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Stellantis Aktie Prognose Stellantis: Kurseinbruch wegen Kurswechsel?

News: Aktuelle Analyse der Stellantis Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Stellantis Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Long / Buy
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.12.2025 um 22:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Aktie des Multimarken-Autokonzerns Stellantis beendete die Handelswoche mit dem höchsten Stand seit Ende März. Das heißt, der Kurs liegt sogar höher als direkt vor Trumps „Zoll-Schocker“. Und das hat Gründe. Die Frage ist, wie hoch könnten die den Kurs tragen?

Dass die Automobilindustrie weltweit eine gewisse „Lobby-Power“ hat, dürfte niemanden überraschen. Und die wurde jetzt erfolgreich eingesetzt, denn in den USA ebenso wie in der EU wurde das Wehklagen der großen Autokonzerne erhört. Der Effekt: In den USA nimmt US-Präsident Trump die Kraftstoffeffizienz-Vorschriften nach einem Treffen mit Vorständen von General Motors, Ford und Stellantis zurück. In der EU entwickelt man Pläne, die das eigentlich für 2035 angesetzte Zulassungs-Ende für Verbrennungsmotoren aufweichen. Und Stellantis hat in beiden Märkten einen großen Fuß in der Tür.

Denn dieser gewaltige Konzern hat zum einen klassische US-Marken wie Dodge, Chrysler und Jeep unter seinem Dach, zum anderen europäische Massenhersteller wie Fiat, Opel, Peugeot und Citroën. Da man am Aktienmarkt ebenso wie im Konzern Sorge hatte, dass die Vorgaben zur Reduzierung der Emissionen zum einen hohe Kosten, zum anderen Verunsicherung unter den Verbrauchern auslösen würden, war die Aktie massiv unter Druck geraten.

Diese Nachrichten wirkten daher wie ein Befreiungsschlag und kamen nahezu zeitgleich. Dass der Stellantis-CEO dann auch noch verkündete, dass man bei den US-Produkten, wo man zuletzt mit hohen Lagerbeständen und schwachen Verkaufszahlen rang, starke Nachfrage sehe, tat ein Übriges, um die Anleger zu aktivieren. Aber ist das nicht dennoch riskant, solange man hier nur Chancen, aber noch keine besseren Bilanzdaten sieht?

Expertenmeinung: Auf Fakten pflegen Anleger selten zu warten, sie folgen den „Zeichen“. Und die waren in diesem Falle äußerst deutlich. Zumal auch mehrere Analysten umgehend den Daumen hoben und ihre Kursziele teils drastisch nach oben anpassten. Am deutlichsten tat man das bei der DZ Bank, wo die Einstufung direkt von „Verkaufen“ auf „Kaufen“ wechselte und das Kursziel von 7,50 Euro auf 13 Euro nach oben schoss. Aber auch die Bank of America (von 9,50 auf 10,30 Euro, neutral) und die UBS (Kursziel rauf von 8,50 auf 12 Euro, „Kaufen“) sahen diese Entwicklung als Argument an, die Aktie klar positiver einzuordnen.

Natürlich sind solche Erleichterungen in Sachen Umweltauflagen keinerlei Garantie dafür, dass die Käufer in Kürze die Verkaufsstellen des Konzerns stürmen. Aber diese Nachrichten sind „frisch“, zwei Analysten-Kursziele liegen noch ein gutes Stück über dem Freitags-Closing und bis zur nächsten Bilanz dauert es noch. Also könnte die Kombination aus charttechnischer Wiederbelebung und neu erwachter Kursphantasie die Aktie durchaus noch „ziehen“.

Stellantis Aktie: Chart vom 05.12.2025, Kurs 10,412 Euro, Kürzel: STLA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Stellantis Aktie: Chart vom 05.12.2025, Kurs 10,412 Euro, Kürzel: STLA | Quelle: TWS

Und diese charttechnische Komponente ist kein Beiwerk, hier haben wir jetzt ein markant bullisches Signal. Durch die massive Reaktion auf diese neue Gemengelage hat die Stellantis-Aktie die zuvor mehrfach belagerte, aber nicht überzeugend bezwungene 200-Tage-Linie weit unter sich gelassen und die monatelange Bodenbildungspanne zwischen 7,26 und 9,80 Euro nach oben verlassen. Die nächsten Kursziele lägen jetzt bei 10,84 und 11,28 Euro. Aber Vorsicht: Es ist eben letzten Endes die Hoffnung, dass man mit diesen Entwicklungen in Washington und Brüssel einen „Game Changer“ vor sich hat, der die Aktie treibt. Das ist kein Boden, auf dem man sich allzu sicher fühlen darf, Stellantis ist und bleibt vorerst hoch spekulativ.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.10.2025 um 22:27 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Multimarken-Automobilkonzern Stellantis legte am Donnerstag Ergebnisse für das dritte Quartal vor, die auf den ersten Blick gut aussahen. Die Anleger sahen das aber ganz anders. Und was das im Chartbild anrichtete, ist außerordentlich bärisch.

