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Symrise Aktie Prognose Symrise: Hat die Rallye gerade erst begonnen?

News: Aktuelle Analyse der Symrise Aktie

In diesem Artikel
Symrise
ISIN: DE000SYM9999
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Ticker: SY1 --- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Symrise Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Die Symrise-Aktie war lange ein ungeliebtes Kind der Börse. Doch jetzt könnte die Aktie am Wendepunkt stehen.

Wieder auf Wachstumskurs

Seit dem letzten Artikel hat sich einiges getan. Die Aktie ist von rund 75 auf inzwischen etwa 91 Euro gestiegen. Das entspricht einem Kursanstieg von mehr als 20 Prozent. Entscheidend ist jedoch, dass dieser Anstieg auch fundamental untermauert wird.

Denn Symrise hat im ersten Halbjahr 2026 genau die Entwicklung gezeigt, auf die Anleger gewartet haben: Das Wachstum beschleunigt sich wieder und Symrise könnte auf dem besten Weg sein, ein Rekordergebnis einzufahren.

Nach einer Neustrukturierung und dem Verkauf von Geschäftsbereichen ist es im ersten Quartal zu einer Stabilisierung gekommen. Der organische Umsatz war hierbei noch um 0,4 % rückläufig.

Im zweiten Quartal stieg der organische Umsatz um 4,5 Prozent. Der Unterschied zwischen beiden Zahlen ist wichtig, denn Symrise hatte bereits zu Jahresbeginn angekündigt, dass sich das Wachstum im Jahresverlauf schrittweise verbessern soll. Genau das ist eingetreten.

Gleichzeitig bleibt die Profitabilität hoch. Im ersten Halbjahr wurde ein bereinigtes EBITDA von 553 Millionen Euro erzielt. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 21,8 Prozent und damit praktisch auf dem Niveau des Rekordjahres 2025.

Der bereinigte Business Free Cashflow konnte sogar von 226 auf 347 Mio. Euro gesteigert werden. Damit hat sich die Profitabilität deutlich verbessert.

Das Wachstum zieht wieder an, während die Profitabilität trotz der laufenden Transformation auf hohem Niveau bleibt.

Wachstum kommt aus den richtigen Bereichen

Noch interessanter wird der Blick auf die einzelnen Geschäftsbereiche.

Food & Beverage entwickelt sich weiterhin stark und erzielte im zweiten Quartal ein organisches Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Besonders Savory und Naturals legten kräftig zu. Auch Consumer Fragrance entwickelt sich positiv.

Hinzu kommt, dass sich die regionale Entwicklung verbessert. Nordamerika und Asien-Pazifik zeigten im zweiten Quartal eine deutliche Belebung. Gerade das ist wichtig, weil die Schwäche der vergangenen Quartale teilweise auf eine verhaltene Nachfrage in einzelnen Regionen und Geschäftsfeldern zurückzuführen war.

Noch nicht alles läuft rund. Das Geschäft mit UV-Filtern belastet weiterhin den Bereich Care & Wellness. Auch Aroma Molecules liegt gegenüber den außergewöhnlich starken Vorjahreswerten zurück. Gleichzeitig hat sich dort die Entwicklung im zweiten Quartal bereits verbessert.

Es handelt sich also nicht um eine perfekte Geschäftsentwicklung. Aber genau das macht die Zahlen interessant: Symrise muss nicht plötzlich zweistellig wachsen, um die Ertragskraft zu steigern. Bereits eine Normalisierung des Wachstums reicht aus, weil gleichzeitig die Effizienzprogramme greifen.

ONE SYM beginnt sich auszuzahlen

Ein wesentlicher Bestandteil der Investmentthese ist die laufende Transformation.

Mit ONE SYM will Symrise Kosten senken, Prozesse vereinfachen, die Organisation effizienter machen und sich stärker auf attraktive Geschäftsbereiche konzentrieren. 2024 und 2025 wurden bereits strukturelle Einsparungen und Effizienzgewinne von rund 100 Millionen Euro erzielt.

