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LOreal Aktie Prognose L’Oréal: Ein starker Konter!

News: Aktuelle Analyse der LOreal Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der LOreal Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Tinte auf der Meldung, dass L’Oréal die Beauty-Sparte von Kering übernimmt und mit dem Pinault-Konzern eine strategische Allianz eingeht, war noch nicht trocken, da folgte gestern Abend das Umsatzergebnis des dritten Quartals. Und das mochten die Akteure gar nicht.

Ende August/Anfang September scheiterte der Versuch, eine breit angelegte Bodenbildung abzuschließen. Die Aktie des Kosmetik-Riesen rutschte auf die 200-Tage-Linie zurück, im Chart dick blau hervorgehoben. Dort hing sie wochenlang fest, bis der Kurs am 15. Oktober auf einmal durchstartete. Ein Aufwärtsschub nach mehrfachem Test der 200-Tage-Linie – das wäre eine ideale Grundlage, um die Nackenlinien-Zone der Bodenbildung im Bereich 408/414 Euro nicht nur anzugehen, sondern zu überwinden.

L‘Oréal Aktie: Chart vom 21.10.2025, Kurs 396,36 Euro, Kürzel: OR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
L‘Oréal Aktie: Chart vom 21.10.2025, Kurs 396,36 Euro, Kürzel: OR | Quelle: TWS

Eine langfristig ausgerichtete, strategische Allianz mit Kering ist dabei eine spannende Basis. Zusammen mehr zu erreichen, klingt plausibel. Und dann kamen die Umsatzzahlen des dritten Quartals am Dienstagabend. Im regulären Handel hatte die L’Oréal-Aktie noch zugelegt. Aber als Reaktion auf die Ergebnisse sackte sie im nachbörslichen Geschäft durch, rutschte in Richtung 376 Euro und damit wieder in den Dunstkreis der bei 368 Euro laufenden 200-Tage-Linie (der Kurs vom Dienstagabend gegen 21 Uhr ist durch den dicken roten Balken am rechten Chartrand markiert).

Wie alle französischen Unternehmen lieferte L’Oréal nur die Umsätze, die kompletten Zahlen kommen immer nur nach einem Halbjahresende. So gesehen ist offen, wie sich das, was das Unternehmen da vorlegte, im Gewinn niederschlug. Aber die Trader nahmen, was da war, und stiegen aus. Was eine Reaktion war, die man zumindest mit Skepsis betrachten sollte, denn:

Expertenmeinung: L’Oréal meldete für das dritte Quartal einen Umsatzanstieg von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 10,33 Milliarden Euro. Dabei gelangen in den wichtigen Märkten USA und China Zuwächse. Was will man mehr, könnte man fragen.

10,45 Milliarden. Denn das war der Schnitt der Umsatzprognose der Analysten. So gesehen hat L’Oréal schlechter abgeschnitten als erwartet. Und kürzlich hatte LVMH die Prognose geschlagen, Schlussfolgerung: Das war schlecht.

Aber ist das ein Argument, um die Aktie wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen? Es könnte lohnen, das zumindest zu überdenken. Denn anders als die Luxusgüterkonzerne musste L’Oréal in den letzten zwei Jahren keine Umsatzeinbußen hinnehmen, auch der Gewinn schrumpfte nicht erheblich. Der Abstieg vom im Juni 2024 erreichten Rekordhoch sorgte nur für eines: für eine deutliche Reduzierung der zuvor erreichten Überbewertung. In den vergangenen Jahren war das Kurs-/Gewinn-Verhältnis zeitweise bis 50 gestiegen, aktuell liegt es – auf Basis der durchschnittlichen 2025er-Gewinnprognose – bei 30 bis 31.

Zwar kann man in dem momentanen Konsumumfeld nicht mit einem raketenartigen Anstieg der Umsätze im Kosmetiksektor rechnen, weder in Europa noch in den USA oder in China. Aber Wachstum ist möglich und wird seitens der Analysten auch erwartet. Daher scheint diese negative Reaktion im abendlichen Handel des Dienstags überzogen. Aber:

Dass man angesichts dieser moderat verfehlten Umsatzergebnisse nicht wirklich Gründe hätte, um auszusteigen, ist nur ein Argument, um hier nicht über die Short-Seite nachzudenken. Aber bei einer Aktie, die eigentlich besser laufen könnte, es aber nicht tut, wäre man gut beraten, wenn man abwartet, bis genug Marktteilnehmer die Ansicht teilen, dass hier Luft nach oben wäre – und dadurch diese mittelfristig entscheidende Zone 408/414 Euro als Widerstand herauszunehmen.

