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LOreal Aktie Prognose L’Oréal: Beeindruckende Zahlen

News: Aktuelle Analyse der LOreal Aktie

von

23.04.2026 | 08:26 Uhr
In diesem Artikel
LOreal
ISIN: FR0000120321
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Ticker: OR --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur LOreal Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Die Ergebnisse der großen französischen Luxusgüterkonzerne für das erste Quartal fielen eher enttäuschend aus. Doch L’Oréal als Vertreter der „Kategorie dahinter“, der gehobenen Preisklasse der Kosmetik, scheint zu überzeugen: Die Zahlen lagen über den Erwartungen.

Am Mittwochabend meldete L’Oréal für das erste Vierteljahr einen Umsatzanstieg von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Eine Steigerung, die auf „like-for-like“-Basis, bei der Währungsveränderungen herausgerechnet werden, mit 7,6 Prozent sogar noch spürbar größer ausfiel. Dabei bleibt China zwar weiter ein schwieriger Markt, die Region Nordasien verzeichnete zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von 9,0 Prozent, aber die anderen Weltregionen vermochten das mehr als auszugleichen. Vor allem Europa beeindruckte mit einem satten Umsatzplus von 11,5 Prozent, was umso schwerer wiegt, als die Verbraucher im europäischen Raum derzeit insgesamt sehr zurückhaltend agieren.

L’Oréal hat offenbar allerhand richtig gemacht – und das wurde nachbörslich honoriert: Bis zum US-Handelsende zog der Kurs gegenüber dem offiziellen Schlusskurs, als diese Zahlen noch nicht bekannt waren, um knapp 5,5 Prozent auf 365,90 Euro an. Angesichts dieser erfreulichen Überraschung war das Plus nachvollziehbar … aber der Chart zeigt:

L‘Oréal Aktie: Chart vom 22.04.2026, Kurs 344,90 Euro, Kürzel: OR | Online Broker LYNX
L‘Oréal Aktie: Chart vom 22.04.2026, Kurs 344,90 Euro, Kürzel: OR | Quelle: TWS

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur LOreal Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das kann die Basis für ein Doppeltief werden, das eine Aufwärtswende begründet. Aber das Zwischenhoch, das für die Vollendung einer solchen Formation überboten werden müsste, liegt bei 369,80 Euro. Bevor die Käufer diese Hürde nicht nehmen, ist hier noch nichts gelungen. Mehr noch:

Knapp darüber, bei 374,40 Euro, wartet mit der 200-Tage-Linie, im Chart dick schwarz hervorgehoben, gleich die nächste markante Widerstandslinie. Erst darüber würde sich aus rein charttechnischer Sicht mehr Aufwärtspotenzial bis an die nächste Kursziel-Region 395/400 Euro eröffnen. Das kann gelingen, mit diesem guten ersten Quartal hätten die Bullen ein gutes Argument auf ihrer Seite. Aber:

Solange sich das geopolitische Umfeld nicht glaubwürdig aufhellt, wäre hier Vorsicht angezeigt, zumal L’Oréal ja wie alle französischen Unternehmen gestern nur die Umsätze, nicht aber die Entwicklung der Gewinnmarge und des Gewinns veröffentlichte … darauf muss man bis zum Ende des ersten Halbjahres warten. Einer Aufwärts-Trendwende vorzugreifen, bevor sie nicht schwarz auf weiß im Chartbild vollzogen ist, bleibt daher riskant … aber einen Platz auf der Watchlist hätte L’Oréal aus meiner Sicht auf jeden Fall verdient – und dort recht weit oben!

Quellen:
Ergebnis des 1. Quartals 2026, 22.04.2026:
https://www.loreal-finance.com/eng/press-release/first-quarter-2026-sales

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.04.2026 um 22:30 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Vorherige Analysen der LOreal Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.02.2026 um 22:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Freitag reagierte die L’Oréal-Aktie auf am Vorabend veröffentlichte Bilanzdaten mit einem Kursrückgang von in der Spitze gut sieben Prozent. Am Montagabend war fast das gesamte Minus wieder aufgeholt. Das sollte man sich genauer ansehen.