Nun geht das Unternehmen in die nächste Phase. Der Fokus verschiebt sich stärker von reinen Kosteneinsparungen auf kommerzielle Exzellenz, Innovation, Digitalisierung und die Nutzung von Skaleneffekten. Das Ziel ist also nicht, Symrise kleiner zu machen, sondern das Unternehmen profitabler wachsen zu lassen.

Das könnte sich als entscheidender Punkt erweisen. Denn die mittelfristigen Ziele sind weiterhin ambitioniert. Symrise strebt von 2025 bis 2028 ein organisches Umsatzwachstum von durchschnittlich 5 bis 7 % pro Jahr an. Gleichzeitig soll die EBITDA-Marge zwischen 21 und 23 % liegen und die Business-Free-Cashflow-Marge auf über 14 % steigen.

Neubewertung im Gang?

Für das laufende Geschäftsjahr stellt Symrise weiterhin ein organisches Umsatzwachstum von 2 bis 4 %, eine bereinigte EBITDA-Marge von 21,5 bis 22,5 % und eine Business-Free-Cashflow-Marge von mehr als 14 % in Aussicht.

Den Konsensschätzungen zufolge soll in diesem Jahr ein Rekordergebnis von 3,88 Euro je Aktie erzielt werden. Symrise kommt demnach auf ein KGVe von 23,5. Im langfristigen Durchschnitt lag das KGV von Symrise bei 29,4.

Sollte sich die Dynamik im zweiten Halbjahr fortsetzen, könnte Symrise die aktuelle Prognose am Ende eher übertreffen als verfehlen.

Hinzu kommt ein Faktor, der im Februar vielleicht noch nicht vollständig berücksichtigt wurde.
Symrise hat erstmals ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 400 Mio. Euro angekündigt. Das könnte das Ergebnis je Aktie noch um einige Prozentpunkte anschieben.

Gleichzeitig soll die Dividende zum 16. Mal in Folge erhöht werden, auf 1,25 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025.

Das zeigt, dass der Konzern inzwischen genügend Cashflow erwirtschaftet, um gleichzeitig in Wachstum zu investieren, die Bilanz zu stärken und Kapital an die Aktionäre zurückzugeben.

Symrise Aktie: Chart vom 11.08.2026, Kurs: 91,04 EUR – Kürzel: SY1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Chart vom 11.08.2026, Kurs: 91,04 EUR – Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

Die im Februar anvisierten Kursziele bei 88 – 90 Euro wurden wie erwartet erreicht. Seitdem kommt es zu einer Seitwärtsbewegung, die jedoch für eine Fortsetzung der Rallye sprechen könnte.
Gelingt jetzt ein Ausbruch über 95 Euro, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 100 und 105 sowie 110 Euro.

Ein antizyklischer Einstieg könnte sich bei 85 – 88 Euro anbieten. Aus Sicht der Bullen sollte die Aktie nicht nachhaltig unter 85 Euro fallen.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.08.2026 um 11:20 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Mehr als 13.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

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Vorherige Analysen der Symrise Aktie

03.08.2026
08:09 Uhr

Symrise: Wie gewonnen, so zerronnen – und was nun? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.08.2026 um 18:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Als Reaktion auf die am Donnerstag präsentierten Halbjahreszahlen vollzog die Symrise-Aktie einen Kurssprung, der aber noch am gleichen Tag auf Gewinnmitnahmen traf. Die setzten sich am Freitag fort und eliminierten den Anstieg fast komplett. Muss man sich Sorgen machen?

Ein Chartbild wie dieses ist auf jeden Fall eines, das bullische Trader nervös machen kann. Ein Kurssprung mit großer Aufwärtslücke, der eine Aktie über einen wichtigen Widerstand trägt – in diesem Fall das bisherige Jahresverlaufshoch bei 92,48 Euro –, dann aber auf Abgaben trifft, sodass diese Widerstandslinie am Ende des Tages doch nicht überboten ist, das ist problematisch. Wenn dann am Folgetag weitere Verkäufe auftauchen, die die Aktie nicht nur klar zurück unter das vorherige Hoch drücken und den Ausbruchsversuch zur Bullenfalle machen, sondern fast das gesamte Plus des Kurssprungs eliminieren, erst recht. Doch ist das auch der Anfang vom Ende der in diesem Jahr bislang sehr überzeugenden Performance der Symrise-Aktie?