Stellantis meldete einen Anstieg des Umsatzes um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Vor allem im Bereich Nordamerika, der zuletzt das größte Problem darstellte, ging es voran mit den Verkäufen. Zudem ist man zuversichtlich, nach der im ersten Halbjahr dramatisch auf 0,7 Prozent geschrumpften, bereinigten operativen Gewinnmarge eine verbesserte bereinigte Marge im niedrigen, einstelligen Prozentbereich zu erreichen. Das klingt eigentlich nach Licht am Ende des Tunnels. Wieso fiel die Aktie dann aber als Reaktion auf dieses Zahlenwerk um satte 8,75 Prozent?

Expertenmeinung: Erstens, weil die gestiegenen Absatzzahlen in den USA vor allem auf dem Abbau der dort aufgelaufenen, immensen Lagerbestände fußten. Aber vor allem weil, zweitens, das Wörtchen „bereinigt“ bei der Erwartung der operativen Marge in diesem Fall dick unterstrichen werden muss. Denn die Sonderfaktoren, die man dafür dann herausrechnen würde, sind Kosten für Anpassungen der Strategie- und Produktpläne, für Anpassungen an neue regulatorische und makroökonomische Bedingungen und Einmalkosten für eine Veränderung bei der Behandlung von Garantien. Die man dann zwar beim operativen Gewinn herausrechnen will. Aber unter dem Strich bleiben die Kosten eben real. Und vor allem: Stellantis lieferte für diese Kosten keine „Hausnummer“ mit. Und das dürfte wohl keinem Anleger gefallen haben.

Die Folge war ein kräftiges Minus, das zu allem Übel (aus Sicht der Bullen) auch noch charttechnisch äußerst drastisch ausfiel. Am Vortag hatten diejenigen, die auf starke Ergebnisse und darauffolgende Käufe gewettet hatten, die Aktie an die Widerstandslinie bei 9,80 Euro gezogen. Wäre die klar überboten worden, hätte das den Ausbruch aus einer seit April geltenden Seitwärtsrange und damit einen markanten Befreiungsschlag bedeutet. Aber es ging eben in die andere Richtung.

Stellantis Aktie: Chart vom 30.10.2025, Kurs 8,852 Euro, Kürzel: STLA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Stellantis Aktie: Chart vom 30.10.2025, Kurs 8,852 Euro, Kürzel: STLA | Quelle: TWS

Dadurch ist der Kurs nicht nur an dieser Widerstandslinie abgewiesen worden. Dadurch entstand auch noch ein potenziell bärischer „Evening Star“ im Candlestick-Chart. Und dadurch fiel die Stellantis-Aktie in einem Rutsch durch die 20-Tage- und die 200-Tage-Linie, die gerade auf dem Weg hin zu einem bullischen Crossover waren, der sich jetzt vorerst erledigt hat.

Ein sehr negatives Chartbild und Kosten in ungenannter Höhe: Diese Mixtur bietet Potenzial für weitere Abgaben, aber nicht für einen überraschenden Meinungsumschwung in Richtung kräftiger Käufe. Für die Long-Seite bietet diese Aktie derzeit keinerlei Basis.

Quellenangaben: Ergebnis des 3. Quartals, 30.10.2025:
https://www.stellantis.com/en/news/press-releases/2025/october/stellantis-reports-13-percent-year-over-year-increase-in-q3-2025-shipments-and-net-revenues

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nach einigen guten Jahren hat Stellantis, das 2021 begründete Konglomerat aus zahlreichen Automarken, eine Menge Probleme. Der neue Chef will vor allem den US-Markt angehen, da brennt es am stärksten. Und siehe da, die Auslieferungen im 3. Quartal sind dort gestiegen.

Ein Plus von sechs Prozent im Sommerquartal, das ist doch was, da zeigt sich der frische Wind, der Stellantis zurückführen wird zu steigenden Verkaufszahlen und besseren Gewinnmargen.

