Stellantis passt seine Produktstrategie an und will weniger intensiv auf Elektroantriebe setzen. Das führt zu einem drastischen Verlust von insgesamt 22,2 Milliarden Euro im zweiten Halbjahr 2025. Die Anleger reagierten geschockt: Warum kostet das derart gigantische Summen?
Der Multimarken-Konzern drückte es in seinem Statement zu den vorläufigen 2025er-Zahlen zwar deutlich blumiger aus, aber unterm Strich lief es beim Absatz mit elektrobetriebenen Fahrzeugen deutlich weniger gut als geplant, also galt es, die zu groß ausgefallenen Kapazitäten zugunsten der Verbrennungsmotoren zurückzufahren. Diesen Prozess habe man im zweiten Halbjahr 2025 begonnen und, damit wollte man die Anleger beruhigen, bereits durch wieder anziehende Verkaufszahlen erste Erfolge verbucht.
Die Aufweichung der Umweltauflagen seitens der EU und deren massiver „Rückbau“ durch Donald Trump in den USA zeigt also auch hier Reaktionen. Kein Wunder, immerhin gehören zu Stellantis mit Chrysler, Dodge und Jeep mehrere US-Marken. Dass man die Kosten in ein Halbjahr packt, um danach wieder „knitterfreie“ Bilanzdaten vorzuweisen, ist nicht unüblich. Dass man, um die für den „Reset“ im zweiten Halbjahr als Verlust anfallenden 22,2 Milliarden Euro besser zu stemmen, die Dividende streicht, auch. Von einer angesichts von zuversichtlich und entschlossen formulierten Aussagen im Statement gelassenen und verständnisvollen Reaktion der Anleger konnte jedoch keine Rede sein:
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Expertenmeinung: Die Aktie brach in der Spitze um bis zu 29,8 Prozent auf ein Tagestief bei 5,73 Euro ein, rutschte damit unter das 2025er-Tief und hätte als nächstes, charttechnisches Kursziel das Corona Crash-Tief vom März 2020 bei 5,10 Euro in Sicht. Warum reagierte man derart panisch?

Zum einen, weil 22,2 Milliarden Euro nur für eine Korrektur der Produktpalette extrem sind. Das wirkt zwar in Relation zu dem für 2025 geschätzten Umsatz von 153 Milliarden Euro immer noch überschaubar. Aber nicht, wenn man das mit dem Gewinn in Relation setzt. Denn selbst im Jahr 2023, als man einen Rekordgewinn einfuhr, lag der mit 20,1 Milliarden niedriger als das, was Stellantis jetzt für einen produktbezogenen „Reset“, wie man das dort nannte, aufruft.
Zum anderen, weil die Dividende bei dieser Aktie immer ein sehr wichtiger Aspekt war, um sie im Depot zu halten. Zuletzt hatte der Konzern im Frühjahr 2025 für das vorherige Geschäftsjahr 68 Cent pro Aktie ausgeschüttet, beim derzeitigen Kurs wäre das eine Traum-Rendite von elf Prozent gewesen. So aber gibt es eben diesmal unerwartet nichts …das alleine kann die Größenordnung des Kurseinbruchs mit beeinflusst haben.
Fazit: Damit, dass Stellantis seine Produktpalette anpasst, steht das Unternehmen nicht alleine da, das an sich war auch nicht überraschend. Die Summe, die dafür aufgewendet werden muss, ist es hingegen sehr wohl. Und ob man danach wirklich wieder dynamisch vorankommt, ist zudem fraglich, weil die zuletzt mageren Verkaufszahlen keineswegs nur daran lagen, dass die Kunden lieber Verbrenner gehabt und nicht bekommen hätten. Auch die standen sich auf den Höfen die Reifen platt, denn die Branche an sich durchläuft eine schwierige Phase. Daher: Dieser „Crash“ vom Freitag muss keineswegs eine Einstiegschance sein!
Quellen:
Vorläufiges Ergebnis 2025, 06.02.2026:
https://www.stellantis.com/en/news/press-releases/2026/february/stellantis-resets-its-business-to-meet-customer-preferences-and-to-support-profitable-growth
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