Rein aus charttechnischer Sicht kann dieser Abverkauf anfänglicher Gewinne eine ggf. auch umfassendere Korrektur einläuten. Aber bis die Aktie als bärisch einzustufen wäre, müsste noch allerhand passieren. Das wäre erst zu unterstellen, wenn der Aufwärtstrendkanal, der die Aktie des Duft- und Geschmacksstoffherstellers seit Ende letzten Jahres begleitet, mit Schlusskursen unter 73 Euro brechen sollte.

Bis da hinunter wäre es ein weiter Weg, der zudem von zahlreichen potenziellen Supportlinien zugestellt ist. Vor allem muss man sehen, dass dieser kurzfristige Rückschlag noch nicht automatisch ein Punkt für die Bären ist, denn bislang ist der Kurs ja noch nicht einmal wieder in den Aufwärtstrendkanal zurückgerutscht, aus dem die Aktie im Juni nach oben ausgebrochen war. Solange das nicht passiert, wäre der Weg nach oben grundsätzlich noch frei. Die Frage stellt sich aber, ob ihn genug Anleger auch gehen wollen, um die vorherige Aufwärtsdynamik zurückzuerlangen?

Symrise Aktie: Chart vom 31.07.2026, Kurs 89,10 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Chart vom 31.07.2026, Kurs 89,10 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Kurzfristig ist das eher fraglich, mittel- und langfristig spräche hingegen derzeit nichts dagegen. Die Motive für diejenigen, die in den eingangs kräftigen Kurssprung hinein Kasse machten, sind dabei nicht von der Hand zu weisen.

Zunächst einmal waren die Ergebnisse, die Symrise vorlegte, tadellos, aber keine echte Überraschung. Dass es im zweiten Quartal gelang, organisch wieder zu wachsen, war zwar nicht sicher, aber doch erhofft worden. Und die Dimension des Wachstums passt nicht gerade zu einer rasant haussierenden Aktie: ein organisches Umsatzwachstum von 2,0 Prozent, ein EBITDA, das mit 553 Millionen Euro 1,9 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum lag, basierend auf einer leicht von im Vorjahr 22,1 auf jetzt 21,8 Prozent gesunkenen EBITDA-Gewinnmarge. Das ist „stabil“, aber kein gutes Argument für eine Rallye, zumal:

Wenn man es sich nicht explizit ansehen würde, würde man wohl kaum vermuten, dass ausgerechnet eine eher konservative Aktie wie Symrise in einem derart turbulenten Umfeld per 31. Juli den 5. Platz in der Performance-Hitparade des DAX hält. Der Kurs ist also bereits stark gelaufen … und für „noch stärker“ fehlten in diesen Halbjahreszahlen die Argumente.

Was auch für den Ausblick auf das Gesamtjahr gilt, denn den behielt Symrise unverändert bei. Man plant mit einem organischen Umsatzwachstum zwischen zwei und vier Prozent und einer EBITDA-Marge von 21,5 bis 22,5 Prozent. Bleibe es dabei, würde sich der operative Gewinn gegenüber 2025 kaum verändern … und das muss zwar das Potenzial nach oben nicht dauerhaft deckeln, kann es aber kurzfristig tun.

Fazit: Derzeit ließe sich die Aktie allemal im Depot halten, für den Fall der Fälle mit einem Stoppkurs abgesichert. Aber weder wäre sie auf diesem Kursniveau kurzfristig eine lukrative Einstiegsgelegenheit, noch wäre sie eine Aktie, für die sich bärische Trader interessieren müssten.

Quellenangaben:
Ergebnis des 1. Halbjahres 2026, 30.07.2026: https://www.symrise.com/de/newsroom/artikel/symrise-berichtet-solide-ergebnisse-fuer-das-erste-halbjahr-2026-und-beschleunigte-wachstumsdynamik-im-zweiten-quartal/
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/SY1.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

30.04.2026
08:10 Uhr

Symrise: Das war zu wenig für einen Befreiungsschlag – und jetzt? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.04.2026 um 22:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Als Reaktion auf die Ergebnisse des ersten Quartals stieg die Symrise-Aktie am Mittwoch zwar, schaffte aber den anfangs noch greifbar wirkenden Sprung über wichtige Charthürden nicht. Damit sitzt die Aktie zwischen Baum und Borke. Wie kann man das einordnen?