So ungefähr dürften die Gedankengänge derer gewesen sein, die die Aktie daraufhin kräftig nach oben zogen. Ein Kursgewinn von über 16 Prozent binnen drei Handelstagen, das kann sich sehen lassen. Die Sache hat aber einen Haken:

Expertenmeinung: Der Anstieg der Auslieferungen in den USA ist keineswegs so beeindruckend wie die Kursrallye. Denn andere Konzerne konnten mit weit besseren Zahlen aufwarten. GM verkaufte acht Prozent mehr Fahrzeuge, Ford 8,2 Prozent, Hyundai 13 und Toyota sogar knapp 16 Prozent mehr. Und all diese Zahlen sind insofern verzerrt, weil zum Ende des Quartals die US-Förderung für Elektrofahrzeuge endete und die Käufer sich daher bei E-Mobilen sagten: entweder jetzt sofort oder nie mehr.

Hinzu kommt: Solange sich der Absatz des Stellantis-Konzerns nicht auch weltweit deutlich verbessert, gibt es wenig Grund, die Aktie aus diesem Tal der Tränen zu holen, in dem sie auch nach der bisherigen Rallye noch festsitzt. Wir sehen das im Chartbild:

Stellantis Aktie: Chart vom 03.10.2025, Kurs 9,006 Euro, Kürzel: STLA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Stellantis Aktie: Chart vom 03.10.2025, Kurs 9,006 Euro, Kürzel: STLA | Quelle: TWS

Der Kurs hat sich, nicht zum ersten Mal, mit Schwung vom unteren Ende der zwischen 7,26 und 9,81 Euro liegenden, breiten Handelsspanne gelöst. Aber damit ist die Aktie nur ans obere Ende der mittleren, „neutralen“ Zone gelaufen. Erst, wenn der Kreuzwiderstand aus der oberen Begrenzung dieser Seitwärtsrange und der 200-Tage-Linie bei 7,96 zu 9,81 Euro überboten wurde, haben wir hier ein bullisches Signal. Das ist die Schlüsselzone, alles darunter ist nicht mehr als der Griff nach einem Strohhalm.

Dass die Aktie sofort mit Beginn des neuen Quartals durchstartete, ist auffällig. Fonds, Pensionsfonds oder auch Hedgefonds pflegen zum Quartalswechsel ihre Prioritäten zu prüfen und ggf. zu verändern. Es wirkt, als seien einige dort zu dem Schluss gekommen, dass Autotitel insgesamt und Stellantis im Besonderen langsam wieder ein lukratives Investmentziel seien. Hier muss man aber „es wirkt“ dick unterstreichen. Denn weder sind zuletzt neue, bullische Kursziele ausgelobt worden – der Schnitt liegt bei 9,34 Euro und damit nahe – noch ist nach nur drei Tagen Rallye bereits klar erkennbar, dass es wirklich große Adressen sind, die da einsteigen und es nicht doch nur eine spekulative Rallye ist.

Solange Stellantis nicht mit ganz klar erkennbaren Verbesserungen in den Bilanzdaten aufwarten kann und zugleich dieser Schlüsselwiderstand bei 7,96 zu 9,81 Euro bezwungen ist, bleibt diese Aktie ein El Dorado für kurzfristige Range-Trader. Um sie in ein mittel- und langfristiges Depot aufzunehmen, gibt es indes auch jetzt noch keine tauglichen Argumente.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Als der neue Chef des Multimarken-Konzerns Stellantis am 11. September verkündete, man sei mit der US-Regierung in einem sehr produktiven Ideenaustausch in Sachen Zölle, schoss die Aktie nach oben. Doch ihr gingen schnell die Käufer aus. Was macht man mit dieser Aktie?

Der Autokonzern Stellantis, 2021 aus einem Zusammenschluss von Fiat Chrysler und der Groupe PSA entstanden, ist das, was man jahrzehntelang als keine gute Idee für einen Automobilkonzern ansah: ein riesiges Konvolut aus einzelnen Automarken wie Fiat, Opel, Chrysler, Citroën, Peugeot, Jeep, Maserati, Dodge, Lancia und noch einigen mehr. Unterschiedlichste Kunden rund um den Globus, oft jahrelang entstandene Strukturen, all das in einem großen Topf: So etwas hat sich früher immer gerächt. Und so war man bass erstaunt, als sich die Bilanzen von Stellantis weit besser entwickelten als befürchtet. Die Aktie legte daraufhin immens zu. Aus der Fehlentscheidung wurde ein Volltreffer. Zumindest bis zum Frühjahr 2024.

