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Am Freitag reagierte die L’Oréal-Aktie auf am Vorabend veröffentlichte Bilanzdaten mit einem Kursrückgang von in der Spitze gut sieben Prozent. Am Montagabend war fast das gesamte Minus wieder aufgeholt. Das sollte man sich genauer ansehen.
Richtig ist, dass der Kosmetik-Riese am Donnerstagabend ein Ergebnis vorlegte, das man in Analystenkreisen, zumindest im Schnitt, etwas besser erwartet hatte. Auch richtig ist aber, dass das Ergebnis nicht schlecht war. Bedenkt man, dass der Konsum auch in gehobenen Preissegmenten weltweit zu kämpfen hat, war es durchaus respektabel, dass L’Oréal in allen Bereichen gegenüber 2025 mit Pluszeichen aufwarten konnte – außer beim Gewinn pro Aktie, der geringfügig von 11,95 auf 11,44 Euro zurückkam. Was indes nicht für den operativen Gewinn galt:
Da ging es leicht von 8,69 auf 8,89 Milliarden Euro nach oben, basierend auf einem (wenngleich weniger als gedacht) gestiegenen Umsatz, der um (nicht währungsbereinigt) 1,3 Prozent zulegte, und einer von 20,0 auf 20,2 Prozent gesteigerten operativen Marge. Auch die Dividende wird angehoben, von 7,00 auf 7,20 Euro. Was allerdings auch weniger war als von den Experten im Vorfeld vermutet. Dass die Aktie daraufhin am Folgetag nicht durch die Decke gehen konnte, war klar. Aber für einige war das zeitweise gut sieben Prozent ausmachende Minus offensichtlich überzogen:

Noch am Freitag gelang es, den Abschlag bis zum Handelsende auf 4,9 Prozent einzugrenzen. Und was beeindruckt, dass die L’Oréal-Aktie am Montag 3,4 Prozent zulegte und damit bis auf 1,7 Prozent (von oben gerechnet) an das Kurslevel herankam, das die Aktie vor der Vorlage der Bilanz gesehen hatte. Und das ist vom Chartbild her durchaus ermutigend, denn wir sehen, dass die Aktie damit da nach oben drehte, wo es wichtig wurde:
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Expertenmeinung: Der Kurs hat damit oberhalb der mittelfristigen, im vergangenen April etablierten Aufwärtstrendlinie gedreht und mit dem Anstieg des Montags die 200-Tage-Linie zurückerobert. Das alleine ist aber noch nicht bullisch, sondern hat nur ein bärisches Signal verhindert. Um ein mittelfristig relevantes, bullisches Signal zu generieren, müsste L’Oréal die Widerstandszone 395/399 Euro überwinden und sich, anders als bei den vorherigen Ausbruchsversuchen, auch darüber festsetzen. Aber mit ihren Käufen haben die Akteure den Weg nach oben zumindest freigehalten. War das also doch nicht so schlecht, was da gemeldet wurde?
Das kann man durchaus so sehen. Denn auch wenn es insgesamt etwas weniger wurde als erhofft: L’Oréal wächst, auch in diesem schwierigen Umfeld. Richtig ist zwar, dass vor allem das Geschäft in China im vierten Quartal enttäuschend verlief. Aber in Europa ist das Wachstum robust … und auch in Nordamerika, zumindest, wenn man den Währungseffekt ausklammert und den reinen Warenabsatz betrachtet. Und das ist angesichts des Gegenwinds durch die US-Zölle beeindruckend.
Da der Euro nicht für alle Zeit steigen und dadurch die Gewinne drücken wird und auch China über kurz oder lang wieder in Fahrt kommen wird, bleibt die Perspektive, auch in den kommenden Jahren weiter wachsen zu können, also erhalten … und darauf dürfte es denen, die diese Aktie zuletzt in Abgabedruck hinein eingesammelt haben, angekommen sein, aber:
Ob das alleine ausreicht, um den Kurs über die vorgenannte Widerstandszone zu heben, ist fraglich genug, um L’Oréal auf der Beobachtungsliste zu belassen, bis sich zu grundsätzlich ermutigenden Bilanzzahlen auch de facto bullische Chartsignale gesellt haben.
Quellenangaben: Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 12.02.2026: https://www.loreal-finance.com/eng/press-release/2025-annual-results
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