Richtig ist, dass der Kosmetik-Riese am Donnerstagabend ein Ergebnis vorlegte, das man in Analystenkreisen, zumindest im Schnitt, etwas besser erwartet hatte. Auch richtig ist aber, dass das Ergebnis nicht schlecht war. Bedenkt man, dass der Konsum auch in gehobenen Preissegmenten weltweit zu kämpfen hat, war es durchaus respektabel, dass L’Oréal in allen Bereichen gegenüber 2025 mit Pluszeichen aufwarten konnte – außer beim Gewinn pro Aktie, der geringfügig von 11,95 auf 11,44 Euro zurückkam. Was indes nicht für den operativen Gewinn galt:

Da ging es leicht von 8,69 auf 8,89 Milliarden Euro nach oben, basierend auf einem (wenngleich weniger als gedacht) gestiegenen Umsatz, der um (nicht währungsbereinigt) 1,3 Prozent zulegte, und einer von 20,0 auf 20,2 Prozent gesteigerten operativen Marge. Auch die Dividende wird angehoben, von 7,00 auf 7,20 Euro. Was allerdings auch weniger war als von den Experten im Vorfeld vermutet. Dass die Aktie daraufhin am Folgetag nicht durch die Decke gehen konnte, war klar. Aber für einige war das zeitweise gut sieben Prozent ausmachende Minus offensichtlich überzogen:

L‘Oréal Aktie: Chart vom 16.02.2026, Kurs 385,05 Euro, Kürzel: OR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
L‘Oréal Aktie: Chart vom 16.02.2026, Kurs 385,05 Euro, Kürzel: OR | Quelle: TWS

Noch am Freitag gelang es, den Abschlag bis zum Handelsende auf 4,9 Prozent einzugrenzen. Und was beeindruckt, dass die L’Oréal-Aktie am Montag 3,4 Prozent zulegte und damit bis auf 1,7 Prozent (von oben gerechnet) an das Kurslevel herankam, das die Aktie vor der Vorlage der Bilanz gesehen hatte. Und das ist vom Chartbild her durchaus ermutigend, denn wir sehen, dass die Aktie damit da nach oben drehte, wo es wichtig wurde:

Expertenmeinung: Der Kurs hat damit oberhalb der mittelfristigen, im vergangenen April etablierten Aufwärtstrendlinie gedreht und mit dem Anstieg des Montags die 200-Tage-Linie zurückerobert. Das alleine ist aber noch nicht bullisch, sondern hat nur ein bärisches Signal verhindert. Um ein mittelfristig relevantes, bullisches Signal zu generieren, müsste L’Oréal die Widerstandszone 395/399 Euro überwinden und sich, anders als bei den vorherigen Ausbruchsversuchen, auch darüber festsetzen. Aber mit ihren Käufen haben die Akteure den Weg nach oben zumindest freigehalten. War das also doch nicht so schlecht, was da gemeldet wurde?

Das kann man durchaus so sehen. Denn auch wenn es insgesamt etwas weniger wurde als erhofft: L’Oréal wächst, auch in diesem schwierigen Umfeld. Richtig ist zwar, dass vor allem das Geschäft in China im vierten Quartal enttäuschend verlief. Aber in Europa ist das Wachstum robust … und auch in Nordamerika, zumindest, wenn man den Währungseffekt ausklammert und den reinen Warenabsatz betrachtet. Und das ist angesichts des Gegenwinds durch die US-Zölle beeindruckend.

Da der Euro nicht für alle Zeit steigen und dadurch die Gewinne drücken wird und auch China über kurz oder lang wieder in Fahrt kommen wird, bleibt die Perspektive, auch in den kommenden Jahren weiter wachsen zu können, also erhalten … und darauf dürfte es denen, die diese Aktie zuletzt in Abgabedruck hinein eingesammelt haben, angekommen sein, aber:

Ob das alleine ausreicht, um den Kurs über die vorgenannte Widerstandszone zu heben, ist fraglich genug, um L’Oréal auf der Beobachtungsliste zu belassen, bis sich zu grundsätzlich ermutigenden Bilanzzahlen auch de facto bullische Chartsignale gesellt haben.

Quellenangaben: Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 12.02.2026: https://www.loreal-finance.com/eng/press-release/2025-annual-results

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Tinte auf der Meldung, dass L’Oréal die Beauty-Sparte von Kering übernimmt und mit dem Pinault-Konzern eine strategische Allianz eingeht, war noch nicht trocken, da folgte gestern Abend das Umsatzergebnis des dritten Quartals. Und das mochten die Akteure gar nicht.