Quellenangaben: Umsatzergebnis des 3. Quartals, 21.10.2025 nach Börsenschluss: https://www.loreal-finance.com/fr/communique-de-presse/chiffre-daffaires-au-30-septembre-2025

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Klopfet an, so wird euch aufgetan … getreu diesem Bibelspruch versuchten sich die Bullen bei der L’Oréal-Aktie an einer mittelfristig entscheidenden Widerstandszone. Aber aufgetan wurde ihnen nicht. Jetzt rutscht die Aktie wieder ab … aber noch ist die Sache nicht verloren.

Gleich dreimal in den vergangenen vier Wochen lief die Aktie des französischen Kosmetik-Riesen an die Widerstandszone 407,85 zu 413,65 Euro heran, dreimal kam sie nicht durch. Das ist genug, damit bullische Trader die Segel streichen, aussteigen und vereinzelt womöglich sogar ins bärische Lager überlaufen. Und es spielte ihnen natürlich in keiner Weise in die Karten, dass man die Aktie beim US-Investmenthaus Jefferies gestern von „Halten“ auf „Untergewichten“ herunterstufte und das Kursziel von 371 auf 340 Euro nach unten nahm. Das Plus, das am Montag ein Ansatz für einen neuen Anlauf an diese bis ins Frühjahr 2024 zurückreichende Widerstandszone 407,85/413,65 Euro hätte werden können, war dadurch am Dienstag umgehend dahin.

Dass dadurch aber ein größerer Abwärtsimpuls entsteht, ist noch keine beschlossene Sache. Noch hätte der Kurs bei 370 Euro Support durch die April-Aufwärtstrendlinie, knapp darunter, bei derzeit 364 Euro, würde die 200-Tage-Linie als Sprungtuch warten. Dort könnten sich die bullischen Akteure neu formieren und einen weiteren Anlauf starten, um den „Deckel“ zu sprengen, der den Weg nach oben verstellt. Aber auch, wenn die Analysten mehrheitlich klar optimistischer sind als Jefferies und das durchschnittliche Kursziel der Experten mit momentan 386 Euro wenigstens etwas über dem aktuellen Kurslevel liegt: Einfach würde es in der Tat nicht, diese massive Widerstandszone zu überwinden.

Expertenmeinung: Denn ein Ausbruch nach oben würde die Rückkehr in die Zone bedeuten, in der in Sachen Umsatz und Gewinn noch alles in Ordnung war. In die Zeit nach Corona, als das Geschäft wieder anzog, man sich sicher war, dass die mageren Wachstumsraten im Schlüsselmarkt China nur eine kurze Episode sein würden und noch niemand an Zölle als Wachstums-Blocker dachte. Das Rekordhoch der Aktie lag im Juni 2024 bei 461,85. Würde L’Oréal also über die jetzt gerissene Hürde 407,85/413,65 Euro laufen, wäre man da schon nahe dran. Und das, obwohl die Gewinne des Unternehmens das aktuell nicht hergeben.

L‘Oréal Aktie: Chart vom 16.09.2025, Kurs 377,35 Euro, Kürzel: OR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Für 2025 schätzen die Analysten im Schnitt, dass L’Oréal auf knapp 13 Euro Gewinn pro Aktie kommen wird. Das hieße auf dem aktuellen Niveau ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis um 29. Nicht teuer, wenn die Gewinne voraussichtlich in den kommenden Jahren um 15 bis 20 Prozent per annum steigen. Zu teuer, wenn man genau damit nicht rechnen kann. Und dahingehend sind zumindest starke Zweifel angebracht, die wichtigsten Wachstumsmärkte Europa, China und USA deuten eine solche Entwicklung derzeit nicht an.