Was in Frankreich üblich ist, ist in Deutschland die Ausnahme: Die wenigsten deutschen Unternehmen veröffentlichen außerhalb beendeter Halbjahre nur die Umsatzergebnisse. Der Hersteller von Duft-, Geschmacks- und Kosmetikgrundstoffen Symrise gehört zu dieser kleinen Gruppe, daher kamen gestern im Rahmen der Meldung zum ersten Quartal auch nur die Umsätze auf den Tisch. Die fielen zwar marginal besser aus als erwartet. Aber mit 1,25 Milliarden Euro lag der Umsatz trotzdem um 5,2 Prozent niedriger als die 1,32 Milliarden, die man im Vorjahresquartal erreicht hatte. Wobei das „organische“ Minus weit kleiner ausfiel:

Mittlerweile hat man am Aktienmarkt offenbar akzeptiert, dass die Unternehmen „währungsbereinigte“ Ergebnisse vorlegen und man dadurch den negativen Effekt des starken Euros herausrechnet. Der bei Symrise immerhin das Gros des Umsatzrückgangs verursacht hat, aber natürlich werden wir es wohl nicht erleben, dass Unternehmen irgendwann durch einen schwachen Euro gesteigerte Umsätze und Gewinne relativieren werden. Aber die Grundaussage, die über den Zahlen hing, lautete dadurch:

Ohne den Euro – für den Symrise ja auch nichts kann – wären wir knapp behauptet aus dem Quartal gegangen und sind weiter zuversichtlich, dass das Jahr unseren Erwartungen entsprechen wird. Diese umfassen konkret ein organisches, also währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen zwei und vier Prozent und eine operative Gewinnmarge zwischen 21,5 und 22,5 Prozent (nach 21,9 Prozent 2025). Allzu viel Gewinnwachstum sieht man also im laufenden Jahr nicht, aber:

Expertenmeinung: Das hat man im Zuge des langen Abstiegs des Kurses zwischen Herbst 2024 und Ende 2025 auch schon eingepreist. Denn die in früheren Jahren im Verhältnis zum Gewinnwachstum mit Kurs-/Gewinn-Verhältnissen (KGV) zwischen 30 und 40 zu teuer bewertete Aktie würde auf Basis der aktuellen, durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten derzeit nur noch ein KGV von knapp 20 ausweisen – und das ist eher günstig. Alleine, es fehlte am zündenden Funken, um die Symrise-Aktie wieder in Fahrt zu bringen. Und auch gestern blieb er aus.

Ein nur marginal besser als seitens der Analysten erwartet ausgefallener Umsatz reichte da offenkundig nicht. Was nicht überrascht, schließlich weiß man noch nichts über die Gewinnmarge und den Gewinn an sich, das kommt alles erst nach dem Ende des ersten Halbjahres. Und so nutzen einige den am Tageshoch immerhin 6,37 Prozent ausmachenden Anstieg der Aktie, um Gewinne mitzunehmen – und so blieb Symrise trotz des verbleibenden Zugewinns von 3,05 Prozent unterhalb der Widerstandszone zwischen 77,56 und 79,22 Euro, deren Überwinden die laufende Bodenbildung einer Vollendung ein gutes Stück näherbringen würde.

Bis das gelungen ist, sollte man hier eher zurückhaltend bleiben, denn auch, wenn der Kurs dadurch über seiner 200-Tage-Linie blieb: Die Reduzierung anfangs deutlich größerer Gewinne unterstreicht, dass hier nicht Optimismus, sondern – noch – Skepsis dominiert.