Ende August/Anfang September scheiterte der Versuch, eine breit angelegte Bodenbildung abzuschließen. Die Aktie des Kosmetik-Riesen rutschte auf die 200-Tage-Linie zurück, im Chart dick blau hervorgehoben. Dort hing sie wochenlang fest, bis der Kurs am 15. Oktober auf einmal durchstartete. Ein Aufwärtsschub nach mehrfachem Test der 200-Tage-Linie – das wäre eine ideale Grundlage, um die Nackenlinien-Zone der Bodenbildung im Bereich 408/414 Euro nicht nur anzugehen, sondern zu überwinden.

L‘Oréal Aktie: Chart vom 21.10.2025, Kurs 396,36 Euro, Kürzel: OR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
L‘Oréal Aktie: Chart vom 21.10.2025, Kurs 396,36 Euro, Kürzel: OR | Quelle: TWS

Eine langfristig ausgerichtete, strategische Allianz mit Kering ist dabei eine spannende Basis. Zusammen mehr zu erreichen, klingt plausibel. Und dann kamen die Umsatzzahlen des dritten Quartals am Dienstagabend. Im regulären Handel hatte die L’Oréal-Aktie noch zugelegt. Aber als Reaktion auf die Ergebnisse sackte sie im nachbörslichen Geschäft durch, rutschte in Richtung 376 Euro und damit wieder in den Dunstkreis der bei 368 Euro laufenden 200-Tage-Linie (der Kurs vom Dienstagabend gegen 21 Uhr ist durch den dicken roten Balken am rechten Chartrand markiert).

Wie alle französischen Unternehmen lieferte L’Oréal nur die Umsätze, die kompletten Zahlen kommen immer nur nach einem Halbjahresende. So gesehen ist offen, wie sich das, was das Unternehmen da vorlegte, im Gewinn niederschlug. Aber die Trader nahmen, was da war, und stiegen aus. Was eine Reaktion war, die man zumindest mit Skepsis betrachten sollte, denn:

Expertenmeinung: L’Oréal meldete für das dritte Quartal einen Umsatzanstieg von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 10,33 Milliarden Euro. Dabei gelangen in den wichtigen Märkten USA und China Zuwächse. Was will man mehr, könnte man fragen.

10,45 Milliarden. Denn das war der Schnitt der Umsatzprognose der Analysten. So gesehen hat L’Oréal schlechter abgeschnitten als erwartet. Und kürzlich hatte LVMH die Prognose geschlagen, Schlussfolgerung: Das war schlecht.

Aber ist das ein Argument, um die Aktie wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen? Es könnte lohnen, das zumindest zu überdenken. Denn anders als die Luxusgüterkonzerne musste L’Oréal in den letzten zwei Jahren keine Umsatzeinbußen hinnehmen, auch der Gewinn schrumpfte nicht erheblich. Der Abstieg vom im Juni 2024 erreichten Rekordhoch sorgte nur für eines: für eine deutliche Reduzierung der zuvor erreichten Überbewertung. In den vergangenen Jahren war das Kurs-/Gewinn-Verhältnis zeitweise bis 50 gestiegen, aktuell liegt es – auf Basis der durchschnittlichen 2025er-Gewinnprognose – bei 30 bis 31.

Zwar kann man in dem momentanen Konsumumfeld nicht mit einem raketenartigen Anstieg der Umsätze im Kosmetiksektor rechnen, weder in Europa noch in den USA oder in China. Aber Wachstum ist möglich und wird seitens der Analysten auch erwartet. Daher scheint diese negative Reaktion im abendlichen Handel des Dienstags überzogen. Aber:

Dass man angesichts dieser moderat verfehlten Umsatzergebnisse nicht wirklich Gründe hätte, um auszusteigen, ist nur ein Argument, um hier nicht über die Short-Seite nachzudenken. Aber bei einer Aktie, die eigentlich besser laufen könnte, es aber nicht tut, wäre man gut beraten, wenn man abwartet, bis genug Marktteilnehmer die Ansicht teilen, dass hier Luft nach oben wäre – und dadurch diese mittelfristig entscheidende Zone 408/414 Euro als Widerstand herauszunehmen.

Quellenangaben: Umsatzergebnis des 3. Quartals, 21.10.2025 nach Börsenschluss: https://www.loreal-finance.com/fr/communique-de-presse/chiffre-daffaires-au-30-septembre-2025

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Klopfet an, so wird euch aufgetan … getreu diesem Bibelspruch versuchten sich die Bullen bei der L’Oréal-Aktie an einer mittelfristig entscheidenden Widerstandszone. Aber aufgetan wurde ihnen nicht. Jetzt rutscht die Aktie wieder ab … aber noch ist die Sache nicht verloren.

