Die Ergebnisse der großen französischen Luxusgüterkonzerne für das erste Quartal fielen eher enttäuschend aus. Doch L’Oréal als Vertreter der „Kategorie dahinter“, der gehobenen Preisklasse der Kosmetik, scheint zu überzeugen: Die Zahlen lagen über den Erwartungen.
Am Mittwochabend meldete L’Oréal für das erste Vierteljahr einen Umsatzanstieg von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Eine Steigerung, die auf „like-for-like“-Basis, bei der Währungsveränderungen herausgerechnet werden, mit 7,6 Prozent sogar noch spürbar größer ausfiel. Dabei bleibt China zwar weiter ein schwieriger Markt, die Region Nordasien verzeichnete zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von 9,0 Prozent, aber die anderen Weltregionen vermochten das mehr als auszugleichen. Vor allem Europa beeindruckte mit einem satten Umsatzplus von 11,5 Prozent, was umso schwerer wiegt, als die Verbraucher im europäischen Raum derzeit insgesamt sehr zurückhaltend agieren.
L’Oréal hat offenbar allerhand richtig gemacht – und das wurde nachbörslich honoriert: Bis zum US-Handelsende zog der Kurs gegenüber dem offiziellen Schlusskurs, als diese Zahlen noch nicht bekannt waren, um knapp 5,5 Prozent auf 365,90 Euro an. Angesichts dieser erfreulichen Überraschung war das Plus nachvollziehbar … aber der Chart zeigt:

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Expertenmeinung: Das kann die Basis für ein Doppeltief werden, das eine Aufwärtswende begründet. Aber das Zwischenhoch, das für die Vollendung einer solchen Formation überboten werden müsste, liegt bei 369,80 Euro. Bevor die Käufer diese Hürde nicht nehmen, ist hier noch nichts gelungen. Mehr noch:
Knapp darüber, bei 374,40 Euro, wartet mit der 200-Tage-Linie, im Chart dick schwarz hervorgehoben, gleich die nächste markante Widerstandslinie. Erst darüber würde sich aus rein charttechnischer Sicht mehr Aufwärtspotenzial bis an die nächste Kursziel-Region 395/400 Euro eröffnen. Das kann gelingen, mit diesem guten ersten Quartal hätten die Bullen ein gutes Argument auf ihrer Seite. Aber:
Solange sich das geopolitische Umfeld nicht glaubwürdig aufhellt, wäre hier Vorsicht angezeigt, zumal L’Oréal ja wie alle französischen Unternehmen gestern nur die Umsätze, nicht aber die Entwicklung der Gewinnmarge und des Gewinns veröffentlichte … darauf muss man bis zum Ende des ersten Halbjahres warten. Einer Aufwärts-Trendwende vorzugreifen, bevor sie nicht schwarz auf weiß im Chartbild vollzogen ist, bleibt daher riskant … aber einen Platz auf der Watchlist hätte L’Oréal aus meiner Sicht auf jeden Fall verdient – und dort recht weit oben!
Quellen:
Ergebnis des 1. Quartals 2026, 22.04.2026:
https://www.loreal-finance.com/eng/press-release/first-quarter-2026-sales
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.04.2026 um 22:30 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.