Symrise Aktie: Chart vom 29.04.2026, Kurs 75,68 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Chart vom 29.04.2026, Kurs 75,68 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals 2026, 29.04.2026:
https://www.symrise.com/de/newsroom/artikel/symrise-berichtet-solide-umsatzergebnisse-fuer-das-erste-quartal-2026-und-bestaetigt-ausblick

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

10.02.2026
16:13 Uhr

Rekordergebnisse: Hat Goldman Symrise wachgeküsst? — Tobias Krieg

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.02.2026 um 15:56 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Rekordergebnisse, starke Kundenbasis, weltweite Marktposition – und dennoch steht die Aktie unter Druck. Bringt Goldman jetzt die Wende?

Im letzten Artikel bin ich ausführlich auf das Thema Börsenpsychologie eingegangen und darauf, wie wenig die kurzfristige Kursentwicklung mit der Realität auf Unternehmensebene zu tun hat (Was macht erfolgreiche Investoren wirklich aus?).

Symrise ist ebenfalls ein Paradebeispiel dafür. Die Aktie ist in Ungnade gefallen und hat zeitweise etwa die Hälfte an Wert verloren. Das drängt die Vermutung auf, dass das mit dem Geschäft den Bach heruntergeht – doch das ist nicht der Fall.

Symrise hat 2024 einen deutlichen Gewinnanstieg verzeichnet und ein Rekordergebnis eingefahren. Nach allem, was wir bisher wissen, wurde 2025 ein weiterer Rekord erzielt und 2026 könnte bereits der nächste folgen.
Mit diesem Wissen im Hinterkopf schauen Sie sich jetzt die Kursentwicklung an:

Symrise Aktie: Chart vom 10.02.2026, Kurs: 75,00 EUR - Kürzel: SY1 | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Chart vom 10.02.2026, Kurs: 75,00 EUR – Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

Gelingt jetzt ein nachhaltiger Anstieg über 75 Euro, würde das eine Erholung in Richtung 80 oder 84 Euro ermöglichen. Darüber wäre der Weg bis 88 – 90 Euro frei.

Fällt die Aktie jedoch unter 72,75 Euro zurück, müssen erneute Kursverluste bis 70 oder 65 Euro eingeplant werden.

30.000 Produkte und ein klarer Fokus

Symrise gehört zur ersten Liga der globalen Duft- und Geschmacksstoffindustrie. Das Unternehmen aus Holzminden entwickelt und produziert Aromen, Duftstoffe und kosmetische Inhaltsstoffe für nahezu alle Bereiche des täglichen Konsums. Wer trinkt, isst, sich wäscht oder Parfum trägt, kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Symrise in Berührung, ohne es zu wissen.

Die Produktpalette ist beeindruckend breit. Mehr als 30.000 Produkte entstehen überwiegend auf Basis natürlicher Rohstoffe wie Vanille, Zitrusfrüchten, Blüten und pflanzlichen Extrakten. Diese Vielfalt ist kein Selbstzweck, sondern die Grundlage eines Geschäftsmodells, das stark auf langfristige Kundenbeziehungen und maßgeschneiderte Lösungen setzt.

Symrise beliefert Parfüm- und Kosmetikkonzerne ebenso wie Hersteller von Getränken, Nahrungsmitteln und Tierfutter. Auch die pharmazeutische Industrie, Produzenten von Nahrungsergänzungsmitteln sowie Anbieter von Baby- und Spezialnahrung zählen zum Kundenkreis.

Auf der Abnehmerseite finden sich nahezu alle großen Namen der Konsumgüterindustrie wie Henkel, Beiersdorf, Procter & Gamble, Unilever, Nestlé, Coca-Cola oder PepsiCo.

Vier Konzerne, 65 % Marktanteil

Der weltweite Markt für Duft- und Geschmacksstoffe wird im Wesentlichen von vier Konzernen kontrolliert: Givaudan, International Flavors & Fragrances, DSM-Firmenich und Symrise. Zusammen vereinen sie rund 65 Prozent Marktanteil. Symrise ist in den meisten Teilmärkten die Nummer drei und kommt insgesamt auf etwa 11 Prozent.
Der Markt ist demnach größtenteils durch ein Oligopol geprägt, was eine gewisse Preissetzungsmacht und hohe Eintrittsbarrieren mit sich bringt.

