SAP Aktie Prognose SAP: Es ist schon wieder passiert

News: Aktuelle Analyse der SAP Aktie

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Bei SAP kam es bereits Anfang des Monats zu einer auffälligen Entwicklung, jetzt wieder. Die Anleger scheinen sich festgebissen zu haben.
Die Aktie rutschte damals auf ein neues Jahrestief, doch von Panik keine Spur.

Aus Bärensicht fehlten die Anschlussverkäufe und die Aktie drehte plötzlich wieder zur Oberseite. Wir hatten berichtet:
SAP: Neues Jahrestief. Gefahr im Verzug?

Es scheint fast so als hätte die absolute Mehrheit der SAP -Aktionäre die Entscheidung getroffen, die derzeitige Krise auszusitzen.

Wenn keiner verkaufen will, dann wird es mit sinkenden Kursen schwer.

Wir kennen das aus früheren Krisen. Wenn eine gewisse Resignation erreicht ist und auf schlechte Nachrichten nicht mehr reagiert wird, ist der Boden nicht weit, zumindest temporär.

Kinnhaken ohne Folgen

Genau dazu kam es am Donnerstag wieder. SAP hat magere Quartalszahlen vorgelegt, der Kurs hat aber nicht darauf reagiert.

Der Gewinn lag in Q2 mit 0,28 je Aktie weit über den Erwartungen von 1,10 Euro. Der Umsatz verfehlte mit 7,52 Mrd. die Analystenschätzungen von 7,60 Mrd. Euro ebenfalls deutlich.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 13%, allerdings aber auch einem Gewinneinbruch um 75%.

Darüber hinaus musste man die Prognose für 2022 senken. Beim Betriebsergebnis musste man von 7,8 – 8,25 auf 7,6 – 7,9 Mrd. Euro erheblich zurückrudern.

Begründet wurde die Anpassung durch den „Krieg in der Ukraine und einen potenziellen weiterhin deutlichen Rückgang der Softwarelizenzerlöse“.

Beim Umsatz hält man allerdings an den bisherigen Prognosen fest. Die Clouderlöse sollen 11,55 bis 11,85 Mrd. Euro erreichen, die Cloud- und Softwareerlöse 25,0 – 25,5 Mrd. Euro.

Der freie Cashflow soll weiterhin bei „über 4,5 Mrd. Euro“ liegen.

Fazit

Es ist also nicht ganz so schlimm, wie man auf den ersten Blick hätte annehmen können.
Daher hat die grundsätzliche Einschätzung der letzten Analyse (Link) weiterhin bestand.

SAP ist relativ betrachtet niedrig bewertet, allerdings ist der Ausblick und dürftig.

Abschreiben sollte man SAP aber sicherlich nicht.
Wenn man den Prognosen glauben darf, dürfte der Gewinn 2022 zwar deutlich sinken, aber ab 2023 wieder steigen.

Wenn man wieder eine klare Verbesserung der Zahlen erkennen kann, wird das mehr Anleger überzeugen und die Kurse dürften wieder steigen.
In vielen Fällen beginnt ein neuer Aufwärtstrend bereits in Erwartung der besseren Geschäftszahlen. Es könnte also bald so weit sein.

Gigantische Abwärtsrisiken geht man auf diesem Niveau nicht ein.

SAP geht davon aus, dass der freie Cashflow in diesem Jahr auf 4,5 Mrd. Euro sinken wird.
Damit kann man den aktuellen Börsenwert von 102,0 Mrd. Euro guten Gewissens rechtfertigen.
Vor allem, wenn die Prognosen richtig sind und der FCF bis 2024 auf über 7,0 Mrd. Euro steigt.

Bis dahin dürfte der Anteil der planbaren Umsätze 85% erreichen. Da Unternehmen mit wiederkehrenden Umsätzen in der Regel mit einem P/FCF von über 25 bewertet werden, ergäbe sich erhebliches Potenzial.

Rechnen wir nach

Nehmen wir an, dass das gelingen kann und dass SAP perspektivisch marktüblich bewertet wird, ergibt sich folgende Rechnung.

