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Dass das Halbleiter-Urgestein Intel dabei ist, sich aus einem tiefen Tal der Tränen zu befreien und wieder die Gewinnzone erreicht hat, ist unstrittig. Dass man mittlerweile eine Rolle im KI-Boom spielt, auch. Zu glauben, dass das eine Endlos-Hausse rechtfertigt, wäre indes gewagt.
Aber genau das scheinen mittlerweile nicht wenige zu denken. Denn das neue Allzeithoch der Aktie, welches sie am Donnerstag erreichte, mag durch die in den USA feiertagsbedingt auf Donnerstag vorgezogene Abrechnung an der Terminbörse zusätzlich befeuert worden sein, aber ohne eine entsprechende „Goldgräberstimmung“ bekommt man einen Ausbruch aus einer Trading-Range auf neue Hochs trotzdem nicht hin.
Wobei der rein aus charttechnischer Sicht durchaus gut aussieht. Erst der kurze Rutsch unter das Mai-Zwischentief, der als Bärenfalle endete, dann der Konter der Bullen mit dem Ausbruch nach oben. Wobei man auch konstatieren muss:
Noch ist nicht in Stein gemeißelt, dass das nicht im Gegenzug als Bullenfalle enden könnte. Denn extreme Kaufwellen, wie wir sie bei Halbleiter-Aktien derzeit sehen, sind nie unendlich. Und sie enden gerne mal dann, wenn viele glauben, dass ausgerechnet jetzt nichts schiefgehen könnte. In Bezug auf ein mögliches Ende dieser Intel-Hausse gibt es dabei so manchen Aspekt, der suggeriert: Die Uhr tickt. Und das nicht gerade leise.
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Expertenmeinung: Denn richtig ist zwar, dass man davon ausgeht, dass Intel im laufenden Geschäftsjahr in die Gewinnzone zurückkehrt. Aber da sehen die Analysten derzeit im Schnitt einen Gewinn pro Aktie von 1,10 US-Dollar. Da ist das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) schnell ausgerechnet: 133,99 US-Dollar Schlusskurs durch 1,10 US-Dollar Gewinn, das macht ein KGV von 122. Üblich für Halbleiter-Aktien ist ein KGV zwischen 20 und 30, in Sonderfällen auch mal 50. Aber 122?
Argumentiert wird damit, dass es jetzt, wo es wieder läuft, ganz gewaltig vorangehen werde. Der immense Bedarf an Halbleitern werde Intels Gewinne durch die Decke tragen. Das könnte sein. Aber das muss es nicht. Zumal viele Bullen dazu neigen, diesen Halbeiter-Boom auf Jahre hinaus in die Zukunft zu verlängern. Aber davon mal abgesehen, dass die Erfahrung lehrt, dass man nicht weiß, was in einem oder zwei Jahren sein wird, geht es hier ja vornehmlich um ein nahezu panisches „Wettrüsten“ der großen KI-Player, die deswegen jetzt alles planen und ordern, was möglich ist, um einen Vorsprung zu erlangen. Was, wenn alles, was entstehen sollte, auch entstanden ist? Da wäre es mehr als leichtsinnig, einfach zu ignorieren, dass die Analysten, die sich auskennen sollten, eine solch vogelwilde Bewertung nicht unterstützen.
Richtig ist zwar, dass man auch seitens der Experten erst einmal mit weiter anziehenden Gewinnen pro Aktie rechnet. Aber für 2029 sehen diese Analysten im Durchschnitt 3,42 US-Dollar pro Aktie. Wenn es so käme, läge das KGV dann Ende 2029 bei 40, was immer noch untypisch teuer wäre. In dreieinhalb Jahren. Wenn nichts schiefgeht. Und, natürlich, wenn die Aktie bis dahin bleiben würde, wo sie ist. Steigt sie weiter, steigt das KGV nämlich mit.
Entsprechend skeptisch fällt das durchschnittliche Urteil der Analysten für Intel aktuell aus. Von 48 Analysten sehen sie gerade einmal noch 13 als Kauf. Und da könnte so manche Einschätzung schon älter sein, denn das durchschnittliche Kursziel liegt um die 94 US-Dollar … das hat die Aktie bereits um über 40 Prozent überboten.
Fazit: Charttechnisch kommt Intel verheißungsvoll daher, aber alles andere ist bedenklich. Hier noch einzusteigen, wäre daher irgendetwas zwischen gewagt und leichtsinnig. Und was die Absicherung bestehender Positionen angeht: Ohne „Fallschirm“ sollte man hier wirklich nicht unterwegs sein!

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/INTC/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.06.2026 um 23:10 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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