Die Fusion von DSM und Firmenich sowie die Übernahmen von International Flavors & Fragrances zeigen, dass in der Branche auch milliardenschwere Transaktionen keine Seltenheit sind.

Vor diesem Hintergrund stellt sich zwangsläufig die Frage, ob Symrise selbst ein Übernahmekandidat sein könnte. Theoretisch ja. Der naheliegendste Käufer wäre der Marktführer Givaudan, auch wenn es derzeit keinerlei konkrete Hinweise oder Gerüchte gibt. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 10 Milliarden Euro wäre Symrise zudem groß genug für strategische Käufer, aber auch klein genug, um für Private-Equity-Investoren interessant zu sein.

Wahrscheinlicher erscheint allerdings ein anderer Weg. Symrise könnte sich zukünftig stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren und Geschäftsbereiche veräußern.

Upgrade, Ausblick und Bewertung

Im Januar wurde bekannt, dass Symrise einen Verkauf des Terpen-Geschäfts beschlossen hat und sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit potenziellen Käufern befindet.
Da der Verkaufspreis unter dem bilanzierten Wert liegen dürfte, wurden jedoch Abschreibungen notwendig.

Dadurch hat Symrise zuletzt die Erwartungen verfehlt. Mit dem operativen Geschäft haben die Abschreibungen jedoch wenig zu tun, dabei handelt es sich um einen rein buchhalterischen Akt.

Der Verkaufserlös dürfte vor allem für Aktienrückkäufe genutzt werden. Symrise hat kürzlich Buybacks mit einem Volumen von 400 Mio. Euro beschlossen.

Den Konsensschätzungen zufolge dürfte Symrise 2025 dennoch ein Rekordergebnis von 3,62 Euro je Aktie erzielen, nach 3,42 Euro je Aktie im Vorjahr.
Symrise kommt demnach auf ein KGVe (2025) von 20,8.

Wird das Ergebnis im Geschäftsjahr 2026 wie erwartet auf 3,85 Euro je Aktie steigen, würde das KGV dadurch auf 19,5 sinken.
Im langfristigen Durchschnitt lag das KGV von Symrise bei 29,4.

Doch das ist nicht der Grund für den heutigen Kursanstieg, denn der dürfte von Goldman Sachs ausgelöst worden sein. Das Geldhaus sieht eine mögliche Trendwende im europäischen Chemiesektor und hat mehrere Titel neu bewertet.
Im Zuge dessen wurde Symrise von neutral auf buy gestuft und das Kursziel von 70 auf 83 Euro erhöht.

Der Konzern gilt als defensiver Qualitätswert, könnte aber zusätzlich von einer zyklischen Belebung der Nachfrage profitieren. Auffällig ist die klare Differenzierung innerhalb des Sektors. Während Symrise aufgewertet wird, erhält der Marktführer Givaudan eine Verkaufsempfehlung.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

02.01.2026
08:27 Uhr

Symrise: 2025 mit der roten Laterne, 2026 …? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 31.12.2025 um 20:05 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Mit einem Minus von 32,9 Prozent wurde die Symrise-Aktie im Jahr 2025 die schwächste Aktie im DAX. Und wer sich das genauer ansieht, kommt um die Frage nicht herum: warum? Mit Blick auf 2026 könnte das eine interessante Aktie werden.

Richtig ist zwar, dass der Geschmacks- und Aromastoffe-Hersteller ursprünglich höhere Umsatz- und Margenziele hatte als das, womit die Experten jetzt für das Gesamtjahr 2025 rechnen. Aber wo gab es das nicht? Trotzdem finden sich im DAX Aktien, die zwar ihre Prognosen senken mussten, letztlich aber weitaus besser abschnitten als Symrise.

Richtig ist auch, dass Symrise zu der Gruppe der notorisch zu teuer bewerteten DAX-Aktien gehörte. Aber da muss man die Vergangenheitsform unterstreichen, denn für die durchschnittliche 2025er-Gewinnschätzung der Analysten steht jetzt noch ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 19 zu Buche, während es in den Vorjahren zwischen 30 und 40 pendelte.