Wird der 85%ige Anteil am freien Cashflow mit einem P/FCF von 25 bewertet und das restliche Geschäft mit einem Multiplikator von 15, ergibt sich daraus ein fairer Unternehmenswert von 164,5 Mrd. USD

Aus heutiger Sicht entspricht das einem Potenzial von rund 59%. Derartige Kursziele sollte man allerdings mir Vorsicht genießen.
Es ist weder sicher, dass SAP diese Bewertung zugestanden wird und noch weniger, dass die Prognosen richtig sind.

Chart vom 22.07.2022 - Kurs: 91 Kürzel: SAP - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 22.07.2022 – Kurs: 91 Kürzel: SAP – Wochenkerzen
Chart vom 22.07.2022 - Kurs: 91 Kürzel: SAP - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 22.07.2022 – Kurs: 91 Kürzel: SAP – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht stehen die Zeichen auf Erholung. SAP ist übergeordnet bullisch, die Aufwärtstrends sind intakt und die Aktie hat in den letzten Wochen eine Bodenbildung in der Unterstützungszone bei 85 – 87 Euro vollzogen.

Ausgehend von dieser Basis könnte es jetzt zu einer Erholung in Richtung 95 Euro starten. Darüber wäre der Weg bis 100 oder sogar 104 Euro frei.

Fällt SAP jedoch per Wochenschluss unter 85 Euro zurück, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.
In diesem Szenario müsste mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 81,75 oder zum unteren Abwärtstrend eingeplant werden, der aktuell bei circa 79 Euro verläuft.

Darunter würde sich das Chartbild erheblich eintrüben.

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Vorherige Analysen der SAP Aktie

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Am Donnerstag wurde bei mir ein Kursalarm ausgelöst. SAP hat das bisherige Jahrestief unterschritten. Gehen jetzt die charttechnischen Lichter aus?

Es ist nie ein gutes Zeichen, wenn Aktien auf ein neues Jahrestief fallen. Bei SAP scheinen aber bisher aber die Anschlussverkäufe zu fehlen.
Panik sieht anders aus.

Am Donnerstag drehte die Aktie Intraday und schloss auf Xetra bei 86,70 Euro.
Der Schlusskurs war also weit entfernt vom Tagestief bei 84,28 Euro und was noch wichtiger ist: SAP notierte damit wieder über dem alten Jahrestief.

Chart vom 01.07.2022 - Kurs: 86,63 Kürzel: SAP - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 01.07.2022 – Kurs: 86,63 Kürzel: SAP – Tageskerzen

Bei SAP finden wir interessanterweise sehr viele Fehlsignale im Chart. Seit Ende Februar gab es gleich drei Fälle, in denen die Aktie sehr schwach eröffnete, ein neues Jahrestief erreichte und dann postwendend wieder zur Oberseite zog.

Ich gehe selten auf solche Details ein, weil sie für einen langfristigen Investoren keine große Rolle spielen. Für Trader sind solche Themen jedoch von enormer Bedeutung.

In den drei bisherigen Beispielen kam es jeweils zu Erholungen von 8% oder mehr. Für einen Trade ist das vollkommen ausreichend.
Wir werden sehen, ob es wieder dazu kommen wird.

Chart vom 01.07.2022 - Kurs: 86,63 Kürzel: SAP - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 01.07.2022 – Kurs: 86,63 Kürzel: SAP – Wochenkerzen

Doch selbst wenn es nicht gelingt, für die Bullen ist noch lange nicht aller Tage Abend. Alle relevanten Tiefs der letzten Jahre lagen zwischen 82 und 90 Euro. SAP hat aus technischer Sicht also noch ein wenig Spielraum.

Deshalb kam es zu dem „Kurssturz“

Auslöser des gestrigen Abverkaufs war ein negatives Rating. Die meisten Leser werden wissen, wie unverständlich mir Kursreaktionen auf Kommentare von Analysten sind.

Wer seine Anlageentscheidungen auf Basis von Ratings trifft, dem gnade Gott.
Ratings laufen den Kursen hinterher und nicht umgekehrt.

Exane BNP stuft SAP jedenfalls von Outperform auf neutral.

Als Begründung führt man an, dass die Anlagestory des Unternehmens kompliziert bleibe und man sehe Nachfragerisiken, weil Investitionen in Software zunehmend auf den Prüfstand gestellt würden.