Es ist also nicht wirklich überraschend, dass den an die Widerstandszone 407,85/413,65 Euro anklopfenden Bullen nicht aufgetan wurde, weil dort zu viele andere Marktteilnehmer eine gute Gelegenheit sahen, um zu den aus ihrer Sicht da dann hohen bis zu hohen Kursen Positionen zu reduzieren oder sogar auf der Short-Seite aktiv zu werden. Und solange diese Zweifler nicht mit neuen, positiveren Argumenten konfrontiert werden, hätte auch ein jederzeit denkbarer, erneuter Anlauf an den „Deckel“ keine allzu großen Erfolgsaussichten. Zumindest nicht derart gute, dass man es wagen sollte, im Vorfeld eines solchen Befreiungsschlags einzusteigen oder zuzukaufen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wenngleich man L‘Oréals Rumpfdaten zum 1. Quartal im April positiv aufnahm, reichte das nicht für einen robusten Aufwärtstrend. Die Aktie schwankt stark, bewegt sich aber insgesamt kaum vom Fleck. Das dürfte sich am 29.7. ändern, da kommen Zahlen, auf die es ankommt.

Dass L’Oréal im 1. Quartal einen Umsatzzuwachs von 4,4 Prozent erzielte, war eine höchst positive Nachricht, zumal der Kosmetik- und Pflegekonzern, der das gehobene Preissegment bedient, ausgerechnet dort zulegen konnte, wo andere nicht vorankommen: in China.

Wenngleich L’Oréal nicht direkt zu den Luxusgüterkonzernen wie Richemont, Kering, LVMH oder Hermès zählt, gehört das Unternehmen doch zu denen, die Produkte anbieten, die man nicht kauft, wenn man knapp bei Kasse ist. Und das sind in letzter Zeit eben mehr als früher. Aber ist dieses Umsatzplus nicht ein Beleg dafür, dass das für L’Oréal kein Problem darstellt?

Expertenmeinung: Nein, denn erstens müsste sich diese positive Tendenz auch im zweiten Quartal bestätigt haben. Zweitens weiß man nicht, wie sich Gewinnmarge und Gewinn seit Ende letzten Jahres entwickelt haben, weil die französischen Unternehmen zum Ende des ersten und dritten Quartals nur Rumpfdaten in Form der Umsatzentwicklung melden. Offen ist also, ob das Mehr an Umsatz durchgehalten wurde und was da dann unter dem Strich dabei herauskam.

Stieg der Umsatz, während zugleich die Gewinnmarge zurückkam, kann das eben trotzdem einen sinkenden Gewinn bedeuten. Daher ist der 29. Juli so wichtig, denn dann werden wir sehen, wie sich das Gesamtbild im ersten Halbjahr darstellte und, auch wenn man in Frankreich da gern eher vage bleibt, was L’Oréal vom zweiten Halbjahr erwartet.

Im Licht dieser offenen Fragen wundert es nicht, dass die Aktie vom Chartbild her zwar marginal aufwärts tendiert und sukzessiv höhere Zwischentiefs zeigt, letztlich aber doch eher orientierungslos daherkommt: Man weiß einfach nicht, wie es bei L’Oréal tatsächlich läuft. Dementsprechend weit auseinander liegen die Analysten-Kursziele. Während Goldman Sachs die Aktie in seiner „Conviction Buy List“ hat und ein Kursziel von 430 Euro sieht, Einstufung „Kaufen“, hat die Deutsche Bank ein Kursziel von nur 260 Euro und stuft mit „Verkauf“ ein.

L‘Oréal Aktie: Chart vom 15.07.2025, Kurs 367,60 Euro, Kürzel: OR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
L‘Oréal Aktie: Chart vom 15.07.2025, Kurs 367,60 Euro, Kürzel: OR | Quelle: TWS

Dass gestern Barclays seine Einschätzung von „Übergewichten“ auf „Untergewichten“ änderte und das Kursziel von 384 auf 325 Euro senkte, wurde vom Markt wenig beachtet … wen will es wundern, immerhin basieren neue Einschätzungen seit den Quartalszahlen des 17. April nur auf Vermutungen. Tacheles geredet wird erst in knapp zwei Wochen, am 29. Juli.