Dann häuften sich unerfreuliche Nachrichten. Die Margen gerieten unter Druck. Die Absatzzahlen schrumpften. Das war zwar bei den anderen großen Autobauern genauso der Fall. Aber dann wurde die Sache Anfang 2025 noch problematischer. Man hatte sich in den USA verkalkuliert, die Höfe der verärgerten Händler standen voll. Und auch wenn einige Stellantis-Marken in den USA produzieren, stellt der Konzern doch einen großen Anteil der Fahrzeuge für den US-Markt in Kanada und Mexiko her.

Dass von der großen Hausse nichts geblieben ist, die Aktie sogar noch unter dem Kursniveau ihres offiziellen Starts Anfang 2021 gelandet ist, ist kein Wunder. Dass hier investierte Anleger die eingangs genannte Nachricht über den „produktiven Ideenaustausch“ als Strohhalm ergriffen, auch nicht. Das Problem ist aber

Expertenmeinung: Seither kam zum Thema „Sonderlösung“ in Bezug auf die Zölle nichts Neues, dafür aber eine andere Nachricht: Stellantis schließt für einen Zeitraum zwischen 5 und 15 Tagen mehrere Werke in Europa, um den „Produktionsrhythmus anzupassen“.

Nicht, dass man das nicht ohnehin hätte befürchten können, aber man wurde am Markt daran erinnert: Stellantis hat beileibe nicht nur die US-Zölle als Problem am Bein. Diese am Mittwoch eingelaufene Meldung löste zwar keinen größeren Kurseinbruch aus, aber es reichte an der Pariser Börse für ein ordentliches Minus von 3,4 Prozent – und das, obwohl am Nachmittag gemeldet wurde, dass sich die US-Regierung entschlossen habe, den Einfuhrzoll für EU-Automobile definitiv auf 15 Prozent festzusetzen und ihn nicht doch wieder anzuheben.

Ob da womöglich noch Luft nach unten wäre und man hier noch Short-Positionen aufbauen oder ausbauen könnte? Eins sollte man vorweg festhalten: Die Long-Seite wäre ein Himmelfahrtskommando. Strohhalme sind hier brüchig. Und solange die Gesamtsituation für die Automobilbranche so problematisch bleibt, sollte man sich, wenn, dann nicht ausgerechnet Stellantis aussuchen, um auf die große Wende zu wetten. Denn jetzt, in kritischen Phasen, wird dieses oben erwähnte Wollknäuel aus derart vielen so unterschiedlichen Marken zu einem zusätzlichen Problem.

Aber ob man deswegen automatisch auf der Short-Seite richtig wäre, ist fraglich. Die Aktie hat einen derart immensen Weg nach unten hinter sich, dass sie grundsätzlich zwar noch weiter nachgeben könnte. Aber hier dürften derart viele Trader längst auf der Short-Seite investiert sein, dass Nachrichten wie die über diese angeblich weit gediehenen Gespräche mit der US-Regierung blitzschnelle, weitreichende Short Squeezes auslösen können. Und man muss immer daran denken:

Stellantis Aktie: Chart vom 24.09.2025, Kurs 8,191 Euro, Kürzel: STLA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Stellantis Aktie: Chart vom 24.09.2025, Kurs 8,191 Euro, Kürzel: STLA | Quelle: TWS

Gerechnet vom Hoch war der Kurssprung vom 11. September zwar klein. Aber wenn man kurz vorher hier eine Short-Position eingegangen ist, geht es dann eben schnell um prozentual tief zweistellige Verluste. Dass vermutlich auch die nächsten Sätze nach oben auf Basis aufkeimender Hoffnungen nicht vorhalten werden, mag zwar sein. Aber man kann sich dessen nie sicher sein, müsste daher schnell aussteigen bzw. eher enge Stop-Loss setzen, um „Unfälle“ zu vermeiden. Das ist in einer prozentual breiten Seitwärtsrange, in der sich die Stellantis-Aktie seit Monaten bewegt, eine knifflige Sache, daher:

Dass diese Aktie nichts für Long-Positionen ist, heißt definitiv nicht, dass sie vice versa etwas für das Bären-Lager wäre. Momentan wäre die vernünftigste Positionierung bei Stellantis: „gar nicht“!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Mit der Aktie des Automobil-Riesenkonzerns Stellantis tauchte am Donnerstag ein Titel auf Platz 1 der Euro Stoxx 50-Gewinnerliste auf, den man in den letzten Wochen meist bei den Verlierern sah. Was hat die Anleger motiviert, diese Aktie auf einmal zu kaufen?