Das kann man durchaus so sehen, doch all das doch schon seit 3-4 Monaten bekannt.

Die wichtige Erkenntnis ist aber, dass man SAP, während dem Absturz der letzten Monate auf Outperform hatte. Jetzt am Jahrestief sieht man die Aktie neutral.

Vielleicht wäre es umgekehrt besser gewesen.

Investment -Case

Wir haben es spiegelverkehrt versucht.
Meine letzte Analyse zu SAP liegt schon etwas zurück und war nicht gerade positiv. Die Details finden Sie hier:
SAP: Enttäuschend

Seitdem ist der Kurs von 110,90 auf 86,63 Euro gefallen. Das macht natürlich einen großen Unterschied und daher sondieren wir jetzt wieder die Lage.

Denn wir waren zwar bei den höheren Kursen pessimistisch, aber das muss jetzt nicht mehr der Fall sein.

Wer über ein Investment in SAP nachdenkt, sollte den zuvor verlinkten Artikel lesen. Es ist wichtig, die dort angesprochenen Themen und Details zu kennen.

Am wichtigsten ist sicherlich das Thema Transformation in Richtung Cloud und die damit einhergehenden Veränderungen in der Geschäftszahlen. Das verursacht enorme Reibung, ist langfristig aber die richtige Entscheidung.

Ausblick und Bewertung

Relativ gesehen ist SAP günstig. Die Aktie notiert heute wieder auf dem Niveau von 2017.
Seitdem ist der Umsatz allerdings von 28,15 auf 31,61 Mrd. Euro gestiegen. Der Gewinn kletterte von 3,36 auf 4,46 Euro je Aktie.
DAS KGV ist dementsprechend von 26 auf 19,5 gesunken.

Allerdings ist der Ausblick auch wirklich mager. Mit Gewinnsteigerungen dürfte es vorerst zu Ende sein. Ein neues Rekordergebnis wird erst für 2024 und bis dahin kann noch viel schiefgehen.

Wirkliche Begeisterung dürfte das bei den wenigsten Anlegern auslösen. Damit der Kurs nachhaltig steigt, benötigt es einen Auslöser.
SAP muss die Erwartungen übertreffen und den Anlegern einen Grund geben, einzusteigen.

Die nächste Chance dazu hat der Software-Gigant am 21. Juli, dann werden wieder Quartalszahlen vorgelegt.

Bull-Case

Abschreiben sollte man SAP aber sicherlich nicht. Es ist womöglich nur nicht der richtige Zeitpunkt, um einzusteigen.
Wenn man den Prognosen glauben darf, dürfte der Gewinn 2022 zwar deutlich sinken, aber 2023 aber wieder steigen.

Wenn man wieder eine klare Verbesserung der Zahlen erkennen kann, wird das mehr Anleger überzeugen und die Kurse dürften wieder steigen.
In vielen Fällen beginnt ein neuer Aufwärtstrend bereits in Erwartung der besseren Geschäftszahlen. Es könnte also bald so weit sein.

Gigantische Abwärtsrisiken geht man auf diesem Niveau nicht ein.

SAP geht davon aus, dass der freie Cashflow in diesem Jahr auf 4,5 Mrd. Euro sinken wird.
Damit kann man den aktuellen Börsenwert von 102,0 Mrd. Euro guten Gewissens rechtfertigen. Vor allem, wenn die Prognosen richtig sind und der FCF bis 2024 auf über 7,0 Mrd. Euro steigt. Bis dahin dürfte der Anteil der planbaren Umsätze 85% erreichen. Da Unternehmen mit wiederkehrenden Umsätzen in der Regel mit einem P/FCF von über 25 bewertet werden, ergäbe sich erhebliches Potenzial.

Das war knapp. SAP war zeitweise schon auf ein neues Jahrestief gefallen, dann begannen Käufer, die Verluste einzugrenzen. Auslöser des Abgabedrucks: Die Ergebnisse des ersten Quartals. Waren die gut genug, um den Boden weiterhin halten zu können?