Was nicht nur daran liegt, dass die Aktie im Jahresverlauf deutlich unter die Räder kam, sondern auch an dem Umstand, dass man trotz niedrigerer Prognosen mit einem knapp gehaltenen Umsatz und einem marginal höheren Gewinn pro Aktie gegenüber dem Vorjahr rechnet.

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Expertenmeinung: Und diese Aktie hat die rote Laterne im DAX erwischt? Erstaunlich und ein möglicher Grund, sich Symrise auf die Watchlist zu setzen. Dabei fällt auf: Nicht nur Symrise ist von der Bewertung her spürbar billiger geworden, das gilt auch für sonst teure Aktien wie Beiersdorf oder Henkel. Wieso sind diese Aktien, die sonst über die Jahre – als „defensiv“ eingeordnet – in viele Depots gewandert sind, auf einmal derart aus der Mode?

Zum einen dürfte das die psychologische Sogwirkung der den DAX im vergangenen Jahr ziehenden Aktien bewirkt haben. Der Entschluss zu deutlich höheren Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung seitens des Bundes hat sonst eher „graue Mäuse“ wie Rheinmetall, Siemens Energy und Heidelberg Materials zu Stars gemacht. Und weil die, grundsätzlich, ja auch in robusten Branchenumfeldern unterwegs sind, mag so mancher hier eingestiegen sein … und das Geld dafür durch Umschichtungen generiert haben, die die „grauen Mäuse“ trafen, die, wie Symrise, auch in dieser neuen Gemengelage noch grau sind.

Zum anderen schaut man auf das schwache Konsumumfeld – in Europa, in Asien und mit Abstrichen auch in den USA – und sagt sich: Was mit dem Verbraucher enger zusammenhängt, muss man jetzt nicht haben. Da Symrises Produkte großenteils an Nahrungsmittel- oder Kosmetikunternehmen gehen, die wiederum eng am Konsum hängen, landet die Aktie da schnell mit im Topf.

Aber dadurch haben wir hier eine Aktie, die in einem grundsätzlich robusten Geschäftsumfeld mit einer günstigen Bewertung daherkommt. Solange das alte Jahr lief, Symrise ein klarer Verlierer war und der Abwärtstrend intakt blieb, war die Motivation, sich als Investor gegen den Strom zu stemmen, gering. Aber jetzt, da die institutionellen Investoren wie üblich zu Beginn eines neuen Börsenjahres ihre Portfolio-Ausrichtung überprüfen, kann eine solche Aktie schnell in das Blickfeld dieser großen Adressen geraten. Aber ein Faktor mahnt zur Vorsicht:

Noch ist hier keine charttechnische Wende oder auch nur eine Bodenbildung zu erkennen. Das Dezember- und zugleich Jahrestief bei 64,70 Euro kann, muss aber nicht als effektiver Support funktionieren, daher: Bislang würde, wer hier einsteigen wollte, gegen den Trend agieren, sogar auf kurzfristiger Ebene. Und da das immer ein nicht eingrenzbares Wagnis ist, wäre die aus aktueller Sicht die wohl sinnvollste Lösung, Symrise zwar jetzt engmaschig zu beobachten, den Einstieg aber erst zu erwägen, wenn das Chartbild dafür entsprechende Argumente liefert.

Symrise Aktie: Chart vom 30.12.2025, Kurs 68,88 Euro, Kürzel: SY1 | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Chart vom 30.12.2025, Kurs 68,88 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

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Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

29.10.2025
08:21 Uhr

Symrise: Prognosesenkung … aber es gibt Schlimmeres — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.10.2025 um 22:03 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Duftstoff- und Aromen-Hersteller Symrise senkte am Dienstag im Rahmen der Vorlage der Umsatzzahlen des dritten Quartals seine Prognose für das Umsatzwachstum. Als Folge gab die Aktie um 4,53 Prozent nach. Was indes, genau betrachtet, ein wenig überzogen wirkt.