Gleich dreimal in den vergangenen vier Wochen lief die Aktie des französischen Kosmetik-Riesen an die Widerstandszone 407,85 zu 413,65 Euro heran, dreimal kam sie nicht durch. Das ist genug, damit bullische Trader die Segel streichen, aussteigen und vereinzelt womöglich sogar ins bärische Lager überlaufen. Und es spielte ihnen natürlich in keiner Weise in die Karten, dass man die Aktie beim US-Investmenthaus Jefferies gestern von „Halten“ auf „Untergewichten“ herunterstufte und das Kursziel von 371 auf 340 Euro nach unten nahm. Das Plus, das am Montag ein Ansatz für einen neuen Anlauf an diese bis ins Frühjahr 2024 zurückreichende Widerstandszone 407,85/413,65 Euro hätte werden können, war dadurch am Dienstag umgehend dahin.

Dass dadurch aber ein größerer Abwärtsimpuls entsteht, ist noch keine beschlossene Sache. Noch hätte der Kurs bei 370 Euro Support durch die April-Aufwärtstrendlinie, knapp darunter, bei derzeit 364 Euro, würde die 200-Tage-Linie als Sprungtuch warten. Dort könnten sich die bullischen Akteure neu formieren und einen weiteren Anlauf starten, um den „Deckel“ zu sprengen, der den Weg nach oben verstellt. Aber auch, wenn die Analysten mehrheitlich klar optimistischer sind als Jefferies und das durchschnittliche Kursziel der Experten mit momentan 386 Euro wenigstens etwas über dem aktuellen Kurslevel liegt: Einfach würde es in der Tat nicht, diese massive Widerstandszone zu überwinden.

Expertenmeinung: Denn ein Ausbruch nach oben würde die Rückkehr in die Zone bedeuten, in der in Sachen Umsatz und Gewinn noch alles in Ordnung war. In die Zeit nach Corona, als das Geschäft wieder anzog, man sich sicher war, dass die mageren Wachstumsraten im Schlüsselmarkt China nur eine kurze Episode sein würden und noch niemand an Zölle als Wachstums-Blocker dachte. Das Rekordhoch der Aktie lag im Juni 2024 bei 461,85. Würde L’Oréal also über die jetzt gerissene Hürde 407,85/413,65 Euro laufen, wäre man da schon nahe dran. Und das, obwohl die Gewinne des Unternehmens das aktuell nicht hergeben.

L‘Oréal Aktie: Chart vom 16.09.2025, Kurs 377,35 Euro, Kürzel: OR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Für 2025 schätzen die Analysten im Schnitt, dass L’Oréal auf knapp 13 Euro Gewinn pro Aktie kommen wird. Das hieße auf dem aktuellen Niveau ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis um 29. Nicht teuer, wenn die Gewinne voraussichtlich in den kommenden Jahren um 15 bis 20 Prozent per annum steigen. Zu teuer, wenn man genau damit nicht rechnen kann. Und dahingehend sind zumindest starke Zweifel angebracht, die wichtigsten Wachstumsmärkte Europa, China und USA deuten eine solche Entwicklung derzeit nicht an.

Es ist also nicht wirklich überraschend, dass den an die Widerstandszone 407,85/413,65 Euro anklopfenden Bullen nicht aufgetan wurde, weil dort zu viele andere Marktteilnehmer eine gute Gelegenheit sahen, um zu den aus ihrer Sicht da dann hohen bis zu hohen Kursen Positionen zu reduzieren oder sogar auf der Short-Seite aktiv zu werden. Und solange diese Zweifler nicht mit neuen, positiveren Argumenten konfrontiert werden, hätte auch ein jederzeit denkbarer, erneuter Anlauf an den „Deckel“ keine allzu großen Erfolgsaussichten. Zumindest nicht derart gute, dass man es wagen sollte, im Vorfeld eines solchen Befreiungsschlags einzusteigen oder zuzukaufen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Wenngleich man L‘Oréals Rumpfdaten zum 1. Quartal im April positiv aufnahm, reichte das nicht für einen robusten Aufwärtstrend. Die Aktie schwankt stark, bewegt sich aber insgesamt kaum vom Fleck. Das dürfte sich am 29.7. ändern, da kommen Zahlen, auf die es ankommt.