Der neue Vorstandschef des Multimarken-Konzerns, Antonio Filosa, sagte in einem Interview am Donnerstag, dass man kurz davorstehe, das Zollproblem mit den USA zu lösen. Man sei in einem „sehr produktiven Ideenaustausch“ mit der US-Regierung, so der CEO, wie u.a. die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtete. Außerdem hätten die USA jetzt absolute Priorität. Nachdem Stellantis‘ Zahlen im ersten Halbjahr vor allem durch auffallend deutlich schrumpfende Verkäufe in den USA unter Druck gerieten, will man hier wieder durchstarten. Unter anderem ließ man durchblicken, dass wieder Fahrzeuge mit großem Hubraum wie der Jeep Cherokee und die RAM-Trucks angeboten werden, nachdem die US-Händler die Einstellung dieser Modelle als entscheidenden Faktor für schwache Verkäufe benannt hatten.

Da klingt der unbedingte Wille durch, so schnell wie möglich vom Standstreifen zurück auf die Überholspur zu kommen. Und was die Zollbelastung angeht, kann da zweifellos einiges gelöst werden, denn obwohl Stellantis‘ Markenpalette u.a. Chrysler und Jeep beinhaltet, waren über 40 Prozent der im Vorjahr von Stellantis in den USA verkauften Fahrzeuge Importe. Die indes weniger aus Europa kamen, sondern vor allem aus Stellantis-Werken in Kanada und Mexiko. Da eine Sonderregelung zu erreichen, wäre unstrittig hilfreich. Dass solche Aussagen eine positive Reaktion in der Aktie nach sich zogen, ist daher verständlich. Doch reicht das auch für eine Wende … oder bleibt es bei einem kurzen Impuls, der schnell versandet?

Expertenmeinung: Das wird davon abhängen, ob Stellantis wirklich relativ bald mit einem „Deal“ in Sachen Zölle daherkommt. Und davon, wie die Analysten das einordnen. Schließlich ist Stellantis nicht der einzige Autokonzern mit Problemen. Die Branche an sich steckt in der Klemme, sieht sich gedrückten Margen und zögernden Käufern gegenüber. Die Zölle haben die Sache verschärft. Aber sie haben sie weder ausgelöst noch können Lösungen beim Thema Zoll das übergeordnete Problem einer ins Wanken geratenen Branche beenden.

Und der bei Stellantis aktuell in Arbeit befindliche, neue Geschäftsplan müsste erst einmal greifen, bevor man erwarten könnte, dass der Baisse eine stabile Hausse folgt. Denn Pläne machen kann jeder. Funktionieren müssen sie, nicht nur gut aussehen. Und bis das absehbar wird, wird es dauern.

Nach der Halbjahresbilanz gab es zwei einigermaßen optimistische Analysten, die „Kaufen“-Einschätzungen vergaben, deren Kursziele liegen bei 10,00 und 11,00 Euro. Nicht übersehen sollte man dabei indes, dass beide Kursziele vor den Zahlen höher lagen, gesenkt wurden sie also trotzdem. Und der Rest der Experten vergab nur „Halten“-Einschätzungen mit Kurszielen zwischen 7,50 und 9,00 Euro. Die DZ-Bank urteilte sogar mit „Verkaufen“ und setzte ihr Kursziel auf 6,75 Euro.

Stellantis Aktie: Chart vom 11.09.2025, Kurs 8,15 Euro, Kürzel: STLA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Stellantis Aktie: Chart vom 11.09.2025, Kurs 8,15 Euro, Kürzel: STLA | Quelle: TWS

In diesem Umfeld hat die Aktie innerhalb der seit April geltenden Seitwärtsrange nahe der unteren Begrenzung bei 7,26 Euro nach oben gedreht. Aber vorerst einen Ausbruch nach unten vermieden zu haben und ein bullisches Signal, das sind eben zwei Paar Schuhe. Dieses Plus könnte die Aktie zwar wieder in die Nähe der oberen Begrenzung der Range tragen, die bei 9,80 Euro wartet. Aber mittelfristig wäre Stellantis erst weit höher, bei einem Ausbruch über 11,87 Euro, ein Kauf. Und davor liegt eine ganze Latte an Charthürden … und eine schwache Auto-Konjunktur.

Für Range-Trader könnte dieses Plus des Donnerstags eine Chance sein, sofern sie mit konsequenten Stop Loss agieren. Ein Kaufsignal für Investoren sind das Statement des neuen CEO ebenso wie dieses bisher noch nicht durch Anschlusskäufe stabilisierte Plus eindeutig nicht.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.