Natürlich ist es nicht gut, wenn Symrise den Ausblick für das Umsatzwachstum im laufenden Jahr von zuvor 3,0 bis 5,0 auf 2,3 bis 3,3 Prozent zurücknimmt. Vor allem, weil das bereits die zweite Senkung des Umsatzziels ist. Aber auch, wenn Symrise nur nach Ende von Halbjahren konkrete Angaben zu Margen und Gewinnen macht:

Man bestätigte die Prognose für die operative Gewinnmarge, die sieht man dort weiterhin bei rund 21,5 Prozent, 2024 hatte die bei 20,7 Prozent gelegen. Sprich: Symrise wächst, nur eben langsamer als gedacht. Und da stellt sich dann durchaus die Frage: War dieses Minus des Dienstags als Reaktion auf diese Zahlen gerechtfertigt oder womöglich überzogen?

Expertenmeinung: Dazu muss man zunächst festhalten: Es wäre etwas anderes gewesen, wenn das Unternehmen nicht die Umsatzprognose, sondern die Margenprognose gesenkt hätte. Denn die Marge ist der „Hebel“, der zwischen Umsatz und Gewinn wirkt. So würde beispielsweise eine Senkung des Margenziels von zehn auf acht Prozent zur Folge haben, dass von einem Euro Umsatz nicht mehr zehn, sondern nur noch acht Cent hängenbleiben, man also mit 20 Prozent weniger Gewinn rechnen muss. Aber die Margenprognose blieb hier ja unangetastet, nur der Umsatzanstieg fällt jetzt etwas geringer aus. Das beeinflusst also den zu erwartenden Gewinn nur mäßig.

Symrise Aktie: Chart vom 29.10.2025, Kurs 76,68 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Chart vom 29.10.2025, Kurs 76,68 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

Hinzu kommt, dass der Rückgang der Umsatzwachstumsdynamik zwar recht deutlich ausfällt, immerhin hatte Symrise 2024 noch 5,7 Prozent beim Umsatz zugelegt. Aber auf die Verringerung des Wachstumstempos hatte die Aktie ja auch reagiert. Und zwar deutlich. Der im Chart eingezeichnete, im Oktober 2024 begonnene Abwärtstrend startete damals bei 125 Euro, derzeit notiert die Aktie fast 40 Prozent niedriger. Und das bei der Aussicht einer zwar nur kleinen Wachstumsrate beim Umsatz und einer nur etwas höheren operativen Marge. Aber dennoch heißt das ja, dass man Stand jetzt trotzdem noch von einem leicht über Vorjahr liegenden 2025er-Gewinn ausgehen könnte.

Das bedeutet: Die Bewertung ist jetzt deutlich günstiger als noch vor einem Jahr. In den vergangenen Jahren hatte Symrise Kurs-/Gewinn-Verhältnisse von 40 und zeitweise sogar 50 erreicht. Eine Bewertung, die ich an dieser Stelle des Öfteren als absurd hoch herausgestellt hatte. Jetzt jedoch reden wir auf Basis der durchschnittlichen 2025er-Gewinnschätzung der Analysten von einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von etwa 21. Und das ist, wenn nicht gerade billig, so doch wieder völlig angemessen. Was auch die Analysten so sehen: 13 von 18 Analysten stufen Symrise mit „Kaufen“ ein, das durchschnittliche Kursziel liegt um 103 Euro und damit meilenweit über dem jetzt erreichten Kurs. Also?

Also gehört diese Aktie auf die Watchlist. Den Rücksetzer unmittelbar auszunutzen ist indes ziemlich riskant, denn solange die offensichtliche Mehrheit derer, die hier aktuell mit der Aktie zugange sind, sie bärisch einordnet … immerhin haben wir hier einen intakten Abwärtstrend … helfen vorgenannte Argumente nicht, den Kurs zu drehen, sie werden ja auch bislang ignoriert. Aber sobald das Chartbild erste, bullische Signale abliefern sollte, wäre diese Aktie eine, die man sich genauer ansehen könnte.

Quellenangaben: Ergebnisse des 3. Quartals, 28.10.2025:
https://www.symrise.com/de/newsroom/artikel/symrise-berichtet-umsatz-fuer-das-dritte-quartal-2025

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

22.09.2025
08:07 Uhr

Symrise: Endet dieser Spuk womöglich bald? — Ronald Gehrt