Dass L’Oréal im 1. Quartal einen Umsatzzuwachs von 4,4 Prozent erzielte, war eine höchst positive Nachricht, zumal der Kosmetik- und Pflegekonzern, der das gehobene Preissegment bedient, ausgerechnet dort zulegen konnte, wo andere nicht vorankommen: in China.

Wenngleich L’Oréal nicht direkt zu den Luxusgüterkonzernen wie Richemont, Kering, LVMH oder Hermès zählt, gehört das Unternehmen doch zu denen, die Produkte anbieten, die man nicht kauft, wenn man knapp bei Kasse ist. Und das sind in letzter Zeit eben mehr als früher. Aber ist dieses Umsatzplus nicht ein Beleg dafür, dass das für L’Oréal kein Problem darstellt?

Expertenmeinung: Nein, denn erstens müsste sich diese positive Tendenz auch im zweiten Quartal bestätigt haben. Zweitens weiß man nicht, wie sich Gewinnmarge und Gewinn seit Ende letzten Jahres entwickelt haben, weil die französischen Unternehmen zum Ende des ersten und dritten Quartals nur Rumpfdaten in Form der Umsatzentwicklung melden. Offen ist also, ob das Mehr an Umsatz durchgehalten wurde und was da dann unter dem Strich dabei herauskam.

Stieg der Umsatz, während zugleich die Gewinnmarge zurückkam, kann das eben trotzdem einen sinkenden Gewinn bedeuten. Daher ist der 29. Juli so wichtig, denn dann werden wir sehen, wie sich das Gesamtbild im ersten Halbjahr darstellte und, auch wenn man in Frankreich da gern eher vage bleibt, was L’Oréal vom zweiten Halbjahr erwartet.

Im Licht dieser offenen Fragen wundert es nicht, dass die Aktie vom Chartbild her zwar marginal aufwärts tendiert und sukzessiv höhere Zwischentiefs zeigt, letztlich aber doch eher orientierungslos daherkommt: Man weiß einfach nicht, wie es bei L’Oréal tatsächlich läuft. Dementsprechend weit auseinander liegen die Analysten-Kursziele. Während Goldman Sachs die Aktie in seiner „Conviction Buy List“ hat und ein Kursziel von 430 Euro sieht, Einstufung „Kaufen“, hat die Deutsche Bank ein Kursziel von nur 260 Euro und stuft mit „Verkauf“ ein.

L‘Oréal Aktie: Chart vom 15.07.2025, Kurs 367,60 Euro, Kürzel: OR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
L‘Oréal Aktie: Chart vom 15.07.2025, Kurs 367,60 Euro, Kürzel: OR | Quelle: TWS

Dass gestern Barclays seine Einschätzung von „Übergewichten“ auf „Untergewichten“ änderte und das Kursziel von 384 auf 325 Euro senkte, wurde vom Markt wenig beachtet … wen will es wundern, immerhin basieren neue Einschätzungen seit den Quartalszahlen des 17. April nur auf Vermutungen. Tacheles geredet wird erst in knapp zwei Wochen, am 29. Juli.

Angesichts des „zerklüftet“ wirkenden Chartbilds ist es hier und heute nicht sinnvoll, Ankerpunkte zu suchen, über denen die Aktie ein neues bullisches oder unter denen der Kurs ein neues bärisches Signal generieren würde. Wichtig ist nur, auf eben diese Zahlen zum 2. Quartal bzw. zum 1. Halbjahr zu achten. Zeigen die in Sachen Umsatz weiter ein Plus und deutet sich an, dass es L’Oréal auch 2025 gelingen wird, den Gewinn zu steigern, wäre die Aktie, solange sie in den verbleibenden Wochen nicht durch Vorkäufe allzu deutlich steigen sollte, allemal ein interessanter Kandidat für Käufe. Denn die Bewertung, Ende 2021 noch bei absurd hohen 50 im Kurs-/Gewinn-Verhältnis, liegt auf Basis der momentanen Konsens-Erwartung eines Gewinnanstiegs im mittleren, einstelligen Prozentbereich bei 30. Und das wäre für eine Aktie wie L’Oréal eher günstig, umso mehr, wenn der Konzern Ende Juli in Bezug auf Marge und Gewinn positiv überraschen sollte.

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.