Der Automobilkonzern Stellantis meldete am Mittwoch seine Auslieferungszahlen für das erste Quartal. Ein Anstieg von 12 Prozent zum Vergleichsquartal des Vorjahres, in den USA sogar um 17 Prozent, das wirkte wie ein „großer Wurf“. Die Aktie indes stieg nur mäßig – wieso?
Zum einen, weil man von einem äußerst niedrigen Niveau kommt. Mit diesem Verkaufs-Plus kam man in den ersten drei Monaten des Jahres auf 1,36 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge. Vor drei Jahren, zwischen Inflationsphase und Absatzkrise, waren es aber 1,476 Millionen gewesen. Und auch, wenn keine Zahlen zu den Gewinnmargen und dem Gewinn an sich vorgelegt wurden, war den Investoren klar: Die Margen bleiben gedrückt, eine rasante Renaissance des Nettogewinns wäre eine ziemliche Überraschung. Daran ändern steigende Verkaufszahlen erst einmal nichts.
Was auch eine Rolle für das eher magere Plus von 1,88 Prozent (am Tageshoch waren +4,51 Prozent erreicht worden) gespielt haben dürfte, ist der Eindruck, dass die Autobauer, auch und gerade Stellantis, mit der massiv „gehypten“ Wende zurück zu einem breiteren Angebot an Verbrennungsmotoren womöglich erneut auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Denn zumindest aktuell sind genau die E-Fahrzeuge, die man im vergangenen Jahr nicht vom Hof bekam, gesucht wie nie. Das Umfeld dürfte daher schwierig bleiben … und damit auch der weitere Weg der Aktie nach oben ein steiniger sein. Der Chart zeigt:
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Expertenmeinung: In den vergangenen Wochen versuchte sich der Kurs an einer Aufwärtswende, nachdem die Meldung Anfang Februar, dass Stellantis wegen der Kosten der obengenannten Kehrtwende zurück zu einem breiteren Verbrenner-Angebot im zweiten Halbjahr 2025 tiefrote Zahlen schrieb und die für die Anleger wichtige, weil prozentual zum Kurs hohe Dividende strich, die Aktie dramatisch gedrückt hatte. Man hoffte darauf, dass das Gros der Krise damit in den Bilanzen fixiert sei und jetzt ein Neuanfang gelingt.
Der gelingen könnte, aber nicht muss. Die gestiegenen Auslieferungszahlen alleine sind dafür noch kein klares Signal, es braucht ein komplettes Zahlenwerk, das aber vermutlich erst nach dem Ende des ersten Halbjahres kommen wird. Bis dahin bleibt Skepsis. Skepsis, die sich womöglich schnell in erneute Hoffnung verwandeln würde, sollte die Aktie ihre „in Arbeit“ befindliche Aufwärtswende vollenden. Aber dazu müsste sie durch eine Widerstandszone hindurch, an deren unterem Ende die Käufer am gestrigen Mittwoch erst einmal scheiterten.

Wir sehen im Chartbild, dass es zwar gelang, den eher leichten Widerstand von Ende Februar bei 6,96 Euro knapp zu überbieten. Aber die „Big Figures“ in Sachen Charthürden kommen erst. Konkret geht es da um die Zone zwischen 7,26 und 8,00 Euro, wobei man die aktuell bei 8,13 Euro knapp darüber laufende 200-Tage-Linie besser mit dazu nimmt.
Erst wenn diese mittelfristig wichtige Widerstandszone überwunden ist, hätten wir hier ein klar bullisches Chartsignal. Und das zu vollbringen dürfte, mit dem Gegenwind hoher Kraftstoffpreise und dem Eindruck, dass die Reduzierung des E-Fahrzeug-Bereichs womöglich zu einem höchst ungünstigen Moment erfolgte, ein steiniger Weg sein.
Quellenangaben: Auslieferungen im 1. Quartal 2026:
https://www.media.stellantis.com/de-de/corporate/press/stellantis-meldet-geschaetzte-konsolidierte-auslieferungen-im-ersten-quartal-2026-von-1-4-millionen-einheiten-12-im-vergleich-zum-vorjahreszeitraum
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