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Nachdem die Mercedes-Benz Group am Dienstag ihre Quartalsbilanz vorlegte, zog die Aktie anfangs kräftig an. Es schien, als hätten sich viele gedacht, dass jetzt die Talsohle erreicht sei, und deswegen gekauft. Aber dieser Eindruck relativierte sich zum Handelsende deutlich.
Am Tageshoch lag die Mercedes-Benz-Aktie stattliche 5,9 Prozent im Plus. Und das kurz nach der Veröffentlichung der Bilanz des zweiten Quartals nebst angepasstem Ausblick auf das Gesamtjahr. Da liegt der Gedanke schon nahe, dass viele Marktteilnehmer mit noch schlechteren Zahlen gerechnet hatten und angesichts dieser Ergebnisse den Eindruck gewannen, dass die Aktie ihr Tief eigentlich gesehen haben müsste.
Doch zum Handelsschluss schmolz dieses zeitweise sehr kräftige Plus auf nur noch 2,88 Prozent zusammen. Und aus einer langen grünen Kerze, die den Kurs unmittelbar an eine mittelfristig wichtige Widerstandszone führte, wurde dadurch am Ende ein „Inverted Umbrella“-Doji mit potenziell negativer Aussage.

Je nachdem, auf welche Zahlen man schaute, wirkte das Ergebnis des Frühjahrsquartals gar nicht so dramatisch. Der Umsatz ging nur um drei Prozent zurück, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 1,55 Milliarden Euro höher als im Vorjahreszeitraum, der Nettogewinn mit 1,09 Milliarden Euro ebenso. Die Umsatz-Gewinnmarge fiel zwar von 5,1 Prozent im Vorjahresquartal auf 4,0 Prozent, seitens der Analysten hatte die Prognose aber noch niedriger, bei 3,8 Prozent, gelegen. Aber das war insgesamt gesehen trotzdem nicht wirklich besser als erwartet.
Expertenmeinung: Denn die Analysten hatten im Schnitt ein EBIT von 1,66 Milliarden Euro prognostiziert, beim Nettogewinn sogar 1,5 Milliarden statt der 1,09 Milliarden Euro, die es dann wurden. Und auch wenn man damit gerechnet hatte, dass die Mercedes-Benz Group ihre Umsatzprognose für 2026 zurücknehmen würde – von „auf Vorjahresniveau“ auf jetzt „leicht unter Vorjahr“ –, während die Prognose der Umsatzmarge von 3,0 bis 5,0 Prozent beibehalten wurde, gilt:
Von „hätte schlimmer sein können“ waren diese Ergebnisse weit genug entfernt, um nicht als solide Basis einer echten Aufwärtswende dienen zu können. Denn das eigentliche Kerngeschäft, der Pkw-Sektor, sieht derzeit kein Licht am Ende des Tunnels. Insgesamt fiel die Zahl der verkauften Fahrzeuge um knapp acht Prozent. Und es ist der so wichtige Markt China, der dabei zum Bleigewicht wird: Hier gingen die Verkäufe gegenüber dem Vorjahr um drastische 30 Prozent zurück. Da die Wende zu schaffen, wirkt momentan höchst knifflig.
Dass nahe der mittelfristig wichtigen Widerstandszone zwischen 46,46 und 49,15 Euro, die auf der Oberseite durch die obere Begrenzungslinie des mittelfristigen Abwärtstrendkanals definiert wird, Abgabedruck einsetzte, weil einige dieses Kursplus als unverhoffte Chance sahen, zu besseren Kursen als gedacht auszusteigen oder sogar Short-Positionen aufzubauen, ist also nicht überraschend.
Ein „Hätte schlimmer sein können“ kann bisweilen durchaus zur Basis einer Aufwärtswende werden. Aber hier, bei der Mercedes-Benz-Aktie, sieht es nach diesem Bilanztag erst einmal nicht danach aus. Bevor diese Widerstandszone, in der die Aktie gestern einen Teil ihrer Gewinne verlor, nicht klar bezwungen ist, wären Long-Positionen gewagt.
Quellenangaben:
Ergebnis des 2. Quartals 2026, 28.07.2026: https://group.mercedes-benz.com/dokumente/investoren/berichte/zwischenberichte/q2/mercedes-benz-zwischenbericht-q2-2026.pdf
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.07.2026 um 20:18 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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