Die Quartalsbilanz kam bereits vor Beginn des vorbörslichen Geschäfts heraus und sorgte anfangs nicht für allzu viel Druck. Der begann um 9 Uhr mit Beginn des regulären Handels und weitete sich aus, bis die Aktie in der Spitze gut 5,7 Prozent im Minus lag und unter die Supportzone aus den Tiefs vom Februar und März im Bereich 94,48/94,97 Euro gefallen war. Doch zur Mittagszeit tauchten erste Käufe auf. Die Aktie zog an und schaffte es, sich am Nachmittag zu halten, so dass am Ende nur ein Minus von 2,0 Prozent zu Buche stand.

Und das ist gar nicht mal so schlecht. Denn während sich SAP auf dem Level eines moderaten Minus stabilisierte, fiel der DAX immer weiter zurück. Andere Aktien fielen am Ende des Tages deutlich stärker, auch der DAX selbst wies mit -2,48 Prozent am Ende ein größeres Minus aus als die SAP-Aktie. In einem derart nervösen Umfeld ist das beileibe keine Garantie dafür, dass die Verkäufer heute nicht einfach zurückkommen und dieser Boden bei 94,48/94,97 Euro doch noch bricht. Aber es deutet an, dass man das Quartalsergebnis durchaus als ausreichend ansah, um bei SAP nicht massiver die Reißleine zu ziehen. Ein Blick auf diese Zahlen:

Expertenmeinung: Der Umsatz lag mit 7,08 Milliarden Euro deutlich höher als im Vorjahresquartal (6,35 Milliarden). Damit lag SAP auch über der durchschnittlichen Erwartung der Analysten, die bei 6,9 Milliarden lag. Doch die Margen gestalteten sich nicht mehr so üppig wie 2021. Dadurch lag der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) trotz höherem Umsatz niedriger als vor einem Jahr, konkret bei 1,68 Milliarden nach 1,74 Milliarden im Vorjahr. Das wiederum lag leicht unter der durchschnittlichen Expertenprognose. Der Nettogewinn fiel mit 740 Millionen Euro sogar deutlich unter das Netto-Ergebnis des ersten Quartals 2021 (1,04 Milliarden Euro). Das liest sich nicht berauschend, aber:

Das war keine böse Überraschung, denn SAP hatte zugleich seinen bisherigen Ausblick auf das Gesamtjahr bestätigt. Und der wies beim Betriebsergebnis eine Prognose von 0 bis -5 Prozent gegenüber 2021 aus. Dass der Gewinn im laufenden Jahr nach den starken Ergebnissen 2020 und 2021 zurückkommen würde, wusste man also. Und es wäre gut möglich, dass diejenigen, die mit ihren Käufen den Boden der Aktie retteten, honorierten, dass der Softwarekonzern die Prognose trotz seines sukzessiven Rückzugs aus Russland nicht nach unten korrigieren musste.

Die Chance, dass dieser bisherige Boden halten wird, ist also gegeben. Aber daraufhin jetzt einzusteigen, wäre riskant. Erstens, weil der Gesamtmarkt schwach ist und die Aktie mit in die Tiefe reißen kann. Zweitens, weil ein zunächst vereitelter Ausbruch nach unten noch kein bullisches Signal ist, sondern eben nur die Verhinderung eines bärischen Signals. Bullisch wäre SAP erst, wenn die Trading-Range der vergangenen Wochen mit Schlusskursen über 104,40 Euro nach oben verlassen und dadurch ein Doppeltief vollendet würde. Wer hier auf der Long-Seite dabei wäre, wäre daher wohl gut beraten, einen Stop Loss knapp unter das Verlaufstief des Freitags (94,04 Euro) zu legen. Denn wenn das fällt, ist das Risiko groß, dass die „Rettungsaktion“ des Freitags doch noch scheitert.

SAP-Aktie: Chart vom 22.04.2022, Kurs 97,57 Euro, Kürzel SAP | Online Broker LYNX

SAP liefert wieder eine enttäuschende Prognose. 2022 sollen Gewinn und FCF sogar sinken. Kann der langfristige Ausblick darüber hinwegtrösten? Wo könnte man einsteigen?

Kurzfristiges Denken

SAP zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Unternehmenssoftware. Mit den Lösungen können Geschäftsprozesse wie z.B. Einkauf, Vertrieb, Kundenbeziehungen sowohl intern als auch unternehmensübergreifend effizient organisiert werden.