Angesichts des „zerklüftet“ wirkenden Chartbilds ist es hier und heute nicht sinnvoll, Ankerpunkte zu suchen, über denen die Aktie ein neues bullisches oder unter denen der Kurs ein neues bärisches Signal generieren würde. Wichtig ist nur, auf eben diese Zahlen zum 2. Quartal bzw. zum 1. Halbjahr zu achten. Zeigen die in Sachen Umsatz weiter ein Plus und deutet sich an, dass es L’Oréal auch 2025 gelingen wird, den Gewinn zu steigern, wäre die Aktie, solange sie in den verbleibenden Wochen nicht durch Vorkäufe allzu deutlich steigen sollte, allemal ein interessanter Kandidat für Käufe. Denn die Bewertung, Ende 2021 noch bei absurd hohen 50 im Kurs-/Gewinn-Verhältnis, liegt auf Basis der momentanen Konsens-Erwartung eines Gewinnanstiegs im mittleren, einstelligen Prozentbereich bei 30. Und das wäre für eine Aktie wie L’Oréal eher günstig, umso mehr, wenn der Konzern Ende Juli in Bezug auf Marge und Gewinn positiv überraschen sollte.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Der Kosmetikkonzern L’Oréal wartete am Donnerstagabend mit sehr soliden Umsatzzahlen für das 1. Quartal auf. Das weltweit gedrückte Konsumumfeld spiegelte sich in diesem Zahlenwerk nicht wider … und die nachbörsliche Reaktion zeigte: Die Trader honorieren das.

Wie alle französischen Unternehmen legte auch L’Oréal zum Ende des ersten Quartals nur die Umsatzzahlen vor. Bis man mehr darüber erfährt, wie sich die Gewinnmarge und der Gewinn selbst entwickeln, dauert es noch bis zum Juli, wenn der Konzern mit den Halbjahreszahlen eine komplette Bilanz präsentiert. Aber das, was man da am Abend des Gründonnerstags zu sehen bekam, gefiel den Anlegern definitiv. Denn die Aktie legte im nachbörslichen Handel solide zu und bewegte sich zwischen drei und vier Prozent über dem Pariser Schlusskurs in der Region zwischen 351 und 355 Euro.

L’Oréal gelang es, den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent auf 11,735 Milliarden Euro zu steigern. Auf organischer Ebene, d. h. um Zu- oder Verkäufe bereinigt, waren das +3,5 Prozent. Das lag über den Erwartungen, die Analysten hatten im Schnitt 11,47 Milliarden erwartet. Das war aber nicht das einzige Erfreuliche an diesem Bericht, ein anderer Aspekt könnte für die Perspektive der Aktie noch wichtiger sein:

Expertenmeinung: Alle vier Segmente des Konzerns konnten ihren Umsatz steigern … und das in allen strategischen Weltregionen außer in den USA. Da ging der Umsatz um 1,2 Prozent zurück, ein Signal mehr, dass die dortige Wirtschaft sukzessiv aus der Spur gerät. Aber in Nordasien, sprich vor allem also in China, legte der Umsatz um 8,4 Prozent zu (organisch um 6,9 Prozent). Das ist ein ganz wichtiges Signal, der Umsatz in dieser Region Nordasien kam damit genauso auf knapp drei Milliarden Euro wie der in Nordamerika.

L’Oréal präsentierte sich mit diesen Ergebnissen als „wetterfest“ … und das war es, was die Trader im umsatzarmen abendlichen Handel vor dem Karfreitag honorierten. Dieser abendliche Anstieg reichte zwar nicht für ein bullisches Signal, zumal er heute erst einmal im regulären Handel seine Bestätigung sehen müsste. Aber die Chance, dass es die Aktie nach oben hinaus schafft, ist damit ein wenig größer geworden.

L‘Oréal Aktie: Chart vom 17.04.2025, Kurs 341,85 Euro, Kürzel: OR | Online Broker LYNX
L‘Oréal Aktie: Chart vom 17.04.2025, Kurs 341,85 Euro, Kürzel: OR | Quelle: TWS

Sie sehen im Chart, dass diese nachbörslichen Kurse zwischen 351 und 355 Euro bedeuten würden, dass sich L’Oréal erneut in die Widerstandszone zwischen 353 und 371 Euro hineinbewegt. Diese Zone, die die wichtige 200-Tage-Linie (im Chart dick schwarz) einschließt, muss überboten werden, um einen Befreiungsschlag unterstellen zu können. Seit Januar wurden dazu mehrere Versuche unternommen, keiner war von Erfolg gekrönt. Diesmal hätten die Käufer aber frische, positive Zahlen im Gepäck, daher dürfte es sich jetzt lohnen, L’Oréal im Auge zu behalten!

Quellen:
Ergebnis des 1. Quartals, 17.04.2025: https://www.loreal-finance.com/eng/news-release/first-quarter-2025-sales

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.