Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
Eine kostenlos verfügbare Datenbank, zehntausende Kunden und inzwischen Milliardenumsätze. Der CEO wechselt trotzdem zu Meta.
Ein Jahrzehnt Vorarbeit
Die Datenbank von MongoDB konnte über Jahre hinweg kostenlos genutzt werden und wurde von Anfang an auf Entwickler zugeschnitten. Das sorgte für eine enorme Verbreitung.
Heute gilt MongoDB als eine der populärsten NoSQL-Datenbanken der Welt und belegt im DB-Engines-Ranking der Document Stores aktuell den ersten Platz.
Zu den bekannteren Kunden gehören beispielsweise Novo Nordisk, Wells Fargo, SAP, Google, eBay, Adobe, Toyota und viele mehr.
Inzwischen müssen viele Nutzer aber zahlen und da eine Umstellung zu aufwendig sein kann und Menschen träge sind, bleiben viele Anwender einfach dabei. Außerdem wären die Alternativen auch mit Kosten verbunden.
Heute hat MongoDB rund 70.000 zahlende Kunden.
Der entscheidende Vorteil von MongoDB liegt aber in der Architektur der Datenbank. Traditionelle Datenbanken wie Oracle, Microsoft SQL Server oder PostgreSQL speichern Daten typischerweise in Tabellen. MongoDB verwendet dagegen eine dokumentenbasierte Architektur, bei der Daten flexibler gespeichert werden.
MongoDB ist gut positioniert
Das passt besonders gut zu moderner Software, Cloud-Anwendungen und großen Datenmengen. Das ist absolut entscheidend.
MongoDB hat damit einen Markt adressiert, der lange von etablierten Anbietern wie Oracle, Microsoft und IBM geprägt war. Deren Systeme sind keineswegs verschwunden, doch die Anforderungen moderner Anwendungen haben sich verändert – und MongoDB scheint hier eine bessere Lösung zu bieten.
Entwickler können MongoDB zunächst kostenlos testen und Anwendungen darauf aufbauen. Wird daraus ein geschäftskritisches System, steigt der Bedarf an Skalierung, Sicherheit, Support und Cloud-Diensten. An dieser Stelle ist die Monetarisierung naheliegend.
Dieser Land-and-Expand-Ansatz funktioniert bislang gut. In den letzten fünf Geschäftsjahren konnte der Umsatz von 874 Mio. USD auf 2,46 Mrd. USD gesteigert werden.
Vor drei Jahren wurde erstmals ein positiver freier Cashflow erzielt, der sich seitdem von 1,62 auf 6,16 USD je Aktie vervielfacht hat.
MongoDB wird zur Cloud-Plattform
Der wichtigste Wachstumstreiber ist MongoDB Atlas. Dabei handelt es sich um die vollständig gemanagte Cloud-Version der Datenbank. Der Kunde muss sich nicht selbst um Server, Skalierung, Backups und große Teile des Betriebs kümmern. Bezahlt wird weitgehend nach Nutzung.
Im letzten Geschäftsjahr entfielen rund drei Viertel der Umsätze auf diesen Geschäftsbereich.
Das verändert den Charakter des Unternehmens. MongoDB verkauft nicht mehr einfach eine Datenbanklizenz, sondern baut ein verbrauchsabhängiges Cloud-Geschäft auf.
Noch wichtiger ist, dass die Plattform immer mehr Funktionen bündelt. Neben der eigentlichen Datenbank gehören Search, Analytics, Stream Processing und Vector Search dazu. Gerade Letzteres ist für KI-Anwendungen interessant, weil Unternehmen ihre eigenen Daten mit KI-Modellen verbinden müssen. MongoDB versucht damit, zum zentralen Datenlayer für moderne Anwendungen und KI-Agenten zu werden.
Auftragsbestand steigt um 91 %
Diese Strategie scheint aufzugehen. Im laufenden Geschäftsjahr hat sich die gute Entwicklung konsequent fortgesetzt.
Im letzten Quartal lag der Non-GAAP-Gewinn mit 1,90 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 1,60 USD. Mit einem Umsatz von 772 Mio. USD wurden die Analystenschätzungen von 734 Mio. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 30 % und einem Anstieg des Non-GAAP-Gewinns um 90 %.
Besonders interessant ist, dass der Auftragsbestand (RPO, Remaining Performance Obligations) um 91 % auf 1,52 Mrd. USD sprunghaft angestiegen ist.
Das spricht dafür, dass sich das Wachstum dynamisch fortsetzen dürfte.
Daher wurde die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr von 2,92 – 2,96 Mrd. USD auf 2,99 – 3,03 Mrd. USD und die Non-GAAP-Gewinnerwartungen von 5,95 – 6,14 USD je Aktie auf 6,39 – 6,58 USD je Aktie erhöht.
Der Haken kommt ausgerechnet jetzt
Fundamental läuft das Geschäft also weiterhin gut. Umso überraschender kam am Montag der Abgang von CEO Chirantan Desai. Er verlässt MongoDB mit sofortiger Wirkung, um bei Meta eine neue Enterprise-Plattform für KI-Anwendungen aufzubauen. Die Aktie verlor daraufhin rund 18 %.
Als seinen Interims-Nachfolger hat man seinen Vorgänger zurückgeholt. Dev Ittycheria hatte den Posten als CEO von MongoDB von 2014 bis November 2025 inne.
Desai war demnach nur für knapp 11 Monate CEO bei MongoDB.
Ich würde das als verkraftbaren Verlust bezeichnen. Darüber hinaus hat Meta bereits mehrfach erhebliche Summen in einzelnen Projekte verbrannt, ohne damit immer nennenswerte Erfolge zu erzielen. Das Metaverse steht geradezu sinnbildlich dafür.
Ob Meta also jemals zu einer wirklichen Gefahr für MongoDB wird, darf zumindest angezweifelt werden.

Man kann sich vortrefflich darüber streiten, ob MongoDB auf dem aktuellen Niveau noch immer zu hoch bewertet ist, aber immerhin ist der Kurs der Aktie 18 % niedriger als noch einen Tag zuvor.
--- ---
--- (---%)Displaying the --- chart
Heutigen Chart anzeigen
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.09.2026 um 14:58 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Mehr als 13.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.
Ausgezeichnete Preise. Ausgezeichneter Service. Mein Broker ist LYNX.