Laut Unternehmensangaben berühren 76 % aller weltweit verarbeiteten Geschäftstransaktionen ein SAP-System.

Für viele Unternehmen wäre eine Umstellung auf andere Systeme kaum machbar. Es gibt also gute Gründe, warum die Aktie ein klarer Outperformer ist und den Dax um Längen geschlagen hat und langfristig wohl auch schlagen wird.

In der letzten Zeit hat SAP den Anlegern die Stimmung aber immer wieder vermiest.
Ende 2020 musst man beispielsweise die Prognose kappen, und dass nur wenige Wochen, nachdem man sie bestätigt hatte.

Beim Software-Giganten scheint sich eine gewisse Überheblichkeit einzuschleichen. Zuletzt hat man viele Kunden verärgert, da man mehreren Berichten zufolge während der Pandemie auch Wartungsgebühren für Programme verlangt hat, die nicht genutzt wurden.
Kurzfristiges Denken ist in der Geschäftswelt wie in der Börse keine gute Strategie.

Ein Satz mit x

Für weiteren Unmut haben die jüngsten Daten gesorgt, die SAP am Donnerstag präsentiert hat.

Die Clouderlöse konnten 2021 um 17% auf 9,42 Mrd. Euro gesteigert werden. Der Konzernumsatz legte allerdings nur um 2% auf 27,84 Mrd. Euro zu.
Das Ergebnis konnte nur um 3% auf 4,46 Euro je Aktie gesteigert werden.

Toll ist das nicht, die Zahlen waren allerdings weitgehend bekannt und entsprachen den Erwartungen.

Enttäuschend war vor allem der Ausblick. Demnach dürfte der Gewinn 2022 stagnieren oder um bis zu 5% sinken.
Der freie Cashflow wird voraussichtlich von 5,01 auf 4,50 Mrd. Euro sinken.

Bei allem Verständnis dafür, dass die Transformation in Richtung Cloud und die Umstellung auf S/4 Hana Reibung erzeugt, gut ist das nicht.

Die Übernahme von Taulia hilft sicherlich auch nicht, bei einem angeblichen Kaufpreis von knapp unter einer Milliarde Euro, fällt die Sache aber nicht sonderlich ins Gewicht.

Langfristig trotzdem interessant?

Vorerst gibt es also wenig Gründe, die für ein unmittelbares Investment sprechen. Der Newsflow dürfte in den kommenden Monaten schlecht ausfallen.

Partylaune wird bei einem rückläufigen Gewinn und FCF sicherlich nicht aufkommen. Eine größere Rallye ist erst zu erwarten, wenn sich das ändert.

Perspektivisch soll es das. Für 2025 stellt SAP einen Umsatz von 36 Mrd. Euro in Aussicht, davon 22 Mrd. durch Cloud-Anwendungen.
Das Betriebsergebnis soll von 8,23 auf 11,5 Mrd. Euro steigen. Der FCF soll 8,0 Mrd. Euro erreichen.

Gelingt das, könnte SAP im Jahre 2025 zwischen 160 und 200 Mrd. Euro wert sein. Beim derzeitigen Kurs von 110,90 sind es etwas mehr als 130 Mrd. Euro.

Vertraut man dem Unternehmen und glaubt, dass die Ziele auch erreicht werden, ist der Rest einfache Mathematik.
Ausgehend vom heutigen Niveau liegt die realistische Renditeerwartung irgendwo zwischen 7 und 12% zuzüglich Dividende.

Chart vom 27.01.2022 Kurs: 110,90 Kürzel: SAP - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 27.01.2022 Kurs: 110,90 Kürzel: SAP – Wochenkerzen

Wem das zu wenig ist, der muss entsprechend günstiger einsteigen. Nach dem Bruch der Unterstützung bei 114 Euro stehen die Chancen gut, dass es noch eine Etage tiefer geht.

Eine mögliche Anlaufstelle liegt bei 105 Euro. Wirklich interessant wird es zwischen 100 Euro und dem Aufwärtstrend bei 95 Euro.

Stellt man bei einem Einstiegskurs von 95 Euro dieselbe Rechnung an wie zuvor, kommt man plötzlich auf eine zu erwartende Rendite von 13-21%.
Das zeigt, wie wichtig der richtige Einstiegspreis ist. Bei anderen Aktien ist es nicht anders.

