiesen.

Zwar würde das Abwärtspotenzial erst richtig interessant, wenn die Aktie auch noch die Zone 180/182 Euro unterbietet, so dass der Weg für die Bären durchaus mühsam werden könnte. Aber sich bei Short-Trades herauszuhalten und einfach mal einzusteigen, sind eben zwei Paar Schuhe. Erst, wenn die VW-Aktie diesen Juli-Abwärtstrend und das letzte Zwischenhoch durch Schlusskurse klar über 206 Euro überboten hätte, ließe sich für risikofreudige Akteure ein Trade mit engem Stoppkurs erwägen. Aktuell geht es bei den VW Vorzügen nicht um Einstiegschancen, sondern nur um die Frage: Kippt sie … oder kippt sie nicht?

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Im laufenden Börsenjahr gehörten vor allem die Automobilwerte zu den großen Gewinnern am deutschen Parkett. Daimler, BMW und die Volkswagen-Aktie führten den DAX lange an und zeigten sich über viele Monate von ihrer bullischen Seite.

Doch das Bild hat sich mittlerweile gewandelt und der mögliche Trendwechsel hat sich in den letzten Monaten bereits abgezeichnet. Bereits im Juli hatte ich auf das markante tiefere Hoch von Anfang Juni hingewiesen. Anleger nahmen im großen Stil ihre Gewinne vom Tisch und waren nicht mehr dazu bereit, bei höheren Kursen zuzukaufen. Im August hatte ich einen möglichen Bruch der Unterstützung bei 198/200 EUR in Aussicht gestellt und nun ist es passiert. Somit ist der Trend nun offiziell in eine bärische Trendphase übergegangen.

Expertenmeinung: Wir senken unsere Aussicht auf Volkswagen von neutral auf bärisch. Die Wahrscheinlichkeit auf weitere Kursverluste ist höher, als dass Anleger von neuen Hochs ausgehen können. Gibt es noch Chancen auf einen Trendwechsel? Natürlich. Hierzu müssten die Kurse zuerst die 50-Tage-Linie und in Folge den letzten Widerstand bei rund 211 EUR deutlich nach oben durchbrechen. Solange dies nicht der Fall ist, gibt es auch keinen Grund, den angeschlagenen Chart ins positive Licht zu rücken. Vorerst sehen wir eher die Gefahr, dass sich die Aktie schon bald im Bereich von 170 bis 180 EUR wiederfinden könnte.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 01.09.2021 Kurs: 201.05 Kürzel: VOW3 | Online Broker LYNX