Am späten Dienstagabend präsentierte der Softwarekonzern SAP die vorläufigen Ergebnisse des dritten Quartals. Gut waren sie, reichten aus, um die Gesamtjahresprognose leicht anzuheben. Aber ist das Ergebnis auch gut genug, um die Bullen wieder ins Spiel zu bringen?

Umwerfende Zuwachszahlen kamen da ja nicht auf den Tisch. Der Umsatz legte zwischen Juli und September um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu, das EBIT (Gewinn vor Steuern und Zinsen) stieg um 1,5 Prozent. Und der Nettogewinn lag sogar knapp 14 Prozent unter dem des Vergleichszeitraums. Aber die Experten und letztlich auch das Gros der Anleger hatten eben noch niedrigere Erwartungen.

Man ging davon aus, dass SAP im laufenden Jahr nicht an die Ergebnisse von 2020 würde anknüpfen können. Als SAP das Ende Oktober 2020 avisierte, traf das die Investoren unerwartet. Es kam zu der gewaltigen Abwärts-Kurslücke, die selbst jetzt noch nicht nachhaltig ausgebügelt ist. Aber diese harsche Reaktion von damals hatte auch einen Vorteil: Die Erwartungshaltung kam massiv zurück. Da ist es dann eben leichter, auch mit kleinen Erfolgen für zufriedene Anleger zu sorgen. Und in diesem Fall ist die Überraschung in der Tat zwar positiv, aber auch eher eine der kleineren Art:

Auf Basis dieser Ergebnisse passte SAP die Gesamtjahresprognose nach oben an, aber nur sehr leicht. Nur bezogen auf den Umsatz im Cloud-Geschäft sieht man das Wachstum jetzt in einer Spanne zwischen 16 bis 19 Prozent, vorher hatte der Ausblick bei 15 bis 18 Prozent gelegen. Und der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) soll jetzt, um Sondereffekte bereinigt, zwischen 0 und -2 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegen, da lag der Ausblick vorher zwischen 0 und -4 Prozent. Damit drängt sich in der Tat die Frage auf, ob die gestrige, positive Reaktion mehr sein könnte als eine Eintagsfliege.

Expertenmeinung: Fraglich ist das nicht auf Basis der charttechnischen Situation, die ist für eine Rallye ideal. Aber auch, wenn SAP in diesem Jahr besser abschneiden wird als zunächst befürchtet, warum sollte es dann gelingen, die 2020 markierten Rekordlevels von 143 Euro zu erreichen oder gar zu überbieten, als man noch dachte, das Wachstum des Softwarekonzerns würde sich dynamisch fortsetzen? Das wäre realistisch, wenn Investoren und Analysten davon ausgehen würden, dass sich die „Wachstumspause“ auf 2021 beschränken würde. Aber zumindest im Moment erwartet man für 2022 auch keine höheren Gewinne. Möglich also, dass die durch die Quartalsbilanz losgetretene Rallye auf dem Weg zum Rekordhoch verhungert.

Ob es so kommt, wird davon abhängen, wie intensiv sich das bullische Lager jetzt und in den kommenden Tagen zeigt. Denn zumindest die rein chart- und markttechnisch agierenden Trader würden hier eine ideale Basis für Anschlusskäufe vorfinden. SAP hatte im Vorfeld die Supportzone 111/112 Euro und die bei knapp 115 Euro verlaufende 200-Tage-Linie verteidigt. Von dort aus gelang mit der gestrigen, positiven Reaktion der Sprung zurück in den zuvor gebrochenen, im Oktober 2020 etablierten Aufwärtstrend und über die 20-Tage-Linie. Solange die SAP-Aktie nicht wieder abdreht und doch noch unter 111 Euro schließen sollte, wäre dadurch die Basis für einen weiteren Anstieg vorhanden, zumindest bis 127,38/129,24 Euro, zu der Widerstandszone, die der Rückkehr auf alte Hochs als nächste im Weg stehen würde. Lahmes Wachstum kontra starke Charttechnik – eine spannende Konstellation!

SAP-Aktie: Chart vom 13.10.2021, Kurs 121,50 Euro, Kürzel SAP | Online Broker LYNX